Grüne Wirtschaft

Nachhaltige und faire Hemden aus Liebe zu Afrika

INTERVIEW | Geprägt durch Reisen nach Afrika entstehen bei Levensgaarn nachhaltige und faire (Polo-)Hemden, die zu 100 Prozent auf dem afrikanischen Kontinent hergestellt werden und dort Lebensperspektiven schaffen.

INTERVIEW | Geprägt durch Reisen nach Afrika entstehen bei Levensgaarn nachhaltige und faire (Polo-)Hemden, die zu 100 Prozent auf dem afrikanischen Kontinent hergestellt werden und dort Lebensperspektiven schaffen.

22.07.2021 I Ein Interview geführt von Dorothea Meyer I Bilder: Levensgaarn

 „Der Kontinent und seine Menschen sind einfach wunderbar“. Auf seinen Reisen nach Afrika hat Christian Sauer bemerkt, dass er dem Land etwas zurückgeben möchte. Aus diesem Grund gründete er das Modelabel Levensgaarn, welches für nachhaltige und faire Polo-Hemden steht, die zu 100 Prozent in Afrika hegestellt werden. So schafft das faire Label einen Raum, um die Textilwirtschaft vor Ort langfristig zu verbessern und Afrika eine nachhaltigere Lebensperspektive zu schaffen.

Welchen Einfluss hat der Kauf eines Polo-Hemds von Levensgaarn auf Afrika? Ist das Konzept hinter Levensgaarn tatsächlich so nachhaltig und wie genau profitieren die Mitarbeitenden in Afrika langfristig von der Marke? Das und mehr erfährst du im Interview mit Christian Sauer.  

Nachhaltige-Mode.de: Christian, Levensgaarn bietet nachhaltige und faire Mode, die zu 100 % in Afrika hergestellt wird. Welche Mission steckt dahinter und wie entstand die Verbindung zu dem Kontinent?

Christian: Der Kontinent und seine Menschen sind einfach wunderbar. Nach einigen Reisen nach Afrika war schnell klar, dass ich Afrika etwas zurückgeben möchte.  Durch die Mitarbeit in der Social Business Stiftung bin ich dann auf das Konzept des Social Business gestoßen, also unternehmerisches Handeln mit dem Ziel der Maximierung der nachhaltigen Wertschöpfung, Levensgaarn ist also nicht profitorientiert. Das Thema Mode war dann naheliegend, da die textile Wertschöpfungskette viel bewegen kann. Mode kannte ich vorher nur als Konsument. Ich habe mit dann intensiv damit beschäftigt und die Vision entwickelt, dass Levensgaarn Kleidung anbieten möchte, welche zu 100% in Afrika hergestellt wird. Auf diesem Wege schaffen Levensgaarn und seine Kund*innen nachhaltig Lebensperspektiven in Afrika.


Ein Teil des Levensgaarn-Teams. (Bild: Levensgaarn)

Auf eurer Webseite heißt es, dass mit Levensgaarn alle Konsument*innen durch den Kauf nachhaltiger Kleidung aktiv dazu beitragen etwas Gutes zu tun. Was genau ist damit gemeint?

Jeder Kauf unserer Polo-Hemden hat einen positiven Einfluss auf Ost-Afrika. Die Levensgaarn-Produkte schonen nicht nur die Umwelt, sondern sichern auch Arbeitsplätze. Gerade in Covid-Zeiten ist dies mehr als relevant.

Mehr zu unserer positiven Wirkung: Unsere Kleidungsstücke bestehen aus Bio-Baumwolle und verzichten somit auf den Einsatz von Pestiziden oder anderen Chemikalien (z.B. Mecerisieren). Die Bio-Baumwolle wird in Tansania geerntet und verarbeitet. Dadurch schaffen wir langfristige Arbeitsplätze und schonen die Umwelt. Die Polo-Hemden werden dann in Kenia bei unserem WFTO-zertifizierten Partner herstellt. Die Löhne und Arbeitsbedingungen sind sehr gut. Ich habe mir selbst davon in Nairobi ein Bild gemacht und mit vielen Arbeitnehmer*innen sowie der Arbeitnehmervertretung gesprochen. Außergewöhnlich ist außerdem, dass es einen Sicherheitsbeauftragten gibt. Zusätzlich fließt für jedes Kleidungsstück ein Betrag in einen Arbeitnehmer-Fonds, welchen die Arbeitnehmer*innen selbst verwalten und nutzen um Investition in die Verbesserung ihrer Lebensqualität zu tätigen (z.B. die Renovierung von Häusern). 

Kannst du uns einmal das Problem der Fast Fashion Industrie im Rahmen der Ausbeutung der Arbeitskräfte schildern?

Spätestens seit dem Einsturz des Rana Plaza Gebäudes in Bangladesch ist die Welt auf die teils sehr fragwürdigen Arbeitsbedingungen in der herkömmlichen Textilwirtschaft aufmerksam geworden. Die Rahmenbedingungen der Arbeitnehmer*innen sind häufig gekennzeichnet vom Einsatz toxischer Chemikalien, fehlender Sicherheitsausrüstung und geringen Löhnen. Weiterhin gibt es keine soziale Absicherung im Fall von Krankheit oder ausreichende Erholungspausen / Urlaub. In manchen Ländern gehört auch Kinderarbeit zur Normalität. Vielen Konsumenten ist nicht bewusst, dass Textilien überwiegend in Handarbeit hergestellt werden. Die Arbeitsleistung macht einen Großteil der Wertschöpfung aus, wird aber nicht entsprechend vergütet. 

Die Produktion eurer fairen und nachhaltigen Kleidung steht und fällt mit der Wahl eurer Partner*innen. Wonach genau entscheidet ihr, welche Partner*innen für die Herstellung der Levensgaarn Mode geeignet sind?

Die wichtigste Ressource von Levensgaarn sind die Menschen hinter unseren Kleidungsstücken. Wir wählen unsere Partner sorgfältig aus, denn diese müssen unsere Werte verkörpern und uns dabei helfen unsere Ziele zu verwirklichen. Levensgaarn hat höchste Anforderungen an ethisches Management, Umweltschutz und Qualität. Es ist natürlich schwer die Arbeitsbedingungen 

vor Ort regelmäßig zu überwachen. Wir haben die handelnden Personen sowie eine Vielzahl der Mitarbeiter*innen bereits persönlich kennengelernt. Levensgaarn arbeitet außerdem mit einem Partnernetzwerk von gleichgesinnten zusammen. Es ist also regelmäßig jemand aus Deutschland vor Ort. Zusätzlich setzen wir auf externe und anerkannte Nachhaltigkeitsstandards. Die WFTO Zertifizierung beinhaltet regelmäßige Audits vor Ort durch geschulte Mitarbeiter*innen.

Die Herstellung der fairen Levensgaarn-Hemden. (Bild: Levensgaarn)

Auf diesem Wege stellen wir sicher, dass die Arbeitsbedingungen fair sind und die Arbeitnehmer*innen ein Mitbestimmungsrecht besitzen. Levensgaarn baut auf langfristige Partnerschaften in Afrika, um nachhaltige Lebensperspektiven zu schaffen.

 

Das ganze Interview liest du hier auf Nachhaltige-Mode.de: Nachhaltige und faire Hemden aus Liebe zu Afrika

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