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Grüne Wirtschaft

Trinkflaschen mit Seele und Verantwortung im Kampf gegen Plastik

 

INTERVIEW | Trinken gegen Plastik und für Sozial- und Umweltschutzprojekte. So einfach kannst du weniger Müll machen und etwas für deine Gesundheit tun.
 

 

INTERVIEW | Trinken gegen Plastik und für Sozial- und Umweltschutzprojekte. So einfach kannst du weniger Müll machen und etwas für deine Gesundheit tun.
 

29.09.2020 | Ein Interview von Nikos Gentsidis

Wasser oder andere Getränke aus Plastikflaschen sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für dich. Studien zeigen, dass durch das Trinken aus Plastikflaschen in einem Jahr so viel Plastik im Körper landet, als hätte man eine ganze Plastikflasche gegessen. Soulbottles hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihren Trinkflaschen mehr Bewusstsein für das Thema Umweltschutz, vor allem im Bezug auf das Thema Plastikverbrauch und Wasserverschmutzung/-mangel zu schaffen. Eva Fischer aus dem soulbottles-Team erzählt, was es mit den einzigartigen Designs auf sich hat und wie konkret Umweltschutz durch den generierten Umsatz betrieben wird.

 

LifeVERDE: soulbottles stellt mit gebrandeten Glasflaschen nachhaltige und sinnvolle Werbegeschenke her. Kommt das gut bei den Unternehmen an oder greifen einige doch lieber zu Kugelschreiber und Schreibblock als Geschenk für deren Kunden?

Eva Fischer: Das ist für uns natürlich schwer zu sagen, denn die Unternehmen, die zu Kugelschreiber und Schreibblock greifen, landen ja nicht bei uns. Wir beobachten aber, dass die Nachfrage für sinnvolle und nachhaltige Werbegeschenke oder z.B. auch Weihnachtsgeschenke für Mitarbeitende stetig wächst. Oft läuft das so ab, dass jemand privat eine soulbottle hat, davon begeistert ist, und dann auf seinem Arbeitsplatz vorschlägt, individualisierte soulbottles herstellen zu lassen. Individualisierte soulbottles werden übrigens auch oft als Band-Merchandise oder als Erweiterung des eigenen Sortiment genutzt.  
 
Bei soulbottles kann man seine plastikfreie Trinkflasche individuell designen, auch für den privaten Gebrauch. Wie nachhaltig ist so ein farbiger Siebdruck oder eine Gravur?

Sowohl der Siebdruck als auch die Gravur sind komplett nachhaltig. Für den Siebdruck werden umweltfreundliche Farben genutzt, die in Flaschen eingebrannt werden und somit kratzfest sind. Auch beim Recycling stellt die Farbe kein Problem dar: Während dem Einschmelzen des Glases löst sich die Farbe und das Material kann ganz einfach wiederverwendet werden. Die Gravur wird durch einen Laser auf die Flasche gebracht, also ganz ohne Abfallprodukte und gravierte soulbottles können auch ganz einfach wieder in das Kreislaufsystem eingeführt werden. 
 

 


Mehrwegflaschen und plastikfreie Flaschen bekommen (zum Glück) immer mehr Aufmerksamkeit. Wie groß ist die Konkurrenz? Kommt sie eher aus Deutschland oder aus dem Ausland?

Das ist ganz gemischt, aber eher aus den Ländern, in denen man Leitungswasser unbedenklich trinken kann, was ja logisch ist. Aber wie ihr schon sagt: Zum Glück. Als Purpose Unternehmen steht für uns nicht die Gewinnmaximierung oder der größte Marktanteil im Fokus, sondern unsere Vision: Alle Menschen auf der Welt haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und unser Planet wird nicht unnötig belastet. Und umso weniger Plastikflaschen genutzt werden, desto näher kommen wir dieser Vision. Wenn da viele Unternehmen zusammen daran arbeiten ist das ja auch etwas schönes. 
 
Soulbottles spendet einen Teil des Erlöses an soziale Projekte. Wo genau helft ihr mit euren Spenden?

