Mehrweg statt Wegwerfmentalität – doch wirklich nachhaltige Alternativen müssen mehr können, als nur den Einwegbecher zu ersetzen. Sie müssen robust, alltagstauglich, sicher und gleichzeitig ressourcenschonend sein. Genau hier setzt NOWASTE® mit dem ®treecup an. Im Gespräch mit LifeVERDE gibt Operations Managerin Dorrit spannende Einblicke in die Entwicklung des innovativen Biokunststoff-Bechers, die Herausforderungen bei Material und Design sowie die Bedeutung von Zertifizierungen und kurzen Lieferketten. Außerdem erklärt sie, wie langlebig der ®treecup tatsächlich ist, was am Ende seines Lebenszyklus mit ihm passiert und welche Weiterentwicklungen das Unternehmen bereits plant.
LifeVERDE: Wie ist die Materialmischung des treecup-Bechers entstanden, und wie gelingt Ihnen die Balance zwischen Nachhaltigkeit, Stabilität und Alltagstauglichkeit?
Dorrit (NOWASTE): Das war auf jeden Fall eine ganz schöne Herausforderung, die wir anfangs vermutlich etwas unterschätzten. Wir haben das Glück, sehr erfahrene und hochmotivierte Lieferanten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg gefunden zu haben. Bis zu unserem ®treecup, wie wir ihn heute in den Händen halten, musste jeder Einzelne seine Extrarunden drehen und durfte neue Erfahrungen in der Verarbeitung von Biokunststoffen sammeln.
Die Basis unserer Materialmischung bildet die umfassende Erfahrung unseres Granulatherstellers im Bereich der Biokunststoffe.
In Zusammenarbeit mit uns folgten viele Tests, Verbesserungen und Designanpassungen über mehrere Durchläufe hinweg, sodass wir heute stolz behaupten können, den sog. „sweet spot“ zwischen genau diesen Aspekten gefunden zu haben.
Nicht selten hat sich bei der vermeintlichen perfekten Mischung dann beim Spritzguss oder später noch beim Siebdruck herausgestellt, dass sich das Material nicht gut verarbeiten ließ oder der Druck nicht richtig hielt.
Eine gute Zusammenarbeit, viel Durchhaltevermögen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, standen bei dem Prozess bei allen Beteiligten an oberster Stelle. Unserer Meinung nach hat sich dieser zeit- und kostenintensive Prozess jedoch mehr als gelohnt.

Bild: NOWASTE
LifeVERDE: Wie viele Nutzungszyklen hält ein treecup realistisch aus, und welche Faktoren beeinflussen seine Lebensdauer im Alltag oder in Pfandsystemen?
Dorrit (NOWASTE): Das ist eine gute Frage, die wir tatsächlich gar nicht abschließend beantworten können.
Wir haben bei einer Zertifizierung nach 250 Spülzyklen, ohne jegliche Veränderung am Becher, den Test abgebrochen und uns dazu ein Zertifikat ausstellen lassen. Uns sind Privat- und Cateringkunden bekannt, die unseren ®treecup seit über 5 Jahren fast täglich nutzen und spülen. Das ist natürlich das größte Kompliment, welches wir bekommen können und so ein Feedback freut uns immer ungemein.
Die Haltbarkeit des Bechers und des Drucks wird vor allem von der individuellen Nutzung und Reinigungsart beeinflusst. Mechanische Reibungen in der Spülmaschine, aggressive Reinigungsmittel oder ein hoher Kalkgehalt des Wassers können die Langlebigkeit beeinflussen. Getränke mit Gerbstoffen (Tanninen) sollte man idealerweise nicht wochenlang im Becher eintrocknen lassen, das ist für kein Material von Vorteil.

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LifeVERDE: Welche Zertifizierungen besitzt der treecup, und welchen Mehrwert bieten diese Prüfungen für Verbraucher:innen und Partnerbetriebe?
Dorrit (NOWASTE): Unser ®treecup besitzt folgende Zertifizierungen:
- biobasiert > 85 %
- biologisch abbaubar
- spülmaschinengeeignet für Privat- und Industriespülmaschinen
- lebensmittelunbedenklich
Produktüberprüfungen und Zertifizierungen geben allen Beteiligten die Möglichkeit zu erkennen, ob hinter Versprechen auch klare Fakten stecken.
Wir legen neben diesen auch einen hohen Stellenwert auf die Produktion in Deutschland, auf damit einhergehende kurze Transportwege sowie auf die Sicherstellung einer gleichbleibend hohen Produktqualität. Bei Bedarf können wir für unsere Kunden den CO₂-Gehalt der jeweiligen individuellen Nutzung berechnen und Daten bereitstellen. Wir haben eine umfassende Analyse erstellen lassen mit dem Ergebnis, dass unser ®treecup-Mehrwegbecher bereits nach 14 Nutzungen inklusive Reinigung dem Einwegbecher ökologisch überlegen ist.

