Wasser ist eine unserer wertvollsten Ressourcen – und genau hier setzt NEOPERL an. Das Unternehmen entwickelt Technologien für Armaturen und Duschen, die den Wasserverbrauch reduzieren, ohne den Komfort einzuschränken. Im Interview spricht NEOPERL darüber, wie intelligente Wassersparlösungen im Alltag wirken, welche Rolle Innovation und Unternehmenskultur spielen und warum nachhaltige Wasserwirtschaft bereits am heimischen Waschbecken beginnt.
LifeVERDE: NEOPERL steht für innovative Lösungen im Bereich Wassertechnologie – welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihrer Unternehmensstrategie?
NEOPERL: Nachhaltigkeit ist für uns kein Zusatz, sondern Kern unserer Strategie – weil unsere Produkte genau an einem der wichtigsten Alltags-Themen ansetzen: Trinkwasser sinnvoll nutzen. Unser Anspruch ist, Komfort und Effizienz zusammenzubringen. Wir sorgen dafür, dass immer so viel Wasser wie nötig, aber so wenig wie möglich fließt.
Dabei denken wir Nachhaltigkeit bewusst dreifach: ökologisch (Wasser- und Energieeffizienz, Klimaschutz), ökonomisch (langlebige, zuverlässige Lösungen, die Betriebskosten senken können) und sozial (verantwortungsvolle Standards, sichere Arbeitsbedingungen, faire Zusammenarbeit in der Lieferkette). Dass wir diesen Weg strukturiert gehen, zeigen auch unser Einsatz von Managementsystemen, erfolgreiche ISO-Audits und externe Bewertungen wie EcoVadis.
Ihre Produkte tragen zur Reduktion des Wasserverbrauchs bei. Können Sie konkrete Beispiele nennen, wie Ihre Technologien im Alltag Ressourcen schonen?
Unsere Lösungen setzen genau dort an, wo Wasser täglich genutzt wird – am Waschtisch, in der Küche und unter der Dusche. Grundsätzlich gilt: Auch das Nutzungsverhalten hat einen großen Einfluss (z. B. den Hahn nicht unnötig voll aufdrehen, Wasser nicht laufen lassen). Unsere Technologie setzt ergänzend an der Armatur an und hilft dabei, unabhängig vom Verhalten den Wasserverbrauch pro Nutzung zu senken – und macht sparsames Verhalten gleichzeitig leichter, weil der Komfort erhalten bleibt.
Am Waschtisch und in der Küche kommen unsere wassersparenden Strahlregler zum Einsatz. Sie formen den Wasserstrahl so, dass er angenehm, gleichmäßig und spritzarm bleibt – gleichzeitig regulieren sie den Durchfluss. So lässt sich Wassersparen alltagstauglich umsetzen: Wer ohnehin bewusst mit Wasser umgeht, kann seine Wirkung zusätzlich verstärken, und wer weniger darauf achtet, verbraucht durch die effizientere Armatur häufig trotzdem weniger.
In der Dusche ist der Hebel noch größer – hier setzen wir auf sogenannte Mengenregler, die den Durchfluss auf einen definierten Maximalwert regulieren. Weil beim Duschen viel (und oft warmes) Wasser über längere Zeit fließt, spart das nicht nur Wasser, sondern in der Regel auch Energie für das Erwärmen des Wassers – und damit oft auch CO₂ sowie laufende Kosten/Nebenkosten.
Wie wir diesen Effekt für möglichst viele Menschen zugänglich machen, zeigt vor allem unser Viva con Agua x watersaving.com Wasserspar-Set für Küche, Bad und Dusche: Es enthält Strahl- und Mengenregler, ist passend für gängige Armaturen (M22/M24) sowie jeden Duschschlauch und lässt sich einfach montieren. Je nach Nutzungsverhalten und Spezifikationen sind damit Einsparung von bis zu 45 Litern Wasser pro Person und Tag möglich. Und weil der größte Hebel in der Breite liegt, verbindet das Set Ressourcenschutz mit gesellschaftlicher Wirkung: 25% des Verkaufspreises werden an Viva con Agua abgeführt und unterstützen globale Trinkwasserprojekte.

Bild: NEOPERL
Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Erfolg und ökologischer Verantwortung?
