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Nachhaltige Hochzeitsplanung? – Alle Grundlagen im Überblick

Damit die Hochzeit nicht zur Umweltsünde wird, gibt es einige Dinge, auf die man bei der Planung achten kann. So bleibt der schönste Tag im Leben gerne in Erinnerung.

Damit die Hochzeit nicht zur Umweltsünde wird, gibt es einige Dinge, auf die man bei der Planung achten kann. So bleibt der schönste Tag im Leben gerne in Erinnerung.

01.04.2022 | Ein Beitrag von Laura Hampel | Bild: Unsplash

Bei der Hochzeitsplanung muss man einiges planen und organisieren. Und dabei gibt es so oder so schon viel zu beachten: Passen die bestellten Blumen zum Rest der Deko? Reicht das Essen für die eingeladenen Gäste? Und: Passt eine Kutsche noch ins Budget? Dabei dann noch an Nachhaltigkeit zu denken, mag dem ein oder anderen lästig vorkommen, lohnt sich aber. Denn oft verbleiben nach der großen Feier Unmengen an Müll und viele Dinge, die nur für diesen einen Tag angeschafft wurden. Wie zum Beispiel die Kleidung für den besonderen Anlass.Für viele Dinge gibt es umweltfreundliche Lösungen, wodurch sich manchmal sogar eine ganze Menge Geld sparen lassen kann.

 

Die umweltfreundliche Hochzeitslocation: Je näher, desto besser

Viele träumen von einer Hochzeit am See oder gleich am Strand. Klar, diese Idylle ist für einen so romantischen Tag natürlich eine optimale Gegebenheit, teilweise ist sie jedoch mit einem langen Weg dorthin verbunden. Je nachdem, wo das Brautpaar und seine Verwandschaft wohnt, müssen einige der Eingeladenen einen langen Weg auf sich nehmen. Das erzeugt natürlich einige CO2-Emissionen, vor allem, wenn sich einige dafür entscheiden, mit dem Flugzeug anzureisen. Aber auch ein paar hundert Kilometer mit dem Auto können bei vielen Gästen ganz schön viele Treibhausgase in die Luft schleudern. Deshalb ist es sinnvoll, sich eine Location zu suchen, für die der Besuch von nicht so weit anreisen muss. Es gibt viele Locations, die auf Hochzeiten spezialisiert sind und demnach auch mit vielen Dingen, die dazugehören wie beispielsweise Möbel, Tischdecken oder Musikanlage, ausgestattet sind. Auch dadurch spart man sich Transport- und Anfahrtswege. Wer besonders auf Nachhaltigkeit achten möchte, kann nach Bio-Hotels in der Nähe recherchieren. Einige Locations sind besonders nachhaltig und bieten zum Beispiel schon ein veganes Catering mit regionalen Lebensmitteln bei der Hochzeit an.

 

Torte, Buffet und Co.- Das Menü 

Ein leckeres Essen darf bei der Hochzeit natürlich nicht fehlen. Teilweise bieten die Locations ein hauseigenes Catering an. Dann ist die Möglichkeit, sich genau das zu suchen, was den eigenen Vorstellungen entspricht, natürlich eingeschränkt. In jedem Fall gilt aber: Meistens ist es nachhaltiger, sich ein Menü zusammenstellen zu lassen, bei dem Jede*r sich ein Gericht auswählen kann. Bei einem Buffet bleiben nämlich oft viele Lebensmittel übrig, die dann im schlimmsten Fall weggeschmissen werden. Besonders ökologisch wäre es, so viel wie möglich vegetarische, vegane und regionale Gerichte anzubieten. Denn bei der Produktion von Fleisch werden viele Treibhausgase freigesetzt, die unsere Umwelt verschmutzen. Erstens ist der Verzicht von Fleisch gut für den CO2-Fußabdruck der Hochzeit und zweitens haben es alle eingeladenen Vegetarier*innen und Veganer*innen einfacher.

Ein weiterer Punkt, der bei der Suche des Caterings zu bedenken ist, ist das Geschirr. Manchmal wird es mitgeliefert, manchmal wird davon ausgegangen, dass es bei der Location Geschirr vorhanden ist. Das sollte unbedingt bedacht werden, denn im Notfall Einweggeschirr benutzen zu müssen, bedeutet  nicht nur viel Müll, sondern auch, dass die edle Hochzeit plötzlich eher an ein Straßenfest erinnert.

