Wir verbringen rund ein Drittel unseres Lebens im Bett. Umso wichtiger die Frage, aus welchen Materialien eine Matratze besteht – und ob sie die Raumluft in der Zwischenzeit belastet. Beim Kauf wird es aber schnell unübersichtlich. Begriffe wie „schadstofffrei", „natürlich" oder „für Allergiker geeignet" klingen beruhigend, sagen für sich genommen aber noch wenig darüber aus, wie emissionsarm eine Matratze tatsächlich ist. Wer eine schadstoffarme Matratze kaufen möchte, sucht im Kern nach einem Produkt, das möglichst wenig problematische Stoffe enthält, unabhängig geprüft wurde und im Schlafzimmer nicht unnötig zur Belastung der Innenraumluft beiträgt. Genau darum geht es in dieser Kaufberatung.
Schon eine Matratze – aber noch nichts drüber? Dann wird es Zeit: Unsere Bestenliste Nachhaltige Bettwäsche zeigt, worauf es wirklich ankommt.
Inhaltsverzeichnis
- Schadstofffreie Matratzen: Das Wichtigste in Kürze
- Was bedeutet „schadstofffrei" bei Matratzen überhaupt?
- Welche Schadstoffe in Matratzen problematisch sein können
- Diese Siegel helfen bei der Auswahl schadstoffarmer Matratzen
- Welche Matratzenarten bei Schadstoffen die beste Wahl sind
- Schadstofffreie Matratzen kaufen: Darauf solltest du wirklich achten
- Für wen sich welche schadstoffarme Matratze lohnt
- Neue Matratze richtig auslüften und pflegen
- Fazit
Kurz-FAQ
Kann eine Matratze tatsächlich krank machen? +
Eine einzelne Matratze macht in der Regel nicht akut krank, aber die Innenraumluft wird durch sie beeinflusst, und das über viele Stunden pro Nacht, oft direkt in Atemwegnähe. Studien zeigen, dass Polyurethanmatratzen unter realen Schlafbedingungen messbare Mengen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) freisetzen, die durch Körperwärme und Luftfeuchtigkeit noch verstärkt werden. Wer empfindlich auf Innenraumluft reagiert, ein kleines Kind hat oder ohnehin viel Zeit im Schlafzimmer verbringt, sollte diesem Aspekt beim Kauf mehr Aufmerksamkeit schenken als dem Listenpreis.
Was ist der Unterschied zwischen OEKO-TEX, Blauem Engel und eco-INSTITUT-Label? +
Die drei Siegel prüfen unterschiedliche Dinge und sind deshalb nicht einfach austauschbar. OEKO-TEX Standard 100 prüft in erster Linie textile Bestandteile auf Schadstoffe, bezieht sich bei Matratzen also oft nur auf den Bezug, nicht auf den Kern oder die Emissionen ins Raumklima. Der Blaue Engel (DE-UZ 119) geht weiter: Er bewertet die gesamte Matratze inklusive Emissionsverhalten und berücksichtigt dabei auch Umweltaspekte in der Nutzungs- und Entsorgungsphase. Das eco-INSTITUT-Label legt den Schwerpunkt besonders auf VOC-Emissionen und Innenraumluft und fordert eine vollständige Deklaration aller Einsatzstoffe, was es für Menschen mit erhöhter Sensibilität besonders relevant macht.
Ist Naturlatex automatisch schadstoffärmer als Kaltschaum? +
Nicht automatisch, aber die Ausgangslage ist eine andere. Naturlatex stammt aus dem Milchsaft des Kautschukbaums und kommt ohne die synthetischen Ausgangschemikalien aus, die bei der Herstellung von Polyurethanschäumen eine Rolle spielen. Trotzdem können auch Naturlatexmatratzen Pestizidrückstände, Nitrosamine oder Verarbeitungsrückstände enthalten, weshalb Siegel wie QUL oder GOLS hier wichtige Orientierung geben. Entscheidend ist also nicht das Material allein, sondern ob das konkrete Produkt unabhängig auf Schadstoffe geprüft wurde.
