Grüne Wirtschaft

Eine nachhaltige Zukunft liegt in deiner Hand - mit biologisch abbaubaren Handyhüllen

INTERVIEW | Ozeane ohne Plastikmüll – ist das realistisch oder eine Utopie? Mit seinen biologisch abbaubaren Handyhüllen zeigt das Start-Up Oceanmata, wie einfach und stylisch Umweltschutz sein kann. Erfahre hierzu im Interview mit Sophia von Oceanmata mehr!

INTERVIEW | Ozeane ohne Plastikmüll – ist das realistisch oder eine Utopie? Mit seinen biologisch abbaubaren Handyhüllen zeigt das Start-Up Oceanmata, wie einfach und stylisch Umweltschutz sein kann. Erfahre hierzu im Interview mit Sophia von Oceanmata mehr!

07.09.2021 | Ein Interview geführt von Veronika Gruber | Titelbild: Unsplash

Bis zu 500 Jahre braucht eine herkömmliche Handyhülle, um sich im Meereswasser zu zersetzen. Eine ganz schön lange Zeit, um das Meer und seine Bewohner mit Schadstoffen zu vergiften. Spätestens seit der Doku „Seaspirancy“ ist klar: Sowohl der Fischfang als auch der Plastikmüll sind eine Bedrohung für unsere Weltmeere und das gesamte Ökosystem unseres Planeten. Neben dem (bisher leider sehr zögerlichen) Einsatz von Politik und Wirtschaft im Kampf für gesunde und saubere Meere kannst auch du dabei helfen, Meeresverschmutzung und Überfischung entgegenzuwirken. Sowohl die Müllreduktion als auch das Ersetzen umweltschädlicher Alltagsgegenstände durch nachhaltige Alternativen können einen Beitrag dazu leisten, dem Traum von plastikfreien Weltmeeren einen Schritt näher zu kommen. Das junge Start-Up Oceanmata konzentriert sich hierbei auf ein Alltagsutensil, welches vermutlich jede*r von uns täglich in der Hand hält: Die Handyhülle. Sophia von Oceanmata erzählt dir, was das Besondere an den nachhaltigen Handyhüllen von Oceanmata ist und wie Oceanmata zwischen Deutschland und Bali für sauberere Strände sorgt.

LifeVERDE: Hallo Sophia, schön, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Die Handyhüllen von Oceanmata (*) sind ja biologisch abbaubar. Kannst du unseren Leser*innen erklären, woraus eure Handyhüllen bestehen? Welche Vorteile bietet eine biologisch abbaubare Handyhülle aus nachhaltiger Sicht?

Sophia: Vielen Dank, wir freuen uns sehr über die Gelegenheit!

Die Oceanmata Handyhüllen bestehen hauptsächlich aus dem Bio-Kunststoff PBAT und Calciumcarbonat (Kalk). Weitere natürliche Bestandteile wie zum Beispiel Holzspäne und Talk nehmen nur eine sehr kleine Prozentzahl ein. Der Vorteil an biologisch abbaubaren Handyhüllen liegt darin, dass sie sich nach wenigen Jahren zersetzen, sollten sie doch mal in die Natur gelangen. Das Ziel ist allerdings, das Material zu recyceln und Ressourcen zu schonen. Aber wir alle wissen, dass wir nicht immer beeinflussen können, wo die Handyhülle letztendlich landet. Daher ist es so wichtig, dass sie für den Fall der Fälle biologisch abbaubar und somit nicht schädlich für die Natur ist.

Pro verkaufter Handyhülle wird 1 Kilo Müll an balinesischen Stränden gesammelt. Wie kam diese Projektidee zustande? Sieht man schon einen Unterschied an den Stränden Balis? Wohin wird der gesammelte Müll gebracht?

Die Idee ist Oceanmata Gründer Dominik auf seinen Surf-Reisen gekommen. 2018 war er mit seiner Freundin auf Sri Lanka unterwegs und hat dort im Hostel am schwarzen Brett folgenden Satz gelesen: “Every time you go to the beach, pick up 3 pieces of plastic.” Dabei kam Dominik die Idee, dass man viel mehr erreichen könnte, wenn sich jede*r diesem Satz annimmt. Zusätzlich geschockt von dem sehr offensichtlichen Müllproblem auf Sri Lanka und Bali wuchs der Plan, ein eigenes Clean-Up Projekt aufzubauen.

Das Oceanmata Team auf Bali macht jeden Tag einen Unterschied! Jedes Kilogramm zählt! Mittlerweile werden täglich um die 300 kg Müll gesammelt - seit dem Start von Oceanmata konnten bereits rund 54.000 kg Plastik gesammelt werden.

Das gesammelte Plastik wird vor Ort sortiert und aufbereitet, sodass es zum Recycling weiterverkauft werden kann.

Bilder: Oceanmata

Zusätzlich zum Müllsammeln am Strand wäre auch denkbar, das Problem an der Wurzel anzugehen und die Menschen zu einer umweltgerechten Müllentsorgung zu animieren. Habt ihr dafür auch schon Projektideen?

Ja, auf jeden Fall! Wir betreiben bereits über all unsere Kanäle Aufklärung zu vielen verschiedenen Themen. Plastikmüll ist nicht das einzige Problem unserer Ozeane und wir möchten unseren Konsument*innen eine detaillierte Informationsgrundlage bieten, die zum Nachdenken und Umdenken anregt.

