Grüne Wirtschaft

Regionales und saisonales Obst und Gemüse im Winter

Regional und saisonal einkaufen ist gut für die Umwelt – doch vor allem im Winter scheint das gar nicht so leicht zu sein. Wir geben dir Tipps, was du wissen musst und worauf du achten kannst.

Regional und saisonal einkaufen ist gut für die Umwelt – doch vor allem im Winter scheint das gar nicht so leicht zu sein. Wir geben dir Tipps, was du wissen musst und worauf du achten kannst.

17.01.2022 | Ein Beitrag von Saphira Conradi | Bild: Pexels

Was Lebensmittel angeht, sind wir mittlerweile ziemlich verwöhnt – das ganze Jahre gibt es im Supermarkt fast rund um die Uhr Obst und Gemüse aus aller Welt. Doch gut für die Umwelt ist das nicht. Denn wenn es erst aus anderen Ländern oder sogar aus anderen Kontinenten importiert werden muss, geht das auf Kosten der Umwelt. Außerdem ist es oft schwierig einzuschätzen, ob die Arbeiter*innen vor Ort fair behandelt und bezahlt werden oder in welcher Qualität angebaut wird.

Diese und noch mehr Gründe sprechen also für einen regionalen und saisonalen Einkauf von Obst und Gemüse. In diesem Artikel erklären wir außerdem, warum regionale Lebensmittel die gesündere Alternative sind, worauf du beim nächsten Einkauf achten kannst und welches Gemüse wann Saison hat.

Warum es sich lohnt, regional und saisonal einzukaufen

Außersaisonales Gemüse das ganze Jahr über zur Verfügung zu haben, ist purer Luxus, der zu Lasten unserer Umwelt geht. Vor allem Obst und Gemüse, das nur im warmen Klima wächst, ist im Winter besonders ungünstig, da es aus fernen Ländern über lange Transportwege importiert werden muss, oder unter hohen Energiekosten im Treibhaus gezüchtet wird: Daher lohnt es sich, nicht nur auf das Herkunftsland zu achten, wenn man umweltfreundlich einkaufen will, sondern auch zu wissen, welche Lebensmittel wann natürlicherweise hier Saison haben.

Aber nicht nur die Umweltbelastung bei importiertem Obst und Gemüse spricht für einen regionalen Einkauf. Es ist auch besser für deine Gesundheit: Bei Obst und Gemüse, dass aus Deutschland oder zumindest aus Zentraleuropa kommt, können Qualitätsstandards besser eingehalten und überprüft werden, da es politische Sanktionsmöglichkeit bei Nichteinhaltung gibt. So kann besser vermieden werden, dass Pestizide beim Anbau verwendet werden und dass Landwirtschaft möglichst ressourcenschonend vorgeht. Bestimmte Siegel garantieren diese Standards, wie zum Beispiel das EU-Biosiegel oder das Siegel von Demeter. In der Ernährungswissenschaft wird mittlerweile teilweise sogar behauptet, dass auch die Verdauung sich den Jahreszeiten anpasst, und meist genau die Dinge uns am besten nähren, die gerade Saison haben.

Kohl

Der Klassiker des regionalen Gemüse im Winter ist der Kohl (Bild: Unsplash).

Wie Bio-Qualität mit regionalen Lebensmitteln zusammenhängt

Wie eben angesprochen, kann bei Obst und Gemüse aus regionalem Anbau besser kontrolliert werden, unter welchen Bedingungen es angebaut wird, da dann die in Deutschland geltenden Standards gewährleistet werden können. Beim Anbau im Ausland, vor allem außerhalb von Europa, ist das manchmal schwieriger. Zwar gibt es auch hier Verfahren zur Kontrolle, aber bei regionalen Lebensmitteln können mehr und strengere Kontrollen durchgeführt werden, die außerdem auch politisch sanktioniert werden können. Die Kombination aus Bio- und regionalem Obst und Gemüse ist also die beste.

Aber was wenn ich mich entscheiden muss? Hier kommt es mehr auf deine persönlichen Prioritäten an. Bio-Lebensmittel weisen oftmals die bessere Qualität auf und sind natürlicher, bei regionalen Lebensmitteln vermeidet von unnötigen CO2 – Ausstoß. Letztendlich musst du entscheiden, was dir wichtiger ist, und dir vielleicht auch die individuellen Anbaubedingungen des Produkts einmal ansehen.

Überblick verschaffen durch einen Saisonkalender

Ein Saisonkalender kann dir dabei helfen den Überblick zu behalten, welches Obst und Gemüse zu welcher Jahreszeit in Deutschland wächst. Du sparst dir damit, bei jedem Einkauf immer einzeln auf das Etikett schauen zu müssen, um das Herkunftsland herauszufinden.

Außerdem kannst du dein Wissen und dein Bewusstsein für das was du zu dir nimmst erweitern: Denn es ist nicht natürlich, jederzeit alle möglichen Obst- und Gemüsesorten kaufen zu können. Außerdem gibt es viele Varianten von Saisonkalendern die so hübsch gestaltet sind, dass sie richtig dekorativ wirken.

Beispiele hierfür finden sich bei gaia, greenpeace.de oder Plantura. Sie zeigen dir bildlich, wann welches Obst und Gemüse bei uns wächst, Monat für Monat oder Jahreszeitengemäß.

Welches saisonale Obst und Gemüse bekomme ich auch im Winter aus regionalem Anbau?

Wer noch keinen Saisonkalender hat, der kann versuchen sich einen zumindest einen groben Überblick darüber zu verschaffen, welches Obst und Gemüse wann Saison hat. Im Winter wachsen zum Beispiel folgende Gemüsesorten in Deutschland: Feldsalat, Chicorée, verschiedene Kohl- und Pilzarten und vieles mehr. Eine genaue Übersicht dazu findest du hier. Beim Obst sieht es leider etwas rarer aus: Hier lohnt es sich auf Sorten zurückzugreifen, die eingelagert werden können oder zumindest Obst aus Europa zu kaufen, anstatt exotische Früchte.

Orangen geschält

Bei Obst wird es schon schwieriger, im Winter regional zu kaufen (Bild: Pexels).

Regional einkaufen lohnt sich!

Aus vielen verschiedenen Gründen lohnt es sich also darüber nachzudenken, ob wir unsere Ernährungsgewohnheiten sowohl uns selbst als auch der Umwelt zuliebe nicht nochmal überdenken und anpassen sollten. Dabei kannst du entscheiden, wie weit du gehen möchtest. Du willst auf deine Avocado nicht verzichten? Kein Problem! Aber vielleicht musst du nicht unbedingt Erdbeeren im Winter essen und versuchst, dein Gemüse regionaler zu kaufen. Jeder Weg ist individuell und es soll nicht darum gehen, sich alles zu verbieten, sondern lediglich, etwas achtsamer und mit mehr Bewusstsein durch den Supermarkt zu gehen.

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