Umweltschutz auf Helgoland Ein Interview mit Bürgermeister Jörg Singer
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Umweltschutz auf Helgoland - Ein Interview mit Bürgermeister Jörg Singer

Viele LOHAS besuchen schon seit vielen Jahren Helgoland. Natur- und gesundheitsbewusste Menschen kommen gerne nach Helgoland, weil ihnen das Klima und die Angebote auf der Insel anerkannt sehr gut bekommen.

Viele LOHAS besuchen schon seit vielen Jahren Helgoland. Natur- und gesundheitsbewusste Menschen kommen gerne nach Helgoland, weil ihnen das Klima und die Angebote auf der Insel anerkannt sehr gut bekommen.

Viele der Nord- und Ostfriesischen Inseln haben mittlerweile erkannt, dass die LOHAS eine attraktive Zielgruppe sind, die sie gerne als Gäste bei sich auf der Insel haben möchten. Wie schaut es auf Helgoland aus, sind auch für Sie die LOHAS eine anvisierte Zielgruppe?

Viele LOHAS besuchen schon seit vielen Jahren Helgoland. Unsere Hochseeinsel bietet aufgrund der besonderen Lage sehr saubere Luft und eine erstklassige Wasserqualität zum Baden im Meer. Natur- und gesundheitsbewusste Menschen kommen gerne zu uns, weil ihnen das Klima und die Angebote auf der Insel  anerkannt sehr gut bekommen. Auch zunehmend gestresste Wissensarbeiter finden hier beste Bedingungen, die eigenen Batterien aufzuladen.

 

Helgoland ist Deutschlands einzige Hochseeinsel und ist rund 70 km vom Festland entfernt. Dieser Fakt stellt Sie sicherlich vor die eine oder andere Herausforderung, beispielsweise bei der Logistik von Waren. Welche Rolle spielt der Umweltschutz bei der Belieferung und Ablieferung der Insel?

Wir leben auf kleinstem Raum und in einer ganz besonderen Architektur umgeben von der Natur. Das stellt uns vor ganz besondere Herausforderungen, gleich ob es um Trinkwassergewinnung, Abfallentsorgung, Energieerzeugung oder den Umweltschutz geht. Viele Gäste attestieren uns eine sehr saubere Insel, zudem sind wir autofrei. Bei der Inselver- und Entsorgung sind wir gerade dabei, den gesamten Frachtumschlag neu und zeitgemäß zu organisieren. Gäste und Insulaner müssen dabei auch jetzt schon nicht auf frische Waren oder auch „Bio-Produkte“ verzichten.

 

Helgoland betreibt eine sogenannte „Hummerpatenschaft“. Was hat es damit auf sich und wie kann man „Hummerpate“ werden?

Neben dem Tourismus sind wir ein wichtiger Stützpunkt für über 100 Meeres- und Klimaforscher des Alfred-Wegner-Institutes. Der Helgoländer Hummer ist ein ganz besonderes Meerestier, Forschungsobjekt und unser „Wappentier“. Nachdem der Hummerfang nach dem Krieg immer weiter zurückgegangen ist und aufgrund der geringen Population fast vom Aussterben bedroht war, haben unsere Forscher begonnen, Hummer zu züchten. Bisher sind wieder über 10.000 Jung-Hummer gezüchtet, ausgewildert worden. Die Station ist eine große Attraktion für Gäste, einen Hummerpatenschaft ist bereits ab 25 Euro erhältlich. Mittlerweile deuten wieder zunehmende Fangquoten  auf eine Erholung des Hummerbestandes. Weitere Informationen hierzu http://www.helgoland.de/interessen/forschung-und-lehre.html

 

Helgoland und Offshore: Das scheint für die Insel ein neues interessantes Thema zu sein?

Durch Offshore wird neben Tourismus und Forschung ein für die Insel Helgoland neues Standbein entstehen. In diesem Jahr startet ca. 30 km nördlich vor Helgoland der Aufbau von drei Windkraftwerken, die ab 2015 Strom für etwa 1 Million Haushalte Strom liefern. Hierfür werden die Helgoländer eine moderne Service Infrastruktur im Hafen aufbauen. Bis zu 180 neue Arbeitsplätze könnten entstehen. Wir erwarten auch seitens unserer Gäste ein großes Interesse an dieser Entwicklung. Die Reederei FRS bietet mit dem Katamaran in 2012 ab Helgoland erstmals Fahrten in die Windfelder an.

 

Das Regionale Entwicklungskonzept der Insel Helgoland wurde aus Ideen und Analysen der letzten 20 Jahre erstellt. Wie wollen Sie Helgoland zukunftsfähig machen?

Das größten Erwerbszweige sind Tourismus und Forschung. Beide entwickeln sich seit einigen Jahren prächtig. Im letzten Jahr wurde z.B. der Übernachtungsbesucherrekord von 1970 eingestellt, auch Tagesgäste kommen mehr als noch vor 3 Jahren. In diesem Winter haben einige Hoteliers ihre Häuser grundlegend renoviert, im Standard angehoben und thematisch neu ausgerichtet. Wir erneuern aktuell die Erlebnispromenade und starten gerade ein Projekt für den Bau eines neuen Helgolandschiffes. Die Wärmeerzeugung könnte schon in den nächsten Jahren komplett regenerativ sein, noch in diesem Jahr gehen wir von der Konzeptions- in die Umsetzungsphase. Dies sind nur einige Projekte, die wir aus dem Regionalen Entwicklungskonzept umsetzen. Helgoland ist wieder auf einem guten Weg zu einem attraktiven und vitalen Lebensraum für Gäste und Insulaner.

 

Was würden Sie einem Insel-Neuling empfehlen zu unternehmen, wenn er Helgoland das erste Mal bereist?

Sich aus dem Tourismusbüro ein maßgeschneidertes Angebot einholen, eine Übernachtung einplanen, je nach Interesse nach Architektur, Geschichte, Natur, Tierwelt eine Führung mitmachen und sich Zeit nehmen für Wellness im Meeressaunabad oder auf der Düne. Und für Abenteurer morgens um vier für einen Hummerfang ins Helgoländer Felswatt anheuern.



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