Grüne Wirtschaft

VIDAR macht nachhaltige Activewear zur Alltagsmode

INTERVIEW I Sportmode, die dazu einlädt aktiv zu werden und nachhaltig ist. VIDAR Sport erklärt im Interview warum nachhaltige Activewear aus Naturmaterialien die Umwelt schont und Sportler*innen begeistert. 

INTERVIEW I Sportmode, die dazu einlädt aktiv zu werden und nachhaltig ist. VIDAR Sport erklärt im Interview warum nachhaltige Activewear aus Naturmaterialien die Umwelt schont und Sportler*innen begeistert. 

25.03.2022 I Ein Interview geführt von Dorothea Meyer I Bilder: VIDAR

Herkömmliche Activewear lädt zwar dazu ein mehr Sport zu treiben, punktet aber nicht gerade in Sachen Nachhaltigkeit. Denn Sportmode ist genau so wie alle anderen schnell produzierten Kleidungsstücke Fast Fashion, die meist aus konventionellen Synthteikfasern besteht und unter unfairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde. Und auch wenn die Sportleggings oder das atmungsaktive Sweatshirt dann nur 10 Euro kostet, ist das im ersten Moment zwar gut schonend für unseren Geldbeutel, die Umwelt und damit auch langfristig wir alle, zahlen auf lange Sicht gesehen aber einen viel höheren Preis. 

Das dachten sich auch Rouven und sein Kollege Christoph. Die begeisterten Sportler wollten Activewear herstellen unter der die Umwelt und Menschen nicht länger leiden müssen und Konsument*innen trotzdem weiter coole Sportmode tragen können. So entstand ihre heutige Marke VIDAR Sport, welche nachaltige Sportmode aus Naturmaterialien und unter fairen Bedingungen herstellt. Mehr zur Gründungsgeschichte, der nachhaltigen Activewear von VIDAR und warum der unangenehme Schweißgeruch bei dieser Sportmode aus bleibt, erfährst du im Interview mit Rouven.

LifeVERDE: Lieber Rouven, activewear ist etwas, das wohl jede*r besitzt. Viele achten hier jedoch nicht auf Nachhaltigkeit. Warum ist das trotzdem wichtig?

Weil gerade bei Activewear viele Probleme zusammenkommen. Erstmal bestehen die gleichen Probleme wie bei Casual Wear - wenig Transparenz über Lieferketten & Arbeitsbedingungen, zudem ist Activewear sehr stark geprägt von konventionellen Synthetikfasern, die in Sachen Umweltbilanz ziemlich schlecht abschneiden. Da sind u.a.  die fossilen Brennstoffe wie Erdöl als Ausgangsmaterial & das Thema Mikroplastik bei jeder Wäsche hervorzuheben, was sich aus den Sporttextilien löst. Über 90% der Active-/Sportswear besteht aus "Mikroplastik-Ausscheidenden" Materialien wie Polyester.


VIDAR Sport macht nachhaltige Activewear zur Alltagsmode. Bild: VIDAR Sport

Die Textilindustrie produziert ziemlich viel Müll, doch ihr geht dagegen vor. Was macht ihr konkret anders als der Rest?

Müll produzieren wir auch ;) Wir achten aber schon darauf welche Materialien wir einsetzen, angefangen beim Versand von unseren Teilen aus Portugal über den Versand zum Kunden verzichten wir auf Einwegplastikverpackungen.

Wir versuchen bei der Materialauswahl auf  Substanzen wert zu legen, die gut biologisch abbaubar sind. Das beinhaltet u.a. das Hauptmaterial, wo wir auf klassische Synthetikfasern verzichten. Aber es geht auch um "Zutaten" wie z.B. Care-Labels die aus bio-baumwolle sind und nicht wie üblich aus Synthetik-Materialien.

Für viele kommt es bei Kleidungen aller Art leider nur aufs Aussehen an. Daher folgende Frage: Wie verbindet ihr stylische Designs mit Nachhaltigkeit?

Geschmack ist ja immer sehr individuell - aber unser Anspruch ist es schon coole, langlebige Styles zu designen, nur mit dem Label "Nachhaltigkeit" wird es einfach schwierig das Thema einer breiteren Zielgruppe zugänglich zu machen.

Wir versuchen z.B. bei der Farbauswahl darauf zu achten, dass wir keine saisonalen Trends bedienen sondern Farben, die immer gefragt sind und getragen werden - genauso bei den Schnitten.


