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Wenn Reisen mehr als nur Urlaub bedeutet - Fairaway Travel

Interview | Im Inteview verrät uns Yvonne Küpper, Marketing Managerin bei Fairaway Travel, von den Zielen und Herausforderungen des Experten für nachhaltige Individualreisen.

Nachhaltige Individualreisen
Designelement

Interview | Im Inteview verrät uns Yvonne Küpper, Marketing Managerin bei Fairaway Travel, von den Zielen und Herausforderungen des Experten für nachhaltige Individualreisen.

19.09.2019 - Bilder: © Fairaway Travel

Im Inteview verrät uns Yvonne Küpper, Marketing Managerin bei Fairaway Travel, von den Zielen und Herausforderungen des Experten für nachhaltige Individualreisen.

Welche Philosophie verfolgt Fairaway Travel?

Yvonne Küpper (Marketing Managerin bei Fairaway Travel): Reisen, die weit mehr bedeuten als nur Urlaub. Wir organisieren Rundreisen, von denen nicht nur die Reisenden profitieren. Durch den direkten Kontakt mit der lokalen Bevölkerung, Übernachtungen in Familienpensionen oder den Besuch von Nationalparks schaffen wir nicht nur authentische Reiseerlebnisse. Auch die lokale Bevölkerung in den Ländern profitiert so vom Tourismus. Unsere individuelle Rundreisen nach Asien, Afrika und Lateinamerika haben einen besonderen Fokus auf die lokale Natur und die einheimischen Bevölkerung. Gerne stellen unsere Experten, die in den jeweiligen Ländern leben, dir deine maßgeschneiderte Rundreise ganz nach deinen Wünschen zusammen!

Inwiefern unterscheidet sich eine Reise mit Fairaway Travel von der eines anderen Reiseveranstalters?

Wir bei Fairaway wollen die Welt mit unseren Rundreisen ein bisschen besser machen. Wir möchten für den Reisenden authentische und einzigartige Reisen schaffen, von denen auch die lokale Bevölkerung profitiert. Wir arbeiten intensiv mit lokalen Gemeinden zusammen und bieten zum Beispiel Übernachtungen in Familienpensionen an. Wir achten darauf, dass Guides fair bezahlt, die lokale Kultur respektiert und Tiere wie auch Umwelt geschützt werden. Um auch Fernreisen nachhaltiger zu gestalten, vermeiden wir bei der Reiseplanung Inlandsflüge und setzen auf die Reduzierung von CO2 Emissionen, wo auch immer möglich. Wir gleichen 100 % aller anfallenden CO2-Emissionen aus – die des Landprogrammes, welches der Kunde bei Fairaway bucht, aber auch die des Fluges, den der Kunde oft eigenständig organisiert.

Was inspirierte die Geschäftsidee von Fairaway Travel?

Die beiden Gründer, Saskia Griep und Freek ten Broeke, arbeiteten jahrelang in der Tourismusindustrie. Leider wurden die Themen der Nachhaltigkeit immer auf die Reisenden abgewälzt, eine Strategie, um diesen strukturell zu begegnen, gab es nicht. Aus diesem Grund gründeten sie 2014 in den Niederlanden Better Places, 2016 folgte dann auf dem deutschen Markt Fairaway.

Was macht Ihrer Meinung nach eine nachhaltige Reise aus?

Nachhaltigkeit basiert auf den drei Säulen der Ökologie, Ökonomie und dem Sozialen. Eine nachhaltige Reise bedeutet nicht nur, die CO2-Emissionen zu reduzieren oder zu kompensieren, sondern auch, dass die lokale Wirtschaft gestärkt wird und soziale Arbeitsstandards herrschen. Nur wenn auch die lokale Bevölkerung profitiert, und zwar in angemessener Weise, die Natur- und Tierwelt geschützt wird und der CO2-Fußabdruck eines Reisenden so gering wie möglich ausfällt, kann von einer nachhaltigen Reise gesprochen werden.

Welche Trends im Tourismus sind für Fairaway Travel im Moment besonders spannend?

Momentan ist die Klimakrise in aller Munde. Angestoßen durch Greta Thurnberg ist dieses Thema medienwirksam geworden, was wir toll finden. Nun heißt es, dass diese Gedanken auch in die Tat umgesetzt werden sollen. Das bedeutet für uns: Kürzere Reisen vermeiden, lieber einen längeren Jahresurlaub planen. Recherchieren, wo man im Reiseland unterkommt und wie man vor Ort reist. Es gilt, Inlandsflüge zu vermeiden, lieber mal mit dem Zug oder Bus im Reiseland zu fahren und unnötigen Müll zu vermeiden. Auch das Problem des Plastikmülls hat die Tourismusbranche erreicht und viele Reiseanbieter engagieren sich, um Plastikmüll zu vermeiden. Wir haben dazu eine Plastikreporter-Kampagne gestartet. Reisende lernen, wie sie Plastik vermeiden können, und werden selbst zu Multiplikatoren.

Verraten Sie uns, an welchen Reiseziele besonders vorbildliche Fortschritte im Bereich der Nachhaltigkeit beobachtet werden können?

Costa Rica ist ein Vorzeigeland, wenn es um den Bereich Nachhaltigkeit geht. Das Land hat sich eine Vorreiterrolle in den Bereichen der regenerativen Stromerzeugung, des Bildungssystems, im Ökotourismus, Biodiversität, Naturschutzgebiete und Gesundheitspolitik erarbeitet. Aber auch andere Länder sind sehr aktiv, wenn es um den nachhaltigen Tourismus geht. Bhutan hat zum Beispiel den Tourismus sehr eingeschränkt und setzt verschiedene Bedingungen fest, die Reisende erfüllen müssen, wie zum Beispiel einen Mindestbetrag pro Tag, der ausgegeben werden muss. So soll Massentourismus verhindert werden. Indonesien und andere asiatische Länder begegnen dem Plastikproblem aktiv, indem verschiedenen Programme, wie RefillmyBottle, dazu aufrufen, weniger Einwegplastikflaschen zu kaufen und mehr aufzufüllen.

Was waren und was sind die größten Herausforderungen auf dem bisherigen Weg?

Da wir auf einem holländischen Konzept basieren, bestand für uns die größte Herausforderung in der Anpassung der Produkte an die deutschen Kunden. Auch wenn die Länder aneinander grenzen, ist das Reiseverhalten doch sehr unterschiedlich. Dies galt es erstmal herauszufinden und entsprechend zu adaptieren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Wir wünschen uns, dass es so normal ist, nachhaltige Reisen anzubieten, sodass wir dies nicht mehr betonen müssen. Standards, wie von Travelife oder Tourcert, werden von allen Reiseveranstaltern erfüllt und der Tourismus trägt dazu bei, die Welt ein bisschen gerechter und schöner zu machen.

 

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