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Holz-Städte: Stadt der Zukunft

Holz ist gemütlich, heimlich und das Baumaterial schlechthin, wenn es um nachhaltige Lösungen für den Städtebau geht.

Holz ist gemütlich, heimlich und das Baumaterial schlechthin, wenn es um nachhaltige Lösungen für den Städtebau geht.

27.05.2021 | Ein Beitrag von Maleen Focken | Bilder: Unsplash, u.a.

Immer mehr Städte weltweit setzen beim Häuserbau auf Holz. Wir klären auf, was es mit diesem Trend auf sich hat, ermitteln, welche Vor- und Nachteile eine Stadt aus Holz birgt und stellen Modellregionen vor.

Städte aus Holz: Trend oder Zukunft?

In einem Holzhaus fühlen wir uns warm und geborgen. Holz hat einen angenehmen Eigengeruch, der uns mit etwas Fantasie so fühlen lässt, als stünden wir mitten im Wald. Außerdem sorgt es für ein angenehmes und gesundes Raumklima. Gesund, weil Holz auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit im Raum reguliert. Diese positive Eigenschaft kommt besonders Allergiker*innen und Asthmatiker*innen zugute. Gesund. Natürlich. Gemütlich. Heimlich. Geborgen. Warm. Und es duftet nach Holz!

Diese „Zurück-in-die-Natur-Mentalität“ hat nun auch ganze Städte eingeholt. Mittlerweile setzen Städte wie München, Stavanger (Norwegen) und Wien vor allem im urbanen Stadtkern vermehrt auf Holz als Baustoff. So gibt es nicht nur hier und da einzelne Fertighäuser aus Holz, sondern ganze Gebäudekomplexe, Mehrfamilienhäuser und große Einrichtungen aus Holz.

Mehr Lebensqualität durch nachhaltiges Wohnen? Das Hausbauunternehmen GRIFFNER stellt sich vor.

Bauen mit Holz: Vorteile und Nachteile

Nicht nur für mehr Lebensqualität sorgt das natürliche Baumaterial. Holz als Baustoff birgt auch Vorteile in Sachen Ökologie, Technologie und Wirtschaft. Kommt das Holz aus der Region, schafft die Bearbeitung Arbeitsplätze, die sich förderlich auf die regionale Wirtschaft ausüben. Holz ist außerdem ein nachwachsender Rohstoff, der vergleichsweise wenig CO2 und Energie bei der Verarbeitung verbraucht. Bäume entziehen langfristig CO2 aus der Atmosphäre, weil sie dieses für ihr Wachstum benötigen. Mehr Holzbauten erfordern mehr Bäume, die wiederum mehr CO2 speichern können. Außerdem hält Holz, insbesondere die Massivholzbauweise, ausgebrochenem Feuer weitaus länger stand als andere Baustoffe. Da Holz eine geringe Wärmeleitfähigkeit bzw. eine hohe Isolierungseigenschaft aufweist, lässt es sich zudem energiesparend in den eigenen vier Holzwänden leben. Die wenigen Abfallprodukte (z.B. Holzspäne), die beim Holzbau entstehen, können nahezu zu 100 % als Rohstoff oder Energiequelle für andere Produktionen (z.B. Dämmmaterial) genutzt werden. Moderne Technologie ermöglicht es, aus dem ursprünglichen Baumstamm neue Formen und Konstruktionen zu entwickeln. Seit mehreren Jahrzehnten schon wird der Holzbau zunehmend digitalisiert, sprich computergesteuerte Fertigungsmaschinen werden bedient. Die integrale und digitale Planung ermöglicht zukünftig noch energieeffizientere Bauweisen. Apropos Bauweise: Holzbauten lassen sich im Produktionsbetrieb wunderbar vorfertigen und am Bauplatz selbst wie ein riesiges Klotzspiel aus Holz zusammenpuzzeln, ohne dass anliegende Personen durch zu viel Lärm belästigt werden und die Luft verschmutzt wird. Bauen mit Holz schafft fast doppelt so schnell Wohnraum für Menschen und ist günstiger als die konventionelle Bauweise.

Noch mehr Infos zu den Vorteilen und der aktuellen Entwicklung gibt es auf Baunetz Wissen.