Moderne und nachhaltige Sportmode ohne saisonale Trends. Bild: VIDAR Sport

Aus welcher Motivation heraus ist VIDAR Sport entstanden, bist du selbst Sportler?

Ich bin selbst seit Kindesbeinen Sportler und habe früh angefangen mit Fußball. Mittlerweile spiele ich hauptsächlich Tennis, bin insgesamt absolut Ballsportverrückt. Aber auch Laufen oder Fitness gehören bei mir zum Alltag. Wir (damit meine ich noch Christoph meinen Co-Founder ) haben uns irgendwann die Frage gestellt, warum es nicht wie in der Alltagsmode auch faire & nachhaltig produzierte Sports-/Activewear gibt. Immer die gleichen Sachen aus Polyester,  die für mein Empfinden nicht angenehm zu tragen sind, in denen man ordentlich schwitzt und die sehr schnell, sehr unangenehm riechen. Wir haben also schlicht kein Angebot gefunden, was unseren Ansprüchen gerecht wurde, funktional und ökologisch. 

Ihr produziert fair in Portugal, doch was heißt das im Klartext?

Fair heißt für uns, dass alle Menschen die an unseren Klamotten beteiligt sind auch ein hohes Maß an Arbeitssicherheit & fairer Entlohnung genießen. Wir achten bei der Rohstoffauswahl auf unsere Lieferanten und deren Bezugsquellen. Wir schauen in der weiteren Verarbeitung, das unsere Garn-/Stoffhersteller und Nähereien entsprechende Zertifizierungen aufweisen, wie z.B. Fairtrade oder GOTS und wir machen uns natürlich auch selbst ein Bild vor Ort von den Gegebenheiten und prüfen was wird In-House gefertigt und wer sind ggf. Zulieferer und Subunternehmen. In Portugal ist der große Vorteil, dass die Wege dafür relativ kurz sind.


Zertifizierte Naturmaterialien für die VIDAR Sportmode. Bild: VIDAR Sport

Eure Sportkleidung ist biologisch abbaubar. Mit welchen Materialien arbeitet ihr konkret, um diese Eigenschaft eurer nachhaltigen Sportmode zu gewährleisten?

Aktuell besteht unsere Mode primär aus sogenannten Regeneratfasern. Das sind Fasern, die aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Dazu zählen u.a. die Lyocell und die Modal Faser, die aus Holz gewonnen werden. Die sind außerdem sehr umweltschonend in der Herstellung und bieten funktional tolle Eigenschaften.

Ihr arbeitet mit Viva con Agua zusammen und habt ein T-Shirt für diese Kollaboration designt. Warum habt ihr euch für eine Kooperation mit Viva con Agua entschieden?

Für uns war von Anfang an klar, dass wir nicht "nur" nachhaltige Klamotten machen wollen.  Wir möchten einen Beitrag leisten und immer einen Teil unserer Erlöse für Projekte und Vorhaben einsetzen, die die Welt "besser" machen. Die Partnerschaft mit Viva con Agua passt deshalb so überragend gut, da sie ein absolutes Aushängeschild sind in Sachen Charity in Deutschland und sich seit vielen Jahren weltweit u.a. für sauberes Trinkwasser engagieren.

Sport = Schweiß, das ist klar. Wie schafft ihr es daher, dass eure Sport T-Shirts trotz nachhaltiger Stoffe atmungsaktiv bleiben?

Die Sport T-Shirts machen wir aus 100% Lyocell Fasern, die eine Art Hybrid aus Synthetik und Natur sind. Sie vereinen die guten funktionalen Eigenschaften von Synthetikfasern wie Polyester, mit den angenehmen Trageeigenschaften und ökologischen Vorteilen von Naturfasern. Lyocell ist außerdem sehr atmungsaktiv und saugfähig, was sich dadurch auch bei schweißtreibenden Sportaktivitäten angenehm tragen lässt.

Und was viele unsere Kund*innen besonders angenehm empfinden, der Schweißgeruch wird reduziert ;)

Vielen Dank für das ausführliche Interview, lieber Rouven!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an VIDAR Sport stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

_________________________

Das könnte dich auch interessieren:  Bikinis und Bademode aus Fischernetzen

Folge uns auf Instagram, um keine nachhaltige Alternative mehr zu verpassen: LifeVERDE




Kommentar erstellen

Name *
E-Mail *
URL
Kommentar *


Grüne Unternehmen