Toyota Deutschland Ein Interview zum Thema Umweltschutz
Grüne Wirtschaft

Toyota Deutschland - Ein Interview zum Thema Umweltschutz

Umweltschutz hat bei Toyota eine lange Tradition und oberste Priorität. Die Entwicklung innovativer Antriebskonzepte, die Produktion und das Recycling der Automobile zählt bei Toyota alles mit zum Umweltschutz. Wir befragten Toshiaki Yasuda unter anderem zum Umweltschutz, zur Toyota Hybrid-Flotte und zur Zukunft des Automobilbaus.

Umweltschutz hat bei Toyota eine lange Tradition und oberste Priorität. Die Entwicklung innovativer Antriebskonzepte, die Produktion und das Recycling der Automobile zählt bei Toyota alles mit zum Umweltschutz. Wir befragten Toshiaki Yasuda unter anderem zum Umweltschutz, zur Toyota Hybrid-Flotte und zur Zukunft des Automobilbaus.

Ein Interview mit Toshiaki Yasuda, dem Präsidenten der Toyota Deutschland GmbH

 

LifeVERDE.de: Was macht Toyota zu einem nachhaltig arbeitenden und umweltfreundlichen Unternehmen?

Toshiaki Yasuda: Toyota hat bereits sehr früh erkannt, dass die Produktion und der Betrieb von Automobilen auch negative Einflüsse auf die Umwelt haben. Wir haben es uns deshalb als Ziel gesetzt, diese Einflüsse so gering wie möglich zu halten. Dazu haben wir schon 1992 in der Toyota Earth Charta das Ziel definiert, Ökologie und Ökonomie zur Sicherung einer lebenswerten Umwelt miteinander zu verbinden.

Konzeption und Produktion eines Fahrzeugs erfolgen mit größtmöglicher Nachhaltigkeit. Die Arbeitsprozesse in unseren Werken sind nach dem Umwelt-management-System ISO 14001 qualifiziert. Die methodische Analyse aller Bereiche von der Entwicklung über Produktion und Betrieb bis hin zum Recycling macht es möglich, Produktionsprozesse und Produkteigenschaften ökologisch zu optimieren. Darüber hinaus fördert Toyota auch Wege zu einer nachhaltigen Gesellschaft. So unterstützt das Unternehmen weltweit seit mehr als zehn Jahren Aufforstungsprogramme. Dazu gehört auch das Schülerprojekt „Plant for the Planet“, indem inzwischen weit mehr als eine Million Bäume gepflanzt wurden.

Wie viele Hybrid betriebene Fahrzeuge bietet Toyota an und an welche Zielgruppe richten sich diese Fahrzeuge?

In Deutschland und in Europa bietet Toyota derzeit den Prius und den Auris Hybrid an. Der Prius ist weltweit das erfolgreichste Hybridmodell. Er wird bereits in der dritten Generation hergestellt und ist aktuell das meistverkaufte Toyota-Fahrzeug. Seine CO2-Emissionen liegen bei nur 89 g/km. Er spricht Kunden an, die sich in der automobilen Mittelklasse zu einer nachhaltigen Mobilität auch mit der besonderen Form ihres Fahrzeugs bekennen. Der Auris Hybrid verfügt über die gleiche Technik wie der Prius, zielt aber auf Kunden der Kompaktklasse. Mit diesem Modell erreicht die Hybridtechnik auch das wichtigste Marktsegment in Europa. Zudem bietet der Toyota-Konzern mit der Marke Lexus in Deutschland und den Modellen CT 200h, RX 450h, GS 450h und LS 600h vier Hybride in unterschiedlichen Segmenten im Premiumbereich an. In anderen Märkten wie Japan oder den USA kommen sieben weitere Hybridmodelle dieser beiden Marken hinzu. Wir bauen diesen Bereich sukzessive aus und werden künftig in jeder Baureihe mindestens ein Hybridmodell anbieten.

 

Bietet Toyota auch Elektroautos an?

Toyota hat bereits 1996 mit e-com und RAV-EV zwei Elektrofahrzeuge vorgestellt. Die meisten von Ihnen sind bis heute in Betrieb. Ein Fahrzeug elektrisch anzutreiben ist für Toyota bereits alltäglich, denn der leistungsverzweigte Vollhybrid ist technisch ein Elektroantrieb, der vom Verbrennungsmotor allerdings noch unterstützt wird. Grund dafür ist die im Vergleich zu Benzin/ Diesel vergleichsweise geringe Energiedichte von Batterien. Um eine heute übliche Reichweite zu erzielen muss die Batterie sehr groß und damit auch schwer sein. Die Kosten für eine solche Batterie treiben den Fahrzeugpreis in die Höhe so dass die Kunden solch ein Fahrzeug ablehnen würden. Die Parameter wie Reichweite, Kosten und Gewicht lassen derzeit Elektrofahrzeuge nur im Bereich der urbanen Mobilität eine Alternative sein. Genau für diesen Zweck beginnt Ende 2011 ein weltweiter Feldversuch mit einem Elektrofahrzeug auf Basis des iQ. Durch die Entwicklung des Plugin-Hybriden, den man an der Steckdose so aufladen kann, so dass 20 Kilometer elektrisch, also lokal emissionsfrei, möglich sind. In Kombination mit dem Verbrenner sind so Reichweiten bis 1000 Kilometer ohne Tankstopp möglich. Mit jeder Verbesserung der Batterieleistungsfähigkeit muss der Verbrenner immer seltener unterstützen, so dass er irgendwann überflüssig sein wird. Diese Variante wird, neben dem reinen Elektroauto, ab dem Jahr 2012 bei den Händlern stehen. Gemeinsam mit Tesla werden wir im gleichen Jahr den RAV4-EV in den USA einführen.