So nachhaltig das alles klingen mag, ist Bauen mit Holz nur so lange nachhaltig, wie auch dieselbe Menge Holz wieder nachwächst bzw. das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft bezogen wird. Ganze Waldgebiete abholzen und keinen einzigen neuen Baum pflanzen, ist alles andere als nachhaltend. Wusstest du, dass das Konzept der Nachhaltigkeit ursprünglich in der Forstwirtschaft Verwendung fand? Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde aus dem ersten eigenständigen Werk über die Fortwirtschaft „Sylvicultura oeconomica“ aus dem Jahr 1713 des sächsischen Oberberghauptmanns Hans Carl von Carlowitz geformt. Auf den Seiten 105 bis 106 (hier nachzulesen) heißt es: „Wird derhalben die größte Kunst/Wissenschaft/Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag.“ Von Carlowitz misst der nachhaltenden Bewirtschaftung innerhalb der Forstwirtschaft einen essentiellen Wert bei.

Wald

Einige Nachteile von Holzhäusern können für den einen lästiger als für die andere sein. Vielleicht knackt es hin und wieder mal, wenn du abends in deinem Bett liegst und dich in absolute Ruhe wiegst. Das Knacken kommt vermutlich aus deinen Holzmöbeln, die auch während der Nacht arbeiten. Holz ist nämlich ein lebendiger Baustoff. Holz kann außerdem zu Problemen wie zu Insektenbefall und Schimmel führen, die mit vorausschauenden Schutzmaßnahmen z.B. regelmäßigen Anstrichen für die Außenverkleidung weitestgehend vermieden werden können. Ansonsten sind Holzhäuser auch nach umfangreichen Dämmungsmaßnahmen hellhöriger als Steinhäuser. Insgesamt benötigen Holzhäuser mehr Zuwendung und Pflege als Häuser mit üblichen Baustoffen.

Holz-Städte: Einige Beispiele

Im südlichen Teil des Prinz-Eugen-Parks in München wurde Ende 2020 eine ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise fertiggestellt. Rund 570 Wohnungen aus Holz und in Hybridlösungen, zwei Kindergärten und ein Eiscafé zieren mitunter das natürliche Stadtbild. Die Holzbausiedlung befindet sich inmitten alter Bäume und großflächiger Grünwiesen. „Die ökologische Mustersiedlung ist Versuchslabor für konsortiale Quartiersentwicklung, innovative Mobilitätskonzepte, soziale Vernetzung und nachhaltige Bauweisen und weist damit den Weg für nachhaltige Stadtentwicklung in München und weit darüber hinaus.“ – Architekturgalerie München. Diese Holzbausiedlung zeigt Früchte: In München werden weitere Holzbausiedlungen umgesetzt, eine finanzielle Förderung für Holzbauten ausgezahlt und insgesamt vermehrt Grundstücke nur in Holzbauweise errichtet.

Im benachbarten Bundesland Baden-Württemberg fördert und fordert die Holzbau-Offensive der Landesregierung den ökologischen Holzbau. Mit dieser Offensive möchte Baden-Württemberg nicht nur das Klima schützen, sondern auch Innovationen fördern, Wohnraum schaffen, den ländlichen Raum stärken und als Vorbild für eine klimafreundliche und zukunftsorientierte Baukultur in Deutschland und ganz Europa vorangehen. So wurden 2020 unter anderem ein universitäres Sportheim im Holzrahmenbau in Heilbronn und ein Hochschulgebäude im Holzskelettbau in Offenburg errichtet. Das erste Holzbauprojekt, das vom Land aufgezeichnet wurde, hatte im Jahr 2011 seine Fertigstellung.

Auch in Österreich ist der Holzbau-Trend angekommen. Zwar verbraucht unser Nachbarland noch bis zu dreiviertel endliche Rohstoffe, doch hat es mit seinem weltweit zweitgrößten Holzhochhaus in Wien (HoHo Wien) einen riesigen Schritt – einen 84 Meter hohen Schritt – in Richtung nachhaltige Stadtentwicklung unternommen. Die Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Holzwirtschaft proHolz Austria informiert als redaktioneller Arm der Forstwirtschaft in Österreich über die ökologischen, ökonomischen und bautechnischen Vorteile von Holz und setzt Impulse zu seiner vermehrten Nutzung.

