Wer sein Geld nachhaltig anlegen möchte, steht vor einem großen Angebot, wobei die Orientierung aber immer schwerer fällt. Etiketten wie "grün" oder "ESG-konform" sind weit verbreitet, doch was dahintersteckt, bleibt für viele Anlegerinnen und Anleger kaum nachvollziehbar. Hier setzt GREENCAPITAL an – das digitale Angebot der Murphy&Spitz Nachhaltige Vermögensverwaltung AG, die seit 1999 auf werteorientiertes Investment spezialisiert ist. Mit einem eigenen Researchteam, klar definierten Ausschlusskriterien und einer Verwaltungsgebühr von 0,7% jährlich positioniert sich GREENCAPITAL als Anbieter, der Nachhaltigkeit nicht nur kommuniziert, sondern intern durchprüft. Im Interview spricht Portfoliomanager MARTIN KLOSE darüber, welche Branchen er als Schlüssel zur ökologischen Transformation sieht, wie GREENCAPITAL mit dem Greenwashing Problem umgeht und weshalb er trotz politischem Gegenwind langfristig überzeugt bleibt.
LifeVERDE: GREENCAPITAL investiert gezielt in Bereiche wie erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und Kreislaufwirtschaft. Welche dieser Zukunftsbranchen sehen Sie aktuell als besonders entscheidend für die ökologische Transformation und warum?
MARTIN KLOSE, Vermögensverwalter und Portfoliomanager von GREENCAPITAL: Hervorheben möchte ich erneuerbare Energie: Eine emissionsneutrale Energieerzeugung ist für die Realisierung der Klimaziele entscheidend und wirkt in viele andere Bereiche hinein. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Umsetzung unserer Mobilität – weg von fossilen Verbrennern. Zudem sind Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen bezüglich ihrer Gestehungskosten die günstigsten Energieträger. Hiervon könnten Privathaushalte und Unternehmen profitieren. Entscheidend ist aber, dass die Energiewende konsequent weitergeführt wird mit Netzausbau, Flexibilisierung von Angebot- und Nachfrage durch Batteriespeicher und Smart Meter. Die aktuelle geopolitische Situation hat uns deutlich vor Augen geführt, dass uns die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern erpressbar macht. Erneuerbare sind hier der Schlüssel zur Unabhängigkeit und Gestaltungsfähigkeit.

Bild: Murphy&Spitz Nachhaltige Vermögensverwaltung AG
Nachhaltige Geldanlagen stehen zunehmend unter Druck, sich klar von Greenwashing abzugrenzen. Wie stellt GREENCAPITAL sicher, dass Investments tatsächlich messbare ökologische oder gesellschaftliche Wirkung erzielen und nicht nur "grün" vermarktet werden?
GREENCAPITAL investiert in Anleihen- und Aktienfonds, die wir auf Herz und Nieren prüfen. Dabei verlassen wir uns nicht auf die Etikettierung der Fonds, also ob sie als Artikel 8 oder Artikel 9 Fonds nach SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation, EU-Offenlegungsverordnung) eingruppiert sind und damit als grüne bzw. dunkelgrüne Fonds zu werten sind. Wir schauen tiefer. Unser hauseigenes Researchteam überprüft, ob einzelne Positionen der Fonds gegen unsere Ausschlusskriterien wie Kernenergie, fossile Energieträger, Rüstung oder andere verstoßen. Wenn dies der Fall ist, investiert GREENCAPITAL nicht in diese Fonds.
Viele Anlegerinnen und Anleger wünschen sich heute sowohl Rendite als auch positiven Impact. Wie erleben Sie diesen Wandel im Investorenverhalten und welche Erwartungen bringen insbesondere jüngere Generationen mit?
