GR√úNE STARTUPS: Pflanzbare Bleistifte erhalten ein neues Leben
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GR√úNE STARTUPS: Pflanzbare Bleistifte erhalten ein neues Leben

„Alles fing 2012 an, als eine Gruppe junger MIT-Studenten in Boston die Aufgabe bekamen, den “nachhaltigen Büroartikel der Zukunft” zu entwickeln und daraufhin die Idee vom pflanzbaren Bleistift entstand“, erzählt Michael Stausholm, Gründer des grünen Startups Sprout.

„Alles fing 2012 an, als eine Gruppe junger MIT-Studenten in Boston die Aufgabe bekamen, den “nachhaltigen Büroartikel der Zukunft” zu entwickeln und daraufhin die Idee vom pflanzbaren Bleistift entstand“, erzählt Michael Stausholm, Gründer des grünen Startups Sprout.

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30.08.2016 aus der Themenreihe GR√úNE STARTUPS

UMWELTHAUPTSTADT.de: Herr Stausholm, bitte stellen Sie uns doch einmal Ihr Startup „Sprout“ vor?

MICHAEL STAUSHOLM: Gern. Alles fing 2012 an, als eine Gruppe junger MIT-Studenten in Boston die Aufgabe bekamen, den “nachhaltigen Büroartikel der Zukunft” zu entwickeln und daraufhin die Idee vom pflanzbaren Bleistift entstand. Über ihre Kickstarter-Kampagne erfuhr ich von dem Projekt und fand die Idee sofort toll. 2013 habe ich Sprout (www.sproutworld.com) gegründet und angefangen, die Stifte in Europa zu verkaufen und konnte 2014 sämtliche Patente und Rechte erwerben.

Wie sind Sie auf diese doch eher unkonventionelle Geschäftsidee gekommen?

Die Idee der pflanzbaren Stifte war toll, aber ich wollte eben nicht nur das Produkt, sondern die Geschichte hinter den Stiften verkaufen - das leicht nachvollziehbare und selbst erlebbare Konzept der Nachhaltigkeit. Wenn die Stifte runtergeschrieben und eigentlich nicht länger zu gebrauchen sind, dann haucht man ihnen neues Leben ein, indem man sie einpflanzt und aus ihnen so Kräuter, Blumen und Gemüsepflanzen wachsen können. So inspirieren wir unsere Kunden hoffentlich zu mehr nachhaltigem Bewusstsein - sowohl im privaten, als auch im geschäftlichen Rahmen. Wenn es möglich ist, einen Stift weiter zu benutzen, bei welchen anderen Produkte ginge das dann auch? Was kannst DU noch tun, um Müll zu vermeiden oder wenigstens zu verringern und so ökologischer zu leben? Unsere Sprout Stifte sollen eine Inspiration genau dafür sein. Die meisten unserer Kunden sind Unternehmen und Organisationen, die ihr Logo auf die Stifte gravieren lassen und sie als grünes und nachhaltiges Giveaway nutzen.

Was genau passiert, nachdem die Stifte runtergeschrieben sind?

Die Stifte enthalten an ihrem Ende eine mit Samen und Erde gefüllte Kapsel - da wo sonst typischerweise ein Radiergummi wäre. Wenn der Stift mit der Kapsel nach unten eingepflanzt und gegossen wird, löst sich die Kapsel innerhalb von 48 Stunden auf und die Samen fangen an zu sprießen. Sprout bietet 21 verschiedene Pflanzenarten an und je nach Art sind die ersten Sprosse nach ein bis drei Wochen sichtbar.

Haben Sie sich bei der Entwicklung Ihrer Geschäftsidee ein Beispiel am Cradle-to-Cradle - Konzept genommen oder wie sind Sie auf die Weiterverwendung verbrauchter Produkte gekommen?

Wir kennen Cradle-to-Cradle und schätzen diese Prinzipien. Da alle unserer Materialien 100% natürlich und kompostierbar sind und demnach auch keinen Müll hinterlassen, entsprechen die Sprout Stifte komplett diesem Prinzip. Zusätzlich stammt das Holz, aus dem unsere Stifte produziert werden, aus FSC- oder PEFC-zertifizierten Wäldern, in denen für jeden gefällten Baum ein neuer gepflanzt wird.

Sehen Sie eine Gefahr, dass Unternehmen sich mit Ihren nachhaltigen Produkten “grünwaschen”?

Nein, ganz und gar nicht! Die Stifte sollten von Unternehmen als Eisbrecher benutzt werden, um die eigenen Themen zu Umweltfreundlichkeit im Rahmen ihrer CSR auf den Weg zu bringen. Es wäre sehr unsinnig, ein unnachhaltiges und umweltverschmutzendes Unternehmen zu führen, lediglich die Sprout Stifte zu verteilen und zu denken, dass jetzt alles gut sei. Das würde dem Unternehmen kein Mensch abkaufen.

Was denken Sie, warum Sprout wirtschaftlich (scheinbar) so erfolgreich ist?

Als grünes Startup haben wir natürlich den Fokus auf nachhaltigen Materialien und entsprechender Produktion, aber behalten dennoch den wirtschaftlichen Aspekt im Blick. Ansonsten wäre unser Geschäftsmodell ja auch nicht nachhaltig. Zu Beginn haben wir beispielsweise ausschließlich gegen Vorkasse ausgeliefert, um unser Unternehmen entwickeln und wachsen lassen zu können.

Ist Ihr Geschäftsmodell sicher und eventuell sogar skalierbar?

Ja, absolut. Wir sind in Dänemark gestartet und verkaufen mittlerweile mehr als 450.000 Stifte im Monat in mehr als 60 verschiedene Länder. Neben unserem Büro in Kopenhagen, haben wir letztes Jahr ein Vertriebsbüro in den USA eröffnet und das ist erst der Anfang.

Wie können Sie mit Ihrer Stiftproduktion auf eine plötzlich steigende Nachfrage reagieren, wie beispielsweise durch den Trend für Ausmalbücher für Erwachsene?

Wir produzieren sowohl in den USA, als auch in Europa und sind auf große Produktnachfragen eingerichtet. Wir finden es großartig, dass auch Erwachsene das Ausmalen als eine Art Meditation wieder für sich entdeckt haben und bieten, zusätzlich zu den Sprout Bunstiften, auch ein Malbuch mit Mandalas für Groß und Klein an.

Was sind Ihre Pläne für die nächsten zwölf Monate, was soll aus Sprout noch werden und wie wird sich vor allem Ihr Angebot weiter entwickeln?

Unser Fokus liegt größtenteils auf B2B - da gibt es noch so viel Potenzial. Wir werden weiterhin neue Produkte entwickeln, aber das in Zusammenarbeit mit Kunden verschiedener Branchen. Neben der Produktion von pflanzbaren Bunt- und Bleistiften haben wir auch samenenthaltendes Papier entwickelt, das für Grußkarten, Menukarten, Türschilder in Hotels, Flyern, Konferenzprogrammen u.v.m. verwendet werden kann. Wir schließen in Kürze eine zweite Investorenrunde ab und planen unseren Umsatz sowohl in diesem Jahr, als auch in den kommenden fünf Jahren zu verdoppeln.

Mehr zum Thema Grüne Startups erfahren Sie auf dem Portal Grüne-Startups.de.



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