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Wie du Müll im Alltag überflüssig machst

INTERVIEW | Müll im Alltag vermeiden – das geht mit einer bewussten Einkaufsweise und den passenden Produkten. Welche das sein können, erfährst du hier, zusammen mit spannenden Infos zum Thema Zero Waste.

Zero Waste im Alltag
Designelement

INTERVIEW | Müll im Alltag vermeiden – das geht mit einer bewussten Einkaufsweise und den passenden Produkten. Welche das sein können, erfährst du hier, zusammen mit spannenden Infos zum Thema Zero Waste.

25.08.2020 | Ein Interview geführt von Deborah Iber

Das Startup Avoidwaste aus Hannover hat ein klares Ziel: Müll aus dem Alltag zu verbannen. Dazu bietet das Unternehmen eine Auswahl nachhaltiger Produkte an, die deine Zero Waste-Lebensweise unterstützen. Im Interview gibt uns Jan Patzer, einer der Gründer, einen Einblick in die Welt des Startups und zeigt uns deren Weg zur Umsetzung Ihrer Vision.


LifeVERDE: Jan, bitte stelle uns Avoidwaste einmal kurz vor.

JAN PATZER: Wir sind ein Impact-Startup aus Hannover, das von mir und Can, ehemaligen Kommilitonen im Wirtschaftsstudium, gegründet wurde. Wir haben die Vision, Müll in deinem Alltag überflüssig zu machen. Wir wollen Nachhaltigkeit ohne Verzicht!

Inzwischen sind wir in unserem Impact Startup aus Hannover nicht mehr nur zu zweit. Uns alle verbindet die Leidenschaft, im Bereich Nachhaltigkeit etwas bewegen zu wollen. Bei uns trägt jede*r Verantwortung, Kompetenz geht vor Hierarchie und wir sind mutig, neue Wege zu gehen. Die Arbeit ist geprägt durch ein enorm hohes Vertrauen im Team und einen höchst persönlichen Umgang miteinander. Eine inspirierende Arbeitsumgebung finden wir in der Innovation Community des Hafven in Hannover.

Die Menschen stehen bei uns im Mittelpunkt. Faire Konditionen, Verlässlichkeit und flache Hierarchien bilden unsere Grundlage. Durch Lebendigkeit, Authentizität und Natürlichkeit schaffen wir Transparenz und Nahbarkeit. Wir haben persönlichen Kontakt zu unseren Händler‘innen oder wir gewähren über Social Media einen persönlichen Einblick in den Alltag des Teams.

Wir können Neues nutzen, um die Welt zu verbessern. Daran glauben wir. Wir wollen mit euch zusammen neue Wege gehen und gemeinsam umdenken. Für uns ist die Innovation nichts Vollendetes oder Perfektes. Wir haben Mut zu Neuem und wollen mit unserer dynamischen und polarisierenden Art andere auf unsere Reise mitnehmen. Das Thema Kreislaufwirtschaft spielt hierbei eine zentrale Rolle. Wir sind auf der Suche nach sinnvollen, neuen Lösungen, die im Großen funktionieren und setzen dabei auf Kooperationen, Technologie und ein Stück weit auch auf unser Bauchgefühl.

Welche Motivation steckt hinter Avoidwaste und was ist eure Vision?

Unsere Vision: Mit Avoidwaste machst Du Müll überflüssig. 

Zusammen reisten wir mehrere Wochen nach Asien. Wir haben die Zeit sehr genossen, aber die Realität ist eine andere, als einem die Bilder auf Instagram vorgaukeln. Überall liegt Müll und selbst wenn er eingesammelt wird, dann wird er oft vergraben oder verbrannt, wie auf Bali beispielsweise. Dort gibt es Strände, die voller Müll sind. Das sieht man auf den meisten Fotos leider nicht. Dies hat uns aufgerüttelt und dazu gebracht, etwas dagegen zu unternehmen. Wenn dir das Problem auch vor der eigenen Haustür erst einmal bewusstwird, dann kannst du nicht mehr weggucken.

Bei uns landet der Müll nicht auf der Straße, sondern in der Tonne, aber auch wenn wir ihn nicht sehen, er ist da, es ist unglaublich viel. Der meiste Müll ist einfach unnötig und das sieht man an jeder Ecke, sobald man das Problem erkannt hat, genauso wie neue Ideen den Müll zu verringern oder zu vermeiden. 

Durch Formate mit informativem Charakter, wie das Insider Journal, Social Media, Veranstaltungen wie ein Nachhaltigkeits-Meetup  und einem Blog, sollen nachhaltige Denkansätze in die Welt getragen werden. In unserem Onlineshop bieten wir zusätzlich alternative und vor allem nachhaltige Produkte für den zero waste Alltag an. Es geht darum Konsum abzuwägen und einen Diskurs darüber zu eröffnen. Wie wollen wir mit unseren Ressourcen umgehen, wann ist Müll überflüssig und wann nicht? Fakt ist, der meiste Müll ist vermeidbar und das auch noch auf einfachste Weise. Wir schauen wo!