 

Dekoration: Weniger ist manchmal mehr

Auf Dekoration muss nicht verzichtet werden, wenn man nachhaltig Heiraten möchte. Plastikefeu und billige Streudeko aus Asien sollte man allerdings meiden. Auf alle Fälle gilt: Es braucht nicht immer viel Schnick Schnack, damit es schön aussieht. Menükarten oder Namenskärtchen kann man zum Beispiel auch aus zertifiziertem Papier selbst basteln. Dekoration und Möbel kann man sich sogar extra für die Hochzeit mieten. Es gibt Anbieter, die darauf spezialisiert sind. Das spart dann in der Regel auch einiges an Geld, da nichts neu gekauft werden muss.Auch bei den Blumen kann kann man auf regionale Anbieter achten. Denn oft kommen billige Blumen aus Afrika und haben bei dem langen Transport eine Menge CO2-Emissionen verursacht. Teilweise gibt es dann auch eine Auswahl an Bio-Blumen, die ohne Pestizide gewachsen sind.  

 

Minimalische Deko aus Holz, Gläsern mit Kerzen und Blumen ist einfach, umweltfreundlich und kostengünstig (Bild: Unsplash).

 

Kleidung muss nicht neu gekauft werden

Die meisten Frauen träumen von ihrem eigenen Traum-Brautkleid, in dem sie einen Tag wie eine Prinzessin aussehen können. Leider steckt hinter der Produktion eines Brautkleids aber auch eine Menge an verbrauchtem Wasser und einiges an CO2-Emissionen. Keine Sorge. Das heißt nicht, dass man auf ein Brautkleid verzichten muss und am Ende mit dem fünf Jahre alten Sommerkleid vorm Altar stehen muss. Es gibt mittlerweile viele Unternehmen, die Hochzeitskleider- und Anzüge Secondhand verkaufen oder sogar zum vermieten anbieten. Auch hier kann man wieder einiges an Geld sparen. Und auch beim Vermieten von Kleidung besteht die Chance, diese individuell anpassen zu lassen, sodass sie auch genau passt. Um auch an die Kleidung des eingeladenen Besuchs zu denken: Am besten sollte kein spezieller Dresscode festgelegt werden. Das führt sonst dazu, dass viele der Eingeladenen extra was kaufen, was im schlimmsten Fall dann auch nur einmal getragen wird.

 

Recycelte Hochzeitsringe für immer

Die Wahl des richtigen Ringes sollte gut überlegt sein. Denn der Ring soll ja das ganze Leben am Finger bleiben, weshalb eine gute Qualität sehr wichtig ist. Bei Schmuck mit einer chemischen Vergoldung kann es schnell passieren, dass das Gold abblättert. Es wäre wirklich sehr schade, wenn man ihn deswegen nach einigen Jahren nicht mehr tragen möchte und einen neuen kaufen müsste. Zudem ist Schmuck oft nicht aus nachhaltigem Ursprung. Häufig wird Gold mittels Chemie unter schlechten Arbeitsbedingungen abgebaut. Gestein wird gesprengt, dieses wird dann auf Plastikplanen aufgeschüttet und mehrere Wochen lang mit einer Zyanidlösung beträufelt. Diese gängige Abbaumethode ist ungesund für Mensch und Natur, denn bei dem Verfahren werden giftige Dämpfe freigesetzt und oftmals arbeiten sogar Kinder in den Goldminen. Für den Goldgewinn eines Eherings braucht es schätzungsweise 20 Tonnen giftigen Abfall!

Um das zu umgehen, ist Schmuck aus recyceltem Gold und Silber eine gute Lösung. Dieser stammt aus altem Schmuck, Zahnersatz und kaputten Elektrogeräten. Zudem gibt es Unternehmen, die statt der klassischen chemischen Vergoldung, den Ring mechanisch Vergolden. Erstens müssen so keine Chemikalien genutzt werden und zweitens hält das Gold bei dieser Methode viel länger am Ring. Die Gefahr, dass etwas abblättert, ist also sehr viel geringer.

 

Auch bei der Wahl des richtigen Eherings kann man auf Nachhaltigkeit achten (Bild: Unsplash).

