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Nachhaltig grillen von der Kohle bis zum Essen

Lasst die Grillsaison beginnen, aber bitte umweltfreundlich. Wie du nachhaltig grillst, erfährst du hier.

Lasst die Grillsaison beginnen, aber bitte umweltfreundlich. Wie du nachhaltig grillst, erfährst du hier.

29.04.2021 | Ein Beitrag von Gessica Mirra und Maleen Focken | Bilder: Unsplash, FENNEK

Die Temperaturen steigen und die Tage werden länger. Nur noch eben Fleisch vorbestellen, Holzkohle kaufen, Salate vorbereiten und das Grillrost reinigen. Schon kann das lang ersehnte Grillfest beginnen, sei es im eigenen Garten oder mit einem Einweggrill am See. Probiere das gesamte Prozedere dieses Jahr doch einmal in umweltfreundlich, nachhaltig und vegan aus. Wie das funktioniert, verraten wir dir hier.

Herkömmliches Grillen ist umweltschädlich

Doch kommen wir zunächst zu den unschönsten Fakten des beliebten Sommersports hierzulande: der Holzkohle und dem Fleisch.

Konventionelle Holzkohle ist bereits aus mehreren Faktoren alles andere als nachhaltig: Erstens wird der Holzkohle oftmals Tropenholz aus illegalen Rodungen beigemischt, und zwar in der Regel ohne eindeutigen Hinweis auf der Verpackung selbst. Ein Stück wertvoller Urwald landet so mehr oder weniger auf dem Grill, ohne dass die konsumierenden Personen davon auch nur eine Ahnung haben. Zweitens wird dieser illegale und umweltschädliche Raubbau durch Korruption und Armut in den entsprechenden Tropenregionen wie Nigeria und Paraguay begünstigt. Das bedeutet, dass in diesen Regionen nicht nur jede Spur von nachhaltiger Forstwirtschaft fehlt, sondern auch die Menschen vor Ort ausgebeutet werden. Wenn die Waldvernichtung die einzige Einkommensquelle der armen Bevölkerung ist, dann bleibt ihnen (leider!) nichts Anderes übrig, als sich dem Raubbau der Natur anzuschließen, um sich über Wasser halten zu können. Drittens wird der frischen Luft durch das Brennen der Holzkohle eine ganze Menge CO2 zugeführt. Kohlenstoffdioxid kurbelt den Treibhauseffekt an, der sich wiederum negativ auf den Klimawandel ausübt. Herkömmliche Grillkohle ist sowohl auf ökologischer als auch auf sozialer Ebene nicht nachhaltig.

Doch die Art des Grillens und die Kohle ist für die Umwelt längst nicht so relevant wie das, was letztendlich gegrillt wird, wie eine Ökobilanz-Studie des TÜV Rheinland ergeben hat. Die Ansicht „Fleisch gehört auf den Grill!“ scheint noch sehr in der deutschen Gesellschaft verankert zu sein. Doch tierische Produkte belasten die Umwelt weitaus mehr als alternative Lebensmittel wie z.B. Gemüse.

Hast du den Appetit verloren? Ist dir die Vorfreude auf das nächste Grillfest entronnen? Das muss es nicht, denn es gibt viele grüne Alternativen für umweltfreundliches Grillen – von der Holzkohle über das Essen bis hin zur Reinigung danach.

Die Art des Grillens ist mitentscheidend

Grüne Alternativen für den konventionellen Grill mit Holzkohle sind der Gas- oder Elektrogrill. Eine ökologisch sinnvolle Art zu grillen ist auch der Solargrill, der weder Kohle, Strom noch Gas benötigt. Das Umweltbundesamt rät außerdem dazu, ausschließlich draußen an der frischen Luft zu grillen, um Vergiftungen durch Kohlenstoffmonoxid (CO) oder Kohlenstoffdioxid (CO2) zu vermeiden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, die Rauchentwicklung durch geeignete Grillanzünder und einer guten Luftzufuhr bestmöglich zu reduzieren. Um krebserregende oder gesundheitsschädliche Stoffe zu meiden, sollte bereits beim Kauf der Grillkohle darauf geachtet werden, Grillgut ohne Nitritpökelsalz zu kaufen. Aus gesundheitlichen Gründen sollte beim Grillen selbst nichts angebrannt und auf Alufolie verzichtet werden.