Außerdem arbeiten wir zusätzlich an einer Flussbarriere, die den Plastikmüll schon vor dem Eintreten in den Ozean abfangen soll, um unserer Vision von plastikfreien Ozeanen bis 2050 immer näher zu kommen.

Mit Handyhüllen in der „Turtle Edition“, der „Coral Edition“ und in der „Dolphin Edition“ setzt sich Oceanmata auch für den Schutz von Meerestieren ein. Was bedeutet das konkret?

Bei unseren Special Editions wird zusätzlich zu dem Kilogramm Müll, das gesammelt wird, noch eine Meeresschutzorganisation unterstützt. Das heißt pro Special Edition arbeiten wir mit einer Organisation zusammen, die sich speziell dem Schutz eines bestimmten Meeresbewohnenden angenommen hat. So fließen beispielsweise Erlöse der Coral Edition in die Unterstützung der Organisation Ecosystem Impact, die mit unserer Hilfe neue Korallen züchtet und an bestehenden Riffen wieder verpflanzt.

Bilder: Oceanmata

Um die Meere zu schützen, sollte man auch auf Fisch und Meeresfrüchte bzw. generell auf tierische Produkte verzichten. Sind eure Handyhüllen auch vegan?

Unsere Hüllen bestehen nur aus natürlichen und biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen. Keiner der Inhaltsstoffe ist tierischen Ursprungs. Trotzdem können wir unsere Hülle nicht offiziell als vegan betiteln, da ein veganes Produkt mehr Kriterien erfüllen muss, als nur nicht tierischen Ursprungs zu sein. Wir arbeiten aktuell noch daran und hoffen, in naher Zukunft die Hülle offiziell als vegan ausweisen zu können. 

Die Produktion eurer Hüllen erfolgt in China. Ist es nicht möglich, die Handyhüllen mit kürzeren Transportwegen in Deutschland oder innerhalb Europas herzustellen?

Auch wenn wir aus dem Nachhaltigkeitsgedanken eine lokale Produktion wünschenswert finden, müssen wir uns eingestehen, dass in China aktuell die höchste Kompetenz liegt.

Wir sind weiterhin auf der Suche nach einer lokalen Produktion, die unseren Qualitätsstandards entspricht.

Unsere Produktion in China ist aber vom TÜV Rheinland zertifiziert und wir achten besonders auf Arbeitssicherheit, faire Entlohnung und Arbeitsbedingungen.

Dominik, der Gründer von Oceanmata, wurde unter anderem von seinen Surfurlauben in Sri Lanka und in Bali auf das Plastikproblem aufmerksam und so zur Gründung von Oceanmata inspiriert. Ein gutes Beispiel dafür, wie Reisen den eigenen Horizont erweitern und die Kreativität anregen können. Allerdings sind vor allem Fernreisen nur wenig nachhaltig. Wie lässt sich die Reiseleidenschaft besser mit Nachhaltigkeit vereinbaren? Wie kann man als Wassersportler*in besser auf den Meeresschutz achten?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seine Reisen nachhaltig zu gestalten.

Bei Fernreisen hat man natürlich kaum eine Alternative als die Anreise mit dem Flugzeug. Aber man kann auch bei einer Fernreise etwas tun: Die CO2-Emissionen kompensieren und zum Beispiel für Klimaschutzprojekte spenden, die den eigenen CO2-Ausstoß wieder ausgleichen. Wer eine Fernreise plant, kann sich zusätzlich überlegen, im selben Jahr oder vielleicht sogar länger keine weitere Reise mit dem Flugzeug zu unternehmen, möglichst lange am Reiseziel zu bleiben und weniger Gepäck mitzunehmen - auch das spart CO2.

Viele weitere Tipps zu diesem Thema haben wir in einem Blogartikel zusammengestellt.

Dominiks Tipp für alle Wassersportler*innen: Um surfen oder kitesurfen zu gehen, muss man nicht immer in ferne Länder fliegen. Man kann diesem Hobby auch in Deutschland in seiner direkten Umgebung nachgehen: In München zum Beispiel lädt der Eisbach für spontane Surfsessions ein und auch zum Kitesurfen gibt es verschiedene Möglichkeiten!

Euer Team ist sehr jung. Viele junge Menschen voller Ideen für eine bessere Welt scheuen sich jedoch oft davor, ein Start-Up zu gründen und ihre Visionen damit in die Tat umzusetzen. Welche Tipps habt ihr, das Team von Oceanmata, dafür parat?

Wir von Oceanmata vertreten in vielen Situation die Devise “einfach machen”. Natürlich wird bei uns auch viel diskutiert, gebrainstormt und nach Strategie vorgegangen. Solche Prozesse sind allerdings oft langwierig und ein Start-Up lebt von Schnelligkeit. Wir sind alle nur Menschen - Fehler passieren und Fehlentscheidungen werden auch mal getroffen, aber nur so können wir daraus lernen und daran wachsen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Außerdem gibt es mittlerweile sehr viele Start-Ups mit dessen Gründer*innen und Teams man sich austauschen kann. Auch wir freuen uns jederzeit über Austausch!

Bild: Oceanmata

Vielen Dank für das Interview, Sophia!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an Oceanmata stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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