Übrigens: Im norwegischen Brumunddal steht das welthöchste Holzhochhaus mit dem Namen Mjøstårnet mit ungeschlagenen 85,4 Metern Höhe. Sowieso gilt Norwegen als Vorreiter, was die Holzwirtschaft und den Bau mit Holz betrifft. Die norwegische Architektur ist von traditionellen Holzbauten aus dem Mittelalter geprägt. Auch in Zukunft möchte Norwegen mit Holz als Baumaterial das Klima schützen.

Holzhausanbieter aufgelistet

Möchtest auch du dein erstes eigenes Holzhaus haben? Hier listen wir einige Holzbaufirmen auf, die deinen Traum vom Eigenheim aus Holz wahr werden lassen können:

  • Danwood Häuser bietet schlüsselfertige Energiesparhäuser aus Holz an, die den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entsprechen.
  • HONKA stellt nicht nur ökologische und funktionale Einfamilienhäuser her, sondern auch Schulen oder Hotels im skandinavischen Stil und aus PEFC-zertifizierten Holz.
  • Huber Holzbau spezialisiert sich auf den ökologischen Wohnungsbau, plant funktionale Holzbauten, betreut die ausführenden Bauunternehmen und gilt seit 2009 als Fachbetrieb für den nachhaltigen, natürlichen und umweltfreundlichen Dämmstoff Jasmin®, bestehend aus Hobelspänen und reiner Heilerde.
  • Kitzlinger Haus ist ein Generationenbetrieb, der individuelle Holzhäuser aus nachhaltiger Forstwirtschaft und mit dem FSC-Siegel herstellt.
  • LéonWood® bietet naturnahe und nachhaltige Blockhäuser aus Massivholz an, die ein angenehmes Raumklima spenden und individuell auf den Kundenwunsch abgestimmt sind.
  • Max Holzbau realisiert als Komplettanbieter im Holzbau unter anderem nachhaltige Fertighäuser aus Holz mit dem Ziel, lebenswerte Wohnkonzepte zu gestalten.
  • Sonnleitner Holzbauwerke baut als traditionsreiches Familienunternehmen ausschließlich nachhaltige, gesunde und energieeffiziente Holzhäuser auf Grundlage zweier patentierter Bauweisen der Wandsysteme, die im Sommer das Haus vor übermäßiger Wärme und im Winter vor einer Auskühlung schützen.
  • stommel haus ist ein Familienunternehmen im bergischen Land, das nachhaltige und ökologische Holzhäuser anfertigt und während der Bauphase im direkten Kundenkontakt steht.
  • TALIS entwickelt klimafreundliche Holzhäuser mit hoher Energieeffizienz im schwedischen Design und mit schwedischer Polarkiefer.
  • vöma-Bio-Bau stellt individuelle, umweltfreundliche und Bio-Holzhäuser mit integrierten Photovoltaik-Anlagen für effiziente Stromselbstversorgung her.

Holz

Wie viel kostet ein Holzhaus?

Ein Pauschalpreis für Holzhäuser ist schwer zu bestimmen, denn einerseits sind viele der Häuser einzigartig, werden also auf die Kundenwünsche abgestimmt. Andererseits führen Faktoren wie die Konstruktionsart, die Holzart, die Wandstärke und Dämmung zu variierenden Gesamtkosten. Zusätzlich fallen Baunebenkosten, wie Notar- und Grundbuchkosten, sowie die Grunderwerbssteuer an. Bei stommel haus beginnt das preiswerteste Fertighaus aus Holz bei 262.000 €, das teuerste bei 506.400 €. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sehr einfache Häuser in mittlerer Holzqualität bei 1.200 € pro m2, Häuser in hoher Holzqualität bei 1.900 € oder mehr pro m2 liegen.

Fazit: Back to the roots

Mit einem eigenen Wohnhaus aus Holz liegst du nicht nur absolut im Trend und schaffst dir eine wohlige Atmosphäre, du schützt obendrein das Klima und bringst die nachhaltige Stadtentwicklung voran. Deutschland, Österreich und Norwegen sind nur einige Beispiele, bei denen der Holztrend Einklang in die Politik gefunden hat. Wenn sich der Trend zum Status quo entwickelt, könnten bald schon ganze Städte aus Holzbauten bestehen. Das sind Städte der Zukunft.

 

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Lies aus: Fertighäuser aus Holz – Die nachhaltige Alternative zum Neubau

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