Das Plusenergiehaus Berlin ein recycelbares Powerhaus!
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Das Plusenergiehaus Berlin – ein recycelbares Powerhaus!

Aufbauen, wohnen, recyceln – und dabei noch emissionsfrei! Das ist der neue Trend des Häuserbaus.

 

Aufbauen, wohnen, recyceln – und dabei noch emissionsfrei! Das ist der neue Trend des Häuserbaus.

 

23.08.18 - Ein Beitrag von Larissa Littek, Fotos © Sto AG

2012 entstand in Berlin ein kleines Kraftwerk zum Wohnen und Wohlfühlen. Das Plusenergiehaus befindet sich in der Nähe vom Berliner Zoo und direkt gegenüber der Universität der Künste Berlin. Es ist ein Projekt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und wurde innerhalb eines Jahres hinsichtlich der Initiative „Zukunft Bau“ errichtet. Testen durfte das 135 Quadratmeter große Haus eine vierköpfige Familie, Vater Jörg Welke, seine Frau Simone Wichers und die zwei Kinder Freyja und Lenz.
Allein der Name verrät, dass das Haus kein normales Haus ist. Entworfen hat das Effizienzhaus Plus Werner Sobek in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart.  Ziel war ein Haus, dass mehr Energie erzeugt als es selber verbraucht. Die gewonnene Energie des Minikraftwerks „Plusenergie“ kann dann in das allgemeine Stromnetz eingespeist oder die für Betreibung eines Elektroautos genutzt werden. Auch Familie Welke hat in ihrer Zeit im Plusenergiehaus ein Elektroauto gefahren und war begeistert von der effizienten Energienutzung.
 

Das Elektroauto wird über ein Induktionsfeld vor der Straßenfassade betankt.
Foto: Ulrich Schwarz, Berlin, / Sto AG

Wie funktioniert das Energiebündel?

Erzeugt wird die Energie durch Photovoltaikanlagen auf dem Dach und an der Südwestfassade. Durch die dreifach verglaste Vorder- und Rückseite des Hauses, ist das Haus lichtdurchflutet und es wird nicht unnötig Energie wegen zu wenig Sonnenlicht verbraucht. Die Sonnenenergie wird in Strom umgewandelt und betreibt so die Haushaltsgeräte und Beleuchtung der Familie. Durch eine Wärmepumpe werden Räume und Wasser erhitzt. Eine effiziente Isolierung optimiert den geringen Wärmeverlust des Hauses. Interessant ist zudem, dass das wie eine Art Lego Haus funktioniert. Man kann es einfach auseinandernehmen und an einer anderen Stelle wiederaufbauen. Hat man gar keine Lust mehr aus das Haus lässt es sich nach seiner Nutzung vollständig recyceln.


 
Gebäudeautomationssystem bereitet alle gemessenen Daten zentral auf und stellt sie für ein offen programmierbares System zur Verfügung. Foto: Ulrich Schwarz, Berlin, / Sto AG

Der Altbau als Plusenergiehaus

Auch ältere Häuser können zum Plusenergiehaus werden. Wärmedämmung eine Dreifachverglasung wie schon beim Prototypen in Berlin hilft dabei das Haus vor unnötigem Wärmeverlust zu beschützten. Gleichzeitig sorgen große Fenster für mehr Wärme durch Sonnenlicht. Prof. Tichelmann von der TU Darmstadt erklärt, dass sich durch den Einsatz einer Wärmepumpe in Verbindung mit einer Photovoltaikanlange die besten Ergebnisse erzielen lassen. Diese Kombination sorge dafür, dass sich das Haus selbst mit Energie versorgt und sich die Investition innerhalb von rund 10 Jahren amortisiert habe. Die übrige Energie kann wie zuvor bereits am Beispiel Berlin erläutert in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden oder für das eigene Elektroauto genutzt werden.  Natürlich hängt dieser Wert immer auch von dem Verhalten der Bewohner ab. Achten diese nicht auf ihren Stromverbrauch, kann kein Plusenergiestandard erreicht werden.

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