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Green Product Award – Innovation, Design und Nachhaltigkeit

INTERVIEW | Für eine nachhaltige Zukunft gilt es, innovative, nachhaltige Produkte und Lösungen bekannter zu machen und zu verbreiten. Dafür setzt sich der Green Product Award ein.

INTERVIEW | Für eine nachhaltige Zukunft gilt es, innovative, nachhaltige Produkte und Lösungen bekannter zu machen und zu verbreiten. Dafür setzt sich der Green Product Award ein.

02.08.2021 | Ein Interview geführt von Deborah Iber | Bild: Green Procust Award


Immer mehr Unternehmen bieten glücklicherweise grüne Produkte und Lösungen an, die den Weg in eine nachhaltigere Welt mitgestalten können. Damit neue Erkenntnisse und nachhaltige Entwicklungen auch bekannt werden und sich unter den Unternehmen verbreiten, braucht es das passende Netzwerk. Das bietet der Green Product Award, welcher unter anderem besonders nachhaltige Produkte und Dienstleistungen auszeichnet.

 
Was die Mission des Green Product Awards ist, welche Produkte und Unternehmen dabei mitmachen können und wie das Ganze abläuft, erklärt dir Nils Bader im Interview.

 

LifeVERDE: Nils, du hast den Green Product Award ins Leben gerufen. Erzähl uns einmal, wie es dazu kam und was deine Mission ist.

Nils Bader: Es gab keinen Award für nachhaltige Produkte, der den Teilnehmenden a. ein Feedback zu ihrer Einreichung und b. konkrete Networking Maßnahmen bot und dazu auch noch international ausgerichtet war (und ist). Meine Vision ist es, dass in absehbarer Zeit alle Produkte nachhaltig(er) werden. Die Mission ist daher, alle Beteiligten (Designer, Unternehmen, Initiativen, Investoren, Medien, etc.) regelmäßig anlässlich der Awards an einem Tisch zu versammeln, um mit diesem Spirit dann die Entwicklung, Finanzierung sowie Kommunikation dieser und neuer Lösungen voranzubringen. Das übergeordnete Ziel des Green Product Awards ist es, dass bessere, grüne Produkte nicht-nachhaltige Produkte ablösen sollen.


Nils Bader ist der Gründer des Green Product Awards (Bild: Green Product Award).

Der Green Product Award zeichnet innovative, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen aus. Wann ist ein Produkt bzw. eine Dienstleistung in deinen Augen nachhaltig?

Ganz kurz will ich es einmal so verdichten. Ein nachhaltiges Produkt muss drei Aspekte bedienen:

  • Ein gutes und zeitloses Design – hinsichtlich ästhetischer Aspekte, Funktionalität und/oder des Systemdesigns. Das Design sollte circulär ausgerichtet sein und bestenfalls keinen Abfall entstehen lassen.
  • Innovation, d.h. es muss den Nutzer*innen eine Verbesserung zu vergleichbaren Produkten bieten und
  • Nachhaltigkeit entlang des gesamten Lebenszylus im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Das Produkt sollte neugedacht sein, die Bedürfnisse der Konsumenten besser erfüllen und dabei negative Umweltauswirkungen vermeiden sowie soziale Aspekte bei der Produktion und bei der Nutzung berücksichtigen.
     

Welche Kriterien sollte das Produkt oder auch das Unternehmen erfüllen, damit es eine vielversprechende Chance auf den Green Product Award hat?

Da gelten zwei grundlegende Kriterien:

Wenn die Einreichung ein oder mehrere Probleme besser und nachhaltiger als die Konkurrenz löst und die Einreicher*in das nachvollziehbar und glaubwürdig belegen können.

Wenn ein*e Teilnehmer*in sich auf die wesentlichen Aspekte beschränkt, die Impact erzeugen und allgemeine Marketingstatements in der separaten Beschreibung für die Jury vermeidet.

Das kann man meistens sehr schnell erkennen. Bei Unternehmen an externen Belegen oder Zertifizierungen und bei Start-Ups an zentralen Maßnahmen.
 

Wie läuft der Prozess des Green Product Awards ab? Nimm uns einmal mit von der Anmeldung bis zur Bekanntgabe des Gewinners.

Nach der Anmeldung und der vollständigen Registrierung erscheint der Link zum Einreichungsformular. Auf der Seite gibt es nochmal einen Leitfaden, an dem sich die Teilnehmenden orientieren und ihre Einreichung vorbereiten können. Die Einreichung erfolgt dann erstmal komplett digital. Dazu gehören im Wesentlichen ein kurzer allgemeiner Einführungstext, die Detailbeschreibung für die Juror*innen, die Option bis zu 11 Bilder hochzuladen, die Credits, etc.  Wer dabei unsicher ist, kann uns gern kontaktieren.

Nach der Einreichung gibt es eine kleine Rechnung. Danach erfolgt die grobe Sichtung anhand derer entschieden wird, ob die Einreichung die Mindestanforderungen erfüllt und in die Pre-Selection aufgenommen wird. Das ist die erste Stufe, für die es das erste Siegel und ein Portrait der Einreichung auf der Website gibt.

Am 1.11.2021 ist die finale Deadline für die Einreichungen. In den folgenden Wochen werden aus der Pre-Selection die Nominierten bestimmt, die für die Website in vier Sprachen aufbereitet werden.

