Bags für Groß und Klein
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Bags für Groß und Klein

„Die Idee entstand auf einer Party, wo Flo mit einer befreundeten Physiotherapeutin ins Gespräch kam und sie sich über die Fehlhaltungen und Rückenbeschwerden von Kindern in jungen Jahren wunderten und in diesem Zusammenhang die veralteten Tragefunktionen der Schulranzen auffielen. Die Idee, Kindern Schultaschen und -rucksäcke zu bieten, die ergonomisch besser ausgestattet sind und sich das Schulleben so verbessert werden würde, war damit geboren.“

„Die Idee entstand auf einer Party, wo Flo mit einer befreundeten Physiotherapeutin ins Gespräch kam und sie sich über die Fehlhaltungen und Rückenbeschwerden von Kindern in jungen Jahren wunderten und in diesem Zusammenhang die veralteten Tragefunktionen der Schulranzen auffielen. Die Idee, Kindern Schultaschen und -rucksäcke zu bieten, die ergonomisch besser ausgestattet sind und sich das Schulleben so verbessert werden würde, war damit geboren.“

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20.04.2017

LifeVERDE: Herr Pink, Sie sind Gründer und Geschäftsführer von FOND OF BAGS, einem jungen Label für nachhaltige Taschen. Was ist das Besondere an Euren Taschen und an wen richtet Ihr Euch mit Euren Angeboten?

Sven-Oliver Pink, Geschäftsführer FOND OF BAGS: Wie wir damals in 2010 gestartet sind, wollten wir etwas gemeinsames Großes auf die Beine stellen. Da steckt vor allem viel Leidenschaft dahinter für das, was wir tun und dafür, dass wir es gemeinsam tun. Das spiegelt sich auch in "FOND OF" wieder, was frei übersetzt für "vernarrt sein in" steht. Nach dem Aufrollen des Schultaschenmarkts seit 2010 hat jede weitere Lieblingsmarke seine eigene Geschichte, mit der wir in den Markt gestartet sind und so haben wir mittlerweile für jede Altersklasse von "Baby bis Business" Begleiter für den Alltag im Angebot. Zudem vereinen alle unsere Taschen und Rucksäcke, dass sie sich durch eine besondere Qualität auszeichnen, die sich nicht nur in hochwertigen Materialien und präziser Verarbeitung, sondern besonders in durchdachter Funktionalität, zeitgemäßem Design und verantwortlicher Herstellung widerspiegelt.

Als relativ junges Unternehmen seid Ihr 2010 gestartet. Wie kam es zur Gründung und wie schnell habt Ihr erste Erfolge gespürt?

Die Idee entstand auf einer Party, wo Flo mit einer befreundeten Physiotherapeutin ins Gespräch kam und sie sich über die Fehlhaltungen und Rückenbeschwerden von Kindern in jungen Jahren wunderten und in diesem Zusammenhang die veralteten Tragefunktionen der Schulranzen auffielen. Die Idee, Kindern Schultaschen und -rucksäcke zu bieten, die ergonomisch besser ausgestattet sind und sich das Schulleben so verbessert werden würde, war geboren.

Welche Vision verfolgt Ihr und welche Motivation treibt Euch und Euer Team an?

Im Mittelpunkt stand nie eine Vision wie die "Welteroberung" sondern immer etwas gemeinsam zu machen, was uns Spaß macht. Im Gründerteam haben wir alle sehr unterschiedliche Stärken, uns vereinen aber zu 100% unsere Werte. Bei jedem unserer Projekte steht Leidenschaft im Mittelpunkt für eine Idee, von der wir uns Erfolg versprechen. Aktuell arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern im Fachhandel daran, alle unsere Marken eigenständig erfolgreich zu machen und auch auf internationale Beine zu stellen. Dabei steht eine besondere Herausforderung im Mittelpunkt: das Wachstum zu managen und mit viel Vertrauen das Team, welches sich im letzten Jahr nahezu verdoppelt hat, auf dem Weg mitzunehmen.

Als jüngste Auszeichnung erhieltet Ihr und Euer Team den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016 und zuletzt auch den Deutschen CSR-Preis 2017. Wofür erhieltet Ihr den Preis und worauf seid Ihr besonders stolz?

Verliehen wurde uns der Deutsche Nachhaltigkeitspreis für das nachhaltigste KMU (KMU = Kleine und mittelständige Unternehmen). Den Deutschen CSR-Preis erhielten wir in der Kategorie "Lieferkette". Hierzu die Begründung der Jury:

"Aufgrund des ganzheitlichen CSR-Ansatzes in Verbindung mit einer hohen Authentizität und Glaubwürdigkeit spricht sich die Jury eindeutig für "FOND OF BAGS" als ersten Preisträger aus. Auch im Vergleich mit den Bewerbungen aus den letzten Jahren ist dies eine herausragende Bewerbung. Man bemüht sich gleichermaßen um Verbesserungen für Mensch und Umwelt: Chemische Reinheit durch Verwendung von bluesign-approved-Stoffen, Ressourcenschutz durch Verwendung von recycleten PET-Flaschen, soziale Verbesserungen durch Einführung des Standards der Fair-Wear-Foundation."

Das fasst den Kern unserer Bemühungen recht schön und wertschätzend zusammen. Trotzdem sehen wir uns selbst erst am Anfang unserer Entwicklung auf dem Weg zur Nachhaltigkeit, den wir lieber und auch noch breiter als "unternehmerische Verantwortung" definieren.

