Grüne Wirtschaft

Revolutionäre Verpackungen bei AlmaWin aus 100% recyceltem Kunststoff

INTERVIEW | Immer mehr Verbraucher entscheiden sich aufgrund der Verpackung für oder gegen ein Produkt. Almawin hat das Thema nachhaltige Verpackungslösungen in den Mittelpunkt gerückt und präsentiert echte Innovationen aus recyceltem Altplastik.

Nachhaltige Verpackungen
Designelement

INTERVIEW | Immer mehr Verbraucher entscheiden sich aufgrund der Verpackung für oder gegen ein Produkt. Almawin hat das Thema nachhaltige Verpackungslösungen in den Mittelpunkt gerückt und präsentiert echte Innovationen aus recyceltem Altplastik.

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20.11.2019 - Das Interview führte Romek Vogel, Bilder © AlmaWin

LifeVERDE: Frau Schöneweiß-Akin, AlmaWin stellt bereits seit über 25 Jahren öko-zertifizierte Wasch- und Reinigungsmittel her. Wie viel nachhaltige Innovation steckt in den Produkten und was zeichnet diese aus?

Claudia Schöneweiß-Akin (PR bei Almawin): Wer sich mit Ökologie im weitesten Sinne beschäftigt, weiß, dass eine große Dynamik in der Entwicklung steckt. Neue Erkenntnisse über Rohstoffe, über Wirkungszusammenhänge, wie z.B. das Thema Plastikmüll zeigt, geben die Themen vor.

Wir bei AlmaWin greifen diese Themen auf, wo sie unseren Produktbereich betreffen, dadurch gibt es jährlich Neuerungen. Rezepturen werden verbessert, neue Rohstoffe, die noch umweltverträglicher sind, halten Einzug, neue Produktideen werden entwickelt. Aktuell sind wir ganz rührig in Punkto nachhaltige Verpackungen werden.


Der „Umweltheld“ kennzeichnet Recycling-Flaschen aus 100 % Altplastik

Von Anfang an haben wir Produkte als Konzentrate entwickelt: Ohne Füllstoffe, kleinere Verpackungen, also weniger Materialverbrauch, weniger Transportvolumen, weniger Verpackungsmüll, weniger Energieverbrauch.

2006 haben wir zum Beispiel das Thema Waschnuss innovativ umgesetzt. Statt der ganzen Waschnüsse haben wir einen Waschnuss-Extrakt, entwickelt, der sich so in vielen Produkten, u. a. Waschmittel, Spülmittel, Seifen, einsetzten lässt. Das Gute daran: Durch den 100 % pflanzlichen Waschnuss-Extrakt lässt sich palmkernöl-basiertes Tensid einsparen und das Allergiepotential wird minimiert.

Wir sind stetig dabei, unsere UMWELTHELDEN-Familie zu erweitern, aktuell gibt es 34 Produkte in Verpackungen aus 100 % recyceltem Altplastik.


Rudolf Bund mit den Waschnuss-Bauern in Indien

Wie wichtig und eventuell auch kaufentscheidend ist Ihrer Einschätzung nach deutschen Konsumenten das Thema „nachhaltige Verpackung“?

Das Thema ist sehr wichtig und rückt immer mehr in den Mittelpunkt. Die Verbraucher schauen ganz genau hin und lassen sich beim Kauf auch davon leiten, ob ein Produkt umweltfreundlich verpackt, bzw. gar nicht verpackt ist.

Was würden Sie sagen, wann ist eine Verpackung umweltfreundlich? Woran können sich Konsumenten orientieren?

Auf dem ersten Blick sollte der Verbraucher darauf achten, dass die Verpackungen recycelbar sind, also nur aus reinen Materialien bestehen. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass vermeintlich reine Papier- oder Kartonverpackungen innen nicht mit Kunststoff beschichtet sind. Dies lassen sich nämlich nicht recyceln. Kunststoffverpackungen sollten nicht aus Mischplastik hergestellt sein. Reine Materialien lassen sich leichter sortieren und recyceln. Ein weiterer Schritt ist, Produkte zu kaufen, deren Verpackung bereits aus Recycling-Material bestehen, wie wir es bereits bei Karton und Papier, oder Glas kennen. Leider gibt es bisher kein branchenübergreifendes unabhängiges Gütesiegel, sodass Verbraucher sich auf die Aussagen der Hersteller verlassen müssen. Eine Hilfe sind hier die Öko-Siegel: Ecogarantie und Ecocert. Diese Siegel belegen in erster Linie die ökologische Qualität der Inhaltsstoffe, aber auch das Thema nachhaltige Verpackung hat bereits in die Prüfkriterien Einzug gehalten.

Wir setzen auf recycelte Verpackungsrohstoffe aus Papier, Pappe oder Kunststoff


Nachhaltige Verpackungen gibt es bei AlmaWin im gesamten Sortiment

Wie weit gehen Sie und ihr Team bei AlmaWin und welche Erfolge können Sie verzeichnen?

