Es gibt Weinhandlungen, in denen die Frage inzwischen täglich kommt: Haben Sie etwas Biologisches? Was früher nach Reformhaus klang, ist heute im Mainstream angekommen. Auf der ProWein wurde Bio-Wein bereits 2023 als das Trendthema des Jahres ausgerufen. Der globale Markt für Bio-Wein erreichte 2024 ein Volumen von knapp 38 Milliarden US-Dollar – bis 2033 soll er auf über 141 Milliarden US-Dollar ansteigen. Doch mit dem Boom kommen auch die Missverständnisse. Und ab dem 27. September 2026 gilt mit der EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 ein verbindliches Greenwashing-Verbot: Wer mit schwammigen Begriffen wie „umweltfreundlich" oder „natürlich" wirbt, ohne das nachzuweisen, riskiert Abmahnungen und Bußgelder bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Bio-Wein überhaupt?
- Bio-Wein kaufen: Was lohnt sich?
- Der Unterschied zwischen Bio-Wein und normalem Wein
- Ist Bio-Wein ohne Sulfite?
- Ist Bio-Wein gesünder?
- Bio, biodynamisch, vegan – was ist der Unterschied?
- Wie wird Bio-Wein gekennzeichnet – und was ändert sich mit EmpCo?
- Bio-Wein in Deutschland: Zahlen, Flächen, Fakten
- FAQ: Die häufigsten Fragen zum Bio-Wein
- Bio-Wein: Am Ende bleibt die Frage des Geschmacks — und eine Sache, die zählt
Was ist ein Bio-Wein überhaupt?
Die Antwort ist weniger romantisch als viele hoffen – und doch konkreter, als man erwarten würde. Bio-Wein ist keine Lifestyle-Kategorie. Es ist eine rechtlich definierte Kategorie, geregelt durch die EU-Öko-Verordnung (EU) 2018/848. Was bedeutet Bio beim Wein konkret? Im Weinberg dürfen keine synthetischen Pestizide, keine chemisch-synthetischen Herbizide und keine gentechnisch veränderten Organismen eingesetzt werden. Natürliche Pflanzenschutzmittel wie Schwefel, Kupfer und Bikarbonate sind erlaubt. Seit 2012 gilt die Regelung nicht mehr nur für die Traubenproduktion, sondern für den gesamten Weinausbau.
Wann ist ein Wein Bio? Wenn ein zertifiziertes Weingut drei Jahre Umstellungszeit absolviert hat, jährlich von einer unabhängigen Öko-Kontrollstelle geprüft wird und das EU-Bio-Logo zusammen mit der Codenummer der Kontrollstelle auf dem Etikett trägt. Kein Logo, keine Nummer – kein Bio-Wein.
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Bild: Unsplash/Dan Meyers
Bio-Wein kaufen: Was lohnt sich?
Wer zum ersten Mal bewusst nach Bio-Wein greift, steht vor einer unübersichtlichen Auswahl. Die gute Nachricht: Das EU-Bio-Logo macht die Orientierung einfacher, als es die Vielfalt der Angebote vermuten lässt. Die weniger gute: Nicht jede Flasche, die grün wirkt, ist es auch. Im Supermarkt und Discounter – Aldi, Lidl, Rewe, Edeka – hat sich das Bio-Weinangebot in den letzten Jahren deutlich verbreitert. Wer ein solides Glas zum Alltagspreis sucht, wird hier fündig. Der Einstieg ist niedrigschwellig, die Qualität oft überraschend gut. Der Nachteil: Herkunftstransparenz und Winzerpersönlichkeit bleiben meist auf der Strecke.
Wer tiefer einsteigen will – nach Rebsorte, Region oder Anbauphilosophie sucht, biodynamische Weine von Demeter-Betrieben möchte oder einen ECOVIN-zertifizierten Riesling aus Rheinhessen – kommt am spezialisierten Online-Handel nicht vorbei. Dort lässt sich gezielt filtern, und die Auswahl reicht weit über das hinaus, was im Regal eines Supermarkts Platz findet.