Wie lange dauert es, bis eine neue Matratze aufgehört hat auszugasen? +
Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil es stark vom Material, der Verarbeitungsqualität und der Raumbelüftung abhängt. Gut zertifizierte Matratzen mit niedrigen Ausgangswerten bauen messbare Emissionen oft innerhalb weniger Tage deutlich ab, bei schlechter belüfteten Räumen oder dichter verpackten Schaumstoffmatratzen kann es länger dauern. Als Faustregel gilt: mindestens drei bis sieben Tage auslüften lassen, bevor die Matratze im Schlafzimmer genutzt wird, und in dieser Zeit besonders gut lüften.
Lohnt sich eine teure, zertifizierte Matratze wirklich gegenüber einem günstigen Modell? +
Ja, wenn man die Gesamtrechnung aufmacht. Eine hochwertige Matratze mit belastbaren Siegeln hält in der Regel deutlich länger als eine günstige ohne transparente Materialangaben, und der Preis pro Nacht relativiert sich dadurch erheblich. Dazu kommt der gesundheitliche Aspekt: Wer acht Stunden pro Nacht in unmittelbarer Nähe eines Produkts schläft, das ungeprüfte Stoffe in die Raumluft abgibt, zahlt einen Preis, der sich nicht in Euro ausdrückt. Die Investition in eine nachweislich schadstoffarme Matratze ist deshalb keine Frage des Luxus, sondern der Konsequenz.
Schadstofffreie Matratzen: Das Wichtigste in Kürze
- Der Begriff „schadstofffreie Matratze" ist irreführend. Entscheidend ist nicht das Werbeversprechen, sondern ob ein Produkt nachweislich schadstoffarm und emissionsgeprüft ist.
- Besonders aussagekräftige Siegel sind: Blauer Engel (DE-UZ 119), eco-INSTITUT-Label, OEKO-TEX Standard 100 sowie bei Naturlatex zusätzlich QUL und GOLS.
- Gute Chancen auf eine schadstoffarme Wahl bieten hochwertige Naturlatexmatratzen, solide Federkernmatratzen mit transparenten Materialangaben und Kaltschaummatratzen mit glaubwürdiger Zertifizierung.
- Vorsicht ist bei sehr günstigen Schaumstoffmodellen ohne klare Prüfangaben geboten.
Unsere Empfehlungen auf einen Blick.
Preise beziehen sich auf die jeweils genannte Variante und können je nach Größe, Härtegrad und Aktion variieren.
Was bedeutet „schadstofffrei" bei Matratzen überhaupt?
Der Begriff klingt eindeutig, ist bei Matratzen aber nur eingeschränkt sinnvoll. Selbst Naturmaterialien können Rückstände aus Anbau, Verarbeitung oder Transport enthalten. Bezüge, Füllungen, Funktionsschichten und Klebstoffe können ebenfalls Emissionen verursachen. Die präzisere Frage lautet deshalb nicht, ob eine Matratze absolut schadstofffrei ist, sondern ob sie nachweislich schadstoffarm und emissionsgeprüft ist. Das ist kein akademischer Unterschied. Matratzen werden Nacht für Nacht in unmittelbarer Nähe von Gesicht und Atemwegen genutzt. Relevanter als Werbeworte ist deshalb, welche Prüfungen durchgeführt wurden, wie transparent Hersteller ihre Materialien offenlegen und ob die Matratze auf Emissionen in die Innenraumluft untersucht wurde.
Das Umweltbundesamt hebt in seinem Hintergrundbericht hervor, dass Matratzen als wohnraumnahe Produkte besonders relevant für den Innenraum- und Verbraucherschutz sind und in der Nutzungsphase möglichst emissionsarm sein sollten. Der Blaue Engel für Matratzen (DE-UZ 119) bewertet Matratzen ausdrücklich als schadstoffarme Matratzen und legt dafür Anforderungen an Inhaltsstoffe, Emissionen und weitere Umweltaspekte fest, die über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen. Für die Praxis bedeutet das: Das Keyword „schadstofffreie Matratzen" ist suchstark und verständlich. Im Text selbst sollte aber sauber eingeordnet werden, dass es in Wahrheit um schadstoffarme, emissionsgeprüfte und transparent deklarierte Matratzen geht.
Welche Schadstoffe in Matratzen problematisch sein können
Matratzen bestehen je nach Bauart aus sehr unterschiedlichen Materialien. Entsprechend vielfältig sind die Stoffe, die eine Rolle spielen können. Besonders relevant sind flüchtige organische Verbindungen (VOC). Diese Stoffe können nach der Herstellung in die Raumluft abgegeben werden und sind oft für den typischen Geruch neuer Matratzen verantwortlich.
