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Süßes oder Sauers? Bei VeggieSweets findest du beides in veganer Variante

INTERVIEW | Vegane Alternativen gibt es glücklicherweise immer mehr – auch Süßwaren-Bereich. Bei VeggieSweets findest du eine Auswahl an veganen Süßigkeiten verschiedener Anbieter*innen.

INTERVIEW | Vegane Alternativen gibt es glücklicherweise immer mehr – auch Süßwaren-Bereich. Bei VeggieSweets findest du eine Auswahl an veganen Süßigkeiten verschiedener Anbieter*innen.

28.07.2021 | Ein Interview geführt von Deborah Iber | Bild: VeggieSweets


Vegan zu leben heißt nicht, dass beim Essen verzichtet werden muss. Im Gegenteil: mittlerweile gibt es viele tolle Alternativen, die ohne Tierprodukte auskommen und damit auch ganz neue Geschmackswelten eröffnen. Auch dem veganen Naschen sind keine Grenzen gesetzt: vegane Schokolode, Gummibärchen und Co. kommen auch ganz gut ohne tierische Inhaltsstoffe zurecht und erobern nach und nach die Regale im Supermarkt. Im Onlineshop von VeggieSweets findest du das alles auf einen Blick: Dort gibt es Süßes und Salziges von verschiedenen veganen Anbieter*innen.

Welche Mission VeggieSweets verfolgt, was in veganen Süßigkeiten drin ist und was in Sachen Nachhaltigkeit getan wird, erzählen dir die beiden Inhaber*innen Fanni und Chris.
 

LifeVERDE: Fanni und Chris, ihr seid die Köpfe hinter VeggieSweets. Wie seid ihr zu dem veganen Süßigkeiten-Shop gekommen?

Fanni und Chris: Wir steckten mitten in der Planung für unsere große Reise nach Asien, als sich 2018 für uns die Möglichkeit ergab, einen Onlineshop für vegane Süßigkeiten zu übernehmen. Mit veganen Süßigkeiten konnten wir uns direkt anfreunden, weil sie genauso zu uns passen, wie wir zu ihnen – vegan, nicht perfekt, mit enorm viel Potenzial und gutem Geschmack. ;)

Eines führte zum andern und wir hatten endlich gefunden, wonach wir so lange gesucht hatten. Wir haben vieles erneuert, vom Aufbau und Design des Onlineshops bis hin zum Logo. Den Grundstein haben wir vielleicht nicht gelegt, wollen aber mit all unserer Zeit, Energie und viel Liebe unsere Mission, die Welt ein Stück einfacher für Veganer*innen zu machen, vorantreiben, aber auch die Tradition, die Päckchen mit viel Liebe, Sorgfalt und Nachhaltigkeit zu verschicken, weiterführen.


Das sind Chris und Fanni, die mit VeggieSweets die Welt für Veganer*innen ein bisschen einfacher machen wollen (Bild: VeggieSweets).

Könnt ihr eure Mission und wie ihr diese mit VeggieSweets umsetzt einmal genauer erläutern?

Wir haben, wie eben schon angedeutet, die Vision, die Welt ein wenig nachhaltiger und für Veganer*innen ein wenig einfacher zu machen. Wir leben (noch) in einer überwiegend nicht-veganen Welt, die schnell und profitorientiert produziert und handelt. Mit VeggieSweets investieren wir in eine neue, positiv nachhaltige Marktwirtschaft und glauben fest an eine Veränderung. Gerade im Bereich Süßigkeiten und Snacks gibt es in den konventionellen Supermärkten noch nicht so viel Auswahl an nachhaltig, fair und ohne Tierleid hergestellten Produkten (ganz besonders in den ländlichen Regionen). Unser Shop bietet eine große und stets wachsende Auswahl an süßen, sauren und salzigen Leckereien, zu denen jeder Mensch mit Internetanschluss Zugang hat. Sei es als Überraschung für die Liebsten, für die Schlemmerecke im Großraumbüro oder für sich selbst. Außerdem bieten wir kleinen, neuen Unternehmen, die vegan und nachhaltig produzieren, eine Möglichkeit, ihre Kreationen auf den Markt zu bringen. Sozusagen als kleines Sprungbrett.
 

