Abeentoo setzt auf pflanzliche Ernährung, regionale Rohstoffe und die Wiederentdeckung von Tempeh als vielseitiges Superfood. Das Unternehmen verbindet traditionelle Fermentation mit innovativen Herstellungsverfahren, um gesunde und aromatische Tempeh-Spezialitäten zu entwickeln. Nachhaltigkeit ist dabei ein zentraler Bestandteil – von der Rohstoffauswahl bis zur ressourcenschonenden Produktion. Wie abeentoo Tempeh so besonders macht und welche Vision das Unternehmen verfolgt, erfahrt ihr im Interview.
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Bild: abeentoo
LifeVERDE: Wie ist die Idee zu abeentoo entstanden und welche Vision verfolgt ihr?
ANDREAS PROBST, Gründer von abeentoo: Die Idee zu abeentoo entstand aus einer Leidenschaft für pflanzliche Ernährung und dem Wunsch, nachhaltige und gesunde Alternativen zu tierischen Lebensmitteln anzubieten. Wir entwickeln und produzieren Lebensmittel, die sowohl umweltfreundlich als auch ernährungsphysiologisch wertvoll sind. Für eine hohe Akzeptanz bei unseren Kund*innen hat ein hervorragender Geschmack absolute Priorität.
Unsere Vision ist es, Tempeh als gesundes Superfood in der Gesellschaft zu etablieren und den Menschen eine leckere, nahrhafte und zugleich nachhaltige Proteinquelle zu bieten. Wir möchten dazu beitragen, Ernährungsgewohnheiten positiv zu verändern und den Fokus stärker auf pflanzliche Ernährung zu lenken.
LifeVERDE: Eure Tempeh-Varianten werden aus Sojabohnen hergestellt – wie wählt ihr diese Rohstoffe aus, und warum setzt ihr dabei auf regionale Bio-Zulieferer?
Die Auswahl unserer Rohstoffe basiert auf mehreren Kriterien: Geschmack, Nährstoffgehalt und insbesondere die Möglichkeit, sie nachhaltig und lokal zu beziehen. Unsere Bio-Sojabohnen beziehen wir von Bauern aus Süddeutschland und dem Elsass, unsere Bio-Lupinen aus der Bodensee-Region. Beide sind hervorragende pflanzliche Proteinquellen und bilden eine ideale Basis für die Herstellung von Tempeh.
Wir setzen bewusst auf regionale Bio-Zulieferer, um den CO₂-Fußabdruck zu minimieren und die regionale Landwirtschaft zu unterstützen. So garantieren wir nicht nur höchste Qualität, sondern fördern gleichzeitig eine nachhaltige Landwirtschaft.

Bild: abeentoo
LifeVERDE: Was macht abeentoo Tempeh so besonders?
- Traditionelle milchsaure Vergärung der Bohnen – wie in Indonesien – führt zu einem abgerundeten Geschmack.
- Enthäutung der Bohnen im Nassschälverfahren: Dadurch bleibt die Keimwurzel weitestgehend im Tempeh erhalten.
- Fermentation der geschmacksgebenden Kräuter gemeinsam mit den Bohnen sorgt für einen intensiven Geschmack der einzelnen Tempeh-Spezialitäten.
- Die ovale Tempeh-Form bietet gastronomisch vielfältige kreative Möglichkeiten bei der Anrichtung.
- Ready-to-eat: Verpackung öffnen, schneiden, anbraten – genießen!
LifeVERDE: Wie spiegelt sich euer Nachhaltigkeitsansatz sonst im Alltag und bei eurer Arbeit wider?
Tempeh ist ein Lebensmittel, bei dem die Rohware zu ca. 95 % verwendet wird. Die restlichen 5 % (Bohnenhäutchen) werden in einer Biogasanlage zur Energiegewinnung genutzt.
