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Wie fair ist unsere Lieblings-Loungewear? Nachhaltigkeit bei Strickjacken, Jogginghosen & Co.

EXPERTENBEITRAG I Loungewear steht für Komfort – doch wie nachhaltig ist sie wirklich? Materialien, Produktion und Arbeitsbedingungen kompakt eingeordnet.

EXPERTENBEITRAG I Loungewear steht für Komfort – doch wie nachhaltig ist sie wirklich? Materialien, Produktion und Arbeitsbedingungen kompakt eingeordnet.

21.01.2026, Expertenbeitrag - Bild: freepik/lookstudio

Loungewear hat sich in den letzten Jahren von einem reinen Wohlfühltrend zu einem festen Bestandteil unserer Alltagsgarderobe entwickelt. Besonders in Zeiten von Homeoffice und einer verstärkten Fokussierung auf Komfort sind Strickjacken, Jogginghosen und ähnliche Teile aus unserer Modewelt nicht mehr wegzudenken. Doch während der Komfort und die Bequemlichkeit unbestritten sind, stellen sich zunehmend Fragen zur Nachhaltigkeit der Materialien und Produktionsmethoden. Wie fair ist die Loungewear, die wir so gern tragen?

Kriterien für nachhaltige Loungewear

Beim Kauf von Loungewear gibt es einige wichtige Kriterien, die helfen können, die richtige Wahl zu treffen:

  • Zertifizierungen und Labels: Achte auf Gütesiegel wie Global Organic Textile Standard (GOTS), Fair Trade oder OEKO-TEX Standard 100, die eine umweltfreundliche und sozial verträgliche Produktion garantieren.
  • Langlebigkeit: Achte auf die Qualität der Materialien. Hochwertige Loungewear hält nicht nur länger, sondern behält auch nach vielen Waschgängen ihre Form und Farbe.
  • Marken, die Verantwortung übernehmen: Es gibt mittlerweile zahlreiche Marken, die sich aktiv für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks einsetzen. Viele Unternehmen setzen auf nachhaltige Materialwahl und transparente Produktionsprozesse, um die Umwelt zu schonen und fairere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Verbraucher können sich bei der Auswahl von Strickjacken, Jogginghosen und anderer Loungewear auf solche Marken verlassen, die ihre Verantwortung ernst nehmen und ethische Standards in der Produktion fördern.

Der bewusste Umgang mit Loungewear, die aus natürlichen oder recycelten Materialien besteht, langlebig und fair produziert ist, schont sowohl den Planeten als auch die Menschen, die sie herstellen. Durch die Wahl nachhaltiger Marken und Materialien lässt sich der eigene Beitrag zur Förderung einer umweltfreundlicheren und gerechteren Modeindustrie leisten.


Bild: freepik/prostooleh

Nachhaltigkeit in der Modeindustrie: Die Herausforderungen

Die Modebranche steht weltweit vor großen Herausforderungen, was Nachhaltigkeit betrifft. Hoher Ressourcenverbrauch, umweltschädliche Produktionsprozesse und soziale Ungerechtigkeit sind nur einige der Probleme, mit denen sich Hersteller und Verbraucher auseinandersetzen müssen. Insbesondere bei Loungewear, die oft aus Baumwolle, Polyester oder Wolle besteht, spielen die Herkunft der Materialien und die Bedingungen in den Produktionsstätten eine entscheidende Rolle.

Wasserverbrauch

Die Modeindustrie gehört zu den größten Wasserverbrauchern weltweit. Es wird geschätzt, dass für die Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts etwa 2.700 Liter Wasser benötigt werden. Das entspricht der Menge, die ein Mensch in etwa 2,5 Jahren trinken würde. Baumwolle ist ein häufig verwendetes Material in Loungewear und trägt erheblich zum globalen Wasserverbrauch bei. Bio-Baumwolle hingegen benötigt weniger Wasser und verzichtet auf synthetische Pestizide und Düngemittel.

Energieverbrauch und CO₂-Emissionen

Die Textilproduktion ist sehr energieintensiv, insbesondere bei der Herstellung synthetischer Fasern wie Polyester. Polyester, das häufig in Loungewear verwendet wird, wird aus Erdölprodukten hergestellt, was zu einem hohen CO₂-Ausstoß beiträgt. Laut Schätzungen ist die Textilproduktion für rund 10% der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich.

Die aktuelle Prognose zu den CO₂-Emissionen der globalen Bekleidungsindustrie zeichnet ein deutliches Bild: Ohne wirksame Gegenmaßnahmen wird der ökologische Fußabdruck der Fashionbranche in den kommenden Jahren massiv wachsen. Während die Emissionen 2019 noch bei rund 889 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent lagen, steigen sie laut Schätzung bis 2030 auf über 1,24 Milliarden Tonnen. Nach einem kurzen Rückgang 2022 setzt ab 2023 ein kontinuierlicher und beschleunigter Anstieg ein, der die Branche zur klimapolitischen Problemzone macht. Besonders kritisch ist, dass bereits 2025 die Marke von einer Milliarde Tonnen überschritten wird. Diese Entwicklung zeigt, wie dringend nachhaltige Produktionsprozesse, langlebige Materialien, zirkuläre Geschäftsmodelle und ein bewussterer Konsum notwendig sind, um den erwarteten Emissionsanstieg abzufedern und die Transformation der Modeindustrie aktiv voranzutreiben.

