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jesango: the new fair

Interview | Bei jesango findest du Mode, Naturkosmetik und Wohnartikel - 100 Prozent fair und nachhaltig. Was es bei jesango noch zu entdecken gibt erzählt Mitgründerin Sophie im Interview.

Interview | Bei jesango findest du Mode, Naturkosmetik und Wohnartikel - 100 Prozent fair und nachhaltig. Was es bei jesango noch zu entdecken gibt erzählt Mitgründerin Sophie im Interview.

Mehr zu den Themen:   nachhaltige mode
19.03.2020 I Ein Interview geführt von Romek Vogel I Bilder: jesango

LIFEVERDE: Hinter jesango steckt ein Team passionierter Fashion Lover mit dem Bedürfnis, die Welt zu verbessern. Wie ist daraus ein Unternehmen entstanden und was macht ihr genau?

SOPHIA: Catja und ich hatten beide das gleiche Problem: Wir wollte nachhaltiger Mode einkaufen, haben aber keinen Onlineshop gefunden, der uns in Bezug auf Style und Convenience ansprach. Nach etwas Recherche haben wir aber festgestellt, dass es ganz viele tolle Fair Fashion Labels gibt, viele davon haben vor allem online aber kaum Sichtbarkeit. So kam die Idee, dass wir für diese Labels eine Plattform schaffen wollen. Jesango ist die erste Shopping Community für Fair Fashion und einen nachhaltigen Lifestyle. Bei uns kann man alle 48 Stunden neue Brands und Produkte entdecken und als Mitglied zum Vorzugspreis shoppen. So wollen wir mehr und mehr Leute für dieses Thema begeistern und Brands eine Bühne geben.


Was bedeutet für jesango fair und nachhaltig produziert?

Wir arbeiten mit ganz vielen verschiedenen Brands zusammen und jedes Labels arbeitet anders. Einige produzieren sehr lokal, teilweise sogar in Deutschland, andere in entfernten Ländern wie Indien oder Nepal, dennoch unter fairen und nachhaltigen Bedingungen. Wir achten auf transparente Lieferketten, natürliche Bio- oder recycelte Materialien und faire Arbeitsbedingungen. Alle Labels, mit denen wir zusammenarbeiten, füllen unseren jesango Fragebogen aus, in dem wir alle wichtigen Punkte der Produktion abfragen. 

jesango eine Spendenaktion in Zusammenarbeit mit MADE IN BANGLADESH e. V. ins Leben gerufen. Was genau hat es damit auf sich und wie kann man bei der Aktion mitmachen?

Für jede Registrierung in unserer Community und für jede Bestellung spenden wir an den Berliner Verein MADE IN BANGLADESH e.V.. Außerdem haben wir ein Loyalty Programm, gesammelte Punkte können entweder als Gutschein eingelöst werden oder der Gutscheinwert gespendet werden. So haben wir gleich drei "Spendenquellen". Der Verein baut in Bangladesh Tiefbrunnen, die Menschen mit sauberen Wasser versorgen, ein rares Gut in diesem Land, das sehr von der Fast Fashion Industrie gebeutelt ist. Unser großes Ziel: Mit unserer Community einen eigenen jesango-Brunnen bauen. Der Verein nimmt natürlich auch direkt Spenden an, ansonsten bei jesango shoppen und gleichzeitig Gutes tun. 

Welche Produkte können bei euch gekauft werden und was macht sie so besonders?

Unser Fokus liegt auf Mode, also Kleidung, Schuhe, Accessoires und Schmuck. Wir haben aber auch Kosmetik, Pflegeprodukte, Interieur und andere nachhaltige Lifestyleprodukte. Das besondere ist, dass alles kuratiert ist, Brands nach strengen Kriterien sorgfältig ausgewählt werden und wir einen hohen Style-Anspruch haben, denn öko muss sexy sein, nur so erreichen wir eine breite Masse.

Welche Produkte kommen derzeit am besten bei den Kund*innen an und woran glaubt ihr, liegt das?

Das ist ganz unterschiedlich und verwundert uns manchmal selber. Wir sind ja erst vor ein paar Monaten gestartet und testen daher viel aus. Besonders gut angekommen sind z.B. vegane Sneaker aus Apfelleder, die fair und nachhaltig in Italien produziert werden. Ein anderer Renner waren plastikfrei verpackte Naturseifen. Und auch Schmuck aus recycelten Materialien und Taschen aus dem veganen Material Pinatex kommen bei uns sehr gut an. Das zeigt uns, dass Kunden*innen besondere Produkte und Brands mit Geschichten dahinter mögen und innovative, neue Materialien. 

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für Sie und Ihr Unternehmen?

Nachhaltigkeit steht bei uns im Mittelpunkt, gemeinsam mit Fairness. Nur auf z.B. recycelte Materialien zu achten, reicht uns nicht, wir wollen sichergehen, dass alle Menschen, die an der Produktion beteiligt waren, fair behandelt und entlohnt wurden. Wir leben Nachhaltigkeit natürlich auch im Arbeitsalltag selber. So haben wir unser Geschäftskonto bei der nachhaltigen GLS Bank und drucken Flyer klimaneutral bei der Umweltdruckerei. Unsere Büro-Einrichtung ist komplett Second Hand und alle Pakete werden komplett plastikfrei und größtenteils in bereits verwendeten Kartons verschickt. 

Was sind Ihre Ziele und Wünsche für das restliche Jahr 2020?

In der aktuellen Situation erstmal die derzeitige Krise überstehen. Wir und viele andere Unternehmen werden auf die Probe gestellt. Wir hoffen, dass wir trotzdem mehr und mehr Menschen für nachhaltig und fair produzierte Mode begeistern können und uns am Markt weiter etablieren können. Es ist schade zu sehen, dass viele Veranstaltungen, wie z.B. die Greenstyle oder der Heldenmarkt in München abgesagt werden mussten. Events, bei denen Besucher*innen live faire Brands treffen können. Ich hoffe, dass wir online Formate starten können, die diese Events vorrübergehend gut ersetzen können. Denn das Thema Nachhaltigkeit muss weiter gelebt und erlebt werden. 
 



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