Dass das mehr ist als ein Komfortproblem, zeigen mehrere Untersuchungen. Eine Studie in Environmental Science & Technology untersuchte VOC-Emissionen aus Polyurethanmatratzen unter simulierten Schlafbedingungen. Das Ergebnis: Emissionen erhöhen sich unter dem Einfluss von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂ messbar. Gerade die Körperwärme im Bett kann also dazu beitragen, dass flüchtige Stoffe stärker freigesetzt werden. Eine weitere Studie zu Kinderbettmatratzen zeigte ebenfalls messbare VOC-Emissionen und erhöhte Werte bei höheren Temperaturen.
Neben VOC können auch Formaldehyd, Aldehyde, Pestizidrückstände, Schwermetalle, Weichmacher, halogenorganische Verbindungen oder Rückstände aus Flammschutzmitteln relevant sein. Welche Stoffe tatsächlich vorkommen, hängt stark vom Material, von der Verarbeitung und von der Qualität des Herstellers ab. Naturfasern sind dabei nicht automatisch frei von Rückständen, genauso wenig wie Schaumstoffe grundsätzlich problematisch sein müssen. Entscheidend ist die Prüfung des konkreten Produkts.
Genau hier setzen seriöse Prüfsysteme an. Das eco-INSTITUT listet für Matratzen und Bettwaren strenge Grenzwerte für VOC, Formaldehyd, Pestizide, Schwermetalle, Nitrosamine, Schwefelkohlenstoff und Ammoniak auf. Auch der Blaue Engel und das EU Ecolabel berücksichtigen Anforderungen an Schadstoffgehalte, Emissionen und problematische Inhaltsstoffe.

Bild: Unsplash/Houcine Ncib
Diese Siegel helfen bei der Auswahl schadstoffarmer Matratzen
Wer eine schadstoffarme Matratze kaufen möchte, sollte sich nicht auf Werbeversprechen verlassen, sondern auf belastbare Prüfsiegel. Besonders wichtig dabei ist, worauf sich das Siegel bezieht: auf den Bezug, auf den Kern oder auf die komplette Matratze.
Blauer Engel: einer der stärksten Anhaltspunkte
Der Blaue Engel für Matratzen (DE-UZ 119) gehört in Deutschland zu den aussagekräftigsten Orientierungshilfen. Das Umweltzeichen berücksichtigt nicht nur einzelne Schadstoffe, sondern auch Emissionen und weitere Umweltaspekte. Laut Umweltbundesamt geht es dabei ausdrücklich um Matratzen, die über gesetzliche Mindeststandards hinaus emissionsarm sind und auch in der Nutzungs- und Entsorgungsphase Umweltaspekte berücksichtigen.
eco-INSTITUT-Label: besonders interessant bei Emissionen und Innenraumluft
Das eco-INSTITUT-Label ist vor allem für Menschen spannend, die besonders auf Innenraumluft und Emissionen achten. Die Prüfkriterien umfassen eine Volldeklaration der Einsatzstoffe, strenge Anforderungen an VOC-Emissionen und Geruch sowie Grenzwerte für Pestizide, Schwermetalle und Formaldehyd. Das Label ist deshalb ein starkes Indiz für eine umfassende Schadstoffprüfung, gerade wenn eine Matratze im direkten Wohn- und Schlafumfeld genutzt wird.
OEKO-TEX Standard 100: sinnvoll, aber nicht automatisch genug
OEKO-TEX Standard 100 ist weit verbreitet und sinnvoll, wird aber oft überschätzt. Das Label prüft Textilien und textile Komponenten auf eine große Zahl potenziell gesundheitsschädlicher Stoffe. Für Matratzen ist jedoch entscheidend, ob sich das Siegel nur auf den Bezug oder auch auf weitere Bestandteile bezieht. Ein OEKO-TEX-zertifizierter Bezug ist gut. Er ersetzt aber keine Aussage über den Kern oder mögliche Emissionen der gesamten Matratze. Wer mehr wissen will, findet die vollständigen Kriterien im OEKO-TEX STANDARD 100, Edition 2026.