Wir achten darauf, so wenig Verpackungsmaterial wie möglich einzusetzen. Daher verzichten wir beispielsweise auf einen Umkarton für unsere vakuumierten Tempehs und verwenden stattdessen eine Papierbanderole als Etikett. Alle Verpackungsmaterialien sind zu 100 % recycelbar.
Zudem achten wir darauf, in unserer Produktionsstätte Wasser und Ressourcen so sparsam wie möglich einzusetzen. Wir suchen ständig nach innovativen Lösungen, um die Nachhaltigkeit weiter zu verbessern – beispielsweise durch den Einsatz alternativer Energien.
LifeVEDE: Warum gilt Tempeh sogar als Superfood?
Tempeh wird als Superfood bezeichnet, weil es nicht nur eine hervorragende Quelle für pflanzliches Protein ist (ca. 17 % pro 100 g), sondern auch viele wertvolle Nährstoffe enthält. Tempeh liefert alle essenziellen Aminosäuren, ist reich an Ballaststoffen und B-Vitaminen und hat aufgrund der Fermentation eine hohe Bioverfügbarkeit von Eisen, Calcium und Magnesium.
Außerdem spaltet der Fermentationsprozess Proteine in gut verdauliche Peptide. Die üblicherweise blähende Wirkung von Hülsenfrüchten ist bei Tempeh aufgrund der Entfernung des Bohnenhäutchens deutlich reduziert. Die Kombination aus hochwertigem Protein und Mikronährstoffen macht Tempeh zu einem echten Superfood für eine gesunde, ausgewogene Ernährung.
LifeVERDE: Welche Anforderungen stellt ihr an Textur und Konsistenz eurer Produkte?
Die Textur und Konsistenz sind für uns entscheidend, um ein optimales Esserlebnis zu bieten. Tempeh sollte fest, aber nicht zäh sein, mit einer angenehmen Bissfestigkeit. Er muss sich gut in verschiedene Gerichte integrieren lassen – sei es als Topping auf einer Suppe, als Spieß oder als Burger.
Die Konsistenz soll gewährleisten, dass Tempeh Aromen von Gewürzen und Marinaden gut aufnimmt, ohne beim Braten seine Struktur zu verlieren. Für unsere Kund*innen in der Gemeinschaftsverpflegung ist es zudem wichtig, dass Tempeh in einer Soße warmgehalten werden kann.

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LifeVERDE: Ist euer Tempeh vorgewürzt oder marinierbar – und wie berücksichtigt ihr Geschmack und Nachhaltigkeit bei den Gewürzmischungen?
Da Tempeh bei vielen Verbraucherinnen noch relativ unbekannt ist, liegt unser Fokus darauf, Tempeh als „ready-to-eat“-Produkt anzubieten. Daher bieten wir derzeit sieben verschiedene Tempeh-Spezialitäten mit unterschiedlichen Kräutern an. Die Kräuter werden für ein intensives Aroma direkt mitfermentiert.
Alle unsere Gewürze stammen aus biologischem Anbau. Mit unserem Tempeh „Gundermann“ unterstützen wir zudem eine Landfrauen-Initiative aus Baden-Württemberg.
Für Kundinnen, die Tempeh gerne nach eigenen Rezepturen marinieren möchten, bieten wir unsere Bio-Tempeh-Sorte „Natur“ an.
LifeVERDE: Ihr schreibt einen monatlichen Newsletter mit Tempeh-Rezepten. Welche Zielgruppe wollt ihr damit ansprechen?
Unser monatlicher Rezepte-Newsletter wird mit viel Liebe, Fachwissen und Begeisterung erstellt. Wir richten uns an alle Tempeh-Neulinge und Tempeh-Fans, die Inspiration suchen und entdecken möchten, wie vielseitig Tempeh in der Küche einsetzbar ist.
Von schnellen Alltagsrezepten bis zu kreativen Genussmomenten. Wir zeigen dort, wie einfach, köstlich und nachhaltig Tempeh sein kann.
Vielen Dank für das Interview!
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