Am 13.12.2021 passieren mehrerer Sachen: Die Nominierten des Green Product Award und des Green Concept Award werden informiert und bekanntgegeben. Auf Anfrage der Jury werden physische Exponate angefordert, denn die Jury beginnt mit der Beurteilung der Einreichungen zur Ermittlung der Gewinnerbeiträge in den 12 Kategorien. Zeitgleich startet die Publikumswahl zur Wahl des beliebtesten Konzeptes & Produktes/Services. Das Orgateam kümmert sich um Social Media Kampagnen, Pressearbeit, Ausstellungen, das jährliche Green Trend Book und um die Vorbereitung von Matchmaking Events.

Im März 2022 wird dann die Preisverleihung mit der großen Ausstellung auf knapp 400 qm stattfinden. Alle Registrierten erhalten während des Award Zyklus aber auch Updates, weil sich immer noch Neuerungen, wie weitere Ausstellungen und neue Kooperationen, ergeben.


Einblicke in die Ausstellung des Green Product Awards aus dem Jahr 2019 (Bilder: Green Product Award).

Wer entscheidet, welches Produkt letztendlich den Green Product Award erhält und welche Vorteile hat das ausgewählte Unternehmen durch den Gewinn?

Das entscheidet die Jury. Mindestens zwei Juror*innen bewerten die Einreichungen einer Kategorie unter den fünf Aspekten Gesamteindruck, Ausarbeitung, Impact, Design, Innovation und Nachhaltigkeit. Anschließend werden in einem vier-Augen-Prinzip die erzielten Punkte sowie die Kommentare der Juror*innen gesichtet. Bei Fragen oder extrem knappen Resultaten werden die entsprechenden Jurymitglieder noch einmal zusammengeschaltet. Die Juror*innen kommen aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung und beschäftigen sich in ihrem beruflichen Alltag mit dem Thema Nachhaltigkeit.

Die Gewinnenden erhalten Siegel, die sie zur Kennzeichnung verwenden können, verschiedene Medienpartner berichten über die Gewinner*innen und sorgen für Sichtbarkeit. Nominierte und Gewinnende erzielen über Ausstellungen und das Trendbuch zusätzliche Aufmerksamkeit. Tatsächlich haben wir ein System, um die Nominierten in Trendreports, mit Vorträgen, auf Sonderausstellungen oder in konkrete Projekte zu integrieren. Vieles davon läuft über den Green Future Club. Zusätzlich haben wir „angeschlossene Scouts“, die Nominierte-Arbeiten von unseren Kanälen übernehmen und zum Beispiel eigene Trend-Reports und Ausstellungen oder Concept-Stores umsetzen.
 

Welche Unternehmen und Produkte, die bereits am Award teilgenommen haben, sind dir in den letzten Jahren besonders in Erinnerung geblieben und warum?

Das ist WIRKLICH schwer, einige wenige herauszustellen.

Die Firma Anker gewann 2013 den ersten Award in der Kategorie Interior mit einem Teppich, der aus recycelten Fischernetzen bestand. Auf einem der Events haben sie eine junge Textildesignerin kennengelernt, und gemeinsam den leichtesten Teppich der Welt für die Flugindustrie entwickelt und fünf Jahre später damit erneut gewonnen. Seither hatten wir viele große Unternehmen wie Electrolux, Würth, O´Neill, …

Bei den Start-Ups denke ich an Desserto mit ihrer Lederalternative aus Kaktus, deren Material bereits ein Jahr nach dem Gewinn in einer Kollektion von Amber Valetta für Karl Lagerfeld am Markt war. Bei den Absolvent*innen ist es das Team von Saatgutkonfetti, wie sie sich – für mich nicht nachvollziehbar – konsequent gegen die Großproduktion entschieden haben. Aber auch an die Gewinnerin Jonna Breitenhuber, die mit Ihrer Soapbottle später im Crowdfunding 125.000 EUR eingesammelt hat.


Joann Breitenhuber ist Nils mit Ihrer Soapbottle besonders in Erinnerung geblieben, so auch das Unternehmen Desserto mit seiner Lederalternative aus Kaktus (Bilder: Jonna Breitenhuber, Deserto).

Gibt es Produkte oder Bereiche, die besonders häufig beim Green Product Award auftauchen und solche, die sehr selten sind?

Lustig dass du fragst. Ja, tatsächlich haben wir jedes Jahr Einreichungen zum Thema neue Materialien und Interior. Erstaunlicherweise haben wir auch immer Einreichungen zu nachhaltigen Transportverpackungen für Getränke und Lebensmittel. Etwas überraschend ist die Kategorie Kinder: häufig nicht so stark besetzt, wie wir dachten. Aber vielleicht ändert sich das ja in diesem Jahr. J

 

Vielen Dank für das Interview, lieber Nils!

 Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an Green Product Award stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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Auch interessant: Auf dem Weg in eine ressourcenschonende Zukunft mit C2C NGO

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Kommentare
Ulrich Kronberg
09.09.2021
Ich habe das Foto mit den Stühlen gesehen. Wir pflanzen auf den Philippinen viele viele Mangroven und sammeln gleichzeitig Müll aus dem Meer und bauen aus zirka 30 Kilo Müll einen superstabilen Stuhl für die Schulen. Gerne würde ich dafür eine PR-Meldung senden.

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