Wir wollen aufklären, eine Plattform für den Austausch darstellen und Produktalternativen schaffen, die qualitativ hochwertig sind, Spaß bringen und etwas Gutes tun. Dabei versuchen wir wann immer es geht auf moderne, erdölfreie Materialien oder Reststoffe aus der Natur zu setzen, denn je weniger Erdöl wir noch abzapfen, desto besser. 

Das Ziel für uns alle ist es, eine nachhaltige Zukunft, ganz ohne Verzicht zu schaffen.
 

Müllfrei durch den Tag – welche Produkte für ein Leben nach dem Zero Waste Motto kann man bei euch finden?

Wir haben mittlerweile mehrere Produkte, die dir helfen im Alltag Müll zu vermeiden. Wir bieten beispielsweise einen Kaffebecher to go aus Reishülsen an. Der Becher besteht überwiegend aus Reishülsen, einem Material, welches bei der Reisernte normalerweise verbrannt wird. Durch die Weiterverarbeitung sparen wir Ressourcen und schützen unsere Natur, das Produkt ist sogar kompostierbar. Mit unserem Kaffebecher für unterwegs sparst du viele Coffee-to-go- Becher ein.

Die nachhaltige Thermosflasche von Avoidwaste aus hochwertigem Edelstahl überzeugt durch das schlanke, geradlinige Design und begleitet dich zuverlässig in deinem Alltag. Ein dünner Silikonring sorgt dafür, dass die Trinkflasche auslaufsicher ist. Durch die Isolierung bleiben deine Getränke 12h heiß / kalt, perfekt für Leitungswasser an heißen Tagen und als Thermoskanne für Tee / Kaffee zum Aufwärmen im Winter. Und das beste dabei: Durch die Verwendung der Thermosflasche unterwegs sparst du Einwegflaschen und trägst somit zur Müllreduktion bei.

Zum Thema Essen-to-go haben wir mit unserer Lunchbox aus Weizenstroh und unseren Vorratsdosen aus Weizenstroh auch clevere Alternativen für den Alltag in unserem Sortiment. Die Lunchbox von Avoidwaste ist der ideale Begleiter für das Mitnehmen von Mahlzeiten oder das Einpacken von Essen unterwegs. Durch die Verwendung von Weizenstroh ist die Herstellung sehr ressourcen- und umweltschonend; im Vergleich zu herkömmlichen Plastikbehältern wird deutlich weniger CO2 freigesetzt. Zudem ist das Material biologisch abbaubar. Die Bento-Box besteht aus zwei separaten Behältern, die durch einen Silikonring luftdicht verschlossen und auslaufsicher sind. Zudem ist eine Trennwand und Besteck dabei – für vielfaltige Einsatzzwecke. Auch perfekt geeignet als Brotdose für Kinder.

Die Vorratsdose von Avoidwaste ist der ideale Begleiter für das unverpackte Einkaufen und Aufbewahren von Lebensmitteln zu Hause. Auch sie besteht aus Weizenstroh und die Herstellung ist somit auch sehr ressourcen- und umweltschonend; im Vergleich zu herkömmlichen Plastikdosen wird deutlich weniger CO2 freigesetzt. Zudem ist das Material biologisch abbaubar. Der Deckel schließt fest und wurde so konzipiert, dass man die Dosen stapeln kann. Das ist nicht nur praktisch, sondern sieht auch gut aus.

Und das ist nur ein kleiner Einblick!

Wo und wie werden eure Produkte hergestellt?

Die Herkunft unserer Produkte erstreckt sich von Deutschland bis Asien. Natürlich legen wir bei Avoidwaste unseren Fokus darauf, immer mehr Partner in Deutschland für unsere Produktion zu finden. So können wir die nachhaltige Lieferkette stetig besser beeinflussen und kontrollieren und müssen uns nicht nur auf Zertifikate für passende Sozialstandards im Ausland verlassen. Allerdings leben wir in einer globalisierten Welt, in der darauf geachtet werden muss, was am meisten Sinn ergibt. Unsere Produkte aus Reishülsen beispielsweise, wie unser nachhaltiger Kaffeebecher, stammen aus Asien. Das liegt daran, dass Reis vor allem in Asien angebaut wird und somit dort auch die Reishülsen als Abfallprodukt entstehen. Da gibt es leider wenig andere Möglichkeiten.
 

Welche weiteren Nachhaltigkeitsaspekte spielen bei Euch neben Zero Waste eine Rolle?

