Veganes Drucken
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UNTERNEHMENSVORSTELLUNG | Der Grafikdesigner von GREEN GRAFIX, Markus Blatz, lässt für seine Kunden in veganen Druckereien drucken.

UNTERNEHMENSVORSTELLUNG | Der Grafikdesigner von GREEN GRAFIX, Markus Blatz, lässt für seine Kunden in veganen Druckereien drucken.

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22.01.2018 - Foto: Symbolbild © Pixabay

LifeVERDE: Herr Blatz, was macht GREEN GRAFIX?

Markus Blatz: GREEN GRAFIX steht für meine Tätigkeit als freiberuflicher Grafikdesigner. Mir persönlich ist Umweltschutz sehr wichtig, das fließt natürlich in meine Arbeit ein. Daher habe ich mich spezialisiert auf umweltschonendes Produzieren von Drucksachen, also Flyer, Broschüren, Magazine und mehr – im Fachjargon „Print-Produkte“.

Ich drucke nicht selbst, sondern gestalte am Computer die jeweiligen Druckvorlagen und gebe sie dann bei einer Ökodruckerei in Auftrag. Die Kommunikation mit der Druckerei übernehme ich gerne für meine Klientinnen und Klienten oder ich berate sie – falls sie das selbst erledigen möchten.

Gibt es eine Disziplin oder eine Leistung, auf die Sie sich besonders fokussiert haben, also liegt Ihre Kernkompetenz eher im Bereich Webdesign, Grafikdesign oder Illustration?

Meine Stärke liegt im Grafikdesign und dort besonders in der Typografie, also der Auswahl und Anwendung von Schriften, und der Illustration, dem Zeichnen von Comicfiguren, Tieren oder Karikaturen.

Webdesign mache ich durchaus auch, aber wenn es zu sehr in Richtung Programmieren geht, hole ich mir Verstärkung von fachkundigeren Kolleginnen oder Kollegen.

Erzählen Sie uns doch etwas zu Ihrer beruflichen Laufbahn. Welche Rolle spielen die Themen Nachhaltigkeit und vegan in Ihrer Tätigkeit als Grafiker?

Ich arbeite inzwischen seit elf Jahren als Grafiker. In dieser Zeit habe ich einige Arbeitgeberinnen/ Arbeitgeber oder Klientinnen/ Klienten gehabt, denen Nachhaltigkeit und Umweltschutz total egal waren – Hauptsache billig! Mich hat das sehr gestört, daher möchte ich nun mit GREEN GRAFIX bewusst eine nachhaltig orientierte Zielgruppe ansprechen.

Wie umweltverträglich ist Drucken heutzutage und welche Tipps können Sie geben, um nachhaltig zu drucken beziehungsweise drucken zu lassen?

Wie viele andere industrielle Prozesse sind die Papierherstellung und das Drucken nicht sonderlich umweltverträglich. Beides hat mit dem Gebrauch von Chemikalien zu tun und verschlingt Ressourcen, zum Beispiel werden auf gerodetem Regenwald Eukalyptus-Plantagen für die Papierproduktion angebaut.

Man kann die negativen Auswirkungen für die Umwelt aber deutlich senken: Papier kann etwa vier bis fünf Mal recycelt werden, einige Druckereien arbeiten mit Ökostrom oder benutzen effiziente Anlagen (z.B. zur Wärmerückgewinnung), die Druckfarben spielen eine Rolle.

Außerdem kann eine Auftraggeberin oder ein Auftraggeber darauf achten, dass nicht auf zu dickem Papier und nicht zu viel gedruckt wird, denn im Offsetdruck kosten manchmal 2.500, 5.000 oder 10.000 Flyer fast gleich viel. Das lädt dazu ein, mehr als nötig zu bestellen.

Sie bieten veganes Drucken an. Was verbirgt sich dahinter?

Ich selbst bin seit inzwischen 18 Jahren Vegetarier und vermeide tierische Produkte aus der Massentierhaltung. Dass es inzwischen auch erste Druckereien mit veganen Angeboten gibt – also ohne tierische Inhaltsstoffe oder mit Tierversuchen getesteten Substanzen –, finde ich sehr gut.

Noch gibt es keinen zertifiziert veganen Druck und es ist für die Kundin bzw. den Kunden oft nicht ersichtlich, ob tierische Bestandteile im Print-Produkt enthalten sind, wie z.B. Gelatine in der Papierproduktion oder Leim aus Tierknochen in der Buchbindung.

Einige Druckereien arbeiten daran und bieten schon eine teilweise oder komplett vegane Print-Produktion an, die ich veganen Klientinnen und Klienten gerne empfehlen kann.

Sie erstellen lustige „Ökotoons“, also Cartoons, die sich mit ökologischen Themen befassen. Woher stammen die Ideen dazu?

Ich zeichne Cartoons und Karikaturen zu Dingen, die mich bewegen – also auch über Umweltzerstörung, Klimawandel und Globalisierung. Das sind ernste, frustrierende Themen, daher ist es sicher eine gute Abwechslung, sie mal mit einer Portion (schwarzen) Humor zu behandeln.

Was wird es bei Ihnen in Zukunft Neues geben und was sind Ihre Ziele für das Jahr 2018?

Ich recherchiere kontinuierlich, was sich am Print-Markt tut, um für meine Kundschaft auf dem Laufenden zu sein und ihr neue ökologische Angebote empfehlen zu können.

Ansonsten hoffe ich ganz allgemein, dass die neue Regierung den Klimaschutz nicht komplett aus den Augen verliert – aber zum Glück gibt es ja viele tolle NGOs, die ihr ordentlich Druck machen!

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Kommentare
Kommentare
Werbedesign Lüneburg
23.01.2018
Ich bin selbst überzeugte Veganerin und bin immer wieder erschrocken warum man mittlerweile in fast allen Produkten tierische Bestandteile untermischen muss. Schweineborsten im Brot, Fischgelatine in der Cola, Milchzucker auf Chips und Pommes, die Liste ist endlos .....
Dafür begeistern mich Initiativen wie von Herrn Blatz, danke das Sie zeigen das es auch anders geht.

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