Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!
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Mir stinkt’s! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!

NABU startet Kampagne für eine saubere Kreuzschifffahrt ohne Schweröl / „Ozeanriesen von AIDA, TUI und Co. verpesten ungeniert die Luft“

NABU startet Kampagne für eine saubere Kreuzschifffahrt ohne Schweröl / „Ozeanriesen von AIDA, TUI und Co. verpesten ungeniert die Luft“

Eine Pressemitteilung des NABU Hamburg

Berlin/ Hamburg – Pünktlich zum Hamburger Hafengeburtstag hat der NABU Bundesverband seine Kampagne „Mir stinkt’s! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ gestartet. „Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Die 15 größten Seeschiffe der Welt stoßen jährlich mehr schädliche Schwefeloxide auf als alle 760 Millionen Autos weltweit. Und auch keiner der luxuriösen Kreuzfahrtschiffe, die jetzt mit großen Fanfaren in Hamburg einlaufen, würde die Abgasnormen schaffen, die für Autos oder Lastwagen schon lange gelten“, sagte Alexander Porschke, Landesvorsitzender des NABU Hamburg, auf der Pressekonferenz zum Auftakt. „Insbesondere an den Küsten und in den Häfen leiden die Anwohner unter der giftigen Abgaswolke und haben im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll“, betonte Porschke. Denn die meisten Schiffsabgase werden in unmittelbarer Küstennähe und in den Häfen emittiert, in der Nordsee sind es bis zu 90 Prozent innerhalb von 90 Kilometern Entfer nung zur Küste. Porschke forderte den Hamburger Senat auf, sich für eine saubere Schifffahrt einzusetzen: „Hamburg schmückt sich mit dem Titel ‚Europäische Umwelthauptstadt‘, dann muss sie auch ihren Anteil zur Förderung sauberer Seeschifffahrt leisten. Landstromanschlüsse oder ein umweltorientiertes Gebührensystem sind seit langem versprochen aber noch immer nicht realisiert.“

Prof. Dr. James Corbett, einer der renommiertesten Experten für Schiffsabgase, unterstützt die Kampagne des NABU. Per Videobotschaft teilte er die Ergebnisse seiner Studien mit, die zeigen, dass die Schiffsemissionen weltweit jedes Jahr bis zu 60.000 vorzeitige Todesfälle verursachen. „Allein in Europa sterben daran bis zu 24.000 Menschen vorzeitig, die wachsende Zahl der Kreuzfahrtschiffe ist dafür mitverantwortlich, deshalb müssen wir dringend handeln“, so Corbett.

Statt auf vergleichsweise sauberen Schiffsdiesel zu setzen, verfeuern die Kreuzfahrtschiffe auf hoher See nach wie vor ungeniert Rückstandsöl (auch als Schweröl bezeichnet), den dreckigsten aller Kraftstoffe. „Was den Autos an Land längst verboten ist, ist für Schiffe skandalöser Alltag. Die Ozeanriesen sind schwimmende Müllverbrennungsanlagen, nur ohne Abgasreinigung. Hinter der polierten Fassade von AIDA, TUI und Queen Mary II stinkt es gewaltig“, kritisierte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Tatsächlich verweigern die blendend weißen Luxusliner bislang wirksame Maßnahmen zur Reduzierung der gesundheitsschädlichen Rußpartikel- und Schwefelemissionen. „Mit gigantischem Marketingaufwand zeigen sich die Reedereien auf Hochglanzseiten – doch tatsächlich blasen ihre Luxusliner riesige Abgaswolken in die Luft, selbst wenn sie in Hafenstädten mit laufendem Motor vor Anker liegen. Deshalb muss hier zuerst angesetzt werden“, so Oeliger.

„Wir wollen endlich wirksame Maßnahmen sehen, damit die Schiffsabgase so sauber werden, wie es auch zu Recht von Transportmitteln an Land verlangt wird. Die Kreuzfahrtunternehmen müssen deshalb ihren Kurs ändern. Sie sollten dringend auf die Verbrennung des Sondermülls Schweröl verzichten und auf Schiffsdiesel umsteigen“, sagte Leiterin der NABU-Kampagne Lucienne Damm. Das sei ein sofort umsetzbarer Schritt, um die gefährlichen Ruß-, Schwefel-, und Stickoxidemissionen erheblich zu reduzieren. Auch Rußfilter, bei Diesel-Pkw oder Lastwagen seit Jahren Standard, ließen sich auf derartigen Schiffen installieren. Bisher sucht man sie jedoch bei den Luxuslinern vergeblich. „Für kleinere Schiffe und Motoren können die Hersteller diese Technik jetzt schon anbieten, und für die weitere Entwicklung, auch bei großen Schiffen, ist die Kooperation mit den Kreuzfahrtschiffbetreiber notwendig“, erklärte Damm. „Schließlich ist eine intakte Umwelt das Kapital je der Kreuzfahrtreise.“ So fordert der NABU insbesondere die Reedereien der deutschen Marktführer AIDA und TUI auf, endlich mit gutem Beispiel voranzugehen. „Die Luftverpestung der Ozeanriesen muss endlich ein Ende haben“, so der NABU.

Ein Hintergrundpapier zur Umweltbelastung durch Kreuzfahrtschiffe, den Aktionsflyer und die Kampagnenlogos finden Sie zum Download unter www.nabu.de/kreuzfahrtschiffe


Bilquelle: Anne Bermüller / pixelio.de

Herausgeber: NABU Hamburg Osterstraße 58, 20259 Hamburg
Redaktion: NABU Hamburg, Pressestelle, Bernd Quellmalz (verantwortlich)

NABU-Infozentrum,
Osterstraße 58 in Hamburg-Eimsbüttel
(Öffnungszeiten: Mo bis Do 14 bis 17 Uhr),

Tel.: 040 / 69 70 89 – 0 und unter www.NABU-Hamburg.de.



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