Nachhaltige ModeMarken, die durch die Decke gehen
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Nachhaltige Mode-Marken, die durch die Decke gehen

Nachhaltige Mode durch Fair Fashion und Slow Fashion statt Fast Fashion. Welche Marken auf Nachhaltigkeit und Qualität achten, erfahrt ihr hier.

Nachhaltige Mode durch Fair Fashion und Slow Fashion statt Fast Fashion. Welche Marken auf Nachhaltigkeit und Qualität achten, erfahrt ihr hier.

10.04.2019 - Ein Beitrag von Ella Poppensieker

Lieblingsstücke statt Fast Fashion

Beim Blick in die Fußgängerzone fallen die großen roten Schilder mit den Worten „Sale“ oder „reduziert“ sofort auf. Es scheint, als gäbe es diese Aktionen mittlerweile wöchentlich, weil ständig neue Kollektionen erscheinen. Die Kollektionen erscheinen in immer kürzer werdenden Abständen, während die Qualität und der Preis immer weiter sinken. Diesen Trend nennt man Fast Fashion. Er wird von den meisten Marken verfolgt, und auch hochwertige Modehäuser tendieren, diesem Trend zu folgen. Die Konsumenten kaufen immer mehr, immer öfter und ihre Kleiderschränke füllen sich stetig. Die Kleidung, die letztes Jahr gekauft wurde ist somit nicht mehr aktuell und landet schon mit den kleinsten Mängeln im Müll. Dass die Konsumenten dadurch oft mehr Geld ausgeben, ist ihnen nicht bewusst. Denn wer nachhaltige kauft, hat auch länger Freude an den Kleidungsstücken, die durch bessere Qualität überzeugen. Wer sich nach Abwechslung sehnt und öfter mal neue Kleidungsstücke tragen möchte, kann in Second-Hand-Läden und -Apps, auf Flohmärkten oder Kleidertauschparties „neue“ individuelle Stücke finden.

Was macht nachhaltige Mode aus?

Fast Fashion produziert nicht nur mehr Kleidungsabfälle und verschwendet somit Ressourcen, sie ist auch schädlich für die Umwelt. Die Stoffe und Materialien werden unteranderem mit Chemikalien, Pestiziden, Bleichmitteln und Farbstoffen behandelt, die dann ins Wasser gelangen und die Umwelt verschmutzen. Auch für die Menschen, die unsere Kleidung produzieren sind die Giftstoffe eine gesundheitliche Belastung. Zusätzlich sind ihr Lohn und ihre Arbeitsbedingungen in vielen Ländern unmenschlich. Nachhaltige Mode setzt dagegen auf umweltfreundliche Produktion, menschenwürdige Arbeitsverhältnisse und verbesserte soziale Bedingungen. Welche Kategorien in der Produktion erfüllt werden, kann man mit Hilfe von Siegeln prüfen. Erfüllt eine Marke hohe Umweltstandards ab der ersten Verarbeitungsstufe der Kleidung ist es mit dem Siegel Global Organic Textile Standards (GOTS) oder mit dem Siegel Naturtextil IVN zertifiziert Best. Bei Einhaltung strenger Grenzwerte für Chemikalien, Kunstfasern und Outdoor-Textilien können Marken das Siegel bluedesign Product erhalten. Soziale Standards werden mit dem Siegel Fair Wear Foundation für eine Verbesserung in den Produktionsländern und mit den Siegeln Fairtrade Certified Cotton und Cotton Made In Africa für eine Verbesserung der sozialen Kriterien in den Anbauländern der Baumwolle versichert. Somit ist nachhaltige Mode umweltfreundlicher, aber auch sozialgerechter und oft auch qualitativ hochwertiger. Dadurch ist der Preis höher für nachhaltige Mode als für Fast Fashion. Diesen Preis sind viele nicht bereit zu zahlen. Hinzu kommt, dass die Geschäfte nicht immer zentral gelegen sind, wodurch spontane Käufe seltener sind. Einige Marken der nachhaltigen Modeszene haben es jedoch geschafft, sich zu etablieren und überzeugen mit ihren Designs, die nicht nur umweltfreundlich und nachhaltig sind, sondern auch modern.

Marken, die aktuell durch die Decke gehen

Den größten Überblick über neue, aktuelle und aufkommende nachhaltige Modemarken bekommt man auf der Neonyt, Messe für nachhaltige Mode. Neonyt funktioniert mit dem Hub-Konzept, das unter anderem Messe, Präsentation und Inspiration, Konferenzen, Austausch und Networking-Events für Anbieter, Kunden und Influencer, und eine Fashion Show vereint. Neonyt bedeutet „das erneurte Neu,“ und setzt sich aus dem altgriechischem „neo“, zu Deutsch neu, und aus dem skandinavischen „nytt“, was ebenfalls neu bedeutet, zusammen. Damit möchte Neonyt den fundamentalen Transformationsprozess der Mode- und Textilbranche beschreiben. Vom 02.-04. Juli dieses Jahrs ist es wieder so weit und zahlreiche nachhaltige Marken stellen ihre Mode vor.

Konkrete Zahlen
Unter den Brands bei Neonyt ist auch die Marke Lanius, die zweimal jährlich neue Kollektionen entwirft mit Fokus auf der Individualität, der Feminität und der Details der Designs. Lanius verbuchte im Jahr 2017 einen Jahresüberschuss von 232.371,21€ bei einer Bilanzsumme von über 1, 785 Mil. €. Auch auf der Neonyt vertreten ist die Marke HempAge. Sie möchte dem Rohstoff Hanf wieder zu mehr Anerkennung verhelfen und produziert ihre Mode aus diesem umweltfreundlichen Stoff. Gleichzeitig arbeitet sie an Forschungsprojekten zu Hanf. Im Jahr 2017 machte die HempAge AG bei einer Bilanzsumme von gut 1,932 Mil. € allerdings einen Jahresfehlbetrag von 100.481,45€. Auch das Familienunternehmen Werner Schuhe verwendet nachhaltige Materialien, um ihre hochwertigen Schuhe herzustellen. Mit einem Jahresüberschuss von 244.513,42€ und einer Bilanzsumme von knapp unter 1 Mil. € sind sie schon seit über 100 Jahren im Geschäft, also um einiges länger als manch anderes nachhaltiges Mode-Start-Up, das sich noch auf dem Markt etablieren muss. Von Bilanzsummen, wie die von Zara, H&M und den anderen Fast Fashion Giganten, sind die der nachhaltigen Marken jedoch noch weit entfernt. Zara verbuchte im Jahr 2017 eine Bilanzsumme von über 126 Mil. €, H&M von über 61 Mil. €.
(Quelle: Bundesanzeiger)

Unter den vielen nachhaltigen Marken, die auf der Neonyt zu finden sind, verbergen sich einige vielversprechende Marken aus ganz Europa. Manche haben es wie Lanius geschafft, Überschüsse zu generieren, manche warten noch auf den großen Durchbruch. Was alle Marken gemeinsam haben, ist der Fokus auf Nachhaltigkeit in der Mode. Neben Lanius, Hempage und Werner Schuhe sind Marken wie Jan 'n June, Mahla Clothing aus Dänemark, Nae Vegan Shoes aus Portugal und auch nachhaltige Luxusmarken, wie humour.noir® vertreten.

Hier geht es zum vollständigen Artikel auf Grüne-Startups.de

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