Unsere Empfehlungen für den Einstieg
Bio-Weißwein
1. 2024er Schwerelos Rheingau Riesling Kabinett — Bio Weingut Dr. Corvers-Kauter
Grapefruit, reife Birne, ein Hauch Schwerelosigkeit — dieser Riesling* balanciert vollmundige Frucht und elegante Säure so mühelos, dass der Name Programm ist. Bio-zertifiziert, leicht im Alkohol, groß im Nachhall.
- Preis: 11,50 € (0,75 l · 15,33 €/l)
- Region: Rheingau, Deutschland
- Rebsorte: Riesling
- Geschmack: Süß (Restsüße 39 g/l)
- Alkohol: 10 % vol
- Trinktemperatur: 10 °C
- Verschluss: nicht angegeben
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
Passt zu: Asiatische Küche · Flammkuchen · Picknick
2. 2024er Tradition Pabiro Blanc IGP Côtes de Thongue — Bio La Grange
Opulent und cremig — dieser Blanc aus dem Languedoc* zeigt reife Aprikose, süßen Apfel und sanfte Haselnuss-Röstnoten. Am Gaumen weit, mineralisch frisch, mit langem Schmelz im Abgang. Ein Weißwein mit echtem Körper.
- Preis: 9,40 € (0,75 l · 12,53 €/l)
- Region: Languedoc-Roussillon, Frankreich
- Rebsorte: nicht angegeben
- Geschmack: Trocken
- Alkohol: 13,5 % vol
- Trinktemperatur: 14 °C
- Verschluss: DIAM
- Qualitätsstufe: IGP
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
Passt zu: Terrinen · Räucherfisch · Kalb · Ente · Gans · Quiche · gereifter Käse
3. 2025er Cabernet Blanc Bio Winzervereinigung Freyburg-Unstrut eG
Frisch, trocken, sommerleicht — dieser Cabernet Blanc* duftet nach Paprika, Zitronengras und grünen Kräutern. Als PIWI-Rebsorte von Natur aus widerstandsfähig, als Bio-Wein konsequent weitergedacht. Ein Glas, das man nicht erklärt — man öffnet es einfach.
- Preis: 8,90 € (0,75 l · 11,87 €/l)
- Region: Saale-Unstrut, Deutschland
- Rebsorte: Cabernet Blanc (PIWI)
- Geschmack: Trocken
- Alkohol: 12 % vol
- Trinktemperatur: 8–12 °C
- Verschluss: Schraubverschluss
- Auszeichnung: Gebietsweinprämierung Silber
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
Passt zu: Cremige Suppen · Pasta mit Pesto · leichte Sommergerichte
Bio-Rosé
1. 2025er Über den Wolken Rosé Qualitätswein — Bio Weingut Georg Preisinger
Lachsrot, saftig, unbeschwert — dieser Rosé* aus dem Burgenland duftet nach Holunderbeeren und Sauerkirschen und zeigt am Gaumen eine erfrischende, zugängliche Säure. 100 % Trauben, kein Schnickschnack. Ein Sommerwein, der seinen Namen verdient.
- Preis: 8,70 € (0,75 l · 11,60 €/l)
- Region: Burgenland, Österreich
- Rebsorte: nicht angegeben
- Geschmack: Trocken (Restsüße 1,1 g/l)
- Alkohol: 11,5 % vol
- Trinktemperatur: 8–10 °C
- Verschluss: nicht angegeben
- Qualitätsstufe: Qualitätswein
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
- Besonderheit: Zutaten 100 % Trauben — keine Zusatzstoffe außer natürlichen Sulfiten
Passt zu: Fisch · Meeresfrüchte · Pizza · Pasta · Gemüse
2. 2025er Spätburgunder Rosé trocken Weingut Bender
Banane, Erdbeere, Himbeere, ein Hauch Veilchen — dieser Pfälzer Rosé* ist fruchtig, leicht und unkompliziert schön. Im Edelstahltank ausgebaut, vegan zertifiziert, Zutaten: nur Trauben. Mehr braucht es manchmal nicht.
