Zu Ökostrom wechseln so gehts
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Zu Ökostrom wechseln - so geht’s

Je mehr Menschen auf Ökostrom setzen, desto grüner wird auch der Strom, der bei uns allen in Deutschland aus der Steckdose kommt. So wechselst auch du zu einem Ökostrom-Anbieter.

Zu Ökostrom wechseln
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Je mehr Menschen auf Ökostrom setzen, desto grüner wird auch der Strom, der bei uns allen in Deutschland aus der Steckdose kommt. So wechselst auch du zu einem Ökostrom-Anbieter.

08.11.2019 I Ein Beitrag von Annalena Bruse-Smith I Bild: pixabay

Wo kommt eigentlich unser Strom her und wo sollte er herkommen? Das sind Fragen, die für uns gerade jetzt, inmitten dieser Klimakrise, eine essentielle Rolle spielen. Denn nicht erneuerbare Energien, wie etwa der Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken hat einen erheblichen Einfluss auf unsere Umwelt. Der BUND erklärt, dass für die Beförderung von Kohle durch den Tagebau ganze Landstriche verwüstet und bei der Umwandlung von Braunkohle in Energie außerdem große Mengen an Kohlendioxid freigesetzt werden. Im ersten Halbjahr 2019, berichtet das Fraunhofer-Institut, betrug der Anteil nicht erneuerbarer Energien immer noch 52,7% der gesamtdeutschen Nettostromerzeugung.

Erneuerbare Energien, wie etwa Wind- und Solarenergie gehören zu jenen Stromquellen, die in den letzten Jahren erhebliche Anteile dieser Nettostromerzeugung dazugewonnen haben. Die absolute Änderung der Stromerzeugung lag im Bereich der Windenergie im ersten Halbjahr im Jahr 2019 stolze 10,7 TWh (Terawattstunden) über der im ersten Halbjahr 2018 - Braunkohle hingegen verlor 13,8 TWh und Steinkohle 8,2 TWh. Heute ist die Windenergie mit einem alleinigen Anteil von 25,3 % der deutschen Nettostromerzeugung unsere größte Energiequelle. Wir sind also schon auf dem richtigen Weg, indem wir immer weniger auf nicht erneuerbare Energien setzen und den Sektor der erneuerbaren Energien ausbauen und fördern. Um die Energiewende zu beschleunigen, ist jeder Einzelne gefragt - denn je mehr Menschen auf erneuerbare Energien, also den sogenannten Ökostrom setzen, desto schneller steigt der Bedarf, welcher wiederum den Ausbau des Sektors beschleunigen würde.

Der Wechsel zum Ökostrom bedeutet allerdings nicht, dass der Strom aus deiner Steckdose dann auch jener ist, der durch Wind- oder Solarenergie erzeugt wurde. Durch diesen Wechsel bezeugst du lediglich, dass der Anteil von Ökostrom im gesamten Stromnetz steigt.

Den Wechsel zu einem Stromanbieter verbinden viele mit einer Menge Papierkram, nerviger Telefonate und der völligen Überforderung. Wir möchten dir zeigen, wie du ganz einfach von deinem jetzigen Stromanbieter zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln kannst und was du bei der Wahl beachten solltest.

Qualitätssiegel

Grüner Strom-Label

Jeder Stromanbieter, der Ökostrom verkauft, muss dafür Herkunftsnachweise des Umweltbundesamtes (UBA) verwenden, um sicherzustellen, dass Ökostrom nicht doppelt vermarktet wird (Grüner Strom-Label). Diese Herkunftsnachweise garantieren jedoch nicht, “dass Energieanbieter ihren Atom- und Kohlestrom nicht mit Hilfe von zusätzlich eingekauften Herkunftsnachweisen zu „Grünstrom" umetikettieren”. Um dir sicher sein zu können, dass ein Ökostrom-Anbieter dir reinen Ökostrom verkauft, kannst du z.B. darauf achtem, dass der Anbieter mit dem Grüner Strom-Label zertifiziert ist. Das Grüner Strom-Label achtet mit seinem Kriterien darauf:

  • “dass er über ein Kalenderjahr betrachtet mindestens die Menge an Ökostrom eingekauft hat, die die Ökostromkunden verbraucht haben (mengengleiche Lieferung),
  • gekoppelte Strombeschaffung, d.h. die Strom muss aus denselben Ökokraftwerken beschafft werden, aus denen die Herkunftsnachweise stammen,
  • in welchen Anlagen der gelieferte Strom erzeugt wurde, dass keine Doppelvermarktung erfolgt und
  • dass der Strom ökologisch akzeptabel erzeugt wurde.”

