Nachhaltigkeitssiegel bei REWE
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Nachhaltigkeitssiegel bei REWE

INTERVIEW | Das PRO PLANET-Label beispielsweise kennzeichnet Eigenmarken-Produkte der REWE Group, die Umwelt und Gesellschaft während der Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung weniger belasten. Jedes Produkt trägt dafür eine eigene Kennziffer. "Wenn der Verbraucher diese Kennziffer auf der Homepage eingibt, gelangt er direkt zu den Hintergrundinformationen des jeweiligen Produktes."

INTERVIEW | Das PRO PLANET-Label beispielsweise kennzeichnet Eigenmarken-Produkte der REWE Group, die Umwelt und Gesellschaft während der Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung weniger belasten. Jedes Produkt trägt dafür eine eigene Kennziffer. "Wenn der Verbraucher diese Kennziffer auf der Homepage eingibt, gelangt er direkt zu den Hintergrundinformationen des jeweiligen Produktes."

07.06.2017 - das Interview führte Gessica Mirra

LifeVERDE: Auf einer Skala von 1-10: Wie nachhaltig ist die REWE Group und wieso?

Dies zu ermessen, überlassen wir gerne anderen: Seit 2010 hat die REWE Group für das breite Nachhaltigkeitsengagement viele Auszeichnungen von namhaften Institutionen erhalten, wie etwa von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V., Bundesregierung/ Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bundesverband Die Verbraucher Initiative e.V., Fairtrade, NABU und WWF.

Mittlerweile haben sich Verbraucher in einem Dschungel an Siegeln zurecht zu finden. Wie löst REWE das Problem und wie versucht REWE hier Orientierung für die Konsumenten zu schaffen?

Wir haben mündige und aufgeklärte Verbraucher. Gerade die Digitalisierung ermöglicht, sich nahezu immer und überall über Hintergründe zu informieren. Siegel und Label geben Orientierung und haben immer spezifische Anliegen und Kriterien an die Produkte. REWE kennzeichnet Eigenmarken mit etablierten Siegeln und Labeln, um so den Kunden Auskunft über bestimmte Qualitäts- und Produktionsbedingungen zu geben.

Sie haben viele Produkte im Sortiment, die mit dem PRO PLANET-Label gekennzeichnet sind. Was wird damit ausgezeichnet?

Das im April 2010 eingeführte PRO PLANET-Label hat zum Ziel, konventionell erzeugte Produkte aus dem sogenannten Massenmarkt schrittweise in sozialer und ökologischer Hinsicht zu verbessern. Es kennzeichnet Eigenmarken-Produkte der REWE Group, die Umwelt und Gesellschaft während der Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung weniger belasten. Um einen glaubwürdigen und transparenten Prozess zu etablieren, hat die REWE Group bei der Entwicklung von PRO PLANET verschiedene Stakeholder eingebunden. In der Umsetzung von PRO PLANET-Projekten arbeitet die REWE Group mit externen Produkt- bzw. Rohstoffexperten, den sogenannten Projektpartnern, zusammen. Der komplette Prozess wird durch einen unabhängigen Expertenbeirat begleitet. Der Beirat besteht aus fünf ständigen Mitgliedern, deren Fachkompetenz die für PRO PLANET relevanten Felder abdeckt. Den Vorsitz hat Bernward Geier übernommen. Der in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik engagierte Journalist und Berater ist langjähriger Experte im Bereich Nachhaltigkeit. Barbara Studeny, GLOBAL 2000, und Florian Schöne, Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU), vertreten den Bereich Ökologie. Die Belange der Verbraucher werden durch Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. repräsentiert. Für das Feld Soziales konnte Friedel Hütz-Adams vom SÜDWIND-Institut als Beiratsmitglied gewonnen werden. Der Beirat unterstützt die REWE Group in allen Prozessschritten als fachlicher und technischer Berater. Außerdem wird er in Kommunikationsfragen hinzugezogen.

