Seit 1996 entwickelt Sense Organics Kleidung für Babys und Kinder. Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben überwiegend auf Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau sowie auf verschiedene Zertifizierungsstandards. Für einzelne Produktbereiche kommen zudem recyceltes Polyester und Merinowolle zum Einsatz.
Im Interview mit LifeVERDE erzählt das Team von Sense Organics, wie die Marke entstanden ist, worauf es bei der Auswahl von Materialien und Produktionspartnern achtet und warum langlebige Designs und langjährige Lieferantenbeziehungen eine wichtige Rolle spielen.
Die Angaben zu Materialien, Zertifizierungen und Produktionsbedingungen beruhen auf Informationen von Sense Organics. Auch auf der Unternehmenswebsite werden derzeit unter anderem GOTS, Fairtrade und SA8000 als relevante Standards genannt.
LifeVERDE: Sense Organics wurde bereits 1996 gegründet. Wie ist die Marke entstanden und welche Idee steht bis heute hinter euren Kollektionen?
NICOLE SIEMER, vom Team von Sense Organics: Sense Organics wurde 1996 von Kirsten Weihe gegründet – zu einer Zeit, in der Themen wie Umweltschutz und soziale Verantwortung in der Modebranche noch deutlich weniger präsent waren.
Ihre Idee war es, ökologische und soziale Aspekte zusammenzudenken: Kinderarbeit und Ausbeutung sollten ausgeschlossen sowie faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette unterstützt werden. Da Babys und Kleinkinder buchstäblich unsere Zukunft sind, lag der Fokus von Anfang an auf Baby- und Kindermode.
Dieser Ansatz prägt uns bis heute. Wir arbeiten eng mit unseren Herstellern zusammen, sind selbst regelmäßig vor Ort und verfolgen, wo unsere Bio-Baumwolle angebaut und wie sie verarbeitet wird. Gleichzeitig setzen wir auf zeitlose Designs, farbenfrohe Drucke und langlebige Basics statt auf möglichst viele kurzlebige Trends.
Aus Kirstens Idee ist inzwischen ein junges, engagiertes Team geworden, das diese Werte weiterträgt – mittlerweile seit 30 Jahren.

Bild: Sense Organics
LifeVERDE: Gerade bei Kleidung für Babys und Kinder spielen Materialqualität und Hautverträglichkeit eine wichtige Rolle. Worauf achtet ihr bei der Auswahl eurer Stoffe?
Sense Organics: Bei der Stoffauswahl stehen für uns Zertifizierungen und Transparenz an erster Stelle – nicht nur als Siegel auf dem Etikett, sondern als Standards, die verschiedene Stufen der Lieferkette einbeziehen.
Der Großteil unserer Kollektionen besteht aus Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau und ist GOTS-zertifiziert.
Für spezielle Sortimente setzen wir auch andere Materialien ein: Unsere Bademode besteht aus recyceltem Polyester und ist GRS-zertifiziert (Global Recycled Standard). Für die Herbst-/Winterkollektion gibt es außerdem ein Stricksortiment aus Merinowolle nach RWS-Standard (Responsible Wool Standard), das zusätzlich nach GOTS-Vorgaben geprüft wird.
Damit orientieren wir uns je nach Produktgruppe an unterschiedlichen Standards für Materialien, Verarbeitung sowie ökologische und soziale Anforderungen.
LifeVERDE: Bio-Baumwolle nimmt bei Sense Organics einen wichtigen Stellenwert ein. Welche Vorteile seht ihr darin und welche weiteren Kriterien sind für euch bei der Materialauswahl entscheidend?
Sense Organics: Bio-Baumwolle ist für uns aus mehreren Gründen wichtig. Beim Anbau werden keine chemisch-synthetischen Pestizide und Kunstdünger eingesetzt. Gleichzeitig fühlt sich Baumwolle angenehm weich an, was gerade bei Baby- und Kinderkleidung eine wichtige Eigenschaft ist.