Die veganen Süßigkeiten bei VeggieSweets kommen von verschiedenen Hersteller*innen.

Was ist euch bei diesen wichtig, welche Kriterien – bis auf vegan sein – sollen sie erfüllen, damit sie zu euch passen?

Wir kooperieren ausschließlich mit Unternehmen, die es verstanden haben, dass Produktion und Handel auch nachhaltig, gerecht und weniger kapitalistisch und profitgeil funktionieren kann und dies der einzig richtige Weg ist, damit auch die die nach uns kommen noch etwas von dieser unfassbar schönen Welt haben. Das heißt: ökologischer Anbau, faire Bezahlung aller Beteiligten, keine Kinderarbeit, palmölfrei produzieren, einen Ausgleich schaffen und Mensch und Natur durch Hilfsprojekte wieder etwas zurückgeben.

Schlemmen ist erlaubt – aber nicht zu jedem Preis! Absolutes Highlight aber kein Muss, sind dann noch so Sachen wie umweltfreundliche Verpackung (funktioniert leider noch nicht bei allen Lebensmitteln) und “gesündere” Alternativen zum langweiligem Industriezucker.
 

Es gibt bei euch zum Beispiel süße Boxen voll veganer Leckereien. Wie stellt ihr diese zusammen und was ist drin?

Der Inhalt unserer Boxen variiert natürlich gerne. Wir sind ja immer auf der Suche nach Newcomern oder Oldies, die wir noch nicht kennen. Wenn wir neue Produkte entdecken, die zu unseren Kriterien passen, dann hauen wir diese gleich in die nächste Boxenplanung mit rein. Es gibt aber auch ein paar Lieblinge, die wir immer gerne in so ziemlich jede Box packen, weil sie einfach unfassbar gut schmecken.

Unser absoluter Dauerbrenner ist die “Schlemmer-Box”. Da kriegt man eine gute Auswahl an Leckereien aus so ziemlich jeder Kategorie in unserem Shop. Perfekt für diejenigen, die sich nicht entscheiden können (oder wollen). Und natürlich steckt in allen Boxen ganz viel Liebe und Sorgfalt drin.


Bei VeggieSweets findest du verschiedene vegane Leckereinen, von Süß bis Sauer (Bilder: VeggieSweets).

Apropos – was ist denn in veganen Süßigkeiten alles drin?

Heutzutage ist es ja glücklicherweise keine Schwierigkeit mehr, so ziemlich alles zu veganisieren. So ist es natürlich auch bei Süßigkeiten. Auf Kuhmilch oder Milchpulver wird bei der veganen Schokoladenherstellung verzichtet und durch Alternativen wie Mandel-, Hafer- oder auch Sojadrinks ersetzt. Die besten Schokis brauchen lediglich Kakao, bisschen Zucker (oder Alternativen), vielleicht ein paar Früchtchen und Nuss-Mus oder Nussstückchen, das war´s. Vegane Chips verzichten bspw. auf Süßmolkepulver, Rauchpulver tierischen Ursprungs oder Käse. Grundsätzlich sind vegane Süßigkeiten laktosefrei und bestehen aus Nüssen, Früchten, Saaten, Superfoods, Gemüse und Gewürzen. Simpel und natürlich!
 

Wie setzt ihr euch mit VeggieSweets für Umwelt und Gesellschaft ein und was bedeutet Nachhaltigkeit für euch?

Nachhaltig zu denken und zu handeln ist quasi unser Leitfaden im Leben. Ohne Dogmatismus oder Perfektionismus, aber mit großem Bewusstsein darüber, welche Konsequenzen unsere Lebensweisen haben (könnten). Es ist wichtig, die Balance zu halten, damit auch alle nach uns kommenden Generationen eine wunderschöne, grüne, ausgeglichene Welt voller diverser Lebensformen erleben können.
Konkret heißt das, dass wir auch z.B. komplett auf Produkte mit Palmöl verzichten. Denn um Palmöl zu gewinnen, werden Regenwälder in Indonesien und Malaysia abgeholzt und Monokulturen mit Ölpalmen angebaut. Schlecht für die CO2-Balance, schlecht fürs Klima.