Es gibt noch viele weitere Alternativen für herkömmliche Alu-Grillschalen, darunter Grillpfannen aus Gusseisen, feuerfeste Steine, Grillpapier aus Zeder, Erle oder Buchenholz und den guten alten Schmortopf – grillgeeignet versteht sich.

7 richtig coole Grills für deine Grillparty

  1. CasusGrill
  2. FENNEK Notebook Grill
  3. SKOTTI Gasgrill
  4. Solar Brothers GoSun Fusion Barbecue
  5. RÖSLE Holzkohle-Kugelgrill No.1 Sport F50
  6. GEDA Grill „Odin“ 65
  7. Weber Q 2400 Dark Gray Elektrogrill Tischgrill 2200 Watt

CasusGrill

Einwegprodukte sind in der Regel nicht empfehlenswert, denn schließlich wurden Ressourcen für die Herstellung erschöpft, um dann nach einmaliger Verwendung wieder weggeschmissen zu werden. Das ist alles andere als ein sinnvoller Kreislauf. Aber es gibt wie so oft ein Aber: Das dänische Unternehmen CasusGrill hat einen umweltfreundlichen Einweggrill hergestellt, der vollständig aus Karton und Bambus besteht und nach der Nutzung im Restmüll oder im ohnehin schon brennenden Lagerfeuer entsorgt werden kann. Einweg ja, aber immerhin aus umweltfreundlichen Materialien und für den kleinen Geldbeutel. Er kostet 19,90 €.

FENNEK Notebook Grill

Eine nachhaltige Alternative für Aluschalen und für den Einweggrill ist der mobile „Notebook“-Grill von FENNEK, einer Tochterfirma der WWS Metallformen GmbH. Die Grills und Feuerstellen für unterwegs bestehen aus langlebigem, hochwertigem und hitzebeständigem Edelstahl und werden in Jute, Rollwellpappe und Karton verpackt. Ein weiterer Pluspunkt: Der FENNEK Grill ist 100 % made in Germany. Erfahre in diesem Interview mehr zu dieser mobilen und nachhaltigen Grilloption. Er kostet 98,00 €.

FENNEK Grill

Praktisch für Unterwegs: der Notebook-Grill. (Bild: FENNEK)

SKOTTI Gasgrill

SKOTTI ist nicht nur irgendein Gasgrill, er ist der erste mobile und steckbare Gasgrill der Welt. Er ist leicht, handlich, platzsparend, aber bietet locker Platz für zehn hungrige Freunde und Freundinnen. Der mobile Grill leistet so viel wie ein großer Gasgrill und besteht aus hochwertigem Edelstahl, das langanhaltende Grillfreude bereitet. Sollte doch ein Teil kaputtgehen, kann dieses einzeln im Online-Shop nachgekauft werden. Er kostet 159,00 €.

RÖSLE Holzkohle-Kugelgrill No.1 Sport F50

Der Holzkohle-Kugelgrill von RÖSLE wurde vom Öko-Text 2018 mit „gut“ ausgezeichnet. Die Grillkugel besteht aus porzellan-emailliertem Stahl. Kugelgrills sind laut Öko-Test umweltfreundlicher, weil weder Fett noch Öl in die Glut tropft und so weniger Schadstoffe in die Luft freigesetzt werden. Der Kugelgrill von RÖSLE besticht außerdem durch seine besonders gute Temperaturverteilung, die das Gut energieeffizient grillt. Er kostet 239,95 €.

Weber Q 2400 Dark Gray Elektrogrill Tischgrill 2200 Watt

Auf verschiedenen Testseiten sticht immer wieder der Weber Elektrogrill positiv hervor. Der Elektrogrill ist schnell aufgeheizt und verbraucht bei 2,2 kW und durchschnittlich 28 Cent / kWh umgerechnet nur 61 Cent pro Stunde. Er ist platzsparend, schnell und einfach betriebsbereit und stößt keinen Kohlequalm aus. Er kostet 439,00 €.