 

Erinnerungen schaffen: Bei nachhaltigen Fotograf*innen 

Ja, es gibt auch nachhaltige Fotografie. Einige private Fotograf*innen werben damit, extra umweltfreundlich zu arbeiten. Denn Kameras und SD-Karten halten bei der professionellen Fotografie nicht lange und erzeugen einiges an Elektromüll. Und auch die Speicherung in einer Cloud erzeugt CO2-Emissionen. Solche nachhaltigen Fotograf*innen arbeiten zum Beispiel mit Ökostrom, achten auf grüne Mobilität und kompensieren das erzeugte Kohlenstoffdioxid in Umweltprojekte. So arbeiten die meisten nachhaltigen Fotograf*innen klimaneutral oder sogar klimapositiv. Einige kaufen auch nur Secondhand-Equipment, haben einen nachhaltigen Webhoster und regeln ihre Finanzen bei fairen Banken. Wer einen solchen Fotografen sucht, muss ein bisschen im Internet stöbern. In den letzten Jahren ist das Thema immer präsenter geworden, weshalb es eine immer größere Auswahl gibt.

 

Flitterwochen ohne schlechtes Gewissen

Nach der Hochzeit heißt es ab in den Urlaub! Nachhaltiges Reisen kann, je nach Anspruch, schwierig werden. Aber: Es gibt einige Tipps, mit denen man auf ökologische Alternativen zurückgreifen kann.

Zuerst einmal geht es natürlich um die Frage, wo es denn hingehen soll. Je nach Ziel, kann man sich für eine Anreise mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Flugzeug entscheiden. Wenn es doch etwas weiter ist und kein Weg um das Flugzeug drum herum führt, empfiehlt es sich, den Flug bestmöglich zu nutzen. Das bedeutet, nicht nur für eine Woche wegzufliegen, sondern am besten so lange wie möglich. Es ist nämlich umweltfreundlicher, einmal im Jahr drei Wochen am Stück zu verreisen, als mehrere Kurzurlaube zu machen. Klar, beim Fliegen tut man der Umwelt nichts Gutes. Wenn man sich trotzdem dafür entscheidet, kann man die CO2-Emissionen, die man dabei pro Person verursacht, kompensieren. Das funktioniert so, dass individuell für seinen Flug die Menge an Kohlenstoffdioxid berechnet wird. Anschließend fließt ein entsprechender Geldbetrag in Umweltschutzprojekte. Solche Projekte pflanzen zum Beispiel Bäume oder erweitern den Ausbau von regenerativen Energien. Ob der Flug gerechtfertigt und der kleine Geldbetrag wirklich kompensierend ist, muss jede*r für sich persönlich entscheiden.

Bei der Suche nach einer Unterkunft kann man darauf achten, z.B. die Übernachtungen in einem Bio-Hotel zu buchen. Solche Hotels achten besonders auf Nachhaltigkeit: Es gibt biologische Lebensmittel, häufig wird das Hotel mit Ökostrom versorgt und auch bei Reinigungsmitteln und Toilettenpapier wird auf Umweltfreundlichkeit geachtet. Die Einrichtung ist oft minimalistisch und aus natürlichen Materialien. Teilweise hat man auch einen transparenten Einblick in den CO2-Fußabdruck des Hotels, zum Beispiel auf der Website. Wenn man in den Flitterwochen angekommen ist, lohnt es sich, die Locals zu unterstützen. Das kann man zum Beispiel auf Wochenmärkten machen. Ausflüge sollte man nicht beim Reiseveranstalter buchen, sondern bei lokalen Guides vor Ort. So kann man sich sicher sein, dass das Geld auch wirklich bei den Menschen, die abhängig vom Tourismus sind, ankommt.

 

Fazit: Bei der Hochzeit kann man sich umweltfreundliche Alternativen suchen

Egal ob beim Catering, beim Outfit oder in den Flitterwochen: Wir haben gelernt, heiraten kann man auch nachhaltig. Die Planung kann manchmal ziemlich nervenaufreibend sein, es gibt einfach so viel, an was man sowieso schon denken muss. Dabei muss auch nicht alles perfekt sein, denn jede kleine Veränderung macht die Hochzeit schon etwas umweltfreundlicher. Im Endeffekt soll man sich den schönsten Tag im Leben nicht durch den Planungsstress kaputt machen.

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