- Preis: 13,50 € (0,75 l · 18,00 €/l)
- Region: Pfalz, Deutschland
- Rebsorte: Pinot Noir (Spätburgunder)
- Geschmack: Trocken (Restsüße 6,7 g/l)
- Alkohol: 11,5 % vol
- Trinktemperatur: 9–11 °C
- Verschluss: Schraubverschluss
- Ausbau: Edelstahltank
- Qualitätsstufe: Deutscher Qualitätswein
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: keines angegeben
- Vegan: Ja
- Besonderheit: Zutaten 100 % Trauben — keine Zusatzstoffe
Passt zu: Sommerliche Salate · Geflügel · Lachs · Kaninchen
3. 2025er Petershof Rosé Weingut Christ
Staubtrocken und trotzdem wie ein Obstgarten im Glas — Erdbeere, Himbeere, Herzkirsche, ein Hauch Lavendel. Handgelesen, per Gravitation verarbeitet, ohne Pumpen, ohne Schönung, ohne Sterilfiltration. Ein Wiener Rosé*, der zeigt, dass weniger Eingriff mehr Charakter bedeutet.
- Preis: 11,06 € (0,75 l · 14,75 €/l)
- Region: Wien, Österreich
- Rebsorte: Zweigelt
- Geschmack: Trocken (Restsüße 4,8 g/l)
- Alkohol: 12 % vol
- Trinktemperatur: 6–8 °C
- Verschluss: Schraubverschluss
- Ausbau: Edelstahltank, ca. 6 Monate
- Qualitätsstufe: Qualitätswein
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: Ökologische Landwirtschaft (Trauben aus ökologischem Anbau)
- Vegan: Ja
- Besonderheit: Handlese · Gravitationsvinifikation · keine Schönung · keine Sterilfiltration
Passt zu: Perfekt für heiße Sommertage · leichte Sommerküche
Bio-Rotwein
1. 2021er Dehesa de Luna 'Origenes' VdT — Bio Dehesa de Luna
Dichtes Kirschrot, balsamisch, würzig, lang — dieser Spanier* aus Castilla-La Mancha zeigt Johannisbeere, Brombeere, Vanille und schwarzen Pfeffer in einem kräftigen, runden Körper. Ein Rotwein mit Substanz, der Zeit braucht und sie wert ist.
- Preis: 10,10 € (0,75 l · 13,47 €/l)
- Region: Castilla-La Mancha, Spanien
- Rebsorte: nicht angegeben
- Geschmack: Trocken (Restsüße 0,2 g/l)
- Alkohol: 14,5 % vol
- Trinktemperatur: 15–17 °C
- Verschluss: DIAM
- Qualitätsstufe: IGP (Vino de la Tierra)
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
Passt zu: Geflügel · Lamm · Reis- und Pastagerichte · Schmorbraten · Tapas
2. 2022er Rotwein Cuvée Bio Weingut Holger Kuhn
Cabernet Sauvignon trifft Merlot — ein unkomplizierter Pfälzer Rotwein*, der zeigt, dass Bio und Alltagswein kein Widerspruch sind. Fruchtig, zugänglich, ehrlich.
- Preis: 7,80 € (0,75 l · 10,40 €/l)
- Region: Pfalz, Deutschland
- Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Merlot
- Geschmack: Trocken (Restsüße 4,9 g/l)
- Alkohol: 12 % vol
- Trinktemperatur: nicht angegeben
- Verschluss: Schraubverschluss
- Ausbau: Maischegärung · Edelstahltank
- Qualitätsstufe: Deutscher Qualitätswein
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
3. 2023er Nostre Pais Rouge AOP Costières de Nîmes — Bio Vignobles Michel Gassier
Schwarze Früchte, Kakao, Graphit und der Duft von sonnenwarmen Kieseln — dieser Rhône-Rotwein* ist dicht, samtig und komplex. Die Tannine sind präsent, aber perfekt eingebunden. Ein Wein für den langen Abend, nicht für die schnelle Flasche.