Solar Brothers GoSun Fusion Barbecue

Die französische Marke Solar Brothers bringt mit ihren innovativen Solarlösungen für Outdoor-Produkte die Energiewende voran, darunter auch Grills betrieben durch Solarenergie. Der Solargrill GoSun Fusion Barbecue ist tragbar, lässt sich in wenigen Sekunden aufstellen und wieder zusammenfalten, läuft bei Sonnenschein über Solarenergie und nachts elektrisch über jede 12 V Stromquelle. Der Solargrill kann für bis zu acht Personen Essen bei bis zu 200 °C braten, dämpfen und backen. Er kostet 549,00 €.

GEDA Grill „Odin“ 65

Der Pelletgrill Odin 65 ist ein hochwertiger Allrounder: Er kann smoken, backen, grillen und auf bis zu 400 °C auf der Gusseisenplatte aufheizen. GEDA Grill bietet zudem Hartholz Pellets an, die frei von Bindemitteln, Rinde, Zusatz- und Füllstoffen auskommen. Außerdem kannst du im Falle eines Schadens Einzelteile direkt im Online-Shop nachbestellen, anstatt den gesamten Grill zu entsorgen. Er kostet 989,00 €.

Grüne Alternativen für konventionelle Holzkohle

Was jetzt noch fehlt, ist Kohle, die in Form von Holzkohle allerdings umweltschädlich und ihre Anschaffung weder sozial noch ökologisch sinnvoll ist. Doch es gibt auch hier grüne Alternativen, z.B. aus Kokosnussschalen, Bambus oder Olivenkernen.

Kokosnussschalen fallen als Abfallprodukt bei der Herstellung von Kokosnussprodukten ohnehin an, also wieso nicht auch CO2-neutral weiterverwenden? Für Bambuskohle sprechen ebenso einige überzeugende Punkte: Sie benötigt nur eine geringe Anzündenergie, entwickelt kaum Rauch und Geruch, hat einen hohen Energiegehalt und brennt bis zu sechs Stunden. Dabei verbrennt die Grillkohle nahezu rückstandslos und lässt kaum Asche zurück. Das Unternehmen McBrikett hat uns in einem Interview erzählt, wie es mit Kokosnussschalen und Bambuskohle die Grillsaison revolutioniert.

Was hat es nun mit der Kohle aus Olivenkernen zu tun? Die Firma OlioBric stellt Briketts aus den Abfällen der Olivenölpressung, aus Kernen, Schalen und Fruchtfleischresten her. Diese Briketts werden nicht nur nachhaltig, sondern auch müllvermeidend produziert. Sogar für den Spaß beim Grillen bringen die Olivenkernbriketts einige Vorteile mit: Sie zünden sehr schnell, brennen länger als herkömmliche Holzkohle und entwickeln weniger Rauch und Funkenflug. Sie eignen sich so besonders für das Grillen auf der Terrasse oder dem Balkon. Mit jedem verkauften Sack von OlioBric geht außerdem ein fester Betrag an den NABU zur Unterstützung seiner Natur- und Umweltschutzprojekte. Mehr dazu im Interview mit dem Geschäftsführer von OlioBric, Attila Merth.

Siegel für nachhaltige Waldbewirtschaftung

Die nachfolgenden Siegel garantieren, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft entstammt: Blauer Engel, Deutsches Umweltzeichen, Österreichisches Umweltzeichen, FSC mix, FSC Pure 100 %, Naturland, FSC Recycling, Prüfsiegel des IBR und PEFC. Grillkohle mit dem Prüfzeichen DIN EN 1860-2 enthält weder Erdöl, Pech, Koks noch Kunststoff.

Ein Zubehör fehlt noch…

Der Grill und die Kohle stehen bereit, doch ein Zubehör fehlt noch: der Grillanzünder! Auch dieser sollte möglichst wenig Rußentwicklung bewirken, geschmacks- und geruchsneutral sowie – natürlich – umweltfreundlich sein. Ökologisch sind die Grillanzünder dann, wenn sie weder Paraffin noch andere giftige Inhaltsstoffe enthalten. In diesem Beitrag zeigen wir dir sechs nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Grillanzündern.

