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Nachhaltige Reisetrends 2021: Endlich weg vom Fenster

Reisen und Corona mögen sich nicht so besonders. Doch das ist noch lange kein Grund, Trübsal zu blasen. Mache deine nächste Reise zu einer unvergesslichen.

Reisen und Corona mögen sich nicht so besonders. Doch das ist noch lange kein Grund, Trübsal zu blasen. Mache deine nächste Reise zu einer unvergesslichen.

27.05.2021 | Ein Beitrag von Maleen Focken | Bilder: Unsplash

Seit Abertausenden von Monaten sitzen wir nun schon still und brav in unseren eigenen vier Wänden (fest). Meer, Berge, Täler, Wiesen, fremde Städte und Kulturen sehen wir nur noch auf alten Urlaubsfotos und in den Medien. Doch eins ist sicher: Die nächste Reise kommt bestimmt. Bis dahin ist Zeit satt, um diese voller Vorfreude und Hoffnung zu planen. Wir stellen dir die Reisetrends aus dem Jahr 2021 vor, inwiefern Corona ein Wörtchen mitzureden hat(te) und wie nachhaltig das Reisen sein kann.

#wirbleibenzuhause: Gar nicht reisen

Corona. Urlaubspläne wurden zunichtegemacht. Reisen sind ins Wasser gefallen. Unser Entdeckergeist ist eingeschlafen. Die Abenteuerlust steigt und fällt mit den Inzidenz-Werten, den Maßnahmen zum Infektionsschutz und der Pandemie-Situation am Reiseziel. Die einen haben ihr Zuhause neu für sich entdeckt, die anderen halten es in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr aus. Unsere Bundesregierung empfiehlt weiterhin, auf nicht notwendige Auslandsreisen zu verzichten. Auch innerhalb Deutschlands gestaltet sich die Flucht aus der Heimatregion schwierig, wenn der Inzidenzwert im Zielort bei über 100 liegt. Viele Menschen verzichten aus Solidarität und Schutz vor sich und anderen auf Reisen zu Zeiten der Pandemie. Der Reisetrend Nr. 1 lautet also: #stayhome, abwarten und Tee trinken.

Mann in Hängematte zuhause

Reisen im eigenen Land

Heimaturlaub ist der zweite, nachhaltige Reisetrend in unserer Auflistung. Einerseits, weil Corona Auslandsreisen unterbindet oder zumindest erschwert, andererseits, weil vielen Menschen bewusst geworden ist, dass der Luftverkehr die klimaschädlichste Fortbewegungsart überhaupt ist, von der das Umweltbundesamt dringend abrät. Sowieso regen die Reisebeschränkungen im Flugverkehr dazu an, einmal zu überdenken, ob die Auslandsreise nach Übersee mit dem Flugzeug wirklich Not tut oder ob ein erholsamer Urlaub vielleicht auch in der Nachbarstadt möglich ist.

Also: Tasche gepackt, Bahnticket online gebucht und ab geht die wilde Fahrt! Nun werden sich viele die Frage stellen: Wo kann ich in Deutschland trotz Corona Urlaub machen? Die Reisemöglichkeiten sind prinzipiell an den Inzidenzwerten und individuellen Maßnahmen der einzelnen Bundesländer gebunden. Grundsätzlich gilt, dass von einem Urlaub in Regionen mit einem Wert über 100 abgeraten wird. Für Regionen, die die 100-Marke unterschritten haben, sieht das jeweilige Bundesland Öffnungsschritte vor. Welche Landkreise welchen Inzidenzwert haben, kannst du in der interaktiven Deutschlandkarte der Tagesschau nachsehen: Die Corona-Lage im Überblick.

Sobald es die Rahmenbedingungen zulassen, wie wäre es mit folgenden Reisezielen?

  • Nordische Mentalität, Fischbrötchen und Moorlandschaften in Norddeutschland
  • Bergwildnis, malerische Natur und traditionsreiche Städte in Ostdeutschland
  • Eindrucksvolle Landschaften und Weinregionen in Westdeutschland
  • Wander- und Radwege vorbei an Alpen und Bergseen in Süddeutschland

Zurück in die Natur

Der absolute Corona-Trend lautet: Spazieren! Bewegung fördert das Immunsystem, frische Luft pustet negative Gedanken aus dem Kopf und der Duft nach Frühling und Sommer macht einfach gute Laune. Es tut gut, draußen in der Natur zu sein. Die unzähligen Spaziergänge der vergangenen Monate werden in den Ferien, so Corona will, nur noch von naturnahen Reisen getoppt. „Zurück in die Natur“ oder „Back to the roots“ lautet der dritte Reisetrend. Wichtig: Nicht jedes Land lässt Campen in der freien Natur zu. Erkundige dich vorab über die entsprechenden Bestimmungen in deinem favorisierten Urlaubsort.