Das Grüne Strom-Label gibt es bereits seit 1998 und ist somit das älteste Gütesiegel für Ökostrom in Deutschland. Unterstützt wird dieses Siegel unter anderem auch vom NABU, dem BUND, dem DNR und Die Verbraucher Initiative. Wenn du einen Ökostrom-Anbieter findest, der dieses Siegel trägt, bist du schonmal in guten Händen.

ok-power-Siegel

Ein weiteres etabliertes Siegel ist das von ok-power, welches als Ökostrom-Gütesiegel Ökostromtarife auszeichnet, deren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt und die nachweislich einen zusätzlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Um die Auszeichnung zu erhalten, müssen die Ökostromanbieter ein Zertifizierungsverfahren durch unabhängige Gutachter durchlaufen, in dem sie feste Pflichtkriterien erfüllen und ihren Beitrag zur Beschleunigung der Energiewende durch Wahlpflichtkriterien nachweisen müssen. Zu den Pflichtkriterien gehört z.B., dass die Anbieter nicht an Atomkraft-, Braunkohle- und neuen Steinkohlekraftwerken beteiligt sein dürfen sowie faire Vertragsbedingungen, wie etwa keine Vorkasse oder Vorgabe von Mindestabnahmemengen, anbieten müssen.

Im ok-power Tarifportal hast du übrigens die Möglichkeit verschiedene Ökostrom-Tarife garantiert frei von unternehmerischen Interessen oder Provisionszahlungen der Stromanbieter, zu vergleichen.

Kosten

Tatsächlich ist Ökostrom, anders als viele denken, meist günstiger als Strom aus nicht erneuerbaren Energien. Ein Stromanbieter, der das Grüner Strom-Label trägt ist Polarstern-Energie und auf dessen Website kann man sogar sich mit dem Tarifrechner ganz einfach ausrechnen lassen, wie teuer der Ökostrom im Bereich einer Postleitzahl für eine bestimmte Haushaltsgröße ist. 

Der Wechsel zum Ökostrom

Nun ist der Moment gekommen, wo du den Schritt machst und tatsächlich den Wechsel zu einem anderen Stromanbieter angehst. Doch keine Angst, denn es gibt tatsächlich Unternehmen, die das für dich übernehmen. Da gibt es z.B. das Startup Switchup, das Stromtarife nach verschiedenen Kriterien miteinander vergleicht und je nach deinen Ansprüchen, also auch den Wechsel zum Ökostrom-Anbieter für dich übernimmt. Das Ganze ist tatsächlich für dich kostenfrei, da das Unternehmen von der Provision des neuen Anbieters lebt.

Solltest du den Wechsel selbst in die Hand nehmen und nach dem richtigen Ökostrom-Anbieter für dich suchen wollen, dann findest du z.B. beim Grüner Strom-Label eine Übersicht aller zertifizierter Anbieter.

Unser Fazit:

Na das ist doch gar nicht so schwer! Mit dem Wechsel zum Ökostrom setzt du nicht nur ein klares Zeichen für den Schutz der Umwelt und gegen die Erzeugung von Strom durch nicht erneuerbare Energien, sondern förderst gleichzeitig auch noch den Ausbau des Sektors nachhaltiger Energien. Denn je mehr Menschen auf Ökostrom setzen, desto grüner wird auch der Strom, der bei uns allen in Deutschland aus der Steckdose kommt. Hingegen aller Vorurteile haben wir außerdem gelernt, dass Ökostrom überhaupt nicht teurer, sondern im Gegenteil, sogar meist günstiger als Strom aus nicht erneuerbaren Energien ist. Beim Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter solltest du unbedingt darauf achten, dass dieser tatsächlich reinen Ökostrom anbietet. Ein Zeichen dafür ist die Zertifizierung eines Anbieters etwa durch das Grüner Strom-Label oder ok-power-Siegel. Wenn du dich der Sache gewappnet fühlst, kannst du dich jetzt natürlich selbst auf die Suche nach dem Anbieter machen oder aber auch die Hilfe eines Unternehmens hinzuziehen, die dich bei dem Wechsel unterstützen. Jetzt steht dem Wechsel also nichts mehr im Wege!

 

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