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Von Ashtanga bis Vinyasa - Finde heraus welcher Yoga-Stil zu dir passt

Yoga ist nicht gleich Yoga. Es gibt verschiedene Stile, die Technik zu praktizieren. Hier findest du heraus, welche Art von Yoga am besten zu dir passt.

Welcher Yoga-Stil passt zu dir?
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Yoga ist nicht gleich Yoga. Es gibt verschiedene Stile, die Technik zu praktizieren. Hier findest du heraus, welche Art von Yoga am besten zu dir passt.

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11.03.2020 I Ein Beitrag von Dorothea Meyer I Symbolbild: Unsplash

Kurzer Check-Up: Was ist Yoga?

Yoga ist eine seit über 2000 Jahre alte Technik, die ihren Ursprung in Indien gefunden hat, um in Balance mit sich selbst, seinem Körper und dem Geist zu leben. Deshalb ist es beim Praktizieren von Yoga nicht nur Ziel, den Körper zu stärken und zu formen, sondern gleichermaßen auch den Geist zu trainieren und mit dem Körper in Einklang zu bringen.

Wenn du regelmäßig Yoga machst, stärkt das deine Koordinationsfähigkeit, Flexibilität, Kraft und Ausdauer, bringt deinen Stoffwechsel in Schwung und kann sogar Krankheiten vorbeugen. Unser heutiger Lebensstil führt oftmals zu Rückenproblemen, Verspannungen, Verdauungs- und Schlafstörungen. Da Yoga direkt auf das Nervensystem, den Stoffwechsel als auch die Muskulatur und die Gelenke wirkt, beeinflusst die Praxis auch den Geist von heute und hilft den hektischen und überlasteten Lifestyle des 21. Jahrhunderts einzudämmen.

Durch eine kontrollierte Atmung gepaart mit verschiedenen Yoga-Übungen, den sogenannten Asanas, kannst du wieder Kontakt zu dir selbst und der Umwelt herstellen. Bevor Yoga regelmäßig praktiziert wird, sollte wohl überlegt sein, welcher Stil der richtige ist. Wichtig ist hier zu wissen, dass die bestehenden Stile ständig weiterentwickelt und abgewandelt werden. Wir stellen dir die bekanntesten Arten kurz vor:

Ashtanga fordert Kraft und Disziplin

Ashtanga-Yoga steht für Kraft, Disziplin, Zielstrebigkeit und Ausdauer. Eine Einheit bzw. Serie besteht aus einem dynamischen Ablauf festgelegter kraftvoller Asanas, die ein hohes Maß an Flexibilität fordern. Diese Asanas werden lediglich für fünf Atemzüge gehalten und in fließenden Bewegungen und Übergängen nacheinander durchlaufen. Der Schwierigkeitsgrad richtet sich dabei nach der Serie von denen es insgesamt sechs gibt. Unterrichtet wird zuerst die erste Serie „Yoga Chikitska“, die aus dem Sanskrit übersetzt so viel bedeutet wie „Krankheitsbehandlung“.

Ashtanga-Anfänger praktizieren zunächst nur einen Teil der Yoga Chikitska bis sie genügend Kraft, Ausdauer und Flexibilität aufgebaut haben, um den kompletten Ablauf vollziehen zu können und sich weiter zu steigern. Ashtanga kann auf unterschiedliche Weise unterrichtet werden. Beim Mysore-Unterricht folgt jeder Schüler seinem eigenen Rhythmus als auch körperlichen Gegebenheiten und wird vom Lehrer individuell gefördert bzw. korrigiert. Die Schüler können im Rahmen einer meist zweistündig stattfindenden Unterrichtszeit frei wählen, wann sie mit ihrer Praxis beginnen und enden. Es gibt aber auch geführte Ashtanga-Einheiten, die sich LED Class nennen und die Abfolge gemeinsam als Klasse geübt wird.  

Aus dem Ashtanga-Yoga haben sich heute zahlreiche Abwandlungen wie zum Beispiel Power-Yoga entwickelt. Hier spielen zwar auch dynamisch fließende Asanafolgen die Hauptrolle, die aber nicht starr festgelegt, sondern nach den Fähigkeiten und Wünschen des Yogis ausgerichtet werden.

Die Klassiker des Westens: Hatha und Vinyasa  

Hatha- und Vinyasa-Yoga sind beides Stile, die besonders häufig in den Yoga-Schulen der westlichen Welt angeboten und praktiziert werden. Hatha-Yoga diente zuerst nur der Unterstützung geistiger Yoga-Techniken. Aufgrund der wachsenden Beliebtheit des Stils, ist Hatha eine Yoga-Form für sich geworden. Auch hier ist, wie beim Ashtanga eine gewisse Anstrengung bei den Übungen vorgesehen, die sich aus Körper, Atem und Meditation zusammensetzen, um Flexibilität als auch Geduld zu fördern.

Aus dem Hatha-Stil hat sich das sogenannte Vinyasa-Yoga entwickelt. Dieser Stil wird als Bewegungsmeditation verstanden, bei dem der Wechsel von einem Asana zum nächsten möglichst fließend ausgeführt werden soll. Die jeweilige Position wird dabei nur kurz gehalten, wobei sich zeitlich an einer bestimmten Anzahl von Atemzügen orientiert wird. Der Unterschied zum Hatha ist, dass die Abfolge etwas schneller ausgeführt wird und nach Atem- und Bewegungseinheiten getaktet ist. Aus diesem Grund kommt dieser Stil dem Ashtanga-Yoga (auch Ashtanga-Vinyasa-Yoga genannt) ziemlich nah.

