So bleibt der grüne Daumen grün: Dünger aus 100% BioRohstoffen
Grüne Wirtschaft

So bleibt der grüne Daumen grün: Dünger aus 100% Bio-Rohstoffen

Dünger aus 100% bio-zertifzierten Rohstoffen hat das junge Start-up grünerdüngen erfunden. Im Interview mit LifeVERDE erzählt uns Gründer Mick, wie es zu dem preisgekrönten Produkt kam, wie es wirkt und was wir in Zukunft noch erwarten können. 

Dünger aus 100% bio-zertifzierten Rohstoffen hat das junge Start-up grünerdüngen erfunden. Im Interview mit LifeVERDE erzählt uns Gründer Mick, wie es zu dem preisgekrönten Produkt kam, wie es wirkt und was wir in Zukunft noch erwarten können. 

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29.05.2019

Dünger aus 100% bio-zertifzierten Rohstoffen hat das junge Start-up grünerdüngen erfunden. Im Interview mit LifeVERDE erzählt uns Gründer Mick, wie es zu dem preisgekrönten Produkt kam, wie es wirkt und was wir in Zukunft noch erwarten können.

LifeVERDE: Herr Mick, Sie setzen sich mit „grünerdüngen“ für ökologisches Gärtnern ein. Worauf legen Sie dabei besonderen Wert und was treibt Sie an?  

Herr Mick (grünerdüngen): Mit grünerdüngen, unserem jungen Start-up, habe nicht nur ich mich, sondern haben wir uns als gesamtes Team der nachhaltigen Weiterentwicklung des ökologischen Land- und Gartenbaus verschrieben. Wir glauben, dass es auch im eher traditionell orientierten Öko-Landbau Innovationen braucht, um zukunftsfähig bleiben zu können. Und das wollen wir sein! Mit grünerdüngen und unserem Produkt KleePura, dem einzigen zertifizierten BioDünger, wollen wir das ökologische Gärtnern von innen heraus verändern und bestehende Lücken in der ökologischen Wirtschaftsweise schließen: gibt es bisher keine zertifizierten Bio-Dünger, bieten wir mit KleePura jetzt eine einzigartige Alternative, die bio-veganes Gärtnern für alle ermöglicht. Mit unserer Philosophie, unserem Unternehmen und den Produkten, die wir anbieten, wollen wir die Menschen im Alltag abholen, gemeinsam mit ihnen Ganzheitlichkeit leben, den Blick in die Zukunft richten und an einem besseren, grüneren Morgen arbeiten.  

 
Mit KleePura haben Sie einen Bio-Dünger aus 100 % Bio-Klee entwickelt und erhielten dafür sogar den Sächsischen Umweltpreis 2017. Wie ist die Idee dazu entstanden und wer steckt alles dahinter?

Die Auszeichnung mit dem Sächsischen Umweltpreis 2017 war für uns ein Meilenstein, der uns gezeigt hat, dass wir mit KleePura und unserem Unternehmen auf dem richtigen Weg sind. Die Idee, die hinter KleePura steckt, reicht aber schon weiter zurück: 2012 haben wir uns – das sind Simon Scheffler und ich – als ehemalige Studierende entschieden, an einem Forschungsprojekt der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden mitzuarbeiten. Die Frage war: Kann es einen echten Bio-Dünger geben, der zu 100 % aus bio-zertifizierten Rohstoffen besteht und bewusst auf Reststoffe der Lebens- und Futtermittelindustrie sowie Abprodukte tierischen Ursprungs verzichtet? Gemeinsam haben wir über vier Jahre hinweg geforscht, experimentiert und unser Produkt schließlich erfolgreich in Praxisbetrieben des Bio-Gemüsebaus getestet. Diese Praxistests haben uns eindeutig gezeigt: Düngen mit rein pflanzlichen, bio-zertifizierten Ausgangsstoffen ist nicht nur möglich, sondern bedeutet für die angebauten Pflanzen auch nachhaltig mehr Vitalität und Widerstandskraft. Damit war klar: der ökologische Land- und Gartenbau muss nicht mehr wie bisher unbedingt auf Düngemittel zurückgreifen, die z.B. aus Hornmehlen oder anderen Abfallstoffen der konventionellen Futter- und Lebensmittelindustrie bestehen, sondern findet in KleePura eine Alternative, die für konsequent ökologisches Wirtschaften steht.  
 
Wie wirkt Klee als Dünger, gibt es auch Nachteile beispielsweise beim Ertrag?

