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STICK & LEMBKE: „Die mit ohne“ – warum weniger für uns mehr Qualität bedeutet

STICK & LEMBKE setzt konsequent auf Bio ohne Zusatzstoffe, transparente Lieferketten und traditionelle Teeherstellung – für ehrlichen Geschmack mit Haltung.

STICK & LEMBKE setzt konsequent auf Bio ohne Zusatzstoffe, transparente Lieferketten und traditionelle Teeherstellung – für ehrlichen Geschmack mit Haltung.

06.07.2026, das Interview führte: Louisa Becker - Bild: STICK & LEMBKE

Mit dem Claim „die mit ohne“ hat STICK & LEMBKE eine Philosophie geschaffen, die weit über einen Werbeslogan hinausgeht. Das Hamburger Bio-Teeunternehmen verzichtet bewusst auf Zusatzstoffe, künstliche Aromen und technologische Hilfsstoffe und setzt stattdessen auf naturbelassene Zutaten, transparente Lieferketten und langfristige Partnerschaften mit seinen Erzeugern. Im Interview spricht das Unternehmen über sein Qualitätsverständnis, die Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette sowie die Zukunft von Matcha und modernen Teekonzepten.


Bild: Gründer THORSTEN STICK/STICK & LEMBKE

LifeVERDE: Was bedeutet euer Claim „die mit ohne“ konkret für eure Produkte und eure Markenidentität?

Gründer und Geschäftsführer von STICK & LEMBKE, THORSTEN STICK: „Die mit ohne“ bringt unser Selbstverständnis von Bio sehr konkret und kompakt auf den Punkt: Wir stehen für Produkte, die bewusst nur mit dem Wesentlichen auskommen, ohne das, was wir für unnötig oder nicht naturbelassen halten. Konkret heißt das: Nur „mit“ naturbelassenen hochwertigen Bio-Zutaten und „ohne“ Zusatzstoffe, industriell hergestellte Aromen oder andere technologische Hilfsstoffe, die den ursprünglichen Geschmack verfälschen.

Für unsere Markenidentität bedeutet das eine klare Haltung. Wir wollen nicht komplexer wirken, als wir sind, sondern ehrlich zeigen, was im Produkt steckt und was eben nicht. Das schafft Vertrauen und macht unsere Produkte für Verbraucher nachvollziehbar.

Wie unterscheidet ihr euch durch eure konsequente „ohne Zusatzstoffe“-Philosophie von anderen Tee-Marken?

Viele Teemarken arbeiten, auch im Bio-Segment, mit zugesetzten Aromen, um Geschmackserlebnisse gezielt zu steuern oder standardisieren zu können. Wir gehen bewusst einen anderen Weg. Unsere Tees basieren ausschließlich auf den natürlichen Eigenschaften der einzelnen Zutaten. Geschmack entsteht für uns durch Rohwarenqualität, Schnittgrad, die Mischung an sich und den Ursprung der Zutaten, nicht durch nachträgliche Optimierung.

Dieser Unterschied ist nicht nur deklaratorisch, sondern sensorisch in der Erwartungshaltung unserer Marke. Unsere Produkte dürfen eine natürliche Varianz haben, genau das ist für uns ein Zeichen von Authentizität und Qualität.

Welche Rolle spielt Transparenz in eurer Lieferkette – und wie setzt ihr sie konkret um?

Transparenz ist für uns eine zentrale Voraussetzung für glaubwürdige Qualität und Nachhaltigkeit. Wir setzen sie auf mehreren Ebenen um: Langfristige Lieferantenbeziehungen statt ständig wechselnder Lieferanten oder anonymer Spotkäufe, dokumentierte Rückverfolgbarkeit pro Charge bis zum Ursprungsland, regelmäßige Analysen und Audits, eine ehrliche Zutatenliste und eine enge Abstimmung mit unseren Partnern zu Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen gehören ebenfalls dazu.

Für uns ist Transparenz ein kontinuierlicher Prozess. Dieser bedarf umfangreiche Kommunikation mit allen Partnern und Zeit. So ist nicht jede Information für den Verbraucher sichtbar, aber intern entscheidend, um fundierte und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können.


Bild: STICK & LEMBKE

Was geht ihr in euren Nachhaltigkeitsgrundsätzen bewusst über klassische Bio-Standards hinaus?

Die EU-Bio-Verordnung setzt für uns eine wichtige Basis, aber wir sehen sie als Mindeststandard, nicht als Endpunkt. Darüber hinaus legen wir Wert auf eine ganzheitliche Bewertung von Lieferketten (sozial und ökologisch), langfristige Partnerschaften, die Stabilität für Produzenten und Dienstleister schafft und Verantwortung in Verpackungen und Ressourcenschonung, durch Optimierung des Materialeinsatzes. Unser Anspruch ist es, trotz komplexer Lieferketten, Nachhaltigkeit nicht punktuell, sondern möglichst entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu denken.

Warum habt ihr euch beim Matcha für bestimmte Anbauregionen in Japan entschieden?

Wir beziehen unseren Matcha aus den traditionellen Anbauregionen, darunter auch Kagoshima und Shizuoka. Der Ursprung ist bei Matcha entscheidend für Qualität, Geschmack und Authentizität. In Japan bestehen langjährige Erfahrungen im Tencha-Verfahren, es herrschen optimale klimatische Bedingungen und Böden für den Anbau und hier werden die traditionellen Verarbeitungsmethoden konsequent umgesetzt. Diese Kombination ermöglicht eine stabile, hohe Qualität und ein differenziertes Geschmacksprofil, ein Faktor, der uns wichtiger ist als reine Trendorientierung.

