Bam Larsson produziert nur, was auch bestellt wird
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Bam Larsson produziert nur, was auch bestellt wird

UNTERNEMENSVORSTELLUNG | Damit verzichtet das Modellabel Bam Larsson zwar auf Marge und Gewinn, aber es muss so nicht nach jedem Saisonwechsel tonnenweise auf Halde produzierte Ware entsorgen.

UNTERNEMENSVORSTELLUNG | Damit verzichtet das Modellabel Bam Larsson zwar auf Marge und Gewinn, aber es muss so nicht nach jedem Saisonwechsel tonnenweise auf Halde produzierte Ware entsorgen.

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10.10.2017

LifeVERDE: Herr Miller, können Sie uns etwas zur Entstehungsgeschichte von Bam Larsson erzählen? Und welche Firmenphilosophie verfolgen Sie?

Simon Miller: Ein Label mit dem Markenzeichen-Linoldruck von einer Eule. Die Geburtsstunde von Bam Larsson schlug bereits im Mai 2012. Die Schulfreunde Johannes und Jörg wollten es mit Missständen in der Modeindustrie wie Preisdumping, Langlebigkeit, Produktionsbedingungen in Drittweltländern nicht auf sich beruhen lassen. So kam es dank dem Unternehmergeist beider in Verbindung mit einigen Bierchen im Jahr 2013 zur Gründung von Bam Sie „schmissen“ den Laden gekonnt anhand ihrer Kunstfigur, dem männlichen Bam Larsson: weltgewandter Entdecker und Abenteurer eines urbanen, skandinavischen Lebensstils zwischen Tag und Nacht.

Da Bam Larsson eher als „Hobby“ der Beiden anzusehen war, Bam auf Grund des Wachstums aber immer mehr Aufmerksamkeit erforderte, musste Mitte 2016 eine Entscheidung gefällt werden. Johannes und Jörg entschieden sich gegen Bam und für die Karriere. So kam es Anfang 2017 zum „Inhaberwechsel“.

Die Vision:

„Mode, wie sie uns gefällt. T-Shirts, die Ärsche kicken. Wohlfühlen zum Anziehen, wie ein baumwollgewordenes Lieblingslied. Dein Lieblingsparfum mit Ärmeln dran. Eine innige Umarmung zum Überstreifen. Mamas Bananenkuchen in T-Form. Und auf jeden Fall immer nach oben offen.“

Eine Philosophie im klassischen Sinne vertreten wir bei Bam Larsson nicht – oder doch? Wir stehen für faire Bezahlung sowohl der Rohstoffe als auch der Produzenten, für Nachhaltigkeit und Qualität. Die Welt braucht neue Antworten auf neue Herausforderungen, Umdenken tut not, auch in der Welt der Mode. Und wenn Dir unsere Mode gefällt und Du sie einfach haben willst und Du sie dann auch gerne und lange trägst, ist es gut für uns, für Dich, Deine Mitmenschen und natürlich Deine Umwelt.

Was würden Sie sagen, ist das Besondere an Ihren Produkten und an wen richtet sich Ihr Angebot?

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und damit auch zum Glück in der Modewelt angekommen. Neben dem ordentlichen Design der Produkte geht es uns vor allem um zwei Dinge: Die Produktion der Shirts soll den beteiligten Menschen helfen und nicht schaden und der dabei verursachte ökologische Fußabdruck soll so gering wie möglich sein.

Unser erster Schritt ist es, kreativ und einzigartig gestaltete T-Shirts anzubieten, die nach anerkannten internationalen Standards zertifiziert sind. Die Produktion von fair gehandelten Shirts aus Bio-Baumwolle in Kleinserie, bietet dem Kunden ein exklusives Shirt, das er mit gutem Gewissen tragen kann. Sie bedeutet aber auch einen vergleichsweise hohen Aufwand und damit hohe Kosten. Wir sind bereit mit einer geringeren Marge zu arbeiten, als es große Konzerne tun, um unsere T-Shirts zu einem vernünftigen Preis anbieten zu können. Dass dieser zwangsläufig etwas höher ist, als bei einem Textildiscounter, ist leicht nachvollziehbar.

„Bam liebt und lebt das Widersprüchliche."

Was schätzen Ihre Kunden ganz besonders? Welches Feedback erhalten Sie?

Die tolle Verarbeitung und den Tragekomfort der Kleidung schätzen unsere Kunden am allermeisten. Den Rückmeldungen nach zu urteilen treffen wir mit unseren Designs aber auch gut die durchaus unterschiedlichen Vorlieben unserer Käufer.

Das generelle Feedback ist durchwegs positiv. Mit dem Kauf leisten unsere Kunden einen bewussten Beitrag, ihre Umwelt etwas grüner zu gestalten. Dieses Gefühl mögen unsere Kunden.

Wie lebt Bam Larsson außerdem Nachhaltigkeit?

Auch wenn es jedem unternehmerischen Denken konträr läuft: wir lassen erst nach Eingang einer Bestellung produzieren, verzichten dadurch auf Marge und Gewinn. Wir müssen also nicht nach Saisonwechsel tonnenweise auf Halde produzierte Ware entsorgen, was wieder mit Kosten und Umweltbelastung einherginge. Das funktioniert gut dank eines Partners in Deutschland, der binnen weniger Tage unserer Bio-Rohlinge klimaneutral liefern kann.

Vor welche Herausforderungen stellt Sie der Nachhaltigkeitsaspekt eventuell?

Gerade der Onlinehandel steht vor vielen „Herausforderungen“, die noch lange nicht alle zu lösen sind. Da wäre zum einen natürlich der Versand selbst, der nach wie vor überwiegend durch Dienstleister übernommen wird, die niedrige Löhne zahlen und deren Fuhrpark hohe Emissionen hat. Auch die Verpackung selbst muss auf den Prüfstand. Generell muss in die Köpfe: der Aspekt der Nachhaltigkeit macht erst dann Sinn, wenn der gesamte „life style“ einbezogen wird und nicht nur Gebiete wie z.B. nachhaltiges Essen. Da ist noch viel zu tun.

Welche Trends im Bereich "Nachhaltige Mode" finden Sie besonders spannend?

Hier finden wir viele „Trends“ sehr spannend. Was uns aber sehr freut ist, dass es immer mehr Angebot an nachhaltiger Mode gibt und der schlechte Ruf der nachhaltigen Mode in den letzten Jahren sehr positiv verändert wurde. Vor einigen Jahren dachte man bei „Öko“ ja sofort an Kartoffelsack und Jutebeutel. Das ist Geschichte! Ganz besonders spannend finden wir den „Trend“ des Upcyclings bei dem aus alten eigentlich verbrauchten Sachen tolle neue Kleidungsstücke entstehen. Auch bei uns gibt es zum Beispiel Taschen aus recycelten Kunststoffmüll.

Verraten Sie uns, wie sich Ihr grünes Angebot weiterentwickeln wird?

Wir arbeiten mit Hochdruck daran neue Designs fertigzustellen, denn wie oben gesagt ist, ist das besondere an unseren Produkten das Design. Da wir momentan noch auf „Rohlingbasis“ arbeiten, muss sich unser Produktportfolie natürlich an die Schnitte der Produkthersteller halten, aber auch hier sind wir ständig auf der Suche nach neuen Produkten und Schnitten. Unser großer Traum ist, eigene Schnitte produzieren zu lassen. An diesem „Riesenschritt“ arbeiten wir.

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