Themenreihe: Green Marketing Im Interview Mark Pelzer von DIE KAVALLERIE GmbH
Grüne Wirtschaft

Themenreihe: Green Marketing - Im Interview Mark Pelzer von DIE KAVALLERIE GmbH

Die Kavallerie versteht sich als Agentur für Marken, die Märkte verändern wollen. Den Begriff "Green Marketing" möchte die Agentur nicht verwenden. Für sie geht es um „Marketing für eine werteorientierte und vernetzte Welt.“ 

Die Kavallerie versteht sich als Agentur für Marken, die Märkte verändern wollen. Den Begriff "Green Marketing" möchte die Agentur nicht verwenden. Für sie geht es um „Marketing für eine werteorientierte und vernetzte Welt.“ 

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27.09.2016 - Bilder: Die Kavallerie

 

UMWELTHAUPTSTADT.de: Herr Pelzer, bitte stellen Sie uns doch einmal Ihr Unternehmen sowie Ihre Kernleistung vor?

MARK PELZER: Wir sind DIE KAVALLERIE und bewegen uns als Agentur für Marketing und Kommunikation zugleich anhand strategischer Routen und schnell. Wir sind daher die ideale Agentur für Marken, die Märkte verändern wollen.

Das wiederum können Meinungsmärkte sein, indem wir zum Beispiel für Einrichtungen mit gesellschaftlicher Relevanz wie Ministerien, Parteien oder Kommunen arbeiten oder auch für Unternehmen, die als Gamechanger durch neue Produkte Märkte von Grund auf ändern. Das Thema Nachhaltigkeit und auch das Produkt als solches, spielt in diesem Zusammenhang natürlich eine immens wichtige Rolle für unsere Kunden und die Arbeit unseres 30-köpfigen Teams.

Haben Sie eine Definition für den Begriff „Green-Marketing“?

Wir selbst benutzen den Begriff „Green Marketing“ wegen seiner starken Konnotation in Richtung eines ausschließlichen Umweltgedankens selten. Für uns geht es um „Marketing für eine werteorientierte und vernetzte Welt.“  In diesem Sinne arbeiten wir folgendermaßen: Wir denken Produkt, Marke und Kommunikation zusammen, um kraftvolle Ideen und Maßnahmen zu realisieren, die Menschen in einer vernetzten und werteorientierten Welt nachhaltig überzeugen.

Nachhaltiges oder grünes Marketing war lange Zeit verpönt und galt als „Green-Washing“. Was meinen Sie, ist eine solche Denke überholt und wenn ja, weshalb?

Märkte sind Gespräche. Und tatsächlich sind Green-Marketing Maßnahmen, die nur auf einen kurzfristigen Kommunikationseffekt setzen und nicht im Produkt und im Unternehmen verankert sind, schlichtweg Fassade und damit Green-Washing. Aber durch die im Zuge der Digitalisierung entstandene Transparenz der Märkte, werden diese als solche auch schnell enttarnt.

Echtes werteorientiertes Marketing hingegen ist von jeher ein zentraler Baustein des Unternehmenserfolges, da nur so zukunftsfähige Produkte entwickelt und echte Advokaten für die Marke gefunden werden.

Für wen eignet sich eigentlich Green-Marketing? Für Unternehmen, die schon nachhaltig ausgerichtet sind oder auch für Neulinge?

Werteorientertes Marketing wird die Grundlage für alle Unternehmen werden, da Nutzer – zum Glück – immer stärker Einfluss darauf nehmen, in was für einer Welt sie mit welchen Produkten leben wollen.

Welche gesellschaftlichen Entwicklungen spielen für Unternehmen im Rahmen grüner Marketing-Kampagnen eine Rolle und welche äußeren und inneren Einflüsse (Stichwort SWOT) müssen Marketer berücksichtigen?

