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Sauber, soft und so recycelt – Nachhaltige Kosmetiktücher

INTERVIEW | Müssen Produkte aus Recyclingmaterial eigentlich immer rau und hart sein? Den Gedanken kannst du dir abschminken!

Sauber, soft und so recycelt
Designelement

INTERVIEW | Müssen Produkte aus Recyclingmaterial eigentlich immer rau und hart sein? Den Gedanken kannst du dir abschminken!

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02.07.2020 | Ein Interview geführt von Vera Kluck

Bei der memo AG findest du Kosmetiktücher, die nicht nur umwelt- und ressourcenschonend, sondern auch angenehm auf der Haut sind. Wir haben mit Claudia Silber gesprochen und sie erzählt uns alles über Nachhaltigkeit innerhalb des Versandhandels und warum nicht alle Menschen auf Recyclingprodukte umsteigen.

LifeVERDE: Bitte stellen Sie uns die memo AG einmal kurz vor.

Claudia Silber: Die memo AG besteht seit fast 30 Jahren und richtet sich als Versandhandel sowohl an gewerbliche als auch an private Endverbraucher. Unser Sortiment besteht aus nachhaltigen Alltagsprodukten – vom Recycling-Kopierpapier über Möbel aus Naturholz bis hin zum umwelt- und sozialverträglichen T-Shirt aus Bio-Baumwolle. Und auch außerhalb des Sortiments stehen Mensch, Umwelt und Klima im Mittelpunkt unseres Handelns.

Woraus werden Ihre Kosmetiktücher hergestellt?

Die memo Kosmetiktücher und auch deren Verpackung bestehen aus 100 % Altpapier. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kosmetiktüchern benötigen sie in der Herstellung weniger Wasser, Energie und keinen frischen Zellstoff, der ja bekanntlich aus Holz gewonnen wird. Aus diesem Grund tragen die memo Kosmetiktücher den Blauen Engel.

Bei „recycelt“ denkt man ja schnell an raues, hartes und graues Papier. Was macht Ihre Kosmetiktücher trotzdem besser als herkömmliche?

Dass Hygienepapiere aus Recyclingmaterial rau, hart und grau sind, ist nach wie vor ein hartnäckiges Vorurteil. Mittlerweile sind die Recyclingprodukte den Produkten aus Frischfaser qualitativ absolut ebenbürtig. Unsere Kosmetiktücher sind genauso weich und gebrauchstauglich wie herkömmliche Kosmetiktücher. Besser sind sie vor allem aus den vorher genannten ökologischen Gründen.

Gerade beim Online-Handel können viel Müll und hohe Emissionen entstehen. Wie stellen Sie Nachhaltigkeit in den verschiedenen Prozessen sicher?

Bereits bei der Bestellung bieten wir unseren Kunden ohne Aufpreis den Versand in unserem Mehrweg-Versandsystem „memo Box“ an. Damit sind die bestellten Produkte nicht nur sicher und geschützt, es wird auch Kartonagenabfall eingespart, da die meisten Versandkartons nach einmaligem Gebrauch im Papierabfall landen. Der Versand bei uns erfolgt klimaneutral. In einigen Städten lassen wir die Bestellungen unserer Kunden auf der „Letzten Meile“ auch mit Elektrolastenrädern von Radlogistikern ausliefern. Da die Räder mit Ökostrom geladen werden, erfolgt diese Zustellung emissions- und lärmfrei.

Sind Einwegprodukte überhaupt mit Nachhaltigkeit vereinbar?

Mehrweg ist in vielen Fällen besser als Einweg. Wer dennoch Einwegprodukte verwendet, sollte auf nachhaltige Produkte achten. So verwenden viele Menschen aus hygienischen Gründen lieber Papiertaschentücher anstatt Taschentüchern aus Stoff. Hier bieten sich dann Recycling-Taschentücher oder –Kosmetiktücher an, da sie umwelt- und ressourcenschonend hergestellt sind.

Gerade bei Kosmetiktüchern, Toilettenpapier oder Taschentüchern ist es ja recht einfach auf ein umweltfreundlicheres, recyceltes Angebot umzusteigen. Warum glauben Sie, dass die meisten Menschen trotzdem eher herkömmliche Produkte kaufen?

Uns Menschen fällt es häufig schwer gewohnte Routinen aufzugeben und ausgetretene Pfade zu verlassen. Wer diesen Schritt dennoch geht, ist anschließend meist von den nachhaltigen Alternativen überzeugt. Das ist auch meine persönliche Erfahrung. Ich möchte auf Hygienepapiere aus Recyclingmaterial nicht mehr verzichten, achte aber dennoch auf sparsamen Verbrauch.

Haben Sie in den letzten Jahren einen Wandel in der Gesellschaft in Bezug auf Nachhaltigkeit feststellen können, z.B. durch einen Anstieg Ihrer Kundenzahlen?

Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist in vollem Gange, was wir natürlich u.a. auch an steigenden Kundenzahlen, bzw. einem Anstieg der Anzahl der Bestellungen bemerken. Hat das Thema Nachhaltigkeit vor einigen Jahren noch ein Nischendasein gefristet, ist es jetzt in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und es ist wichtiger denn je, denn wir haben nicht mehr viel Zeit, den Klimawandel einzudämmen und damit auch nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.  

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass wir aus der Corona-Pandemie lernen, dass wir nur im Einklang mit und als Teil der Natur leben können. Wie sich herausgestellt hat, bedeutet ein „entschleunigteres“ und bewusstes Leben in der Regel keinen Verzicht, sondern mehr Lebensqualität.

 

Bilder: memo AG | Unsplash

Lies auch: Weg vom Einwegprodukt, hin zu Bambus

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