- Preis: 16,20 € (0,75 l · 21,60 €/l)
- Region: Vallée du Rhône, Frankreich
- Rebsorte: nicht angegeben
- Geschmack: Trocken (Restsüße 0,6 g/l)
- Alkohol: 14 % vol
- Trinktemperatur: 16–17 °C
- Verschluss: Naturkorken
- Qualitätsstufe: AOP (Appellation d'Origine Protégée)
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
Passt zu: Kalb · Ente · Lamm mit weißen Bohnen · Bitterschokolade · Reblochon · Pont l'Evêque
! Wer jetzt denkt: „Schön und gut — aber muss das alles so verdammt trocken sein?" — vollkommen berechtigt. Die gute Nachricht: Bio-Wein kann auch anders. Wer es lieber etwas süßer, fruchtiger oder zumindest halbwegs versöhnlich im Abgang mag, dem sei gesagt: Es gibt sie, die Bio-Tropfen mit mehr Schmelz.
1. 2020er Dornfelder süss — Bio/Vegan Villa Welter
Schwarzkirsche, Brombeere und ein Hauch Mandel treffen auf einen samtigen Körper und feine Süße. Dieser Bio-Dornfelder* aus Rheinhessen zeigt sich vollmundig, weich und angenehm fruchtbetont — ein Rotwein für alle, die es unkompliziert, harmonisch und leicht süß mögen.
- Preis: 9,50 € (0,75 l · 12,67 €/l)
- Region: Rheinhessen, Deutschland
- Rebsorte: Dornfelder
- Geschmack: Süß (Restsüße 45 g/l)
- Alkohol: 9,5 % vol
- Trinktemperatur: 12–20 °C
- Verschluss: Schraubverschluss
- Qualitätsstufe: Deutscher Qualitätswein
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
- Vegan: Ja
Passt zu: Braten · Wildgerichte · Käseplatten · dunkle Schokolade
2. 2025er St. Goarer Ameisenberg Bio Riesling Spätlese — Bio Weingut Philipps-Mühle
Reife Pfirsiche, Aprikosen und frische Zitrusnoten treffen auf eine feine Mineralität und ausgewogene Süße. Diese Bio-Riesling Spätlese* vom Mittelrhein verbindet elegante Frucht mit lebendiger Säure und zeigt eindrucksvoll, wie harmonisch süße Rieslinge sein können.
- Preis: 19,00 € (0,75 l · 25,33 €/l)
- Region: Mittelrhein, Deutschland
- Rebsorte: Riesling
- Geschmack: Süß (Restsüße 76 g/l)
- Alkohol: 9 % vol
- Trinktemperatur: 10–12 °C
- Verschluss: Schraubverschluss
- Qualitätsstufe: Deutscher Prädikatswein – Spätlese
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
Passt zu: Desserts · kräftige Käsesorten · Aprikosen-Tarte · Blauschimmelkäse
3. 2025er Moscato d'Asti "Bricco Quaglia" DOCG — Bio La Spinetta Giorgio Rivetti
Rosenwasser, Muskateller, intensive Traubenfrucht — und das alles bei gerade mal 5 % Alkohol. Dieser Moscato* aus dem Piemont ist süß, elegant und unverschämt harmonisch. Der Wein, den man bestellt, wenn man eigentlich keinen mehr wollte.
- Preis: 16,30 € (0,75 l · 21,73 €/l)
- Region: Piemonte, Italien
- Rebsorte: Moscato (Muskateller)
- Geschmack: Süß (Restsüße 156 g/l)
- Alkohol: 5 % vol
- Trinktemperatur: 6–8 °C
- Verschluss: Konglomerat-/Presskorken
- Qualitätsstufe: DOCG
- Auszeichnung: keine angegeben
- Bio-Siegel: Kontrolliert biologischer Anbau
Passt zu: Aperitif · Blauschimmelkäse · kräftige Weichkäse · Panettone
Der Unterschied zwischen Bio-Wein und normalem Wein
Der Kernunterschied liegt nicht im Glas, sondern davor – auf dem Feld. Konventioneller Weinbau erlaubt synthetische Herbizide, Fungizide und Insektizide. Das produziert gleichmäßigere Erträge und hinterlässt Rückstände, die sich in Böden, Wasserläufen und mitunter im Endprodukt nachweisen lassen. Langjährig biologisch bewirtschaftete Weinberge weisen messbar höhere mikrobielle Aktivität, mehr Artenvielfalt und bessere Bodenstruktur auf.