In Europa und Nordamerika ist das gesellschaftliche Bewusstsein für Nachhaltigkeit bereits voll da, auch wenn zwischen Bewusstein und Verhalten noch eine Lücke klafft. Ich bin gespannt darauf, wieviel Fahrt diese gesellschaftliche Entwicklung aufnimmt, wenn die aufkommende chinesische Mittelklasse dieses Bewusstsein weiter forciert. Sprich, das Thema erhält zunehmend auch international richtig Gewicht. Intern bedeutet das für Unternehmen diese gesellschaftliche Haltung der Einzelnen im Unternehmen zu fördern. Gerade jetzt können Unternehmen sowieso sehr viel von Ihren Kunden und Mitarbeitern lernen.

Wie können Unternehmen mit ihrer nachhaltigen Ausrichtung oder ihren grünen Produkten authentisch werben? Welche Dinge gilt es im Rahmen einer Kommunikationsstrategie zu beachten?

Handeln statt reden und Transparenz herstellen, statt nur schön machen. Und natürlich das was man tut, lustvoll zu dokumentieren und zu erzählen.

Wie muss im Unternehmen der Nachhaltigkeitsgedanke gelebt werden, Top-down oder Bottom-up?

Top-Down, um die flexiblen Strukturen dafür zu schaffen und Bottom up, um diese mit Leben und Erfahrung zu füllen. So stellen wir zum Beispiel ganz im Kleinen unseren Mitarbeitern Elektrolastenräder als Poolfahrzeuge zur Verfügung. Im Detail wissen wir aber noch nicht, wie die Nutzung aussehen wird.

Welche Best-Practice-Beispiele aus Ihrer beruflichen Tätigkeit können Sie berichten? Haben Sie Beispiele, die vielleicht sogar als Vorbild für andere Unternehmen dienen können?

Im Rahmen von Klimaschutzkampagnen, wie zum Beispiel „Tübingen macht blau“, lässt sich sehr gut zeigen, wie konkrete Ziele erreicht werden. In dem Fall die Einsparung von 10 % CO₂-Emission einer ganzen Stadt – und alle profitieren durch eine gestiegene Lebensqualität davon. Im Sinne des ökonomischen Erfolges zum Beispiel durch ein Reinheitsgebot, dass wir für einen Bäckereikunden entwickelt haben. Dieses verbindet gleichermaßen nachhaltiges Handeln und ökonomischen Erfolg durch ein echtes Versprechen für den Kunden.

Als Agentur entwickeln wir für unsere Auftraggeber zudem Produkte und Geschäftsmodelle, die komplett durch den Nachhaltigkeitsgedanken getrieben sind – im ersten Schritt ganz ohne die Zwänge der aktuellen Machbarkeit. Auch, wenn die Umsetzung oftmals lange dauert, implementiert sich alleine durch das kompromisslose Durchdenken und das Aufzeigen von Potentialen eine Nachhaltigkeitskultur im Unternehmen.

Was passiert eigentlich mit dem Wettbewerbsvorteil „Nachhaltigkeit“, wenn irgendwann jedes Unternehmen nachhaltig unterwegs ist, wie können sich dann grüne Unternehmen vom Wettbewerb differenzieren?

Durch bessere Produktideen sowie die Kraft der Überzeugung – und dafür gibt es dann ja unterstützend immer noch uns als Agentur ;-)

Welchen Ratschlag im Bezug auf Nachhaltigkeit möchten Sie deutschen Unternehmen geben?

Das Pioniergeist und gelebte Nachhaltigkeit Spaß macht – und neue Wege in die Zukunft öffnet. Selbst, wenn zum Beispiel BMW mit den Produkten seiner i Serie nicht hundertprozentig am Markt Erfolg hätte, ist das Unternehmen durch dieses Riesenprojekt so beweglich geworden, dass es nun ohne Probleme weitere nachhaltige Produkte schneller und besser realisieren kann. Liebe Unternehmen: traut Euch, brecht bestehende Strukturen auf und macht Euch beweglich für eine Reise in Richtung guter Zukunft.



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