Wenn Sie wirklich nachhaltig handeln wollen, versetzen Sie sich in die Rolle ihrer Urenkel.
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„Wenn Sie wirklich nachhaltig handeln wollen, versetzen Sie sich in die Rolle ihrer Urenkel.“

Ein Interview mit Jörn Wiedemann, einem der Gründer des Terra Instituts, dem Kompetezzentrum für Nachhaltigkeit und Organisationsentwicklung.

Ein Interview mit Jörn Wiedemann, einem der Gründer des Terra Instituts, dem Kompetezzentrum für Nachhaltigkeit und Organisationsentwicklung.

15.05.2015

UMWELTHAUPTSTADT.de: Herr Wiedemann, Sind Gründer des terra institute. An wen richtet sich Ihr Angebot konkret?

JÖRN WIEDEMANN: Korrekterweise habe ich nur den Münchner Arm gegründet. Das Terra Institut wurde von Evelyn Oberleiter und Günther Reifer in Brixen gegründet. Unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Kommunen und Organisationen.

Welches sind aktuell die größten Themen und Herausforderungen Ihrer Branche?

Das ist höchst unterschiedlich und hängt vor allem von den Branchen ab in denen wir tätig sind. Die Bandbreite reicht von ausufernder Bürokratie, über Fachkräftemangel bis hin zu Rohstoffverknappung. Wir selbst haben keine außergewöhnlichen Herausforderungen, die andere Unternehmen im Dienstleistungsbereich nicht auch hätten.

Und wie geht Ihr Unternehmen damit um?

Wir erproben neue Geschäftsmodelle und arbeiten mit möglichst flachen Hierarchien, bzw. versuchen auf sie ganz zu verzichten.

Aus welcher Motivation heraus wurde das Thema Nachhaltigkeit in das wirtschaftliche Handeln Ihres Unternehmens implementiert?

Bei uns wurde die Nachhaltigkeit nicht implementiert. Sie ist die Wurzel unseres Tuns und unsere wichtigste Antriebsfeder.

Auf welche betrieblichen Bereiche hat sich Ihre nachhaltige Ausrichtung besonders niedergeschlagen?

Vor allem auf die Mobilität. Wir versuchen alle Geschäftsreisen mit der Bahn zu erledigen und nutzen immer mehr Carsharing. Wo möglich versuchen wir Meetings durch Video- bzw. Telefonkonferenzen zu ersetzen.

Welche Themen, Informationen und Netzwerke waren nötig, um sich nachhaltiger auszurichten?

Das kann ich zunächst einmal nur für mich beantworten. Meine „Richtschnur“ zum professionellen Einstieg in das Thema war die Gemeinwohl-Bilanz. Und da diese das derzeit herausforderndste Instrument ist, richte ich nach wie vor daran mein Handeln aus.

Inwiefern wird Ihre nachhaltige Ausrichtung von Ihren Stakeholdern honoriert und lässt sich das messen

Streng genommen müssten wir das die jeweiligen Anspruchsgruppen fragen. Ich mache es daran fest, dass wir von Unternehmen immer mehr angesprochen werden. Offensichtlich hat sich die Qualität unserer Arbeit herumgesprochen. Außerdem erhalten wir ständig Anfragen von Menschen, die gerne bei uns bzw. mit uns arbeiten würden. Und ein weiteres Merkmal sind für mich die steigenden Besucherzahlen bei unserem Kongress „Think more about“.

Stichwort Unternehmensstandort Deutschland: An welchen Stellschrauben würden Sie gerne drehen, um die Rahmenbedingungen für Ihre Branche zu verbessern?

Gezielte unbürokratische Vorteile für Unternehmen die sich nachhaltig, besser gemeinwohl-orientiert verhalten. Zum Beispiel durch Bevorzugung bei öffentlichen Ausschreibungen.
Die direkten und indirekten Subventionen für umweltschädigende Aktivitäten (Atom- und Kohlestrom, Flugbenzin, Abwrackprämien u.ä.) umleiten in Förderungen für Nachhaltigkeitsprojekte mit nachweislichen Auswirkungen. Und dabei nicht immer nur an Ressourceneffizienz denken, sondern auch an effektive Reduzierung der Verbräuche.

Ihr Nachhaltigkeitsleitspruch lautet?

Wenn Sie wirklich nachhaltig handeln wollen, versetzen Sie sich in die Rolle ihrer Urenkel.



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