Im Interview: Florian Hahn (CSU) Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB)
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Im Interview: Florian Hahn (CSU) Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB)

Florian Hahn zur Umstellung von Atomkraft auf erneuerbare Energien und den Auswirkungen am Arbeitsmarkt.

Florian Hahn zur Umstellung von Atomkraft auf erneuerbare Energien und den Auswirkungen am Arbeitsmarkt.

Bild: Florian Hahn_Bundestag

Herr Hahn, Sie sind Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB). Ein Ausschuss in dem Sie tätig sind, ist der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Wie wird sich die sukzessive Umstellung von Atomkraft auf erneuerbare Energien mittel- bis langfristig am Arbeitsmarkt niederschlagen?

Unstrittig ist in diesem Zusammenhang, dass der Bereich erneuerbare Energien ein großes Potential für die deutsche Wirtschaft und damit auch für den Arbeitsmarkt darstellt. Ich denke aber, dass es letztendlich eine Frage der Kosten und damit des Energiepreises sein wird, welche Sparte der Energieproduktion langfristig in Deutschland wettbewerbsfähig bleibt. Außerdem ist für viele Branchen am Industriestandort Deutschland der Energiepreis ein entscheidender Faktor, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies hängt unmittelbar mit Arbeitsplätzen zusammen.

 

Welche Regionen in Deutschland können auch in Zukunft sichere Arbeitsplätze bieten und in welchen Branchen?

Es gibt in Deutschland zahlreiche wirtschaftlich starke Regionen – natürlich auch außerhalb von Bayern. Trotzdem möchte ich meinen Wahlkreis München Land hervorheben. Vertreter verschiedenster Branchen, darunter drei Dax-Unternehmen, sind in dieser Boom-Region ansässig und sichern seit Jahrzehnten solide Arbeitsplätze und den Erhalt technologischen Know-Hows.

Ein besonderes Projekt, das mir in diesem Zusammenhang sehr am Herzen liegt, ist der neu gegründete „Bavarian International Campus Aerospace & Security“ (BICAS) in Ottobrunn/Taufkirchen. Der Campus soll sich in den nächsten Jahren zu einer internationalen Innovationsdrehscheibe für Wissenschaft und Wirtschaft entwickeln. Ziel ist es, Forschern und Unternehmen aus der ganzen Welt die Zusammenarbeit auf dem Hochtechnologiegelände zu ermöglichen. Ich denke, dieses innovative Projekt zeigt ganz gut, wie man sich als Region für die Zukunft rüstet, damit vielversprechende Arbeitsplätze geschaffen werden können.

 

Thema Bildungspolitik, welche Bereiche wurden in den letzten Jahren zu wenig unterstützt und auf welchen Gebieten gibt es Positives zu berichten?

Im Bereich des föderalen Wettbewerbs gibt es bestimmt Nachholbedarf. Die rot-grün-geführten Bundesländer schneiden leider durchweg schlechter ab als die unionsgeführten Länder. Hier sollten wir das bundesweite Abitur an das hohe Niveau der südlichen Ländern weiter angleichen. Generell lässt sich sagen, dass die Bildungspolitik unter der Führung der christlich-liberalen Koalition und Bundesministerin Anette Schavan eine Erfolgsgeschichte ist. Nie zuvor gab eine Bundesregierung total und anteilig mehr Geld für Bildung und Forschung aus. Der Haushalt für Bildung und Forschung wächst 2012 zum siebten Mal in Folge auf ein neues Rekordniveau und hat sich gegenüber 2011 um fast 10 Prozent auf 12,8 Mrd. Euro erhöht. Bis 2013 werden die Haushaltsmittel um 74 Prozent gegenüber 2005 gestiegen sein. Ich halte dies für ein wichtiges Zeichen. Wer nicht in Bildung und Forschung investiert, verschläft die Zukunft.

 

Wie schätzen Sie die Entwicklung des Bachelors ein, war es aus aktueller Sicht eine gute Entscheidung, sich gegen die Fortführung des Diploms und für die Einführung eines allgemeingültiges Hochschulabschlusses zu entscheiden?

Ja, ich denke die Bologna-Reform an den deutschen Hochschulen ist trotz einiger Anpassungsschwierigkeiten zu Beginn ein Erfolg. 85 Prozent des Studienangebots sind bereits auf die Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt. Das belegt der Bologna-Bericht, der im Mai diesen Jahres im Plenum debattiert wurde. Ich halte es nach wie vor für richtig, dass die Studienzeiten verkürzt wurden und mit dem Bachelor ein berufsqualifizierender Abschluss bereits nach sechs Semestern geschaffen wurde. Im internationalen Vergleich waren die deutschen Absolventen schlichtweg zu alt. Dank Bologna können die deutschen Hochschulen auch die steigende Studentenzahl meistern. Der Bericht zeigt außerdem, dass Bachelor-Absolventen selten arbeitslos sind oder unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt werden, wie zu Beginn der Reform befürchtet wurde.



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