QUL und GOLS: wichtig bei Naturlatexmatratzen
Wer eine Naturlatexmatratze kaufen möchte, sollte zusätzlich auf spezielle Latex-Labels achten. Das QUL-Label bezieht sich auf Matratzen aus 100 Prozent Naturlatex und berücksichtigt laut eco-INSTITUT unter anderem VOC, Pestizide, Schwermetalle, PCP und Nitrosamine. Gerade hier ist das wertvoll, weil „Naturlatex" auf dem Markt nicht immer gleichbedeutend mit streng geprüftem Naturlatex ist. Auch GOLS kann bei Bio-Naturlatexmatratzen ein hilfreicher Anhaltspunkt sein, sofern nachvollziehbar dokumentiert ist, dass tatsächlich zertifizierter organischer Latex verarbeitet wurde.

Bild: Canva
Welche Matratzenarten bei Schadstoffen die beste Wahl sind
Nicht jede Matratzenart ist automatisch gut oder schlecht. Aus gesundheitlicher Sicht kommt es vor allem auf Materialqualität, Emissionen und Zertifizierungen an. Trotzdem lassen sich klare Tendenzen erkennen.
Naturlatexmatratzen: besonders interessant für alle, die möglichst schadstoffarm schlafen möchten
Naturlatexmatratzen gehören zu den spannendsten Optionen für alle, die eine möglichst schadstoffarme Matratze suchen. Hochwertiger Naturlatex ist langlebig, punktelastisch und wird häufig in Kombination mit Naturtextilien angeboten. Das allein macht ihn noch nicht automatisch zur besten Wahl, erhöht aber die Chance auf transparente Materialien und glaubwürdige Zertifizierungen erheblich.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen echtem Naturlatex, Naturlatexmischungen und Matratzen, die nur aus Marketinggründen mit „Latex" oder „natürlich" werben. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick auf QUL, GOLS, OEKO-TEX oder ergänzende Emissionsprüfungen. Wer bereit ist, etwas mehr zu investieren, findet in dieser Kategorie oft besonders überzeugende Modelle.
Unsere Empfehlung in dieser Rubrik
16 cm · 100 % Naturkautschuk · 7-Zonen
+ 100 % Naturkautschuk
+ Made in Germany
+ Bezug waschbar bis 60 °C
− vergleichsweise teuer
Preise können je nach Größe, Härtegrad und Bezugsvariante variieren.
Federkernmatratzen: oft unterschätzt, aus Emissionssicht aber spannend
Federkernmatratzen werden beim Thema Schadstoffe häufig übersehen, obwohl sie durchaus eine gute Wahl sein können. Der Kern besteht aus Metallfedern und emittiert selbst keine flüchtigen Stoffe. Relevant sind hier vor allem die Polster- und Bezugsschichten. Wenn diese transparent ausgewiesen und gut geprüft sind, kann eine hochwertige Taschenfederkernmatratze eine sehr vernünftige Option sein. Ein weiterer Vorteil ist die gute Luftzirkulation. Menschen, die nachts stärker schwitzen oder ein kühleres Schlafklima bevorzugen, können von Federkernmatratzen profitieren. Wichtig bleibt aber auch hier, dass Komfortschäume und Bezüge sauber zertifiziert sind.
Unsere Empfehlungen in dieser Rubrik
24 cm · 1000 Federn pro 2 m² · 7-Zonen
+ hohe Bauweise mit stabilem Liegegefühl
+ 1000 Tonnentaschenfedern pro 2 m²
+ Lyocell-Bezug und Made in Germany
− deutlich teurer als einfache Federkernmodelle
23 cm · H4 · 1000er Federkern
+ Stiftung Warentest „gut“ (2,3)
+ hohe 23-cm-Bauweise
+ Bezug bei 60 °C waschbar
− H4 eher fest und nicht für alle geeignet
Preise beziehen sich auf die jeweils genannte Variante und können je nach Größe, Härtegrad und Aktion variieren.