Welche Partner und Werkzeuge haben Euch auf Eurem Weg zur Ausrichtung als nachhaltiges Unternehmen besonders unterstützt?

2015 hat FOND OF BAGS das Thema Corporate Responsibility (CR) nachhaltig im Unternehmen verankert. In dem Jahr erhob es erstmals Kennzahlen nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex und setzte sich strategische CR-Ziele. Schwerpunkt ist eine ständige Evaluierung der Lieferkette. Um die CR-Strategie umzusetzen, wendet FOND OF BAGS den „N-Kompass“ an, eine vom NWB-Verlag (Herne) entwickelte, softwarebasierte Methode. Sie dient dazu, ein Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen zu etablieren und voranzutreiben. Die Methode legt zum Beispiel offen, wo im Unternehmen welche Hebel zu betätigen sind, um die CR-Strategie zu verwirklichen und die gesetzten Ziele zu erreichen.

Vor welche Herausforderungen stellt Euch der Nachhaltigkeitsaspekt aktuell? 

Eine große Herausforderung im Bereich der verantwortlichen Unternehmensführung mit Blick auf unsere Produkte ist der funktionale Anspruch unserer Kunden, die häufig diametral entgegensetzt zu (unseren) ökologischen Interessen ist.

Ein Beispiel: egal wie ‚grün‘ ein Rucksack sein soll, unsere Kunden erwarten, dass er – wenn er schon aufgrund der Nähte nicht wasserdicht sein kann – wenigstens wasserabweisend ist. Wir haben als Konsumenten gelernt, dass Wasser und Schmutz einfach so von unseren Jacken, Schuhen, Teflonpfannen und eben auch Taschen abperlt, wie von einer Lotuspflanze. Leider wird dieser Effekt nicht von dem Polyester, sondern von Chemie erzeugt, die auf dem Stoff aufgebracht wird: sehr häufig von sogenannten PFCs. PFCs sind sehr günstig in der Herstellung und äußert effizient was Wasser,- Öl- und Schmutzabweisung angeht. Soviel zu den funktionellen Eigenschaften.

Denen gegenüber steht der ökologische Einfluss. Wir sehen PFCs sehr kritisch, da sie sich in der Umwelt anlagern, nicht abgebaut werden können und nicht zuletzt über Wasserorganismen auch in die menschliche Nahrungskette gelangen. Es gibt Anzeichen, dass sie neben den Schäden in Tier- und Pflanzenwelt auch die menschliche Gesundheit beinträchtigen.

Wir forschen, entwickeln und testen intensiv PFC-freie Alternativen, doch bislang konnten wir keinen adäquaten Ersatz finden und stehen damit in einem Dilemma: Verwenden wir weiter PFC nimmt die Umwelt Schaden, verzichten wir darauf besteht die Gefahr, dass sich Kundenbeschwerden und Reklamationen häufen. 

Unser Ziel ist es, ab dem 01.01.2019 keine PFCs mehr in unseren Produkten verwenden. Gleichzeitig wollen wir weiter zufriedene Kunden haben und weiter Rucksäcke verkaufen.

Um diese Herausforderung zu meistern brauchen wir ein grundsätzliches Bewusstsein auf Kundenseite dafür, dass je mehr ein Produkt kann (bügelfrei, atmungsaktiv, wasserdicht, leicht, weich, biegsam, glitzernd, duftend) desto mehr Chemie und Energie wurde in das Produkt gesteckt und desto größer ist sein ökologischer Fußabdruck. Wenn die Erwartungen sich weg von Performance auf Aspekte wie Reparaturfähigkeit, Pflegeleichtigkeit und Langlebigkeit richten, können Firmen ganz anders und viel verantwortlicher im Sinne von allen agieren, weil sie keine Umsatzeinbußen mehr fürchten.

Ganz vereinfacht wäre ein Korb aus Weidengeflecht mit einem Schafsfell als Rückpolster und Trägern aus Brennesselschnüren ökologisch super, aber mehr als Dinge transportieren kann er eben nicht. Daher braucht ihr mit diesem Modell in naher Zukunft also nicht rechnen und wir versuchen uns weiter im Spagat zwischen ökologisch minimalem Einfluss und Kundenanforderung.

Was lernt Ihr von Euren Käufern und welches Feedback lasst Ihr mit einfließen in die Weiterentwicklung?

Wir haben durch unsere Vertriebsmitarbeiter einen sehr engen Kontakt zu Händlern, die unsere Produkte verkaufen und bekommen regelmäßiges, direktes Feedback sowohl national als auch international. Der Vertrieb ist unmittelbar in den Produktentwicklungsprozess mit eingebunden.

Die regelmäßigen Ranzenpartys (ergobag) und unsere Spray-Days (satch), welche wir von Anfang an veranstalten, lassen viele Möglichkeiten entstehen, mit Endkunden und auch Händlern ins Gespräch zu kommen und sich wichtige Meinungen einzuholen.

Wie wird sich FOND OF BAGS weiterentwickeln. Wird es neue Produkte geben?

Das jetzige Kerngeschäft mit Rucksäcken und Taschen wird uns hoffentlich lange erhalten bleiben, da es viele neue Ideen für weitere Produkte und Kollektionen gibt, aber es ist nicht auszuschließen, dass wir hier auch über den Tellerrand hinausschauen.



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