Mikroplastik

Synthetische Fasern wie Polyester und Nylon setzen beim Waschen Mikroplastikpartikel frei, die in Gewässern landen und die Umwelt verschmutzen. Schätzungen zufolge gelangen jährlich rund 35.000 Tonnen Mikroplastik aus der Textilindustrie in die Ozeane, was zu einer erheblichen Bedrohung für Meereslebewesen führt.

Chemikalien und Pestizide

Herkömmliche Baumwolle wird oft mit synthetischen Pestiziden und Düngemitteln behandelt, was zu erheblichen Umweltauswirkungen führt, einschließlich Boden- und Gewässerverschmutzung. Im Gegensatz dazu setzt biologische Baumwolle auf natürliche Methoden und schützt sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit der Arbeiter.

Arbeitsbedingungen

Viele Textilproduktionsstätten befinden sich in Ländern mit niedrigen Löhnen und oft mangelhaften Arbeitsbedingungen. Besonders in Ländern wie Bangladesch, Indien und China ist die Textilindustrie für die Ausbeutung von Arbeitskräften bekannt. Arbeiter sind häufig extrem schlechten Bedinungen ausgesetzt, arbeiten für sehr niedrige Löhne und haben wenig bis keine Rechte. Schätzungen zufolge sind weltweit Millionen von Kindern in der Textilproduktion tätig.

Diese Herausforderungen machen deutlich, wie wichtig es ist, dass sowohl Hersteller als auch Verbraucher Verantwortung übernehmen, um die Modeindustrie nachhaltiger zu gestalten. Die Entscheidung für nachhaltige Materialien und faire Produktionsbedingungen trägt aktiv dazu bei, den ökologischen Fußabdruck der Mode zu verringern und die sozialen Bedingungen in der Produktion zu verbessern.


Bild: statista

Nachhaltige Materialien für Strickjacken, Jogginghosen und Co.

Wer bewusst einkaufen möchte, sollte auf nachhaltige Materialien achten. Bei der Auswahl von Loungewear gibt es mittlerweile einige Stoffe, die sowohl umweltfreundlicher als auch ressourcenschonender sind. Dazu gehören:

StoffBeschreibung
Bio-BaumwolleVerzicht auf synthetische Düngemittel und Pestizide. Schont Böden, Gewässer und die Gesundheit der Arbeiter.
Recycelte MaterialienRecyceltes Polyester oder Baumwolle sparen Ressourcen und reduzieren Abfall, z. B. aus PET-Flaschen oder Textilabfällen (ECONYL® aus Fischernetzen).
Lammwolle & MerinowolleNatürlich isolierend, langlebig und biologisch abbaubar – ideal für Strickjacken und Jogginghosen.
Tencel (Lyocell)Pflanzliche Faser aus Holz mit geringem Wasser- und Chemikalieneinsatz bei der Herstellung.

 

Die soziale Dimension der Loungewear-Produktion

Neben der Wahl der Materialien ist es auch wichtig, auf die Arbeitsbedingungen der Menschen zu achten, die unsere Kleidung produzieren. Die Modeindustrie ist oft für schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne und mangelnde Rechte der Arbeiter bekannt. Um eine faire Produktion zu gewährleisten, sollten Verbraucher auf folgende Punkte achten:

  • Fair-Trade-Zertifikate: Produkte mit einem Fair-Trade-Siegel garantieren, dass die Hersteller faire Löhne zahlen und soziale Standards einhalten. Diese Zertifikate bieten eine wichtige Orientierungshilfe.
  • Transparente Produktionsketten: Immer mehr Marken legen ihre Lieferketten offen und stellen Informationen zur Verfügung, um nachzuweisen, dass sie ethische und nachhaltige Praktiken fördern. Transparenz ist hierbei der Schlüssel.
  • Lokale Produktion: Ein weiterer Trend geht hin zu lokal produzierter Mode. Durch die Verlagerung der Produktion in Länder mit strengeren Arbeitsgesetzen und kürzeren Transportwegen kann der ökologische Fußabdruck gesenkt werden.


Bild: freepik

Loungewear und der ökologische Fußabdruck

Der ökologische Fußabdruck von Loungewear wird nicht nur durch die Materialien und die Produktion beeinflusst, sondern auch durch die Lebensdauer und die Pflege der Kleidungsstücke. Besonders die Waschgewohnheiten haben einen entscheidenden Einfluss auf den Energie- und Wasserverbrauch. So können kleine Änderungen im Umgang mit Kleidung einen großen Unterschied machen. 

Das Nutzen von nachhaltigen Waschmitteln ohne Tenside, Chemikalien und Plastikverpackung macht bereits einen großen Unterschied. Die Wahl eines kühleren Waschprogramms trägt dazu bei, den Energieverbrauch zu senken, da beim Waschen mit niedrigen Temperaturen deutlich weniger Energie benötigt wird. Darüber hinaus kann eine längere Nutzung und gezielte Reparatur die Lebensdauer von Strickjacken und Jogginghosen deutlich verlängern. Anstatt Kleidung nach kurzer Zeit wegzuwerfen, lassen sich kleine Schäden wie Löcher durch Nachnähen beheben, und auch das Waschen von Wollkleidung anstelle von Chemischreinigen schont sowohl die Fasern als auch die Umwelt. Zudem sollte, wenn möglich, auf das Trocknen im Wäschetrockner verzichtet werden, da das Trocknen an der Luft nicht nur Energie spart, sondern auch die Fasern der Kleidung schont und ihre Lebensdauer verlängert.

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