Wer surft, weiß: Ein Bikini muss mehr können als nur gut aussehen. Er muss sitzen, Bewegungsfreiheit bieten und selbst starken Wellen standhalten. Genau aus diesem Anspruch heraus entstand OY SURF. Was als persönliche Suche nach funktionaler und hochwertiger Bademode begann, hat sich zu einer Marke entwickelt, die Nachhaltigkeit und Performance miteinander verbindet. Im Interview spricht Gründerin ZELIA über die Entstehung von OY, die Bedeutung von Kreislaufwirtschaft und die Herausforderungen nachhaltiger Produktentwicklung.

Bild: OY SURF
LifeVERDE: Wie ist OY entstanden – und welche Vision steht hinter der Marke?
ZELIA ZADRA, MANAGING DIRECTOR bei OY SURF: Die Idee zu OY entstand auf einer Reise nach Indonesien. Herkömmliche Bikinis haben mir oft nicht gefallen, waren nicht von besonders guter Qualität und vor allem haben sie den Bedingungen im Wasser oft nicht standgehalten. Aus der persönlichen Suche nach einem Bikini, der bei jeder Welle sitzt, habe ich OY entwickelt – eine Marke für funktionale und zugleich stilvolle Surf-Bademode. Heute führe ich das Unternehmen gemeinsam mit meinem Bruder Dario, der seit vielen Jahren die Website und interne Prozesse verantwortet, während ich nach wie vor für die Entwicklung und Verbesserung der Produkte zuständig bin.
Was macht eure Surf- und Swimwear im Vergleich zu klassischen Bademoden-Marken funktional besonders?
Die Bikinis von OY verbinden Funktionalität mit modernem, minimalistischem Design. Sie wurden speziell für aktive Frauen und Surferinnen entwickelt und bleiben auch bei viel Bewegung im Wasser sicher an Ort und Stelle. Besonders ist außerdem die Kombination aus hochwertiger Verarbeitung, stilvollem Look und durchdachten Schnitten.

Bild: OY SURF
Ihr arbeitet nach dem Prinzip „Reduce, Reuse, Repair, Resell, Recycle“ – wie zeigt sich das konkret in euren Produkten?
Ganz klar zeigt sich das in unserer Firmenphilosophie und in unserem täglichen Umgang mit Ressourcen. Wir verwenden für unsere Bikinis ausschliesslich recycelte Materialien. Auch unser gesamtes Verpackungsmaterial haben wir auf ein Minimum reduziert und nutzen dafür immer recyceltes Papier.
Produktionsabfälle gibt es bei uns praktisch keine, da das Material durch ein ausgeklügeltes Platzieren der einzelnen Teile optimal ausgenutzt wird. Sollten dennoch Restbestände übrig bleiben, verwenden wir diese zu einem späteren Zeitpunkt für Restocks oder beispielsweise für unsere U.W.W.-Kollektion. Oder ganz kleine Reste verarbeiten wir dann einfach selber noch zu Haargummis.
Falls ein Produkt defekt ist oder einen Produktionsfehler aufweist, nehmen wir es zurück, lassen es reparieren und senden es anschliessend wieder an die Kundin zurück. Entspricht ein Produkt nicht mehr unseren regulären Ansprüchen, landet es in unserer „Wühlkiste“. Diese Produkte sind zwar nicht mehr perfekt, aber dennoch in einem sehr guten Zustand und werden deshalb an Events oder im Outlet weiterverkauft. Weggeworfen wird bei uns ein Produkt nur dann, wenn es wirklich ganz durch ist.
Auch Kundenretouren werden mit grösster Sorgfalt aufbereitet und wieder ins Lager aufgenommen.
Viele Kund fragen sich: Wie hochwertig und leistungsfähig sind recycelte Materialien wirklich im Wasser und beim Sport?
Unsere Bikinis werden mit Econyl hergestellt, ein zu 100 % recyceltes und regeneriertes Polyamid, auch Nylon genannt. Dieses recycelte Polyamid 6 hat die genau gleichen Eigenschaften, wie wenn es neu hergestellt wird. Zudem kann es unendlich oft recycelt werden. Die Stoffe, die wir einsetzen, stehen neugewonnenen Materialien in nichts nach.