Beim Weinausbau ist die Palette zugelassener Zusatzstoffe im Bio-Bereich kleiner: Reinzuchthefen, Weinsäure und Kaliumhydrogencarbonat sind erlaubt; ein Teil der aggressiveren Mittel aus dem konventionellen Keller ist es nicht.

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Ist Bio-Wein ohne Sulfite?
Das ist die meistgestellte Frage rund ums Thema – mit über 2.200 monatlichen Suchanfragen in Deutschland. Die Antwort ist nuancierter als ein schlichtes Ja oder Nein. Nein, Bio-Wein ist nicht prinzipiell ohne Sulfite. Ja, er enthält in der Regel weniger davon. Und nein, völlig sulfit-frei gibt es keinen Wein – weil die Gärung als biochemischer Prozess immer eine geringe Menge Schwefeldioxid produziert.
Was die EU-Öko-Verordnung konkret vorschreibt: Trockene Bio-Rotweine dürfen maximal 100 mg/l Sulfite enthalten, trockene Bio-Weiß- und Roséweine bis zu 150 mg/l. Konventionell produzierte Weine dürfen deutlich höhere Mengen enthalten. Forschungsarbeiten, darunter eine Studie von Sophie Parker-Thomson, zeigen: Schwefelfreie Weine können einen erhöhten Gehalt an biogenen Aminen aufweisen, die bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen auslösen. Schwefel in Maßen kann im Einzelfall sogar besser verträglich sein als kein Schwefel.

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Ist Bio-Wein gesünder?
Bio-Wein enthält keine oder deutlich geringere Rückstände synthetischer Pestizide. Das ist ein nachweisbarer Unterschied. Ob das gesundheitlich relevant ist, hängt von den konsumierten Mengen ab – Rückstände in konventionellen Weinen liegen meist unterhalb gesetzlicher Grenzwerte. Was die Wissenschaft klar sagt: Alkohol selbst bleibt das gesundheitsrelevanteste Element im Wein. Die EU-Verordnung 2021/2117, die seit 2024 für alle in der EU hergestellten Weine gilt, verpflichtet alle Hersteller zur Nährwertkennzeichnung und Zutatenliste. Bio-Wein ist weniger belastet mit synthetischen Rückständen, enthält weniger Sulfite und wird unter strengeren Bedingungen produziert. Gesundheitsfördernd im medizinischen Sinne ist er deswegen nicht automatisch.

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Bio, biodynamisch, vegan – was ist der Unterschied?
- Bio-Wein – EU-zertifiziert, ökologischer Weinbau, kontrollierter Kellerausbau. Das EU-Bio-Logo plus Kontrollnummer ist Pflicht.
- Biodynamischer Wein (oft Demeter-zertifiziert) geht weiter: Das gesamte Weingut folgt den Prinzipien Rudolf Steiners – Aussaatkalender nach Mondphasen, spezielle Präparate, der Betrieb als geschlossenes Agrarsystem. Wer biodynamischen Wein kauft, kauft Bio plus.
- Bio-veganer Wein kombiniert ökologische Zertifizierung mit dem Verzicht auf tierische Klärhilfsmittel wie Gelatine oder Kasein. Bio bedeutet nicht automatisch vegan – und vegan bedeutet nicht automatisch bio.
Wie wird Bio-Wein gekennzeichnet – und was ändert sich mit EmpCo?
