EFuels statt Elektromobilität
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E-Fuels statt Elektromobilität

Alle reden vom E-Auto, doch auch E-Fuels sind eine echte Alternative. Das Beste: Niemand muss dafür ein neues Auto kaufen.

Alle reden vom E-Auto, doch auch E-Fuels sind eine echte Alternative. Das Beste: Niemand muss dafür ein neues Auto kaufen.

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12.01.2018 | Ein Beitrag von Bianca Schillinger

Eine Auto-Revolution steht bevor, da sind sich die meisten einig. Nur wie genau sie aussehen soll, das ist die große Frage. Die wohl bekannteste Antwort sind E-Autos, die es ja auch schon längst auf die deutschen Straßen geschafft haben. „E-Fuels“, das klingt zwar ähnlich und erinnert an Elektromobilität, meint aber ein komplett anderes Prinzip. Was es damit genau auf sich hat und ob diese Kraftstoffe wirklich eine Zukunftschance haben, erklären wir euch hier.

Was sind E-Fuels?

E-Fuels sind Kraftstoffe, die aus Strom, Wasser und CO2 hergestellt werden. Mithilfe von Elektrolyse werden aus diesen drei Ausgangs-“Materialien“ flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die funktionieren wie herkömmliches Benzin, Diesel und Co. - ganz ohne den Einsatz von fossilen Brennstoffen.

Kurzer technischer Exkurs: Mithilfe von grünem Strom (Solarenergie oder Windkraft) wird ein sogenannter Elektrolyseur angetrieben. Dieser spaltet dann Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff auf. Nun wird der Wasserstoff mit CO2 verbunden und das Endprodukt ist, je nach genauem Verfahren, synthetisches Benzin, Kerosin, Diesel oder Gas. Wer das Ganze nochmal genauer und mit bewegten Bildern erklärt haben möchte, dem können wir z.B. dieses Video empfehlen.

Gibt es Nachteile?

Leider ja: Die Technologie ist nicht besonders effizient. Der sogenannte „Wirkungsgrad“ beträgt nur 20 bis 30%. Im Vergleich: Bei Elektroautos sind es circa 70%. Das heißt, dass der Stromverbrauch pro gefahrenem E-Fuel-Kilometer drei- bis viermal höher ist als bei einem E-Auto.
Dabei muss man allerdings bedenken: Der Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren beträgt auch nur ungefähr 25%. Und die sorgen dabei noch zusätzlich für eine enorme Umweltbelastung.

Was sind die Vorteile gegenüber Elektromobilität?

E-Fuels sind der Elektromobilität dahingegen überlegen, dass sie funktionieren wie reguläres Benzin oder regulärer Diesel. Sie können genauso an handelsüblichen Tankstellen gelagert und getankt werden - der Verbraucher muss sich also nicht an eine neue Technik gewöhnen. Außerdem funktionieren E-Fuels in allen Verbrennungsmotoren, darum muss sich niemand Gedanken um ein neues Auto machen, wenn er umweltschonend unterwegs sein möchte.

Für wen ist der neue Kraftstoff sinnvoll?

So wie es momentan aussieht werden wohl die wenigsten privaten PKWs mit E-Fuels fahren. Auf den gängigen Kurzstrecken wird sich vermutlich die Elektromobilität durchsetzen, und das nach Expertenschätzungen in gar nicht allzu ferner Zukunft. Die synthetischen Kraftstoffe sind hingegen für ebenjene Bereiche gedacht, in denen man mit Elektromobilität nicht weit kommt – wortwörtlich. Dazu zählen zum Beispiel LKW-Fernverkehr, Schiffsverkehr und Flugzeuge. Um diese enormen Strecken rentabel mit Strom betrieben fahren zu können, bräuchten wir deutlich leistungsstärkere Batterien. Bis diese technisch umgesetzt werden können, kann es noch Jahre und Jahrzehnte dauern. In der Zwischenzeit lohnt es sich also definitiv, auf E-Fuels zu setzen. Diese sind nämlich jetzt schon einsatzbereit – die einzige Hürde sind momentan noch die vergleichsweise hohen Kosten. Durch Zuschüsse und Investitionen könnte dieses Problem aber recht einfach gelöst werden.

E-Fuels oder Elektromobilität?

Wenn die Energiewende Realität werden soll, muss umgedacht werden, besonders im Mobilitäts-Sektor. Dabei wird es nicht die eine richtige Lösung geben, sondern eine Mischung aus vielen Technologien. Zu diesen werden neben der Elektromobilität auf jeden Fall auch die E-Fuels zählen. Damit diese Mix-Lösung schnellstmöglich umgesetzt werden kann, muss die Regierung allerdings erst einmal Einsatz zeigen. Damit E-Fuels nämlich CO2-neutral sind, muss der verwendete Strom das auch sein. Das trifft in Deutschland momentan allerdings nur auf ungefähr 30% des Stroms zu. Der Rest stammt aus Kohle- und Atomkraftwerken.

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