Vegane Bratwürste und zertifizierte Würzsaucen

Die Landwirtschaft hat im Jahr 2018 63,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente der Luft zugeführt, was 7,4 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen in diesem Jahr waren, wie das Umweltbundesamt ermittelt hat. Der Umwelt zuliebe können Bio-Fleisch oder gleich Fleischersatzprodukte auf dem Grill landen. Der ökologische Anbau setzt weniger Treibhausgase frei, und die Produkte sind frei von Pestiziden sowie Gentechnik. Entdecke in diesem Beitrag Bio-Ersatzprodukte für die beliebte Bratwurst aus Tofu, Soja und Seitan. Und weil die Wurst so zu trocken sein mag, kommen noch verschiedene Saucen auf den gedeckten Tisch. In der Saucenabteilung in Superbioläden findest du sicherlich auch deine bio-zertifizierte Lieblings-Würzsauce für das gegrillte Bio-Fleisch oder die veganen Ersatzprodukte.

Obst und Gemüse auf den Grill

Neben Fleisch und Ersatzprodukten kann auch buntes Gemüse auf den Grill. Die Vielfalt fleischloser Produkte für den Grill ist groß und die Rezepte selbstverständlich auch für Fleischliebhaber*innen attraktiv. Gemüsesorten wie Paprika, Zucchini, Süßkartoffeln und Möhren eignen sich besonders gut. Wie wäre es denn mal mit gefüllter Paprika vom Grill?

Wasche dafür die Paprikaschoten, halbiere sie und entferne die Kerne. Mische gesäuberte und kleingeschnittenen Tomaten und Lauchzwiebeln, Schafskäse (oder eine Käsealternative), Salz, Pfeffer, Chilipulver und andere Kräuter nach Belieben und fülle es in die Paprikahälften. Achtung: Paprika nicht zu heiß grillen, sonst werden Bitterstoffe freigesetzt. Bon appétit!

Doch auch aus Obstsorten wie Äpfeln, Pfirsichen, Mangos und Feigen lassen sich köstliche Grilldesserts zubereiten. Noch mehr leckere Rezepte mit buntem Gemüse gibt es in unserem Beitrag „Vegan und vegetarisch grillen“.

Gemüse

Buntes Gemüse auf dem Grill macht sich immer gut. (Bild: Unsplash)

Noch die letzten Feinschliffe und das Grillfest kann beginnen

Zu einem nachhaltigen Grillabend der festlichen Art gehören nicht nur umweltfreundliches Grillzubehör und Bio-Lebensmittel, sondern auch erfrischende Getränke aus biologischem Anbau und lokaler Herkunft, wiederverwendbares Geschirr aus Edelstahl, Zuckerrohr oder Bambus und Dekoration wie selbstgebastelte Wimpelgirlanden aus alten Stoffresten oder auch solarbetriebene Lichterketten.

Nach dem Grillen ist vor dem Grillen

Um nach diesem nachhaltigen Grillabend einen weiteren starten zu können, sollte das Grillrost unbedingt zeitnah gereinigt werden. Um nicht auf bedenkliche chemische Backofen- und Grillreiniger zurückgreifen zu müssen, verwende lieber Kaffeesatz, Backpulverpaste mit Wasser oder selbstgemachtes Scheuerpulver aus Natron, Salz und Zitronensäure.

Guten Appetit und viel Vergnügen!

Mit einem Gas-, Elektro- oder Solargrill, zertifizierte Holzkohle oder Kohle aus Kokosnussschalen, Bambus oder Olivenkernen, einem umweltfreundlichen Grillanzünder, nachhaltigen Alternativen für Alufolie und bio-zertifizierte Lebensmittel und Getränke, am besten fleischlos, steht dem nachhaltigen Grillabend mit der Familie, dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft nichts mehr im Wege. Mehrweggeschirr, selbstgebastelte Deko, Solarlampen und Reiniger aus Haushaltsprodukten gestalten das Grillfest rundum nachhaltig.

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Wie du deine nachhaltige Sommergartenparty planst, erfährst du in diesem Beitrag.

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