Mit PRO PLANET bietet die REWE Group also eine verlässliche Orientierungshilfe für Verbraucher, die mit ihrem Einkauf auch etwas für die Umwelt und/oder die Sozialverträglichkeit von Produkten tun wollen.
Aktuell sind folgende Warengruppen mit dem PRO PLANET-Label gekennzeichnet: Obst und Gemüse (Ananas, Äpfel und Birnen, Bananen, Eisbergsalat, Möhren, Paprika, Tomaten, Weintrauben), Brot und Backwaren (Brot, Frischeiwaffeln), Brotaufstrich, Backartikel, Eier, Fisch (Alaska Seelachs, Aquakulturlachs, Hering, Thunfisch, Wildlachs), Frischpasta, Hähnchen, Instantkakao, Kaffee, Kekse, Margarine und Speisefette, Molkereiprodukte (Joghurt, Milch, Sahne, Schmand), Pute, Röstzwiebeln, Schokolade, Blumen, Farben, Laminat, Leimholz, Papier (Recycling, FSC), Textilien (GOTS), torffreie Erde, Weihnachtssterne.

Ein Produkt erhält das PRO PLANET-Label, nachdem es einen fünfstufigen standardisierten Prozess erfolgreich durchlaufen hat. Dieser wurde von der REWE Group gemeinsam mit Experten des Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), der Innovationsberatungsagentur triple innova und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie entwickelt. Das CSCP ist eine Ideenschmiede, die vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gegründet wurde, um im Bereich „nachhaltiger Konsum und Produktion“ zu forschen und zu beraten. Über die Vergabe des PRO PLANET-Labels wird innerhalb der REWE Group entschieden. Es dürfen nur Produkte gelabelt werden, die zuvor vom Beirat freigegeben wurden.
Derzeit tragen über 700 Produkte das PRO PLANET-Label. Vorschläge für Produkte, die für die Auszeichnung mit dem Label in Frage kommen, werden von REWE Group-Mitarbeitern, Mitgliedern des PRO PLANET-Beirats, sowie von externen Stakeholdern eingebracht. Ein Mitarbeiter der REWE Group, in der Regel aus dem Bereich "Qualitätsmanagement", ist als Projektmoderator für die Umsetzung eines PRO PLANET-Projekts verantwortlich.
Auf der Homepage kann sich der Verbraucher ausführlich über das PRO PLANET-Label informieren. Jedes Produkt trägt eine eigene Kennziffer. Wenn der Verbraucher diese Kennziffer auf der Homepage eingibt, gelangt er direkt zu den Hintergrundinformationen des jeweiligen Produktes.

Wobei handelt es sich bei dem MSC-Siegel?

Das Siegel des unabhängigen und gemeinnützigen Marine Steward Council (MSC) ist das bekannteste Label für Fisch und Meeresfrüchte aus umweltbewusstem und nachhaltigem Wildfang.
Fischereien, die mit diesem Siegel ausgezeichnet sind, sorgen dafür, dass ausreichend Fisch für die Zukunft vorhanden ist, dass marine Lebensräume intakt bleiben und gefährdete Arten geschützt werden.

REWE verkauft seit geraumer Zeit keine Plastiktüten mehr. Damit motivieren Sie die Kunden, Tüten und Taschen häufiger zu verwenden. Wie wird das von den Verbrauchern aufgenommen? Wird dieses Umweltengagement gesehen und wird es wertgeschätzt?

Die Auslistung der Plastiktragetaschen und die damit verbundene Kundenkommunikation hat zum Ziel, dass Kunden Tragebehältnisse welcher Art auch immer zum Einkaufen mitbringen. Die klare Botschaft ist: Umweltfreundlich handelt, wer Taschen und Tüten maximal häufig wiederverwendet.
Unser Wunsch ist Realität geworden: Es ist mittlerweile bei unseren Kunden vollkommen üblich und „gelernt“, dass sie zum Einkaufen in unseren REWE-Märkten gleich ihre Tragebehältnisse mitbringen. Wer z.B. aufgrund eines Spontaneinkaufs mal gerade keine Tüte dabei hat und dennoch eine braucht, kann auf eine Auswahl an verschiedenen, alternativen Tragebehältnissen zurückgreifen: Baumwollbeutel, Jutetasche, Nylontasche, Papiertüte, Einkaufskarton, Einkaufsklappkiste, Permanenttragetasche aus recycelten PET-Flaschen.