Ganz entspannt mit Yin und Yoga-Nidra

Du bist gestresst vom Alltag und ruhelos? Dann sind statt Asthanga, Hatha und Vinyasa eher Yin- und Nidra-Yoga geeignete Stile für dich. Der Name Yin steht für Weiblichkeit und Ruhe. Hier werden die meisten Asanas im Liegen oder Sitzen praktiziert. Die Einheit soll dabei helfen, sich zu entspannen und fördert dabei gleichermaßen das Bewusstsein gegenüber dem eigenen Körper. Auch hier ist Geduld und Fokus gefragt, denn die einzelnen Stellungen werden mehrere Minuten lang gehalten und dehnen die tiefe innere Muskulatur des Körpers und das Faszien-Gewebe. Das ist am Anfang ungewohnt für den Körper und fordert regelmäßige Praxis.

Noch ein Ticken entspannter geht es beim Yoga-Nidra zu. Hier gibt es nur eine einzige Übung: Nyasa. So sollen bestimmte Areal des Körpers intensiv auf meditative Weise gespürt werden, um in dem Zustand bewusster Wahrnehmung völlig erblühen zu können. Bei diesem Stil kann eine Art Tiefenentspannung erreicht werden. Aber Vorsicht, viele Yogis neigen dazu, beim Ausführen von Nyasa tatsächlich einzuschlafen.

Sich selbst reinigen mit Kundalini

Beim Kundalini-Yoga liegt der Fokus auf der Arbeit mit den Chakren. Bei einem Chakra handelt es sich um ein Energiezentrum, das in verschiedenen Bereichen des Körpers sitzen kann. Meist wird dabei auf unsere 7 Haupt Chakren eingegangen, die sich von der Kopfkrone bis zum Becken entlang der Wirbelsäule befinden: Spiritualität, Bewusstsein, Kommunikation, Liebe & Heilung, Weisheit & Macht, Sexualität & Kreativität sowie Urvertrauen. Beim Kundalini sollen eben diese Chakren gereinigt und geöffnet werden, um so die Lebensenergie des Körpers zu erhöhen. Das Ziel ist es hier, die eigene Lebensenergie in allen Chakren frei fließen zu lassen, um den Alltag mit Gelassenheit und Flexibilität zu meistern.

Deshalb liegt bei diesem Stil besonders der Becken- und Rückenbereich im Fokus der Praxis. Auch hier werden die Asanas lange gehalten und hauptsächlich sitzend ausgeführt, während eine bestimmte Atemtechnik praktiziert und Mantras (heilige Verse, Worte oder Phrasen) stumm oder wiederholt werden.

It’s gettin hot in here

Beim Bikram-Yoga geht es heiß her. Hier wird eine festgelegt Übungsserie in einem 40 Grad heißen Raum durchgeführt, die aus insgesamt 26 Hatha-Übungen besteht. Ziel von Bikram ist es Muskeln, Sehnen und Bänder intensiv zu dehnen und geschmeidiger zu machen. Dadurch können Verspannungen gelöst, die Flexibilität erhöht und die Entgiftung des Körpers unterstützt werden. Hier steht definitiv die körperliche Kraft und Ausdauer im Fokus und weniger die Spiritualität.

In den heutigen Yoga-Studios wird Bikram fast ausschließlich unter dem Namen Hot-Yoga geführt. Dafür sind mitunter die jahrelangen Vorwürfe gegenüber Bikram Choudhury, dem Erfinder des Bikram-Yoga, und letztendlich seine Verurteilung verantwortlich.

Unser Fazit: viele Yoga-Stile und ein Ziel

Es gibt noch viele weitere Yoga-Stile neben den oben genannten Varianten. Zu den ältesten zählen neben Kundalini auch Raja-, Jnana-, Karma- und Bhakti-Yoga. Heute haben sich aus diesen traditionellen Arten neue Wege, Yoga zu praktizieren, ergeben. Aber auch wenn der Yoga-Dschungel und seine Arten endlos zu sein scheinen, haben sie doch eins gemeinsam: Körper und Geist in Einklang zu bringen, um dem Trubel und der Hektik im Alltag gewachsen zu sein.

Wichtig ist, den Grundgedanken von Yoga zu verstehen. Nämlich, dass Yoga nicht auf der Matte beginnt und nach dem Ausführen der Asanas wieder endet, sondern auch im Alltag integriert werden sollte, indem jede Aufgabe und Tat achtsam wahrgenommen und ausgeführt wird. Dabei spielt jeder Lebensbereich wie Essen, Schlafen, oder das soziale Umfeld eine Rolle. 

Yoga ist der ideale Weg, nicht nur deinen Körper zu trainieren, sondern auch deinen Geist. So kannst du mit regelmäßiger Praxis wieder Stück für Stück eine Verbundenheit zu dir selbst, der Umwelt und der Natur aufbauen. Einen geeigneten Yoga-Stil zum Erreichen dieses Ziels gibt es für jeden von uns, auch für dich. Probier es aus und gib Yoga eine Chance, wenn du nicht schon längst ein begeisterter Yogi bist.

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