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LifeVERDE: Wie läuft die Kompostierung des treecup in der Praxis ab, und was passiert mit dem Becher, wenn keine industrielle Kompostieranlage verfügbar ist?
Dorrit (NOWASTE): Der ®treecup kann in einer industriellen Kompostieranlage durch einen kontrollierten Prozess mithilfe von Mikroorganismen abgebaut werden. Leider sind solche Anlagen in Deutschland noch nicht flächendeckend verbreitet, und so bieten wir unseren Kunden eine lebenslange Rücknahmegarantie an. Wir führen das Material durch Schreddern und Aufbereitung wieder in den Wertstoffkreislauf zurück.
LifeVERDE: Aus welchem Bereich kommen Ihre Kunden und wie wird der ®treecup eingesetzt?
Dorrit (NOWASTE): Einer unserer vielen USPs ist definitiv auch unsere geringe Mindestmenge, die für eine Veredelung notwendig ist.
So bestellt bei uns der kleine Verein für das Sommerfest genauso wie ein Großkonzern für seine Betriebskantinen. Manche Kunden bestellen auch Kleinstmengen ohne individuellen Druck. Wir freuen uns über jede Art von Kunden und finden die einzelnen Projekte und Einsatzzwecke selbst immer wieder spannend.
Einige Beispiele für Einsatzbereiche: Nutzung in Cafés und Kantinen, in der Wasserspenderecke, als Städtepfandbecher, als Souvenir, als Mitarbeiter-/Kundengeschenk, auf jeglichen Veranstaltungen, in Produktionsbereichen, in Freizeiteinrichtungen, für Mitarbeiter im Außendienst, als Messegiveaway...
Das Ziel der Kunden ist meist eine Kombination aus weniger Müll (Nachhaltigkeitsaspekt), einem sinnvollen Geschenk, mehr Sicherheit im Vergleich zu Glas und natürlich, bei individueller Gestaltung, auch der erzielte Werbeeffekt oder ein gesteigertes Zusammengehörigkeitsgefühl.

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LifeVERDE: Welche Aspekte standen beim Design des treecup im Vordergrund – etwa Stapelbarkeit, Hitzebeständigkeit oder Geschmacksneutralität – und wie werden diese getestet?
Dorrit (NOWASTE): Die absolute Priorität hat bei uns die Praktikabilität im Alltag.
Wir möchten mit unserem ®treecup eine langlebige Produktnutzung erzielen. Der Kunde soll den Becher im Alltag gerne und oft benutzen wollen, damit der nachhaltige Effekt auch wirklich erzielt wird.
Sinnvolle und wichtige Eigenschaften sind daher:
- einfache Reinigung: keine schwer erreichbaren „Dreckecken“
- hohe Stabilität: kein Bruch beim Runterfallen, kein versehentliches Zusammendrücken des Bechers möglich
- gute Handhabung: kein Abrutschen der Hand durch den Versatz zum Kopfbereich
- hohe Sicherheit: kein Verbrennen bei heißem Getränk, auch bei Nutzung ohne Hitzeschutzmanschette
- flexibel: Deckel und Manschette sind auf beiden ®treecup-Varianten nutzbar
- praktisch: Stapelbarkeit beider Größen auch untereinander, kein Feuchtigkeitsstau und Vakuumeffekt, Füllvolumenstriche im Becherinneren
- wenige Schwachstellen: keine Dichtungsringe, kein Schraubgewinde, einteiliges Deckeldesign
- neutral: geschmacks- und geruchsneutral bei Kalt- und Heißgetränken
- hoher Individualisierungsgrad: auch ohne Veredelung gegeben, da hohe Farbvielfalt
- flexible Veredelungsoption: mehrfarbiger Siebdruck und farblose Gravur in zwei Bereichen möglich
- zeitlos: minimalistisches, funktionales Design
Die aufgezählten Eigenschaften sind entweder von uns, unseren Familien und Freunden, unseren Lieferanten oder Instituten getestet. Nach über 15 Jahren NOWASTE können wir definitiv auch behaupten, dass unsere Kunden unsere besten und kritischsten „Tester“ sind. Ich sage mal so: Reklamationen sind bei uns zum Glück kein Thema.
LifeVERDE: Welche Weiterentwicklungen oder neuen Ideen planen Sie für den treecup in den kommenden Jahren?
Dorrit (NOWASTE): Wir möchten unseren Kunden gerne im kommenden Jahr den viel nachgefragten verschließbaren Deckel für unseren ®treecup anbieten können und haben ebenso noch ein komplett neues Produkt in Planung. Das bleibt aber noch geheim bis wir in der finalen Phase sind. Allgemein sind wir im ständigen Austausch mit unseren Kunden und haben auch schon individuelle Kundenproduktwünsche umgesetzt.
Vielen Dank für die spannenden Fragen und das Interview!
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