Woran erkennt man Bio-Wein? Das EU-Bio-Logo – ein stilisiertes grünes Blatt aus Sternen – ist das gesetzlich verpflichtende Erkennungszeichen. Daneben muss die Codenummer der Kontrollstelle angegeben sein, z. B. „DE-ÖK-001". Zusätzliche Verbandszertifizierungen wie Demeter, ECOVIN, Bioland oder Naturland können daneben stehen. ECOVIN hat seine Richtlinie zuletzt im April 2025 aktualisiert.
Ab dem 27. September 2026 gilt EU-weit das Greenwashing-Verbot der EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825. Begriffe wie "natürlich", "umweltfreundlich" oder "nachhaltig" auf Weinetiketten sind dann nur noch zulässig, wenn der Hersteller die behauptete Umweltleistung nachweisbar belegen kann. Das Umweltbundesamt bestätigt: Deutschland hat die Richtlinie im Februar 2026 in nationales Recht umgesetzt.

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Bio-Wein in Deutschland: Zahlen, Flächen, Fakten
Laut Daten von ECOVIN und BOLW wurden 2023 in Deutschland rund 15.300 Hektar Bio-Rebfläche ausgewiesen – knapp 15 Prozent der gesamten deutschen Rebfläche. Die größten Flächen liegen in Rheinland-Pfalz, den Regionen Rheinhessen und Pfalz. Der Jahrgang 2024 war für Bio-Winzer herausfordernd: Spätfröste, starker Regen und Falscher Mehltau setzten den Erträgen zu. ECOVIN fasste zusammen: Der Jahrgang 2024 werde von frischen, leichten und lebendigen Weinen geprägt sein.
Der Gesamtmarkt für Bio-Lebensmittel in Deutschland überschritt 2025 die Marke von 18 Milliarden Euro und wuchs um rund acht Prozent – ein Rekordwert laut Deutschem Bauernverband und DHBW Heilbronn.
FAQ: Die häufigsten Fragen zum Bio Wein
1. Ist Bio-Wein immer vegan?
Nein. Bio bezieht sich auf die Produktionsweise, nicht auf den Einsatz tierischer Klärhilfsmittel. Wer veganen Bio-Wein sucht, achtet auf eine explizite Vegan-Kennzeichnung zusätzlich zum EU-Bio-Logo.
2. Was ist Bio-Primitivo-Wein?
Ein Primitivo (Rebsorte aus Apulien, Italien) aus zertifiziert biologischem Anbau. Er unterliegt denselben EU-Vorschriften wie jeder andere Bio-Wein.
3. Ist Bio-Wein frei von Pestiziden?
Von synthetischen Pestiziden ja. Natürliche Pflanzenschutzmittel wie Schwefel und Kupfer sind weiterhin zugelassen.
4. Wird Bio-Wein geschwefelt?
Ja, in der Regel – aber mit geringeren Mengen als konventioneller Wein. 100 mg/l für trockene Rotweine, 150 mg/l für Weiß- und Roséweine.
5. Gibt es Bio-Wein ohne zugesetzten Schwefel?
Ja. Einige Winzer verzichten vollständig auf Schwefelzusatz. Diese Weine enthalten aber durch die Gärung geringe Mengen natürlicher Sulfite.

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Bio Wein: Am Ende bleibt die Frage des Geschmacks — und eine Sache, die zählt
Bio-Wein ist keine Garantie für Genuss und kein Gesundheitsversprechen. Er ist ein klar reguliertes, jährlich kontrolliertes Produktionsverfahren vom Weinberg bis in den Keller. Was er verspricht: kein synthetisches Pestizid, weniger Schwefel, mehr Transparenz. Ab September 2026 macht die EmpCo-Richtlinie Schluss mit Greenwashing im Weinsegment. Das EU-Bio-Logo auf der Flasche und die Codenummer der Kontrollstelle daneben – das ist der verlässlichste erste Schritt. Der Rest ist Geschmack.
Quellen:
- EU-Öko-Verordnung (EU) 2018/848 – EUR-Lex
- ECOVIN Richtlinie, 18. Fassung, April 2025
- Ökolandbau.de: Bio-Wein im Check
- EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 – EUR-Lex
- Umweltbundesamt: Stärkerer Schutz vor Greenwashing
- ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau
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