Eine zentrale Herausforderung ist, Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit so zu verbinden, dass Lösungen bezahlbar, langlebig und in der Praxis wirklich wirksam sind. Gleichzeitig steigen Anforderungen entlang der Lieferkette (z. B. Transparenz, Standards, Nachweise).
Unsere Antwort darauf: Nachhaltigkeit nicht als Einzelprojekt verstehen, sondern als System. Wer Umweltschutz, Qualität, Arbeitssicherheit und Energieeffizienz über Standards und Prozesse steuert, kann Zielkonflikte besser managen – und findet eher Lösungen, die ökologisch sinnvoll und ökonomisch stabil sind.
Nachhaltigkeit beginnt oft im eigenen Unternehmen: Welche Maßnahmen setzen Sie intern um, um Umwelt- und Klimaziele zu erreichen?
Wir setzen bewusst auf international anerkannte Managementsysteme und klar messbare Prozesse, um unsere Umwelt- und Klimaziele konsequent voranzutreiben. Bis Ende 2026 werden an zehn Standorten die Standards nach ISO 14001 (Umweltmanagement), ISO 45001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz) sowie ISO 9001 (Qualitätsmanagement) umgesetzt sein. Der letzte Standort folgt 2027. Am deutschen Standort ergänzen wir dies durch ISO 50001 im Bereich Energiemanagement.
Diese zertifizierten Systeme schaffen Transparenz, Verlässlichkeit und eine klare Struktur für kontinuierliche Verbesserungen – und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zu unserer nachhaltigen Entwicklung.
Wie integrieren Sie Themen wie Nachhaltigkeit und Innovation in Ihre Unternehmenskultur und Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden?
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Innovation bewusst im Alltag unserer Zusammenarbeit. Dafür arbeiten wir interdisziplinär: Entwicklung, Qualität, Produktion, Produktmanagement, Marketing, Vertrieb und weitere Bereiche verknüpfen sich frühzeitig, tauschen Perspektiven aus und testen Lösungen praxisnah. So entsteht Innovation nicht „im Silo“, sondern entlang der gesamten Wertschöpfung – mit dem Anspruch, dass neue Lösungen nicht nur technisch überzeugen, sondern in Anwendung auch wirklich funktionieren und damit Ressourceneffizienz konkret ermöglichen.
Ein wichtiger Teil unserer Kultur ist außerdem der aktive Kompetenztransfer: Teams vernetzen sich gezielt, Know-how wird projektbezogen geteilt – innerhalb eines Standorts genauso wie standortübergreifend. Mitarbeitende lernen dabei direkt voneinander, teilen Erfahrungen aus Projekten und Anwendungen und bringen Best Practices in neue Teams mit ein. Diese Vernetzung sorgt dafür, dass Wissen im Unternehmen schneller zirkuliert und Innovationen robuster werden, weil sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln geprüft und weiterentwickelt werden. Damit dieser Austausch global funktioniert, halten wir unsere Mitarbeitenden über ein globales Intranet und eine Mitarbeitenden-App kontinuierlich auf dem Laufenden. So können Informationen, Updates und interne Impulse schnell geteilt werden – und es entstehen neue Ideen, weil Mitarbeitende Einblicke in Projekte, Lösungen und Initiativen anderer Teams und Standorte bekommen und darauf aufbauen können.
Gleichzeitig ist es uns wichtig, Erfolge sichtbar zu machen und gemeinsam zu feiern. Dass unsere Arbeit damit auch nach außen überzeugt, zeigen aktuelle Auszeichnungen: 2026 wurden wir gleich doppelt mit dem „Red Dot“ ausgezeichnet – für die Strahlregler DIAMOND und MINI ECOBOOSTER TOUCH. Solche Awards sind für uns nicht nur ein Qualitätssiegel, sondern auch ein Signal in die Organisation: Gute Ideen entstehen im Team!
Was macht NEOPERL aus Ihrer Sicht zu einem attraktiven Arbeitgeber für Menschen, die bewusst nachhaltig arbeiten möchten?
Wer bei Neoperl arbeitet, kann Nachhaltigkeit sehr konkret mitgestalten – nicht nur als Zielbild, sondern über Lösungen und Prozesse, die im Alltag Wirkung entfalten. Gleichzeitig gehören für uns ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und soziales Miteinander zusammen.