Wie arbeitet ihr mit den Teebauern zusammen, die euren Matcha im aufwendigen Tencha-Verfahren herstellen?

Wir arbeiten mit unseren Grüntee-Bauern bereits seit über 10 Jahren zusammen. Die Herstellung von Tencha, und daraus Matcha, ist sehr arbeitsintensiv und erfordert viel Erfahrung und Fachwissen. Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von direktem Austausch zu Qualitätsanforderungen und Spezifikationen, langfristiger Planung, um Verlässlichkeit auf beiden Seiten zu schaffen und Respekt gegenüber dem handwerklichen und kulturellen Hintergrund der Produktion. Im Rahmen regelmäßiger Besuche in Japan werden diese Anforderungen immer wieder geprüft und die Möglichkeiten gemeinsam diskutiert.

Wir verstehen uns hier nicht als kurzfristiger Abnehmer, sondern seit über zehn Jahren als Partner, der auf Kontinuität setzt. Gerade bei so sensiblen Produkten wie Matcha ist das entscheidend.


Bild: STICK & LEMBKE

Wie kam es zu eurer Rezepturentscheidung, den Matcha-Anteil zu reduzieren und stattdessen stärker auf Konacha zu setzen – und was sagt das über euer Verständnis von Geschmack und Qualität aus?

Unsere Rezepturentscheidungen basieren auf einem ganzheitlichen Verständnis von Qualität. Im Mittelpunkt stehen für uns ein stimmiges Geschmacksprofil, eine hochwertige Rohstoffauswahl sowie die Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Mischung haben wir die Zusammensetzung bewusst angepasst. Der Anteil an Grüntee (Konacha) wurde erhöht, um ein ausgewogeneres und harmonischeres Geschmacksbild zu erreichen. Sensorisch hat sich gezeigt, dass die Kombination aus Grüntee, Matcha und Konacha zu einem runden, zugänglichen und gleichzeitig differenzierten Geschmack führt.

Parallel dazu haben wir auch den Ursprung des eingesetzten Grüntees neu ausgerichtet und auf Japan umgestellt. Dieser Schritt war uns insbesondere im Hinblick auf soziale und ökologische Aspekte wichtig. Japan steht für langjährige Teeanbautradition, etablierte Qualitätsstandards sowie nachvollziehbare Anbau- und Verarbeitungsbedingungen.

Die Anpassung der Rezeptur spiegelt damit unser Qualitätsverständnis wider: Entscheidend ist für uns nicht die maximale Menge einer einzelnen Zutat, sondern das ausgewogene Zusammenspiel aller Komponenten – sowohl geschmacklich als auch im Hinblick auf Herkunft und Verantwortung.

Wie wollt ihr neue Zielgruppen für Matcha begeistern und ihn alltagstauglicher machen?

Matcha ist heute längst kein Nischenprodukt mehr, sondern in vielen Alltagskontexten angekommen, ob pur, als Latte mit Milch oder pflanzlichen Alternativen oder kombiniert mit fruchtigen Komponenten. Diese Entwicklung greifen wir bewusst auf, ohne dabei unsere eigene Produktphilosophie zu verlassen.

Unser Ansatz ist es, Matcha so zu interpretieren, dass er zu unserem „die mit ohne“ Anspruch passt: klare Rezepturen, hochwertige naturbelassene Rohwaren und bewusst ohne Zusatzstoffe oder zugesetzten Zucker.

Konkret bedeutet das, wir erweitern unser Sortiment gezielt um einen Matcha Latte auf Basis von reinem Haferpulver, ohne Zuckerzusatz oder andere Süßungsmittel. Gleichzeitig ergänzen wir unser Grünteesortiment um Hojicha, also gerösteten Grüntee, der durch sein mildes, leicht röstartiges Profil besonders zugänglich ist

Damit sprechen wir unterschiedliche Konsumgewohnheiten an, vom klassischen Teetrinken bis hin zu modernen, unkomplizierten Zubereitungen.

Unser Ziel ist dabei nicht, Matcha neu zu erfinden, sondern ihn in einer reduzierten, ehrlichen Form anzubieten, die sich selbstverständlich in den Alltag integrieren lässt. Qualität bedeutet für uns in diesem Zusammenhang auch, Trends nicht einfach zu bedienen, sondern sie so umzusetzen, dass sie geschmacklich überzeugen und gleichzeitig unserer klaren „die mit ohne“-Haltung treu bleiben.


Bild: STICK & LEMBKE

Fazit: Konsequenz statt Kompromisse

STICK & LEMBKE zeigt, dass sich Qualität nicht über künstliche Optimierung, sondern über konsequente Entscheidungen definiert. Der Verzicht auf Zusatzstoffe, die enge Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern, transparente Lieferketten und die Orientierung an traditionellen Herstellungsverfahren prägen die Marke ebenso wie die Bereitschaft, Rezepturen weiterzuentwickeln, wenn sie Geschmack und Nachhaltigkeit gleichermaßen verbessern. Mit der Philosophie „die mit ohne“ positioniert sich STICK & LEMBKE als Bio-Teehersteller, der Natürlichkeit, Authentizität und Verantwortung in den Mittelpunkt stellt – und damit bewusst einen anderen Weg geht als viele Wettbewerber.

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