Erst kommt der Preis, dann die Moral
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Erst kommt der Preis, dann die Moral

Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über ihren Konsum. Der Erfolg von Bio-Produkten und anderen nachhaltig produzierten Gütern macht dies deutlich. Doch wie viele Konsumenten sind wirklich bereit einen Aufpreis für Nachhaltigkeit zu zahlen?

Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über ihren Konsum. Der Erfolg von Bio-Produkten und anderen nachhaltig produzierten Gütern macht dies deutlich. Doch wie viele Konsumenten sind wirklich bereit einen Aufpreis für Nachhaltigkeit zu zahlen?

24.04.2017 - ein Beitrag von Gessica Mirra

Laut einer Nielsen-Studie sind die Mehrheit der Deutschen, nämlich 52 Prozent bereit, mehr Geld für Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen auszugeben, die sich für Gesellschaft und Umwelt engagieren. Nur 18 Prozent der Bundesbürger lehnen dies komplett ab.
Überraschenderweise ist die geäußerte Zahlungsbereitschaft aber ausgerechnet in den reicheren Regionen der Welt am niedrigsten: Nur 42 Prozent der befragten Nordamerikaner und 40 Prozent der Europäer zeigten sich bereit Aufpreise in Kauf zu nehmen.

In der Studie hat Nielsen in 60 Ländern weltweit – unter 30.000 Teilnehmern - untersucht, wie sich Nachhaltigkeit und soziales Engagement auf das Kaufverhalten von Verbrauchern auswirken.

Demnach haben auf die Kaufentscheidung Faktoren, die sich auf das Engagement des Herstellers beziehen, insgesamt nur wenig Einfluss. Wichtig dagegen sind den Befragten Qualität und Preis. Sie wirken sich zu 79 Prozent auf ihre Kaufentscheidungen aus. Auf Platz zwei folgt ein gutes Preis-Leistungsverhältnis (78 Prozent). Den dritten Platz belegt das Vertrauen in eine Marke (61 Prozent). Auf Platz vier steht die Natürlichkeit und Frische eines Produkts. Rabatte oder Coupons beeinflussen die Kaufentscheidung zu 58 Prozent.
Auch im europaischen Vergleich stehen Qualität und Preis auf der Liste der Kaufgründe ganz oben – allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis belegt bei den Europäern mit 67 Prozent den ersten Platz, Qualität folgt mit 63 Prozent.

Nachhaltigkeit spielt nur eine untergeordnete Rolle bei der Kaufentscheidung: Erst wenn die Basis-Anforderungen an ein Produkt erfüllt sind, zählen beim Verbraucher Punkte wie etwa Umweltfreundlichkeit oder das soziale Engagement der Hersteller.

Insgesamt ist die Bereitschaft mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen, bei den deutschen Verbrauchern aber im Vergleich zu älteren Studien gestiegen: um 20 Prozent. 2011 beispielsweise lag der Anteil der Deutschen, die bereit waren, mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen, noch bei 32 Prozent. 2013 war dieser Wert bereits um 5 Prozent gestiegen.



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