Was uns als Arbeitgeber ausmacht:
- Sinn + Wirkung im Alltag: Unsere Produkte sind oft unsichtbare Komponenten in Armaturen und Duschen, die dabei helfen, Trinkwasser effizienter zu nutzen und (bei Warmwasser) häufig auch Energie einzusparen. Dadurch hat die eigene Arbeit einen greifbaren Nutzen.
- Respekt, Wertschätzung und Vertrauen: Wir hören zu und gehen fair und ehrlich miteinander um. Wir unterstützen uns gegenseitig und erkennen Leistung ab – weil unser Erfolg stark davon abhängt, wie wir miteinander arbeiten.
- Neugier & Innovation als Haltung: Unsere Mitarbeitenden sind offen für Neues, neugierig und kreativ, teilen Wissen und verschieben gemeinsam Grenzen des technisch Machbaren – das schafft ein Umfeld, in dem Innovation wirklich entstehen kann.
- Stabilität + Perspektive (ökonomische Nachhaltigkeit): Als international aufgestelltes Unternehmen bieten wir vielfältige Einsatzfelder und Entwicklungsmöglichkeiten – vom Berufseinstieg bis zur Fach- und Führungslaufbahn – und schaffen damit langfristige Perspektiven.
Für Menschen, die bewusst nachhaltig arbeiten möchten, ist das attraktiv, weil sie bei uns Verantwortung übernehmen, sich weiterentwickeln und gleichzeitig an einem Thema arbeiten können, das gesellschaftlich relevant ist – in einer Unternehmenskultur, die auf Respekt, Vertrauen und Teamleistung baut.
Blick in die Zukunft: Welche Entwicklungen oder Ziele verfolgen Sie, um Ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Wasserwirtschaft weiter auszubauen?
Wasserwirtschaft ist ein sehr breites Feld – von Landwirtschaft über Industrie bis hin zu kommunaler Infrastruktur. Unser Schwerpunkt liegt dort, wo wir als Neoperl den größten, direkten und skalierbaren Beitrag leisten können: im Haushalt und in Gebäuden mit Trinkwasserversorgung, also überall dort, wo Menschen Wasser täglich an Waschtisch, Küche und Dusche nutzen.
Für die Zukunft verfolgen wir dabei im Kern drei Ziele. Erstens treiben wir die Weiterentwicklung unserer Wasserspar-Technologien konsequent voran: Lösungen sollen noch effizienter werden, dabei komfortabel bleiben und in der Praxis robust funktionieren – denn nur alltagstaugliche, langlebige Produkte erzeugen langfristige Wirkung.
Zweitens arbeiten wir daran, Impact zu skalieren und Bewusstsein zu fördern. Genau hier ist www.watersaving.com ein zentraler Baustein: Wir bauen die Plattform als globalen Knowledge Hub der Neoperl Gruppe weiter aus, mit kompaktem Wissen, konkreten Tipps, Hintergründen und Tools rund um den verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser. Unser Anspruch ist, Hürden abzubauen und Wassersparen als positives, unkompliziertes Thema zu etablieren – ohne Zeigefinger, dafür mit messbarem Nutzen im Alltag.
Drittens wollen wir die Rahmenbedingungen mitgestalten, die Wassereffizienz in die Breite bringen – etwa über Austausch in Brancheninitiativen, Normen/Standards und regulatorische Entwicklungen, wo immer es sinnvoll ist. Denn damit effiziente Lösungen nicht nur verfügbar sind, sondern auch zum Standard werden, braucht es neben Technologie und Information auch klare, wirksame Leitplanken.

Bild: NEOPERL
Fazit: So hilft NEOPERL beim Wasser- und Energiesparen
NEOPERL zeigt, dass Ressourcenschonung nicht kompliziert sein muss. Mit durchdachten Strahl- und Mengenreglern können Haushalte ihren Wasserverbrauch deutlich senken und gleichzeitig Energie sparen. Ergänzt durch langfristige Umweltziele, internationale Standards und kontinuierliche Innovationsarbeit verfolgt das Unternehmen einen klaren Ansatz: Wassereffizienz soll einfach, wirksam und für möglichst viele Menschen zugänglich sein.
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