Dinosaurier des Jahres
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Dinosaurier des Jahres

Bayer-Chef Werner Baumann ist „Dinosaurier des Jahres 2016“. Mit dem „Dinosaurier des Jahres“ zeichnet der NABU seit 1993 solche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich sowohl durch negative Einzelleistungen als auch durch die Summe ihres Wirkens in Sachen Umweltschutz als besonders antiquiert erwiesen haben.

Bayer-Chef Werner Baumann ist „Dinosaurier des Jahres 2016“. Mit dem „Dinosaurier des Jahres“ zeichnet der NABU seit 1993 solche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich sowohl durch negative Einzelleistungen als auch durch die Summe ihres Wirkens in Sachen Umweltschutz als besonders antiquiert erwiesen haben.

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Bayer-Chef Werner Baumann ist „Dinosaurier des Jahres 2016“

Hauptgrund ist die von Baumann eingefädelte Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto. Dahinter steckt eine Strategie des „alles aus einer Hand“ mit auf einander abgestimmten Saatgut und Pestiziden. Diese forciert eine Intensiv-Landwirtschaft, die Hauptverursacher des weltweiten Verlustes von Artenvielfalt ist.

28. Dezember 2016 - Deutschlands peinlichster Umweltpreis, der „Dinosaurier des Jahres 2016 geht in diesem Jahr an den Vorstandsvorsitzenden der Bayer AG, Werner Baumann. Die von Bayer-Chef Baumann eingefädelte und 66 Milliarden Dollar teure Rekordübernahme des US-Saatgutriesen Monsanto steht im Gegensatz zu den Forderungen von Umweltschützern und Verbrauchern auf der ganzen Welt, die sich eine umweltverträglichere, gift- und gentechnikfreie Landwirtschaft wünschen. 

„Das Geschäftsmodell Bayer-Monsanto profitiert von einer industriellen Landwirtschaft, die auf anachronistischen Förderstrukturen fußt und durch öffentliche Gelder künstlich aufrecht erhalten wird. Dabei trägt es dazu bei, diese Systeme mit ihren schädlichen Folgen für Mensch und Natur weiter zu manifestieren. Zudem ist davon auszugehen, dass die Abhängigkeit von Bäuerinnen und Bauern weltweit durch die führende Marktmacht von Bayer-Monsanto in den Bereichen Saatgut und Pestiziden weiter zunehmen wird. Die Saatgutvielfalt dürfte dagegen weltweit schrumpfen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Diese Strategie des „alles aus einer Hand“ mit auf einander abgestimmten Saatgut und Pestiziden treibt aber nicht nur die Bäuerinnen und Bauern zunehmend in die Abhängigkeit, sondern forciere eine Intensiv-Landwirtschaft, die als einer der Hauptverursacher des globalen Verlustes von Biodiversität gilt. „Der massive Einsatz von Pestiziden führt weltweit zu einem Rückgang von Insekten, darunter auch nützliche Bestäuber wie Wildbienen oder Schmetterlinge, entzieht Vögeln der Agrarlandschaft die Lebensgrundlage und vergiftet aquatisch gebundene Lebewesen“, so Tschimpke. Damit würden mit der Fusion auch die von den Vereinten Nationen beschlossenen Nachhaltigkeitsziele torpediert, die einen Bezug zur Biodiversität aufweisen.

Bayer-Monsanto beherrschen gemeinsam zu einem Viertel den weltweiten Markt für Pestizide. Der gemeinsame Saatgut-Anteil am Weltmarkt von Bayer-Monsanto liegt bei fast 30 Prozent. Am Beispiel des Sojaanbaus in den USA wäre diese Entwicklung besonders drastisch ablesbar: hier besäße Bayer nach dem Zukauf von Monsanto nahezu 100 Prozent des angebauten gentechnisch veränderten Saatguts, für Mais läge die Marktmacht bei etwa 75 Prozent.

Die Gefahr dieses Monopols besteht aus NABU-Sicht auch darin, dass Bayer und der Monsanto-Konzern, der im Bereich „Digital Farming“ führend ist, in Zukunft über enorme Datenmengen zur Beschaffenheit von Böden, Düngemengen, Saatgutmischungen und Pestiziden verfügen könnten und damit einen massiven Einfluss auf die landwirtschaftliche Produktion von Europa über Afrika bis Südamerika hätte. Ungeklärt ist auch, was mit den erheblichen Datenmengen passiert, die Bayer-Monsanto in ihren Programmen sammeln.

Der NABU setzt nun alle Hoffnungen auf die zuständigen Kartellbehörden, die die Übernahme noch ausbremsen könnten. „Wir appellieren an EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, die Übernahme genau zu prüfen und im Sinne der biologischen Vielfalt, der Bäuerinnen und Bauern sowie der Verbraucherinnen und Verbrauchern in Europa die Fusion zu verhindern“, so Tschimpke.

Liste sämtlicher Dino-Preisträger

  • 2016: Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG
  • 2015: Philipp zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW)
  • 2014: Gernot Kalkoffen, Europachef von ExxonMobil
  • 2013: Wolfgang Burgard, Bund Getränkeverpackungen der Zukunft (BGVZ)
  • 2012: Ilse Aigner (CSU), Bundeslandwirtschaftsministerin
  • 2011: Michael Thamm, Präsident AIDA Cruises, und Richard J. Vogel, Vorsitzender TUI Cruises
  • 2010: Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender von RWE
  • 2009: Hans-Werner Sinn, Ökonom und Präsident des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung
  • 2008: Michael Glos (CSU), Bundeswirtschaftsminister
  • 2007: Joachim Hunold, Vorstandschef von Air Berlin
  • 2006: Harry Roels, Vorstandsvorsitzender der RWE AG
  • 2005: Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK)
  • 2003 und 2004: Keine Dino-Verleihung
  • 2002: Gerhard Goll, Vorstandsvorsitzender der Energie Baden-Württemberg (EnBW)
  • 2001: Gerhard Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV)
  • 2000: Lee R. Raymond, Präsident des Ölkonzerns Exxon
  • 1999: Erwin Teufel (CDU), Ministerpräsident von Baden-Württemberg
  • 1998: Otto Majewski, Vorsitzender der Bayernwerk AG
  • 1997: Theo Waigel (CSU), Bundesfinanzminister
  • 1996: Günter Rexrodt (FDP), Bundeswirtschaftsminister
  • 1995: Hans-Olaf Henkel, BDI-Präsident
  • 1994: Conrad-Michael Lehment (FDP), Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern
  • 1993: Reinhold Kopp (SPD), Wirtschaftsminister des Saarlandes


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