Auch werden Kassenbons in vielen Filialen nicht mehr automatisch für jeden Kunden – sondern nur auf Wunsch – gedruckt. Liegen Ihnen Zahlen vor, wie sich die Umweltmaßnahme ausdrückt?

REWE arbeitet im Sinne der Nachhaltigkeit kontinuierlich daran, auch die Bezahlvorgänge immer umweltfreundlicher und ressourcenschonender zu gestalten. Daher gehört schon seit geraumer Zeit zur Schulung unserer Kassenkräfte, die Kunden beim Bezahlvorgang danach zu fragen, ob sie einen Kassenbon haben möchten, oder nicht. Denn mittlerweile wünscht die Mehrheit der Kunden keinen Bon mehr. Auch pflegen wir in unseren REWE-Märkten eine Kulanzregelung, die es Kunden ermöglicht, auch ohne Bon Lebensmittel zurückzugeben. Dennoch bleibt der Verzicht auf den Kassenbon ein Balanceakt, weil nicht der Anschein geweckt werden darf, der Kunde werde unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit in seinen Rechten beschnitten.
Aussagen dazu, wie viel Bon-Papier so eingespart werden kann, ist uns aufgrund der genossenschaftlich dezentralen Struktur von REWE leider nicht möglich. Das Einsparvolumen wird jedoch nicht unerheblich sein, da pro Woche 27 Millionen Kunden in unseren bundesweit 3.500 REWE-Märkten einkaufen gehen.

Welche weiteren Projekte und Maßnahmen stehen für die Zukunft zum Thema Nachhaltigkeit bei der REWE Group an?

REWE hat bereits bei der Bekanntgabe des Verzichts auf den Verkauf der Plastiktüten gegenüber der Bundesumweltministerin und den Medien versichert, dass die Abschaffung der Plastiktüte nur ein erster Schritt zur Reduzierung von Plastikmüll sein kann. Daher arbeiten wir an weiteren Initiativen zur Plastikvermeidung in unseren Sortimenten – auch im Obst- und Gemüsebereich. Zukunftsaufgabe ist es, unter Einbezug der Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette Prozesse, Verfahren und Verpackungsmaterialien zu entwickeln, die Ressourcen schonen und die gleichermaßen die modernen Anforderungen erfüllen sowie die vielfältigen Kundenbedürfnisse befriedigen.
Denn auch wir sind der Meinung, dass Verpackungen auf das Maß reduziert werden müssen, wie es nötig und praktikabel ist, sowie ebenso Abfälle größtmöglich dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden müssen. Weshalb wir dort, wo unsere Prüfung ergeben wird, dass die Plastikverpackung keinen wesentlichen Beitrag zur Qualitätserhaltung beiträgt und von unseren Kunden in breitem Maße als entbehrlich empfunden und akzeptiert werden, auch auf diese verzichten, sofern diese Entscheidung in unserer Hand ist.
Zukunftsprojekte zur Reduzierung von Plastikmüll im Markt finden in folgenden Bereichen statt:

  • Obst- und Gemüse-Verpackungen
  • Frische- und Convenience-Verpackungen
  • Verpackungen bei Selbstbedienungsware
  • Test von Alternativen für den Knotenbeutel in Obst- und Gemüseabteilungen
  • Bedientheken
  • Transport- und Umverpackungen

Mehr zum Thema: Bio-Siegel-Wirrwarr in Supermärkten und Discountern



Kommentare
Kommentare
Thomas Berendes
12.06.2017
Metro scheint sich wenig Gedanken zum Thema Verpackungen zu machen, obwohl Deutschland bei der Verpackungsmüllmenge mit zu den führenden Ländern gehört. Echte Mehrwegverpackungen sind seltener geworden, sogenanntes "Recyceln"("Grüner Punkt",Duales System Deutschland etc) verläuft intransparent und trägt NICHTS zum eigentlichen Ziel (Müllvermeidung) bei.Auch bei REWE heißt es meist "wenn möglich","möglichst" usw. Was bitte soll daran nachhaltig sein???

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