Gerade für jüngere Anlegerinnen und Anleger ist nachhaltiges Investment ein wichtiger Aspekt. Sie möchten mit ihrem Geld Positives bewirken und es ohne schlechtes Gewissen bzw. negative ökologische und soziale Auswirkungen anlegen. Oftmals sind sie von den vielfältigen Angeboten und Nachhaltigkeitsversprechen überfordert, da sie diese nicht bewerten können. Gleichzeitig möchten sie keinem Greenwashing aufsitzen. Eine weitere Verunsicherung besteht gegenüber der Mär, dass sich nachhaltiges Investment und Rendite ausschließen würden. Die Anlegenden möchten Vermögen über die Jahre aufbauen und fürchten, dass von ihrem investierten Geld am Ende weniger übrigbleibt. GREENCAPITAL zeigt aber, dass Rendite und positiver Impact kein Widerspruch sein müssen. Ich möchte das konkret machen anhand unserer Anlagestrategie GreenBalance, also 50% Anleihen und 50% Aktien: Hätten Sie die Fonds, in die wir aktuell investieren, vor einem Jahr mit der gleichen Gewichtung in Ihr Depot gekauft, hätten Sie eine zweistellig positive Rendite.

Bild: Murphy&Spitz Nachhaltige Vermögensverwaltung AG
GREENCAPITAL setzt stark darauf, dass private Anlegerinnen und Anleger online einen unkomplizierten Zugang zu nachhaltigen Geldanlagen zur Verfügung haben. Ab welchem Anlagebetrag kann man bei Ihnen starten, wie funktioniert das digitale Angebot konkret – und für welche Zielgruppen eignet sich Ihr Konzept besonders?
GREENCAPITAL ist ein niedrigschwelliges Angebot. Anlegende können mit einer monatlichen Sparrate ab 25 Euro oder einem Einmalbetrag ihrer Wahl starten. Selbstverständlich ist auch eine Kombination möglich. Mit diesem Zuschnitt fragt gerade die junge Generation GREENCAPITAL nach, die ihr erstes selbst verdientes Geld ansparen will. Aber auch Eltern oder Großeltern schließen hier für Kinder oder Enkel unkompliziert einen Sparvertrag ab.
Wie GREENCAPITAL als digitales Angebot konkret funktioniert? Interessierte können ein Depot online komplett selbstständig abschließen und erhalten einen Zugang zu unserem Kundenportal, das 24/7 Einblick in die Entwicklung ihres Depots ermöglicht. Wichtig zu wissen ist hierbei: Auch wenn die Zusammenarbeit digital ist, kümmere ich mich als Portfoliomanager persönlich um die Portfolios. Nebenbei: Die digitale Abwicklung spart Kosten, die wir durch eine attraktive jährliche Verwaltungsgebühr von 0,7% inkl. MwSt. an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben.
Ein weiterer wichtiger Punkt zur Fairness: Etwaige Bestandsprovisionen werden bei einer Vermögensverwaltung nicht an uns ausgezahlt, sondern direkt dem Kundendepot gutgeschrieben. Dadurch reduziert sich die effektive Kostenbelastung um bis zu 0,25% – ein direkter, positiver Effekt für Anlegende, denn je niedriger die Kosten, desto höher die Nettorendite. Durch diese Rückvergütung passiert Folgendes: Die Bruttorendite des Portfolios bleibt unverändert, da sich die Fonds gleich entwickeln. Aber die Kostenbelastung sinkt (z. B. von 0,70 % auf effektiv bis zu ca. 0,45 %), wodurch die Nettorendite für Kundinnen und Kunden steigt.
Die EU verschärft mit Taxonomie, SFDR und ESG-Regularien die Anforderungen an nachhaltige Finanzprodukte. Sind diese neuen Vorgaben aus Ihrer Sicht eher Chance oder Herausforderung für nachhaltige Investmenthäuser?