Mit VeggieSweets haben wir nicht nur ein Sortiment mit Schlemmereien von Hersteller*innen geschaffen, die kein Produkt kreieren, ohne dabei an unsere Umwelt zu denken, sondern uns auch in Sachen Verpackung um einiges verbessert. Wir verwenden überwiegend Papier/Holzwolle, lassen unsere Paketkarten und Sticker nachhaltig und vegan drucken (shoutout an Die Umweltdruckerei und deineStadtklebt) und verpacken somit 100% vegan und fast komplett plastikfrei.

Was wir für die Gesellschaft tun? Nun, wenn wir Rückmeldungen von Kund*innen bekommen, die so happy darüber sind, dass sie endlich gut schmeckende vegane, palmölfreie, zuckerreduzierte oder sogar glutenfreie Schlemmereien bei uns gefunden haben, dann könnte man sagen, dass wir auch irgendwie ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten. Wir zeigen mit unserem Shop, dass es eben auch anders geht, dass es mittlerweile so viele vegane Alternativen für so ziemlich alles gibt und man gerade im Bereich Süßigkeiten fast keinen Unterschied zu den nicht-veganen Produkten schmeckt. Wir bieten Menschen eine Wahl und freuen uns ganz ganz doll, wenn sie sich für die gute Seite entscheiden :)
 

Gibt es Punkte in Sachen Nachhaltigkeit, in denen ihr euch noch bessern möchtet?

Wir sind noch am tüfteln was den Versand betrifft. Gerade bei Bestellungen aus Berlin würde es super viel Sinn machen, die Pakete z.B. mit Fahrradkurier*innen ausliefern zu lassen. Da wir jedoch noch ein Kleinunternehmen sind, haben wir finanziell noch nicht so viele Möglichkeiten, damit es auch preislich attraktiv für unsere Kund*innen ist. Ein kleines Träumchen wäre auch ein komplett plastikfreies Sortiment zu haben. Wir hoffen auf innovative Ideen der nachhaltigen Verpackungsindustrie, damit auch bald die fruchtigen Gummibärchen in Plastikalternativen verpackt werden können.
 

Was wünscht ihr euch generell für die Zukunft des Süßigkeiten-Konsums und des Veganismus?

Wir wünschen uns für die Verbraucher*innen, dass sie generell hin und wieder mal Inhalt, Herkunft und Produktionsweise hinterfragen und auch verinnerlichen, dass ein bewusster Konsum von Süßigkeiten zweifellos notwendig ist. Ein gelegentlicher Genuss zu besonderen Momenten ist nicht nur gesünder, sondern gibt dem Naschmoment auch noch eine viel größere Bedeutung und Wertschätzung und schafft so einen gesünderen Ausgleich für Körper und Seele. In Sachen Süßigkeiten – vor allem bei Schokolade – gibt es noch viele Hersteller*innen, denen es egal ist, wie die Schokolade hergestellt wird oder ob Kinder bei der Ernte eingesetzt werden. Da ist definitiv noch sehr viel Veränderung und ein Umdenken dringend notwendig!

Das Thema Veganismus erlebt die letzten Jahre einen regelrechten Boom. Fast jeder Supermarkt hat inzwischen seine Eigenmarke für vegane Produkte. Das ist schon toll anzusehen. Trotzdem werden wir immer noch gefragt, was wir denn den ganzen Tag so essen und ob das überhaupt abwechslungsreich sein kann oder dass das ja alles viel zu teuer ist. Dabei ist Fleisch einfach viel zu billig. Schön wäre also, wenn in den Köpfen der Menschen – ob Konsument*in oder Produzent*in – ankommt, dass Fleischkonsum bzw. Konsum von tierischen Produkten wie er momentan stattfindet in allen Belangen so nicht weitergehen kann. Wir wünschen uns, dass Veganismus noch mehr Gehör und Verständnis findet und wir dadurch eine Gesellschaft kreieren, die vielleicht ein wenig genügsamer, selbstloser, respektvoller, nachhaltiger und liebevoller zu sich selbst und anderen (unbekannten) Lebewesen konsumiert. Für unsere Umwelt, für Tiere und natürlich für uns selbst.

Also dann:

 

Vielen Dank für das Interview, Fanni und Chris!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an VeggieSweets stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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Hier ein paar Inspirationen für die vegane Küche: 6 vegane Kochbücher, die du kennen solltest

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