Kaltschaummatratzen: beliebt, aber nur mit guter Zertifizierung empfehlenswert
Kaltschaummatratzen sind in Deutschland sehr verbreitet, weil sie oft ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Gleichzeitig ist diese Kategorie besonders heterogen. Hochwertige Modelle mit belastbaren Siegeln können eine gute Wahl sein. Sehr günstige Modelle ohne klare Material- und Prüfangaben sind dagegen aus Schadstoffsicht eher kritisch zu sehen. Wer sich für Kaltschaum entscheidet, sollte deshalb genau hinschauen: Angaben zum verwendeten Schaum, zur Herkunft, zu Emissionen und zu den Siegeln sind unverzichtbar. Eine anonyme Billigmatratze aus dem Online-Schnellkauf ist hier keine gute Wahl.
Unsere Empfehlungen in dieser Rubrik
19 cm · H3 · 7-Zonen
+ Blauer Engel, OEKO-TEX und CertiPUR
+ Tencel-Bezug, abnehmbar und bei 60 °C waschbar
+ gute Kombination aus Nachhaltigkeit und Preis
− nur in H3, daher nicht für jeden Körpertyp ideal
18 cm · wendbar H2/H3 · 7-Zonen
+ sehr günstiger Einstiegspreis
+ zwei Härtegrade in einer Matratze
+ OEKO-TEX und CertiPUR
− einfacher aufgebaut als hochwertigere Kaltschaummodelle
Preise beziehen sich auf die jeweils genannte Variante und können je nach Größe, Härtegrad und Aktion variieren.
Memory Foam und viskoelastische Schäume: nur mit genauer Prüfung
Viskoelastische Schäume können beim Liegegefühl Vorteile haben, bestehen aber in der Regel ebenfalls aus Polyurethan. Wer eine Memory-Foam-Matratze in Betracht zieht, sollte deshalb noch genauer auf Emissions- und Schadstoffnachweise achten. Wie die Studie von Oz et al. zeigt, können Polyurethanmatratzen unter realistischen Schlafbedingungen messbare VOC-Emissionen freisetzen. Für eine explizit schadstoffarme Kaufentscheidung sind Naturlatex, Federkern oder gut geprüfter Kaltschaum in vielen Fällen die überzeugenderen Kategorien.
Unsere Empfehlung in dieser Rubrik
27 cm · H3/H4 · 7-Zonen
+ zwei Liegegefühle in einer Matratze (H3/H4)
+ 27 cm Höhe und druckentlastender Gel-Memory-Schaum
+ Bezug 4-seitig abnehmbar und waschbar
− deutlich teurer als einfache Kaltschaum-Modelle
Preis bezieht sich auf die Variante 90 × 200 cm, Höhe 27 cm. Je nach Größe und Ausführung können die Preise variieren.
Schadstofffreie Matratzen kaufen: Darauf solltest du wirklich achten
Auf belastbare Siegel statt auf Werbeversprechen setzen. Wenn auf einer Produktseite nur mit Begriffen wie „natürlich", „schadstofffrei" oder „ökologisch" geworben wird, ohne dass konkrete Prüfzeichen genannt werden, ist Vorsicht angebracht. Wirklich aussagekräftig wird eine Matratze erst dann, wenn klar ist, welche unabhängigen Zertifizierungen vorliegen und worauf sie sich genau beziehen.
Immer prüfen, ob Bezug oder gesamte Matratze zertifiziert sind. Ein OEKO-TEX-zertifizierter Bezug ist ein guter Anfang, sagt aber noch nichts über den Kern aus. Gerade bei Kaltschaum- oder Latexmatratzen ist es wichtig, die gesamte Materialkette im Blick zu haben.
Materialoffenlegung ernst nehmen. Seriöse Hersteller nennen, woraus Kern, Bezug und Polsterschichten bestehen. Vage Begriffe wie „Komfortschaum" oder „Naturmaterialien" helfen wenig. Wer möglichst schadstoffarm kaufen möchte, sollte genau wissen, was in der Matratze steckt.
Geruch und Emissionen nicht unterschätzen. Neue Matratzen können ausgasen. Das ist nicht automatisch gefährlich, kann aber auf höhere Emissionen hinweisen. Eine gute Matratze sollte vor der ersten Nutzung einige Tage auslüften können. Dass Emissionen gerade bei neuen Matratzen messbar sein können, zeigen sowohl Untersuchungen zu Polyurethanmatratzen als auch Studien zu Kinderbettmatratzen.