Neben Zero Waste geht es uns vor allem darum, Müll zu vermeiden und klimapositiv zu werden. Wir wollen die Menschen motivieren und zeigen, dass Nachhaltigkeit auch ohne Verzicht möglich ist. Außerdem versuchen wir laufend die drei Säulen der Nachhaltigkeit auszubalancieren: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Einer unserer Gründer Can hat dazu auch einen interessanten Artikel auf unserer Webseite veröffentlicht. 

Nachhaltig Wirtschaften ist möglich! Wir setzen auf die drei Nachhaltigkeitssäulen und auf das Umstrukturieren gewohnter Wirtschaftsformen. Hier setzen wir auf Menschlichkeit, viel Austausch und neue Ansätze. Circular Economy ist ein für uns relevanter Ansatz um Ressourcen nachhaltiger zu nutzen, Konsum zu überdenken und zu verändern und neue Lösungen zu finden.

Ein weiterer, fest in unserem Markenkern verankerter Aspekt, ist Minimalismus. Das zeigt sich vor allem im Design unserer Produkte und dass wir kein Shop mit 1000 Produkten sind, sondern uns auf das Essentielle konzentrieren. Minimalismus bedeutet keineswegs auf etwas zu verzichten. In einer Gesellschaft voller Überfluss steht Minimalismus dafür, Unwesentliches auszublenden und sich nur auf das Essentielle zu konzentrieren. Unsere Produkte sind zeitlos, pragmatisch, und funktional. Wir leben die Maxime: „So wenig Design wie möglich, so viel wie nötig.“.
 

Welche Tipps könnt ihr unseren Leser*innen mitgeben, um Müll im Alltag zu reduzieren?

Um Müll im Alltag zu reduzieren, kann man sich an den sogenannten 5 R’s des Zero Waste orientieren: Refuse. Reduce. Reuse. Recycle. Rot. Ihr könnt dazu einen Artikel auf unserer Webseite finden. Wichtig dabei ist aber, kleine Schritte zu gehen. Man muss nicht von jetzt auf gleich keinen Müll mehr produzieren. Es ist wichtiger, seinen Konsum zu hinterfragen und bewusste Änderungen vorzunehmen.

Bevor du dir ein neues Produkt kaufst, kannst du dir zum Beispiel folgende Fragen stellen: Brauche ich das Produkt? Wo kommt es her? Wo geht es hin?

An den Antworten kannst du dann relativ schnell erkennen, ob ein Produkt nachhaltig ist oder nicht.
 

Auf welche Produktneuheiten dürfen sich die Avoidwaste Kunden*innen in der nächsten Zeit freuen?

Wir haben uns in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema Materialien auseinandergesetzt und viel Zeit in die Forschung gesteckt, insbesondere in Bezug auf biobasierte Materialien, die erdölfrei und recyclingfähig sind. Derzeit arbeiten wir daran unsere Kernprodukte wie die Lunchbox und die Vorratsdosen weiterzuentwickeln und teilweise neu zu denken. Auch eine nachhaltige Seifendose, die den Trend der festen Seifen aufgreift, wird es bei Avoidwaste bald geben. Es wird auf jeden Fall neue Produkte geben, die ganzheitlich im Sinne der Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) gedacht sind und Spaß beim Benutzen bringen.
 

Was sind eure Ziele und Wünsche für das restliche Jahr 2020?

Wir sind gerade dabei den Grundstein dafür zu legen, klimapositiv zu werden. Wir beschäftigen uns viel mit LCA (life-cycle-assessment) und wollen mit unserem Wissen und Überblick weiter an uns arbeiten.

Zudem setzen wir in nächste Zeit vermehrt darauf eigene, lokale Produkte zu entwickeln. Wir wollen in Zukunft unsere Produkte vom ersten Bleistiftstrich bis zur Produktion selber umsetzen. Hier sind wir gerade dabei, suchen uns Partner und wollen unsere Produktentwicklung ausbauen. 

Durch unsere aktuelle Produktentwicklung haben wir in letzter Zeit bereits viel gelernt. Zum Beispiel hinsichtlich der Additiven Fertigung und auch das 3D Prototyping sind wir im Produktentwicklungsprozess weitere Schritte gegangen. Hier wollen wir weiterhin anknüpfen. Unsere Devise ist es, gegenüber neuen Materialien und neuen Fertigungstechniken immer offen zu sein und so die uns nachhaltigsten Möglichkeiten auszuloten, unsere Produkte von der Idee, über die Produktentwicklung und Produktion, den Verkauf, bis zur Entsorgung oder der Weiterverwendung zu gestalten.

Zudem setzen wir auf ein weiteres großes Projekt mit einem anderen Startup, dass den Müll im Bereich Essen to go massiv reduzieren wird.

 

Lies auch: Nachhaltigkeit ToGo – Produkte, mit denen du unterwegs Müll vermeidest

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Bilder: Unsplash, Avoidwaste

 



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