Keine Angst vor Wespen!
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Keine Angst vor Wespen!

NABU gibt Tipps zum Schutz vor Wespenstichen / Zahlreiche Hilfeanrufe

NABU gibt Tipps zum Schutz vor Wespenstichen / Zahlreiche Hilfeanrufe

Bildquellenangabe: Angelika Koch-Schmid / pixelio.de

Zurzeit häufen sich beim NABU Hamburg die Anrufe von besorgten Bürgern, weil sie in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon ein Wespennest gefunden haben oder einfach nur wissen möchten, wie sie sich vor Wespenstichen schützen können. In der Tat schwärmen in diesen Wochen auf der Suche nach Nahrung wieder die schwarzgelben Wespen aus. Insbesondere die Gemeine und die Deutsche Wespe können dabei dem Menschen lästig werden. Der NABU gibt jetzt Tipps.

„Wespen und Hornissen sind niemals grundlos aggressiv, sondern stechen nur zur Verteidigung des Nestes und ihres eigenen Lebens“, erklärt Heinz Peper, Biologe beim NABU Hamburg. „Lediglich die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe werden dem Menschen gelegentlich lästig, da sie auf süße Getränke und Speisen sowie Grillfleisch stehen.“ Die Kohlenhydrate der süßen Nahrung nutzten sie, so Peper, zu ihrer eigenen Versorgung, das Eiweiß aus den erbeuteten Insekten oder dem Grillfleisch benötigten sie zur Aufzucht ihrer Brut. „Falls sich Wespen nähern, sollte man auf keinen Fall wild um sich schlagen, sondern die Wespen sanft wegschieben“, rät Peper. Außerdem sollten süße Speisen und Getränke im Freien abgedeckt werden, um gar nicht erst die Wespen anzulocken. Das gleiche gilt für Abfallbehälter insbesondere in Parks, auf Spielflächen und Schulhöfen, die geschlossen sein sollten. Sinnvoll ist es auch, nicht aus offenen Flaschen zu trinken, sondern Strohhalme zu benutzen. „Wer Kindern die Reste von Süßigkeiten aus dem Mundbereich abwischt, vermindert das Risiko eines Stichs“, erklärt der Biologe. „Ebenso, wer vermeidet dort barfuß zu laufen, wo Fallobst am Boden liegt.“ Geeignete Vorhänge versperren den Wespen den Zugang zu Innenräumen. „Übrigens leisten die Wespen wichtige Dienste für Landwirte und Hobbygärtner, indem sie unerwünschte Insekten fangen“, betont der NABU-Fachmann. Pepers Appell: „Bevor ein Wespenstaat umgesiedelt oder gar vernichtet wird, sollte man sich also gut überlegen, ob nicht doch ein Miteinander von Mensch und Wespenstaat möglich oder sogar sinnvoll ist.“

Die Völker der Gemeinen und Deutschen Wespe leben in großen Nestern unter der Erde oder in dunklen Hohlräumen und können bis maximal 12.000 Tiere stark sein. Zwischen Juni und August beginnen sie mit der Anzucht der Männchen und Königinnen, während die Produktion von Arbeiterinnen zum Erliegen kommt. Im August erreicht ein Wespenvolk seine maximale Bestandsgröße. Danach beginnen die Wespen durch Nahrungsmangel und sinkende Temperaturen langsam zu sterben. Spätestens im Herbst sind alle Wespen (auch die Königin) abgestorben. Lediglich die Jungköniginnen suchen sich für den Winter ein frostfreies Versteck und gründen im nächsten Frühjahr - meist an anderer Stelle - ein neues Nest.

Weitere Informationen gibt es in der NABU-Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen“, die gegen Einsendung von 3,45 Euro in Briefmarken an den NABU Hamburg, Osterstraße 58, 20259 Hamburg erhältlich ist. Infos auch unter www.NABU-Hamburg.de.

Bei Rückfragen: Heinz Peper, Tel.: 040 / 69 70 89 14 o. 0162 / 662 65 46



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