Produzenten zum "Anfassen" immer beliebter
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Produzenten zum "Anfassen" immer beliebter

INTERVIEW | Transgourmet beliefert Hottelerie, Gastronomie, Betriebsverpflegungen sowie soziale Einrichungen wie Schulen mit Lebensmitteln. Für die Verbraucher, für die Regionalität und eine emotionale Verbindung zu landwirtschaftlichen Produkten immer wichtiger wird, bieten sie Produzenten zum "Anfassen". Ein Interview mit Melanie Prengel, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Transgourmet.  

INTERVIEW | Transgourmet beliefert Hottelerie, Gastronomie, Betriebsverpflegungen sowie soziale Einrichungen wie Schulen mit Lebensmitteln. Für die Verbraucher, für die Regionalität und eine emotionale Verbindung zu landwirtschaftlichen Produkten immer wichtiger wird, bieten sie Produzenten zum "Anfassen". Ein Interview mit Melanie Prengel, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Transgourmet.  

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31.05.2017

LifeVERDE: Frau Prengel, wofür steht Transgourmet und welches Spektrum bedienen Sie?

Transgourmet steht für Gastrokompetenz, Profi-Marke, Verlässlichkeit, Multichannel und Nachhaltigkeit sowohl in der Belieferung des Großhandels mit vorrangig Lebensmitteln als auch im Abholgroßhandel.

An wen richtet sich Ihr Angebot?

Transgourmet beliefert Großverbraucher in Hotellerie, Gastronomie, Betriebsverpflegung und sozialen Einrichtungen. Als Vollversorger bieten wir ein umfassendes Sortiment mit Lebensmitteln, Ge- und Verbrauchsgütern und Großküchenausstattung aus einer Hand. Auf der anderen Seite sind wir mit unserer Selgros-Sparte im Abholgroßhandel vertreten.

Welche Rolle spielt bei Transgourmet CSR & Nachhaltigkeit? Worauf legen Sie besonderen Wert und worauf sind Sie besonders stolz?

Eine sehr große Rolle. Transgourmet hat sich zum Ziel gesetzt, zum nachhaltigsten Unternehmen in der Branche zu werden und eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, welche die Kernbereiche „verantwortungsvolle Produkte und Beschaffung“, „Ressourceneffizienz und Klimaschutz“ sowie „guter Arbeitgeber und gesellschaftliches Engagement“ umfasst. Transgourmet hat bereits zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen.

Und vor welche Herausforderungen stellt Sie die Verfolgung Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie?

Viele unserer Kunden sind sehr preissensibel und haben knappe Budgets, vor allem in der Gemeinschaftsverflegung, wo wir etwa in Senioreneinrichtungen von ca. 4 Euro Budget pro Tag und Bewohner sprechen. Diese Kunden dabei zu unterstützen, mit nachhaltigeren Produkten erfolgreich zu sein, ist eine große Herausforderung. Auch vollständige Transparenz angesichts verzweigter Lieferketten und bei einer sehr großen Zahl von Lieferanten herzustellen, ist nicht immer einfach. Dies sind nur zwei kleine Beispiele – wie viele andere Unternehmen haben wir uns in Sachen Nachhaltigkeit auf den Weg gemacht, sind aber noch nicht überall dort, wo wir gerne wären.

Mit BIO fing vor einigen Jahren die „grüne Ernährungswelle“ an. Welche aktuellen nachhaltigen Ernährungstrends beobachten Sie und gestalten diese eventuell mit?

Was Siegelprodukte angeht, beobachten nicht nur bei Bio, sondern auch bei vielen anderen nachhaltig gelabelten Produkten wie Fairtrade oder MSC (für den Bereich Fisch) deutliche Zuwächse. Besonders deutlich für uns spürbar ist aber ein wachsendes Bedürfnis der Verbraucher nach Regionalität und einer emotionalen Verbindung zu landwirtschaftlichen Produkten, die durch globalisierte Lieferketten und Massenproduktion zum Teil verloren gegangen ist. Dies haben wir schon vor Jahren erkannt und unsere Eigenmarke Transgourmet Ursprung eingeführt. Ursprung bietet genau das – Produzenten zum «Anfassen». Unsere Kunden können unsere emotionalen Produzentengeschichten, die wir unseren Kunden für ihre Kommunikation zur Verfügung stellen, in ihre Speisekarte aufnehmen und Ihren Gästen weitererzählen. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, den Mehrwert von Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft (zum Teil, aber nicht ausschließlich Bio) authentisch zu vermitteln. Und das funktioniert sehr gut.

Transgourmet bietet als erster Großhändler in Deutschland ausgewählte Produkte speziell für das Schulcatering an –dafür erhielten Sie sogar die whatsEAT-Zertifizierung. Welche Kriterien spielen bei Schulkindern eine besondere Rolle?

Für die Schulkinder selbst spielt natürlich besonders der Geschmack eine Rolle. Deshalb ist das Besondere an unserem Konzept, dass die Kinder bei der Beurteilung der Speisen mit einbezogen werden und ihr Urteil zu 50 % in die Gesamtbewertung einfließt. Aus der Außenperspektive ist daneben vor allem wichtig: Ist das Gericht gesund? Und nicht zuletzt geht es dann natürlich auch darum, ob die Gerichte für die Schulküchen praktisch umsetzbar sind. Diese Aspekte spielen deshalb auch eine wichtige Rolle innerhalb der Gesamtbewertung.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Qualitäts- und Nachhaltigkeitssiegeln im Food-Bereich. Wie können Verbraucher sich in diesem „Dschungel“ zurechtfinden?

Indem sie sich – so, wir wir dies auch versuchen – auf das Wesentliche konzentrieren. Schaut man sich die Siegellandschaft an, erkennt man schnell die «Schwergewichte». Das deutsche und das europäische Bio-Siegel sowie die Siegel der großen Bioverbände genießen zum Beispiel hohe Bekanntheit  im Biobereich und sind auch hinsichtlich ihrer Anforderungen transparent. Im Bereich fairer Handel gibt es ebenfalls eine recht geringe Anzahl bekannter (und glaubwürdiger) Siegel, natürlich besonders das Fairtrade-Siegel. Auch wir akzeptieren nur eine recht überschaubare Zahl von Labels als nachhaltig. Dies möchten wir auch unseren Kunden und deren Tischgästen ans Herz legen.

Verraten Sie uns, was es künftig Neues von Ihnen geben wird?

Wir arbeiten intensiv am Thema Nachhaltigkeit und beschäftigen uns zur Zeit unter anderem mit der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitswoche, bei der wir das Thema ganz in den Fokus unserer Kunden und Mitarbeiter rücken möchten. Davon abgesehen arbeiten wir an spezifischen Richtlinien für kritische Rohstoffe – unter anderem Fisch/Seafood und Palmöl.



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