Pro verkaufter soulbottle fließt ein Euro in die WASH-Projekte von Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, denn sauberes Trinkwasser bleibt nur sicher, wenn es auch eine funktionierende Sanitärversorgung gibt, ansonsten werden Wasserquellen immer wieder verunreinigt. Wir arbeiten eng mit unserem Partner Viva con Agua zusammen und fahren regelmäßig mit in die Projektländer, um in einen Austausch mit den Communities vor Ort zu kommen. Bis Juli 2020 konnten wir so 1 Million Euro sammeln, welche circa 80.000 Menschen in Nepal den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht haben. Wie so eine Projektreise aussieht, kann man auf unserem Blog lesen. 
 
Ein weiteres Projekt ist der #soulincubator. Worum genau handelt es sich dabei und wie ist involviert?

Der soulincubator ist ein Förderprogramm für Startups, die sich mit der Plastikkrise auseinandersetzen. Die Idee hatten wir schon lange, denn die Plastikkrise ist so umfassend, dass man sie nicht alleine bewältigen kann. Dieses Jahr konnten wir es dann endlich anpacken und haben uns mit ProjectTogether, einer Innovationsplattform, und der Röchling Stiftung zusammen getan. Zusammen konnten wir ein Programm auf die Beine stellen, was über 100 Projektteams durch Coachings und Workshops dabei geholfen hat, ihre Ideen weiter zu entwickeln. In der zweiten Phase haben circa 30 Projekte Stipendien, unter anderem finanziert durch den ESF, die Stadt Berlin, Viva con Agua und die Purpose Stiftung, und einen Coworking-Space bei uns im soulbottles Headquarter erhalten, um sich Vollzeit auf ihre Projekte zu konzentrieren. 
 
Auf der soulbottles-Homepage findet man auch euren Blog. Welche Themen sprecht ihr dort an?

Auf unserem Blog findet man alles, was uns bewegt. Unter der Rubrik "impact" zeigen wir, wie wir als Sozialunternehmen die Welt ein bisschen fairer und grüner machen. Dort sind zum Beispiel Infos über Zusammenarbeit mit Viva con Agua und unsere Zertifizierungen als B Corp und Gemeinwohl-Ökonomie-Unternehmen. Aber auch wie wir Corporate Activism betreiben und welchen Impact unsere Produkte an sich haben. Bei "nachhaltig leben" findet man Tipps und Tricks rund um das Thema umweltfreundlich leben und konsumieren. Für alle Produkte die wir launchen, gibt einen Blogartikel mit Hintergrundinfos –zum Beispiel stammen unsere Motive von Künstler*innen auf der ganzen Welt und werden ausschließlich für unsere soulbottles designt. Deswegen gibt es für jedes Motiv ein Designportrait in der Rubrik "produkte", damit unsere Kunden*innen direkt nachlesen können von wem das Motiv stammt und was die Geschichte dahinter ist. Auf "soulwork" schreiben wir darüber, wie wir eigentlich arbeiten: Mit Holacracy, Gewaltfreier Kommunikation, ohne Chef*innen und Manager*innen und als Purpose Unternehmen, das sich selbst gehört, erfüllen wir wohl alle Kriterien um als "New Work Unternehmen" zu zählen – wieso wir das alles machen und wie uns das hilft, teilen wir dort. 
 soulbottles_team


Welche Tipps hast du abschließend für unsere Leser, wie sie den Plastikverbrauch im Alltag reduzieren können?

Fang dort an, wo es dir leicht fällt! Denn Erfolgserlebnisse motivieren und führen dazu, dass man Veränderungen viel nachhaltiger in seinem Alltag integriert. Ein ziemlich einfacher Schritt ist es zum Beispiel, von abgepacktem Flaschenwasser auf Trinkwasser aus der Leitung umzusteigen. Das spart Plastik, CO2 und Geld – und wenn man überlegt, dass wir täglich zwei bis drei Liter Wasser trinken, hat dieser Umstieg schon riesige Auswirkungen. 

 

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Bilder: soulbottles 



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