Unsere Baumwolle stammt aus Indien. Dort unterstützen wir regionale Anbauprojekte und arbeiten daran, ökologische und soziale Anforderungen gemeinsam mit unseren Partnern umzusetzen.
Neben dem Material selbst sind für uns die Produktionsbedingungen entscheidend. Unsere Lieferanten arbeiten nach sozialen Standards wie SA8000, unsere Wäschelinie nutzt zusätzlich Fairtrade-Cotton-zertifizierte Baumwolle. Auch erneuerbare Energien spielen bei verschiedenen Produktionspartnern eine Rolle.
Material und Herstellungsbedingungen betrachten wir deshalb möglichst gemeinsam.

Bild: Sense Organics
LifeVERDE: Neben den Materialien ist die Herstellung ein wichtiger Aspekt. Wie wählt ihr eure Produktionspartner aus und welche Anforderungen stellt ihr an die Zusammenarbeit?
Sense Organics: Wir setzen bewusst auf wenige, ausgewählte Lieferanten statt auf häufige Wechsel. Mit einigen Partnern arbeiten wir bereits seit rund 20 Jahren zusammen.
Diese langjährigen Beziehungen sind für uns eine wichtige Grundlage für gleichbleibende Qualität und Vertrauen. Wir besuchen unsere Hersteller regelmäßig vor Ort, sprechen direkt mit ihnen und begleiten die Weiterentwicklung von Prozessen und Standards.
Je nach Produktlinie spielen Zertifizierungen wie GOTS, RWS oder GRS sowie soziale Standards wie SA8000 eine Rolle. Genauso wichtig ist für uns aber die persönliche Zusammenarbeit. Wenn man sich kennt und langfristig miteinander arbeitet, lassen sich Qualität und Produktionsbedingungen gemeinsam weiterentwickeln.
LifeVERDE: Welche Produkte oder Kollektionen stehen bei euch aktuell besonders im Fokus? Gibt es Schnitte oder Designs, die eure Kund:innen derzeit besonders nachfragen?
Sense Organics: Wir bringen zwei Hauptkollektionen pro Jahr heraus. Dadurch haben wir Zeit, die einzelnen Produkte und Designs langfristiger zu entwickeln.
Unsere Designs entstehen in Zusammenarbeit mit Designer:innen aus Großbritannien und geben den Kollektionen ihre eigene Handschrift.
Ein fester Bestandteil unseres Sortiments ist beispielsweise unsere Basic-Wäschelinie für Babys und Kinder von Größe 50/56 bis 92. Sie wird regelmäßig um neue Farbtöne ergänzt: Die Schnitte bleiben eher zeitlos, während wir bei den Farben neue Akzente setzen.
Unsere Erfahrung ist außerdem, dass viele Kund:innen Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine lange Nutzungsdauer legen. Kleidungsstücke werden häufig an Geschwister weitergegeben oder später gebraucht weiterverkauft.
LifeVERDE: Welche Rolle spielen Langlebigkeit, zertifizierte Materialien und soziale Produktionsstandards bei Sense Organics – und wo möchtet ihr euch in den kommenden Jahren noch weiterentwickeln?
Sense Organics: Diese Themen gehören für uns zusammen. Bei unseren Baumwollprodukten spielt GOTS eine zentrale Rolle, ergänzt um den GRS-Standard für unsere Bademode und den RWS-Standard bei Merinowolle. Hinzu kommen soziale Standards bei unseren Produktionspartnern und der Einsatz erneuerbarer Energien bei verschiedenen Herstellern.
Weil wir mit vielen Partnern bereits seit Jahren zusammenarbeiten, können wir Anforderungen und Prozesse gemeinsam weiterentwickeln.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Langlebigkeit. Statt unsere Kollektionen stark an kurzfristigen Trends auszurichten, setzen wir auf zeitlose Designs und robuste Qualität. Zwei Hauptkollektionen pro Jahr sind Teil dieses Ansatzes.
Für die kommenden Jahre wollen wir bestehende Standards weiterführen und insbesondere unsere langjährigen Partnerschaften weiter ausbauen.
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