Klee als Dünger nutzt die speziellen Eigenschaften, die die Kleepflanze mit sich bringt: Als sogenannte Leguminose kann Klee mithilfe von Knöllchenbakterien, die an den Wurzeln der einzelnen Kleepflanzen sitzen, molekularen Stickstoff aus der Luft binden. Dieser Stickstoff wird dabei als wachstumsfördernder Nährstoff an die Kleepflanze selbst weitergegeben und stärkt die Pflanze dadurch von innen heraus. Wir nutzen diese besondere Fähigkeit des Klees, ernten die energiereichen Kleepflanzen und verarbeiten sie anschließend zu unserem BioDünger weiter: KleePura, reiner Bio-Klee. Im Gartenbeet eingesetzt entfaltet KleePura dann seine Wirkung und stellt dem dort angebauten Gemüse, aber auch Kräutern, Obst und Blumen, neben dem natürlich gebundenen Stickstoff auch noch Phosphor und Kalium zur Verfügung – genau die Nährstoffe, die Pflanzen brauchen, um gesund wachsen und viele Früchte bilden zu können.  Nachteile? Im Austausch mit unseren Kund*innen haben wir fast ausschließlich positives Feedback bekommen. Weil KleePura ein organischer Dünger ist und wenn die Witterungsverhältnisse nicht ganz optimal sind, kann es sein, dass die Wirkung nicht so schnell einsetzt wie bei mineralischen Düngemitteln, aber das ist ein ganz normaler und natürlicher Prozess. Organische Düngemittel haben trotz diesem scheinbaren Nachteil das Plus, dass Nährstoffe über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen und weniger leicht aus dem Boden ausgewaschen werden können – zwei Aspekte, die uns im Sinne langfristig fruchtbarer Böden und ganzheitlichem Gärtnern am Herzen liegen. 


 
Und für welche Pflanzen eignet er sich besonders gut?

KleePura BioDünger ist nicht nur für die eine Pflanzenart geeignet, sondern kann querbeet eingesetzt werden. Ursprünglich für den ökologischen Gemüsebau entwickelt, können wir KleePura besonders für anspruchsvolle Gemüsearten wie Tomaten, Gurken oder Kürbisse empfehlen. Bei Kräutern, Obst und Blumen – und selbst für 
den Rasen im eigenen Garten – sind unsere Erfahrungen aber mindestens genauso positiv wie bei Gemüse, sodass wir mit gutem Gewissen sagen können: KleePura ist ein Alleskönner! 
 
Der Begriff „bio“ ist für Düngemittel und Substrate nicht gesetzlich geschützt. Was unterscheidet Ihren BioDünger von vielen anderen mit dieser Bezeichnung?  

Der Hauptunterschied liegt darin, dass KleePura der einzige zertifizierte BioDünger ist. Das bedeutet: Von der Aussaat des Klees auf den Feldern unserer Bio-Bauern und –bäuerinnen bis zum verkaufsfertigen Produkt unterliegen alle Prozesse der strengen Kontrolle des Anbauverbands Naturland. Sind alle Anforderungen erfüllt, wird unser BioDünger mit der Naturland-Fahne ausgezeichnet und ist damit ein echtes Bio-Produkt.  Was aber steht hinter den anderen Bio-Düngern? Weil der Begriff „bio“ für Düngemittel und Substrate nicht gesetzlich geschützt ist, gibt es für Bio-Dünger nur ein Kriterium: Sie müssen aus organischen Inhaltsstoffen bestehen – egal, ob diese aus dem konventionellen Bereich stammen, von fernen Ländern importiert werden oder z.B. Reststoffe der Industrie oder Pharmazie sind. In der Folge werden z.B. Horn-, Haar- und Knochenmehle, aber auch Exkremente von Seevögeln der südamerikanischen Küstengebiete als „bio“ deklariert und wandern als Naturdünger in die Hände von Gärtner*innen. Weil wir glauben, dass „bio“ mehr kann, haben wir KleePura entwickelt und beweisen damit, dass auch Düngen echt bio sein kann.  
 
Wird es weitere Bio-Produkte für ökologisches Gärtnern von Ihnen und Ihrem Team geben?

Ja, auf jeden Fall! Wir entwickeln momentan mehrere Produktinnovationen, die an das Grundprinzip von KleePura BioDünger anknüpfen. Unsere Düngestäbchen, die auch Zimmerpflanzen mit bio-zertifizierten Nährstoffen versorgen, stehen kurz vor der Markteinführung. Außerdem bieten wir in Kürze einen Rasendünger an, der sich aufgrund seiner Materialeigenschaft super für die Nährstoffversorgung von Grünflächen eignet. Andere Produkte sind auch noch im Entstehen, brauchen aber noch ein bisschen Zeit. Wir werden berichten!  



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