Backpacking in Skandinavien und im Baltikum

Zurück in die Natur mit dem Reisetrend Nr. 4: Backpacking. In Norwegen, Schweden, Irland, Estland, Lettland und Litauen ist Camping immer und überall erlaubt. Wer allererste Erfahrungen in der, vor allem bei jungen Menschen beliebten Rucksackreise sammeln möchte, hat in den skandinavischen und baltischen Ländern, die sich im Norden Europas befinden, gute Karten. Eine Rucksackreise ist kein Urlaub im herkömmlichen Sinne, sondern ermöglicht den direkten Austausch mit Einwohnern*innen oder anderen Reisenden, mit denen du möglicherweise einen Teil deiner Reise spontan gemeinsam verbringst. Geschlafen wird im eigenen Zelt, auf Bauernhöfen, in Hostels und so weiter. Da Rucksackreisende mehr oder weniger aus ihrer Reisetasche leben, sollten sie vor dem Start einige Vorkehrungen treffen: Neben Hygieneartikeln, Erste-Hilfe-Zubehör und technischer Ausrüstung darf eine aktuelle Krankenversicherung für den Notfall nicht fehlen. Mit dieser Check-Liste bereitest du dich optimal für dein nächstes Abenteuer vor. Backpacking ist individuell, erfüllend, aufregend, da ungewiss und günstiger als herkömmliche Reisen.

Mann mit Rucksack vor Wald

Undertourism: Entdecken und erleben

Kennst du die Bilder aus Venedig, aufgenommen vor der Pandemie und auf denen wegen der unzähligen Touristen und Touristinnen von der Stadt selbst nichts mehr zu sehen ist? Menschen über Menschen tummeln sich auf Großplätzen, bestürmen Sehenswürdigkeiten, stürzen sich in die Gondeln und hinterlassen eine ganze Menge Müll. Vom venezianischen Lebensgefühl strömt nahezu nichts mehr durch die Stadt auf dem Wasser. In solchen Fällen ist von Overtourism die Rede: Das prozentuale Aufkommen der Reisenden ist sehr viel höher als die Einwohnerzahl. Die Gegenbewegung und der Reisetrend Nr. 5 lautet: Undertourism. Es geht darum, touristisch unberührte Gebiete aufzusuchen und diese mit allen Sinnen zu genießen. Urlaub in Gebieten, in denen die Einwohnerzahl die Touristenzahl übertrumpft, ermöglicht außerdem authentische Erfahrungen in und mit der Kultur. An dieser Stelle verraten wir dir ausnahmsweise nicht, wohin du deine Undertourism-Reise unternehmen solltest. Wenn alle in dieselbe für Undertourism geeignete Region reisen, können wir uns das Ergebnis ausmalen.

Hand in Hand mit Einheimischen

Kommen wir zu unserem sechsten Reisetrend, der bereits in einigen anderen nachhaltigen Trends durchschien: Authentisch reisen mit Einheimischen. Der Kontakt zu Einheimischen ermöglicht intensive und unvergessliche Reiseerlebnisse. Nur im direkten Austausch kannst du das einheimische Lebensgefühl und die Kultur vollends wahrnehmen und in die fremde Welt eintauchen. Sobald es die äußeren Umstände wieder erlauben, werden wir zwischenmenschlichen Kontakt ohnehin mehr denn je schätzen – hier und anderswo.

Auf der Seite „Spotted by Locals“ findet du Insider-Tipps von Einheimischen in mittlerweile 81 Städten, über Couchsurfing findest du alternative und kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten bei privaten Gastgeber*innen, und über Rent A Local Friend kannst du dir einen Einheimischen „buchen“, der dich für einen Tag durch seinen Wohnort führt. Noch viele weitere Internetseiten und Apps, über die du Einheimische treffen, bei ihnen übernachten und essen, gemeinsam mit ihnen arbeiten und/oder Erlebnisse mit ihnen verbringen kannst, hat dir paradise-found.de zusammengestellt.