 

In welcher Antriebsform sieht Toyota die Zukunft?

Global gibt es in den verschiedenen Märkten unterschiedliche Mobilitäts- Anforderungen. Toyota ist in der Lage diesen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Aufgrund seines hohen Wirkungsgrades wird sich der elektrische Antriebsstrang bei „Fortbewegungsmitteln“ durchsetzen. Ob Batterie- oder Brennstoffzellen-elektrisch wird der Einsatzweck entscheiden. Unser Vision von der zukünftigen Mobilität bietet ein breites Spektrum von Möglichkeiten. Fahrzeuge für den „ein Personen“ Transport für den Nahbereich über Kleinwagen und Hybriden bis hin zum Langstreckenfahrzeug.

 

 

Wie könnte der Automobilmarkt in zehn Jahren aussehen?

In zehn Jahren werden wir noch weitgehend konventionell, also mit Benzin oder Diesel betrieben Fahrzeugen fahren. Der Anteil der Hybride wird steigen und es wird eine nennenswerte Zahl von kleinen Elektrofahrzeugen geben. Toyota wird bereits vorher in jeder Baureihe mindestens ein Hybridmodell anbieten.

 

Was ist die Vision von Toyota für eine nachhaltige Entwicklung und welche positiven Beispiele können Sie aus Ihrem Umfeld für den Umweltschutz nennen?

Unsere Vision ist es, Fahrzeuge und andere Produkte herzustellen, die die Umwelt nicht belasten. Mit den Hybridmodellen und künftigen Brennstoffzellen-Fahrzeugen sind wir dazu auf einem guten Weg. Aktuell gestalten wir gemeinsam mit unseren Händlern auch den Bereich des Handels nach ökologischen Gesichtspunkten. Wir haben bereits die ersten „grünen“ Handelshäuser in Betrieb genommen. Dort wird der Strom beispielsweise durch Solarzellen erzeugt und die Häuser selbst verbrauchen keine und nur äußert wenig Energie.

 

Worin sehen Sie die Gründe, dass die meisten Menschen den Umweltschutz zwar bejahen, es jedoch oft an konkreten Initiativen mangelt. Wie könnte man das Umweltbewusstsein und -engagement der Menschen erhöhen?

Umweltschutz heute ist positiv besetzt und in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ich glaube, dass die meisten Menschen schon darauf achten, nicht durch Unachtsamkeit die Umwelt zu belasten. Das Trennen des Hausmülls oder die Entscheidung, ein sparsames und umweltverträgliches Auto zu fahren, ist für viele Haushalte selbstverständlich. In vielen Bereichen muss man da aber steuern. So setzen inzwischen viele Unternehmen bei ihren Dienstwagen Obergrenzen beim CO2-Ausstoß und bringen damit ihre Mitarbeiter zu einem bewussteren Umgang mit Kraftstoff.

 

Welche persönlichen Vorteile hat jeder Einzelne durch mehr Umweltschutz?

Außer dem guten Gewissen, was bereits ein wichtiger Punkt ist, profitieren langfristig alle davon, wenn wir den Klimawandel abbremsen können. Und heute mag in den Industrieländern niemand mehr stinkende Innenstädte, Smog und ähnliche Auswüchse, wie wir sie noch in den siebziger Jahren zu beklagen hatten. Die negativen Folgen von zu wenig Umweltschutz sind den Menschen bewusst.

 

Hamburg ist 2011 europäische Umwelthauptstadt. Welche Ziele sollten Ihrer Meinung nach mit dem Hamburger Umweltjahr erreicht werden?

Hamburg ist bei uns Japanern sehr beliebt. Die Verbindung von Historie und Moderne, in einem für eine Großstadt sehr natürlichen Umfeld beeindruckt uns sehr. Der Charme, dass an vielen Orten die Wassernähe allgegenwärtig ist rundet das Bild harmonisch ab. Ein wünschenswertes Ziel für das Hamburger Umweltjahr sollte sein, dass immer mehr Bürger erkennen und verstehen, dass sich Ökologie und Ökonomie nicht ausschließen sondern langfristig zwingend ergänzen. Die Vitalität des Wohnortes wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus und jeder Einzelne kann mit seinem Beitrag entscheidend dazu beitragen.



Kommentare
Winter Heinz Jürgen
14.09.2015
Guten schönen!
Ich bin schwerbehindert und auf den Rollstuhl angewiesen weiß zu gut zu schätzen das Toyota ein Zukunft Auto ist und möchte mit Toyota gerne eine möglichkeit entwerfen das auch alle die wie ich auf bestimmte änderungen angewiesen sind ohne großen aufwand zu Toyota kommen und das bekommen was sie benötigen um die Freiheit alleine überall hin zu fahren genießen können wie kann ich mein wissen mit euch teilen ich fahre als einziger Querschnitt kein automatik nein MR2 S77! Lg und bitte lasst mich nicht glauben das es egal ist das behinderte nur mit nen guten Anwalt zu einem Auto kommen können!!! J.Winter tel.016092125061

Hartmut
23.08.2011
Ich fahre seit Jahren Toyota und bin mit den Autos mehr als zufrieden. Insbesondere die nachhaltige Ausrichtung des Konzerns gefällt mir gut und das Toyota es mit dem Umweltschutz aus meiner Sicht wirklich ersnt meint. Dieses stringente Denken vermisse ich bis heute bei den deutschen Automobilherstellern.

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