Grundsätzlich ist der Ansatz richtig, über die Regulatorik Vereinheitlichung, Vergleichbarkeit und Transparenz zu schaffen. Andererseits nehmen wir bei einigen Häusern die Diskussion wahr, wegen der umfangreichen Anforderungen keine nachhaltigen Investmentangebote nach Artikel 8 oder Artikel 9 SFDR anzubieten – auch wenn ihre Angebote selbst als nachhaltig einzustufen sind. Zudem stellen wir immer wieder fest, dass Artikel 8 oder Artikel 9 Fonds in Titel investieren, die wir von GREENCAPITAL als nicht-nachhaltig einstufen. Und es gibt eine weitere Problematik, welche die Datenlage betrifft: Die EU-Verordnung verpflichtet noch nicht alle Unternehmen zu einer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Nachhaltigkeitsdaten müssen also bei Drittanbietern gekauft oder aufwendig selbst erhoben werden, was Zeit und Personal bindet. All das macht es insbesondere kleineren Investmenthäusern, die oft Vorreiter nachhaltiger Investments sind, sich im Wettbewerb mit den großen Wettbewerbern zu behaupten.

Bild: Murphy&Spitz Nachhaltige Vermögensverwaltung AG
Wie bewerten Sie die langfristigen Entwicklungschancen nachhaltiger Investments trotz kurzfristiger Marktschwankungen wie wir sie beispielsweise bei erneuerbaren Energien und Climate-Tech-Unternehmen erleben?
Nicht von der Hand zu weisen ist, dass global gesehen nachhaltige Investments politisch unter Druck sind und Investoren Gelder aus Nachhaltigkeitsfonds abgezogen haben. Bei erneuerbaren Energien scheint jüngst in der Politik eine Art neuer Kulturkampf ausgetragen zu werden. Die aktuellen Rahmenbedingungen werden sich in Deutschland verändern, wie etwa die Diskussionen über das Netzpaket mit Redispatch-Vorbehalt deutlich machen. Das schafft Unsicherheiten und Risiken für Neuinvestitionen. Das schlägt sich auch in volatilen Kursen nieder. Langfristig werden sich nach meiner Überzeugung nachhaltige Investments durchsetzen.
Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Wie wird sich nachhaltiges Investieren in den kommenden fünf bis zehn Jahren verändern – und welche Rolle möchte GREENCAPITAL dabei einnehmen?
Eine Glaskugel besitzen auch wir nicht. Ich bin davon überzeugt, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Investments wieder steigen wird. Dafür wird die Performance sprechen. Die Wirkung der Investments wird besser belegt sein und wir werden beim Thema Greenwashing wesentlich weiter sein, da sich innerhalb der nächsten zehn Jahre bei Anbietern und Angeboten die Spreu vom Weizen trennt.
Lassen Sie mich zum Schluss eine Art Rückblick aus der Zukunft wagen: Stellen wir in fünf bis zehn Jahren fest, dass GREENCAPITAL mit seinen Investments die Transformation zu einer ökologischen Wirtschaft und nachhaltigen Lebensweise unterstützt hat, sind wir zufrieden. Natürlich arbeiten wir für angemessene Rendite. Impact, Performance und zufriedene Kundinnen und Kunden müssen eine Einheit sein – das ist es, was uns antreibt.
Fazit: Vertrauen durch Tiefe statt durch Label
In einer Branche, die zunehmend unter Greenwashing Verdacht steht, ist die Botschaft von GREENCAPITAL klar: Wer echte Wirkung erzielen will, muss tiefer schauen als regulatorische Fondsklassifizierungen es erfordern. Das eigene Researchteam, die konsequente Anwendung von Ausschlusskriterien und die vollständige Weitergabe von Bestandsprovisionen an die Kundendepots sind Ansätze, die Transparenz strukturell verankern. Dass GREENCAPITAL den Einstieg bereits ab 25 Euro monatlich ermöglicht, macht nachhaltiges Investieren dabei auch für jene zugänglich, die gerade erst beginnen, Vermögen aufzubauen. Die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob Impact und Anlagestrategie vereinbar sind, sondern ob Anbieter bereit sind, das ernsthaft unter Beweis zu stellen.
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