Wir haben 2015 unsere ersten 2 Produkte in Recycling-Flaschen aus 100 % Altplastik auf den Markt gebracht. Zu diesem Zeitpunkt waren recycelte PE-Flaschen eher noch eine Seltenheit. Inzwischen können wir mit Stolz auf 34 Produkte in Recycling-PE-Flaschen oder-Dosen blicken. Wann immer es geht, werden die Produkte auf neue umweltfreundlichere Verpackungen umgestellt. Seit 2018 bis Mitte 2019 haben wir bereits 85.000 kg neues Plastik durch die Verwendung von Altplastik eingespart. Und wir sind zuversichtlich, dass es immer mehr recycelt wird, sodass auch für Kunststoff eine echte Kreislaufwirtschaft etabliert wird. Das ist ein wirklich nachhaltiger Beitrag zum Schutz unserer Umwelt und Gewässer.

Geht es eventuell ganz unverpackt?

Ja, es geht bis zu einem gewissen Grad. Keiner kann ein Flüssiges Waschmittel in der Hand nach Hause tragen. Ein Gefäß braucht es schon. Mit unseren großen Kanistern in Kombination mit Auslaufhähnen oder Pumpen können Kunden privat oder im Unverpackt-Laden unsere Produkte selbst abfüllen. Natürlich müssen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Kann man auf Mikroplastik nicht einfach komplett verzichten?

Doch natürlich! In unseren Produkten gibt es kein Mikroplastik, und auch keine sogenannten Polymere, keine Nanotechnologie, keine Gentechnik und keine synthetischen Inhaltsstoffe. Die AlmaWin und Klar Produkte sind Konzentrate, d. h. es werden auch keine funktionslosen Füllstoffe beigemischt.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit noch in Ihrem Unternehmen? Können Sie uns ein paar Beispiele geben, wie Sie und Ihr Team im „Daily Business“ Verantwortung für Mensch und Umwelt übernehmen?

Im Unternehmen gibt es eine ganze Reihe von Umwelt-Regelungen und Maßnahmen. Dass diese eingehalten werden, dafür sorgt auch ein ausgezeichnetes Qualitäts- und Umweltmanagement. Z.B. wird der gesamte Betrieb nur mit 100 % Öko-Strom, vorrangig aus Wasserkraft, atomstromfrei und CO2frei, betrieben. Unterstützt von einem hauseigenen Blockheizkraftwerk, dass Produktionsabwärme zum Heizen und zur Stromerzeugung nutzt.

Anfallendes Verpackungsmaterial angelieferter Rohstoffe wird im Betrieb weitergenutzt, z.B. als Füllmaterial beim Paketversand, oder als Zwischenlagen für Paletten.

Unsere Werbemittel werden klimaneutral und mit mineralölfreien Farben auf Basis nachwachsender Rohstoffe gedruckt, d.h. für jeden Druckauftrag geht ein Betrag, der die durch den Druck entstandene CO2-Emission ersetzt in ein Klimaschutzprojekt. Aktuell in ein Bergwaldprojekt im Oberallgäu. Auch sind wir bei verschiedenen anderen sozialen und Umweltprojekten dabei: z. B.- unterstützen wir regelmäßig die Aktion „Eine warme Mahlzeit für Kinder“ des Children for a better World. e. V., indem wir beim Verkauf von unseren Produkten bei Basic auf einen Teil unseres Verkaufserlöses verzichten. Desweiteren unterstützen wir gerade die Aktion „Kernkraft, ja bitte“ von denns und BioMarkt. Hier geht es um nachhaltiges gentechnikfreies und samenfestes Saatgut, dass uns eine gesunde und vielfältige Ernährung gewährleistet. Im März 2019 haben wir auch die Kampagne „Ackergifte? Nein danke!“ der Bürgerinitiative Landwende unterstützt. Gemeinsam mit Biofirmen wurde das „Bündnis für ein enkeltaugliche Landwirtschaft e.V. gegründet.

Lauter Themen, die weit weg von „Waschmittel“ zu sein scheinen, uns aber dennoch sehr am Herzen liegen, schließlich geht es um unsere Zukunft und die unserer Kinder und Enkelkinder.


Rudolf Bund, Geschäftsführer bei AlmaWin

AlmaWin betreibt sogar eine eigene Kläranlage – ist das wirklich notwendig?

Ja. Bei der Produktion von Wasch- und Reinigungsmittel – auch bei der auf rein natürlicher Rohstoffbasis – fallen stark alkalische oder saure Wässer an, z.B. durch die Reinigung der Produktionsanlage zwischen der Produktion unterschiedlicher Produkte. Diese müssen neutralisiert und gefiltert werden. Die Neutralisationsanlage ist wasserrechtlich genehmigt und wird regelmäßig von einem Abwasserbeauftragten überwacht. Erst nach der Neutralisation werden die Wässer in die kommunale Abwasserreinigung eingeleitet.


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