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Beyond Meat – Ein Schritt in die richtige Richtung

Was in den USA bereits ein sehr erfolgreiches Produkt ist, findet seinen Anfang in Deutschland zunächst etwas erschwert beim Discounter Lidl. Aber was steckt hinter dem Produkt und wie sieht es in nächster Zeit auf dem deutschen Markt aus?

Beyond Meat: Gute Alternative?
Designelement

Was in den USA bereits ein sehr erfolgreiches Produkt ist, findet seinen Anfang in Deutschland zunächst etwas erschwert beim Discounter Lidl. Aber was steckt hinter dem Produkt und wie sieht es in nächster Zeit auf dem deutschen Markt aus?

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03.07.2019 - Ein Beitrag von Sophie Isabell Greife, Bild © Beyond Meat

Bei Beyond Meat handelt es sich um ein Unternehmen, das 2009 in Kalifornien gegründet wurde und das vegane Fleischersatzprodukte, insbesondere Burger herstellt.

Diese Produkte bestehen hauptsächlich aus einer Mischung von Wasser, Erbsenprotein, Raps- und Kokosöl. Abhängig vom Produkt wird dieses Basisrezept um unterschiedliche Aromen, Gewürze und weitere Zutaten erweitert. Die rote Farbe erhalten die Burger-Patties unter anderem durch Rote-Beete-Saft.

Die Konsistenz der Produkte entsteht, indem die Zutaten unter Dampf gekocht und in Form gepresst werden. Dieser Prozess nennt sich Extrusion.

Oftmals stehen Fleischersatzprodukte in der Kritik, nicht so viele Nährstoffe zu liefern wie das fleischliche Pendant. Eine Aussage, die auf Beyond Meat nicht zutrifft, denn die Produkte enthalten ebenso viele Proteine, zur Hälfte weniger gesättigte Fettsäuren und überdies kein Cholesterin.

Ein weiterer Vorteil der Produkte ist es, dass sie durch das Fehlen von Gluten auch für Leute geeignet sind, die glutenintolerant sind. Außerdem enthalten sie weder Soja, noch gentechnisch veränderte Organismen (GMO) enthalten.

Auch im Hinblick auf die Umwelt punktet Beyond Meat im Vergleich zu Rindfleisch, denn es werden 99% weniger Wasser, 93% weniger Fläche, 46% weniger Energie benötigt und es entstehen 90% weniger Treibhausgase.

Produkte

Die folgenden Produkte werden von Beyond Meat angeboten:

  • Beyond Beef
  • The Beyond Burger (In Deutschland erhältlich)
  • Beyond Sausage (als Bratwurst, Salsiccia und klassische Wurst)

Verbreitung & Umsatz

Der Erfolg der Beyond Meat Produkte spiegelt sich auch in der Verbreitung wieder, denn die Produkte werden an circa 30.100 Vertriebsstellen verkauft. Demnach findet man sie primär in den Vereinigten Statten, aber auch im Vereinigten Königreich, in Kanada und inzwischen auch in Deutschland. Es gibt sie in gängigen Lebensmittelgeschäften, in Einzelhandelsketten, im Großhandelbereich, Restaurants, Foodservice und Schulen zu finden.

Und auch der Umsatz lässt sich sehen, denn der Nettoumsatz ist im Jahr 2016 mit 16,2 Millionen US-Dollar, auf 87,9 Millionen US-Dollar in 2018 gestiegen, also hatte eine Wachstumsrate von 133%.

Seit Mai 2019 ist Beyond Meat auch an der Börse.

Beyond Meat in Deutschland

In Deutschland leben, Stand 2018, 6,31 Millionen Vegetarier (Quelle: Statista), für die der Beyond Meat Burger eine gute Alternative darstellen kann.

In Hinblick auf die Restaurants, die den fleischlosen Burger anbieten, gab es, Ende April dieses Jahres, bereits mehr als 80 Restaurants in Deutschland, die den Beyond Meat Burger dauerhaft im Sortiment anbieten.

Zunächst waren die Burger nur in deutschen Metro-Filialen erhältlich, am 29.Mai wurden sie, für 4,99€ pro Packung mit zwei Burgerpatties, auch in Lidl-Filialen angeboten. Dies war allerdings eher enttäuschend, denn in manchen Filialen waren die Patties innerhalb von Minuten ausverkauft, sodass viele Kunden leer ausgingen. Überdies kam die Ware vielerorts gar nicht an, oder wurde nur in geringer Menge geliefert wurden.

Nachdem Lidl durch diese Mängel viel Kritik der Kunden erntete, bietet nun allerdings der Discounter Netto den Beyond Meat Burger an und sei damit nach eigenen Angaben der erste Discounter der diesen national im SB-Frische-Regal anbiete. Demnach wird es die Burger Patties im Aktionszeitraum vom 4. bis 6. Juli bei Netto, ebenfalls für einen Preis von 4,99€ pro Packung geben.

Kritik

Ein Nachteil des Burgers ist es leider, dass es sich nicht um Bioprodukte handelt, die zur Produktion verwendet werden. Denn auch wenn bei der Herstellung auf die Verwendung von Fleisch oder sonstiger Tierprodukte verzichtet wird, ändert das nichts an der Qualität der sonstigen Zutaten.

Ebenfalls problematisch ist es, dass die Zutaten, mittels Extrusion sehr stark verarbeitet werden, wozu es, jedenfalls im Internet, kaum Informationen zu finden gibt. Was jedoch klar ist, dass die positiven Eigenschaften, der an sich guten Produkte, durch die Verarbeitung weitestgehend verloren gegangen scheinen. Vitamine z.B. sucht man auf der Verpackung vergeblich.

Weiterer Kritikpunkt ist es, dass Tyson-Foods, das größte US-amerikanische Fleischzucht- und Verarbeitungsunternehmen fünf Prozent der Unternehmensanteile besitzt, und auch in Deutschland ist die Verknüpfung zu einem großen Fleischkonzern herzustellen. Denn die Produkte werden von der PHW Group vertrieben, zu der ebenfalls der Geflügelproduzent Wiesenhof gehört.

Auch die Tatsache, dass die Burger von großen Discounterketten wie Lidl, und nun auch Netto verkauft werden, sollte hinterfragt werden, da diese, in Hinblick auf Fleisch- oder sonstige Tierprodukte sehr stark durch die niedrigen Preise profitieren. Mit diesen werden andere Supermärkte ebenfalls unter Druck gesetzt die Preisen für Fleisch und andere Tierprodukte zu senken, was wiederum die Massentierhaltung unterstützt.

Fazit

Es lässt sich nicht abstreiten, dass fragwürdige Konzerne, die einen Großteil ihres Umsatzes mit dem Verkauf billiger Tierprodukte verdienen, Beyond Meat unterstützen. Ob man diese Großkonzerne und Discounter allgemein unterstützen möchte ist eine Frage, die sich jeder individuell stellen sollte.

Letzten Endes ist jeder für sein Kaufverhalten verantwortlich, deswegen ist es allgemein wichtig, sich mit seinen persönlichen Wertevorstellungen auseinanderzusetzen und sich zu fragen, wie das Konsum- und Kaufverhalten die Umwelt beeinflusst.

Denn es ist es dennoch sinnvoll, Produkte wie den Beyond Meat Burger zu unterstützen, welcher als Konkurrenz zu billigen Tierprodukten, eine erhebliche Verbesserung darstellt.

Eines ist jedenfalls klar, was den Geschmack angeht, steht dieser Burger der fleischlichen Variante in nichts nach.

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