Haltbarkeit mitdenken. Eine Matratze ist nur dann sinnvoll, wenn sie nicht nach kurzer Zeit durchgelegen ist. Schadstoffarmut, Liegekomfort und Langlebigkeit gehören zusammen. Ein guter Bezug, eine solide Verarbeitung und transparente Qualitätsangaben sind deshalb mindestens so wichtig wie das richtige Siegel.
Für wen sich welche schadstoffarme Matratze lohnt
Wer besonders konsequent auf natürliche Materialien und möglichst wenig Chemie achten möchte, ist häufig mit einer hochwertigen Naturlatexmatratze gut beraten. Sie eignet sich vor allem für Menschen, die bereit sind, mehr zu investieren und großen Wert auf Naturmaterialien, Transparenz und Langlebigkeit legen. Für Menschen, die nachts eher warm schlafen oder ein luftiges Liegegefühl bevorzugen, kann eine gute Federkernmatratze die bessere Wahl sein. Sie punktet mit Belüftung und Stabilität und ist aus Emissionssicht besonders interessant, wenn die Polsterschichten sauber geprüft sind. Wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, findet bei hochwertigen Kaltschaummatratzen oft die ausgewogenste Lösung. Voraussetzung ist, dass das Modell transparent deklariert und glaubwürdig zertifiziert ist.
Neue Matratze richtig auslüften und pflegen
Auch eine gute Matratze sollte nach dem Auspacken zunächst auslüften. Gerade Schaumstoff- und Latexmodelle können in den ersten Tagen einen Eigengeruch haben. Ein gut gelüfteter Raum und etwas Geduld helfen dabei, flüchtige Stoffe schneller entweichen zu lassen. Dass Emissionen in den ersten Tagen nach dem Auspacken relevant sein können, belegen Studien zu VOC-Freisetzungen aus Matratzen. Im Alltag gilt: Bezug regelmäßig waschen, Feuchtigkeit vermeiden, Matratze gut belüften und auf aggressive Duftsprays oder antibakterielle Zusatzprodukte verzichten. Wer zusätzlich einen Topper nutzen möchte, sollte auch hier auf schadstoffgeprüfte Materialien achten.

Bild: Canva
Fazit: Die beste schadstofffreie Matratze ist eine nachweislich schadstoffarme Matratze
Eine wirklich „schadstofffreie" Matratze gibt es im strengen Sinn kaum. Sehr wohl gibt es aber Matratzen, die nachweislich schadstoffarm, emissionsgeprüft und transparent deklariert sind. Genau auf diese Unterschiede kommt es beim Kauf an. Nicht das Werbeversprechen entscheidet, sondern die Kombination aus Materialien, Prüfsiegeln, Emissionswerten und ehrlicher Produktinformation. Besonders überzeugend sind häufig hochwertige Naturlatexmatratzen, gut aufgebaute Federkernmatratzen und sorgfältig zertifizierte Kaltschaummatratzen. Wer beim Kauf auf belastbare Siegel, transparente Materialien und eine solide Verarbeitung achtet, erhöht die Chance deutlich, langfristig gesünder, komfortabler und bewusster zu schlafen.
Quellenverzeichnis
Umweltbundesamt: Matratzen. Informationen zu Umweltbelastungen, Nutzungsphase und Blauem Engel für Matratzen.
Umweltbundesamt: Hintergrundbericht Blauer Engel für Matratzen (DE-UZ 119). Überarbeitung der Vergabekriterien.
Blauer Engel: DE-UZ 119. Vergabekriterien und Anforderungen an Matratzen.
eco-INSTITUT: Prüfkriterien für Matratzen. Kriterien zu VOC, Formaldehyd, Pestiziden, Schwermetallen und weiteren Stoffgruppen.
eco-INSTITUT: QUL-Label für Naturlatex. Informationen zur Prüfung von Naturlatexmatratzen.
OEKO-TEX: STANDARD 100. Offizielle Informationen zur Schadstoffprüfung textiler Produkte.
OEKO-TEX STANDARD 100, Edition 2026. Offizielles Standard-Dokument mit Kriterien und Grenzwerten.
Oz et al. 2019: Volatile Organic Compound Emissions from Polyurethane Mattresses. Wissenschaftliche Studie zu VOC-Emissionen aus Polyurethanmatratzen unter Schlafbedingungen.
PubMed: VOC Emissions from Polyurethane Mattresses. Abstract zur Studie von Oz et al.
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