Hier buchst du deine nachhaltige Reise

Auf dem Internetportal forum anders reisen findest du mehr als 100 Reiseveranstalter, die sich für nachhaltigen Tourismus engagieren. In der Umweltdatenbank wird nachhaltiger Tourismus übrigens folgendermaßen definiert: „Als Nachhaltiger Tourismus wird Tourismus dann angesehen, wenn er einen Umgang mit allen Ressourcen in einer Art und Weise ermöglicht, dass ökonomische, soziale und ästhetische Bedürfnisse erfüllt werden können und gleichzeitig die kulturelle Integrität, essentielle ökologische Vorgänge und die Biodiversität erhalten bleibt.“ Es geht beim nachhaltigen Reisen also nicht nur darum, möglichst viel CO2 einzusparen, sondern auch um eine Tourismusform, die ethisch und sozial gerecht für die Einheimischen ist.

In diesem Beitrag haben wir dir noch mehr nachhaltige Reiseveranstalter aufgelistet.

So reist du umweltbewusst

Um umweltbewusst zu reisen, solltest du dir die folgenden Tipps und Tricks zu Herzen nehmen:

  • Buche Unterkünfte bei kleinen Unternehmen, bei Familienbetrieben oder auf Bauernhöfen, die sich aktiv für sanften Tourismus einsetzen.
  • Vermeide Kurzstreckenflüge und weiche auf die Bahn oder das Auto zurück. Wenn du kein eigenes hast, kannst du dir über CarSharing-Portale ein PKW mieten oder per Anhalter durch die Galaxie… ähm… durch Europa reisen.
  • Kompensiere den unvermeidlichen Langstreckenflug, indem du den durch die CO2-Emissionen entstandenen Umweltschaden umgerechnet in Geld an Organisationen spendest, die sich für den Klima- und Umweltschutz einsetzen, z.B. über atmosfair.
  • Respektiere die Tierwelt, meide Unterhaltungsformen mit Tieren, die möglicherweise unter Tierquälerei leiden und beobachte sie lieber aus sicherer Distanz in freier Wildbahn.
  • Versuche auch auf Reisen möglichst regional und saisonal zu essen und unnötigen (Plastik-)Müll wie Getränkeflaschen oder To-Go-Boxen zu vermeiden, indem du dein eigenes Zubehör mitbringst.
  • Je weiter dein Reiseziel, desto länger sollte der Aufenthalt sein, damit sich die Reise auch wirklich lohnt.

Hier noch wichtige Corona-Reise-Tipps:

  • Erkundige dich vorab, ob dein Reiseziel derzeit reisende Personen empfängt und ob die Einschränkungen vor Ort mit einem erfüllenden Reiseerlebnis nach deinem Geschmack kombinierbar sind.
  • Schütze dich und andere bestmöglich, auch an fernen Orten. Verschiebe deine Reise bei Ungewissheit und Zweifeln lieber nochmal um einige Monate.
  • Halte deinen Impfausweis und/oder deinen digitalen Impfpass bereit, in dem im besten Fall schon deine Corona-Impfung eingetragen ist.

Reisen nach Corona

Corona hat auch die erste Jahreshälfte von 2021 bestimmt und einige Reisetrends geformt und geprägt. So langsam klärt sich der Himmel auf und eine Reise in der zweiten Jahreshälfte, spätestens aber im nächsten Jahr wird immer wahrscheinlicher. Tourismus im eigenen Land, naturnahe Reisen, Undertourism, Backpacking und authentisches Reisen erfreuen sich (auch) in diesem Jahr großer Beliebtheit. Nachhaltig wird die Reise dann, wenn die kulturelle Integrität, wichtige ökologische Prozesse und die Artenvielfalt im Urlaubsort bei all dem Reisespaß erhalten bleibt.

Während der Pandemie sind wir achtsamer mit uns, unseren Mitmenschen und der Natur geworden. Uns blieb nichts Anderes übrig, als Ausflüge in die nahe Umgebung und besonders draußen an der frischen Luft zu unternehmen. Viele Menschen entscheiden sich daher auch jetzt bewusst für umweltfreundliches Reisen. Jetzt muss nur noch die Tourismusbranche nachziehen. Doch Portale wie forum anders reisen zeigen, dass ein Neustart nach der Pandemie möglich (und wünschenswert) ist.

 

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Hier gelangst du zu einem Interview mit atambo tours, einem Reiseportal für nachhaltige Reisen.

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