Bild: OY SURF
Wo produziert ihr eure Produkte, und warum habt ihr euch bewusst für diese Produktionsstandorte entschieden?
Produziert wird in einem kleinen Familienbetrieb in Portugal, und wir beziehen unsere Materialien ausschließlich aus Europa. Uns ist wichtig, langlebige Produkte zu entwickeln, die nicht nur funktional und hochwertig sind, sondern auch möglichst ressourcenschonend hergestellt werden. Das gilt auch für die Transportwege.
Hält eure Swimwear wirklich zuverlässig beim Surfen – und wie habt ihr Passform und Halt optimiert?
Ja – unsere Swimwear wurde speziell dafür entwickelt, auch bei intensiven Surf-Sessions zuverlässig zu halten. Bereits bei der Entwicklung legen wir den Fokus auf Funktionalität, sicheren Halt und hohen Tragekomfort. Die Schnitte werden so konzipiert, dass nichts verrutscht – selbst in grösseren Wellen oder bei viel Bewegung im Wasser.
Wir arbeiten mit widerstandsfähigen, hochwertigen Materialien, durchdachten Passformen und individuell anpassbaren Details wie Trägern oder Bändern. Viele unserer Modelle wurden von uns direkt im Surf-Alltag getestet und werden laufend optimiert, bis sie den perfekten Mix aus Komfort, Support und Bewegungsfreiheit bieten.
Dass das funktioniert, zeigt auch das Feedback unserer Community: Kundinnen beschreiben unsere Bikinis immer wieder als „secure for surfing“, „sitzt perfekt“ oder „bleibt beim Surfen an Ort und Stelle“.

Bild: OY SURF
Wie pflegt man eure Produkte richtig, damit sie möglichst lange halten?
Damit unsere Produkte möglichst lange halten, empfehlen wir eine besonders schonende Pflege. Nach jedem Tragen sollte die Swimwear mit Süsswasser ausgespült werden, um Salz, Sand, Sonnencreme und Chlor zu entfernen. So bleibt das Material elastisch und die Farben behalten länger ihre Intensität.
Gewaschen wird die Swimwear idealerweise von Hand mit einem milden Waschmittel und lauwarmem Wasser. Wichtig ist dabei, den Stoff nicht zu reiben oder auszuwringen, da dies das Material verformen kann. Zum Trocknen legen wir die Produkte flach in den Schatten – direkte Sonne oder der Trockner können die Fasern und Farben beschädigen.
Auch bei Flecken empfehlen wir eine sanfte Behandlung und möglichst wenig Chemie. Grundsätzlich gilt: Je sorgfältiger die Pflege, desto länger bleibt die Passform erhalten und desto nachhaltiger kann das Produkt getragen werden.
Und wenn dann doch mal ein Waschgang in der Maschine nötig ist, dann geht das auch ohne Probleme bei 30°.
Welche nächsten Schritte plant OY in Richtung Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft?
Wir haben tatsächlich gerade ein schwieriges Plateau in der weiteren Optimierung erreicht. Der logisch nächste Schritt, um noch nachhaltiger zu werden, wäre die Kreislaufwirtschaft, also die Möglichkeit, den Bikini wieder zu 100 % zu recyceln. Das ist technisch aber nicht so einfach, denn damit die Bademode funktional ist, schön eng am Körper sitzt und nicht verrutscht, ist sie nebst dem Nylon auf Elastan angewiesen – den Bestandteil im Stoff, der die Elastizität bringt. Dieses Mischgewebe lässt sich aber mechanisch nicht trennen, damit die einzelnen Bestandteile wieder recycelt werden könnten. Die Forschung arbeitet bereits an dem Problem und wir hoffen sehr darauf, dass die Industrie bald Lösungen präsentieren wird.

Bild: OY SURF
Fazit: Funktion trifft Verantwortung
OY zeigt eindrucksvoll, dass hochwertige Swimwear, Funktionalität und verantwortungsvolles Handeln kein Widerspruch sind. Mit langlebigen Produkten, recycelten Materialien, kurzen Lieferketten und einem konsequenten Fokus auf Ressourcenschonung verfolgt das Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz. So entsteht Bademode, die nicht nur im Wasser überzeugt, sondern auch einen Beitrag für eine bewusstere Zukunft leistet.
Auch interessant: SUNTRIBE: Natürliche Sonnencreme mit mineralischem UV-Schutz – reef-safe & hautverträglich


Kommentar erstellen






















































































































































































































































































































































































