Weihnachten vegan gestalten Tipps von Peta
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Weihnachten vegan gestalten - Tipps von Peta

INTERVIEW | Wie gestaltet man Weihnachten vegan und schützt die Tiere? Lisa Kunz und Jana Hoge von der Tierrechtsorganisation PETA geben Tipps für friedliche Weihnachten.

INTERVIEW | Wie gestaltet man Weihnachten vegan und schützt die Tiere? Lisa Kunz und Jana Hoge von der Tierrechtsorganisation PETA geben Tipps für friedliche Weihnachten.

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15.12.2017

LifeVERDE: Frau Kainz, bald ist wieder Weihnachten. Für Tiere leider nicht die friedlichste Zeit. Wie viele Tiere müssen jedes Jahr in Deutschland als Weihnachtsbraten ihr Leben lassen und unter welchen Bedingungen findet in Deutschland der Tötungsprozess in der Regel statt?

Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA: Insgesamt werden jedes Jahr alleine in Deutschen Schlachthöfen mehr als 750 Millionen Tiere getötet. Darunter fast 60 Millionen Schweine, die unter anderem am Heiligabend als Würstchen mit Kartoffelsalat gegessen werden oder die traditionelle Weihnachtsgans, für die im Jahr knapp 600.000 Gänse ihr entbehrungsreiches Leben in den Schlachthäusern lassen müssen. Der Tod im Schlachthaus kann niemals artgerecht oder human sein. Denn die Betäubung ist immer mit Schmerzen und Leiden verbunden. Eine Betäubung mit Gas beispielsweise reizt die Schleimhäute der Tiere, die unter Schmerzen versuchen, dem Gas zu entfliehen - sie denken, dass sie ersticken. Viele der Tiere sind zudem nicht ausreichend betäubt, wenn ihnen die Kehle durchtrennt wird und erleben so den tödlichen Entblutungsstich teilweise bei vollem Bewusstsein.

Wie steht PETA zum Weihnachtsfest? Haben Sie Alternativvorschläge zur Weihnachtsgans?

Ob und wie man Weihnachten feiert ist jedem selbst überlassen. Jedoch ist Weihnachten das Fest der Liebe. Und das sollte sich auch auf dem Teller widerspiegeln. Es gibt zahlreiche Alternativen zur Weihnachtsgans, die nicht mit dem entbehrungsreichen Leben sowie dem grausamen Tod der Tiere in Verbindung stehen. Beispielsweise ein herzafter Nussbraten oder leckere vegane Würstchen. Auf Peta.de finden sie zahlreiche Rezepte, die das Weihnachtsfest auch zum Fest der Liebe für die Tiere macht.

© PETA
 

Wie viel Prozent der Deutschen machen sich ernsthaft Gedanken über Tierschutz im Rahmen des Weihnachtsfestes?

Die Zahl an vegetarisch und vegan lebenden Menschen steigt jedes Jahr an. Und gerade in der besinnlichen Weihnachtszeit wächst der Wunsch nach tierleidfreiem Essen. Hilfe geben wir mit unserem kostenlosen und unverbindlichen Veganstart-Programm. Hier bekommt man 30 Tage lang Mails mit Tipps und Trick rund um ein tierfreundliches Leben.

Wie gut oder schlecht wird der Konsument zu Weihnachten über Tierschutz aufgeklärt und wie steht es um die Tierethik der Deutschen?

Die allermeisten Menschen sprechen sich gegen Tierquälerei aus. Doch nicht selten endet dieses Mitgefühl an der Ladentheke. Das liegt unter anderem an den verbrauchertäuschenden Werbeslogans, die Fleisch, Milch oder Eier von glücklichen Tieren versprechen. Fakt ist jedoch, dass die Tiere unter der Qualzucht auf immer mehr Fleisch, Milch oder Eier Tag für Tag leiden und dass selbst die Biohaltung es kaum zulässt, dass die Tiere ihr arttypisches Verhalten ausleben können. Der Tod eines Lebewesens, das leben will, im Schlachthaus, ist nie ethisch vertretbar – insbesondere nicht zur Weihnachtszeit.

© PETA
 

Frau Hoger, werden zu Weihnachten immer noch viele Tiere verschenkt und wenn ja, resultieren hieraus Probleme wie zum Beispiel das Aussetzen von Hunden oder Katzen?

Jana Hoger, Fachreferentin für den Bereich Tierische Mitbewohner bei PETA: Leider wollen viele Eltern ihren Kindern an Weihnachten ein „ganz besonderes Geschenk“ machen. Aus diesem Grund landen jedes Jahr unzählige Tiere unter dem Weihnachtsbaum. Häufig werden die Tiere kurzerhand im Zoohandel, beim Züchter oder im Internet gekauft. Sie sind häufig krank oder werden viel zu früh von ihrer Mutter getrennt. Selten wird zudem berücksichtigt, welch große Verantwortung hinter einer Aufnahme eines tierischen Mitbewohners steckt. Die Aufnahme eines neuen Familienmitglieds sollte über Wochen mit allen Beteiligten gut geplant und reiflich überlegt werden.

© PETA
 

Probleme zeigen sich häufig nach der ersten Euphorie über den neuen Mitbewohner. Wenn dieser ungewolltes Verhalten zeigt, jault, oder nicht stubenrein ist, sind viele Tierhalter schnell überfordert. Die Folgen sind immens. Viele Tiere landen in Tierheimen (jährlich 300.000 Tiere) oder werden kurzerhand auf der Straße entsorgt. Tierheime geben in den Wochen vor Weihnachten in der Regel keine Tiere ab, um zu vermeiden, dass Tiere verschenkt werden. Tipps, an welche Punkte vor der Adoption zu denken sind, gibt es hier.

Stimmen Sie uns doch bitte zum Abschluss etwas fröhlich: Welche positiven Entwicklungen im Tierschutz sind in den letzten Jahren zu verzeichnen?

Wir erleben vor allem eine gesteigerte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für das Thema Tierschutz. Das führte dazu, dass vegane Produkte und Restaurants auf dem Vormarsch sind, Zoos über Besucherschwund klagen, Zirkusse auf tierfreie Shows umstellen, die letzten Pelzfarmen in Deutschland schließen und Ponykarussells auf Jahrmärkten immer seltener werden. Gleichwohl sind uns unsere meisten europäischen Nachbarn bei gesetzlichen Regelungen weit voraus, weil die CDU/CSU im Bundestag seit Jahren jegliche gesetzlichen Verbesserungen für den Tierschutz blockiert.

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