Nachhaltigkeit beginnt für WERKHAUS KÜCHEN nicht erst bei der Materialauswahl, sondern prägt den gesamten Entstehungsprozess – von der individuellen Planung über die regionale Fertigung bis zur langfristigen Nutzung. Im Interview spricht das Unternehmen über langlebige Maßanfertigungen, verantwortungsvolle Wertschöpfung und die Überzeugung, dass eine Küche weit mehr sein sollte als ein funktionaler Raum.
LifeVERDE: WERKHAUS KÜCHEN verbindet seit vielen Jahren Handwerk, Design und Qualität. Welche Grundüberzeugungen prägen das Unternehmen und wie spiegeln sich diese in Ihren Küchen wider?
WERKHAUS KÜCHEN: Schreinermeister Willi Bruckbauer entstammt einer Familie mit langer Schreinertradition und gründete vor 25 Jahren werkhaus Küchen. Schon bei der Gründung verfolgte er die Vision einer Küche, die mehr ist als ein funktionaler Arbeitsplatz. Sie sollte ein Lebensraum sein, der Alltag, Atmosphäre und persönliches Lebensgefühl zusammenbringt.
Natürliche Materialien wie Holz, Stein und Metall sind charakteristisch für eine werkhaus Küche. Seit Jahrhunderten werden sie mit handwerklichen Techniken verarbeitet, veredelt und immer wieder neu interpretiert. Gewachsene Strukturen zu erhalten und in sorgfältiger Handarbeit weiterzuentwickeln, ist bei unseren Küchen ebenso wichtig wie die präzise Verarbeitung moderner Werkstoffe. Dafür braucht es Know-how, das wir bei regionalen Handwerksbetrieben finden. Durch diese Zusammenarbeit stärken wir zugleich die regionale Wertschöpfungskette.

Bild: WERKHAUS KÜCHEN
Nachhaltigkeit wird in der Möbel- und Küchenbranche sehr unterschiedlich interpretiert. Welche konkreten Prinzipien verfolgt werkhaus Küchen, um Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag und in der Produktentwicklung umzusetzen?
Nachhaltigkeit ist für werkhaus Küchen kein Trend, sondern Teil unserer DNA: Jede Küche wird ausschließlich nach individuellem Kundenwunsch als Einzelanfertigung gefertigt. Es gibt keine Serien- oder Massenproduktion und keine klassische Lagerhaltung. Dadurch entsteht kein Überschuss, der entsorgt oder zwischengelagert werden muss, und jedes Produkt findet von Anfang an einen konkreten Bestimmungsort. Diese Auftragsfertigung ist zugleich die Grundlage für Langlebigkeit: Statt austauschbarer „Stangenware“ entstehen dauerhafte Unikate, die auf Lebensstil und Architektur der Kunden abgestimmt sind und entsprechend lange genutzt werden.
Ein zweiter zentraler Baustein ist die Regionalität. werkhaus Küchen arbeitet mit spezialisierten Handwerksbetrieben aus der Region zusammen und setzt überwiegend regionale, häufig heimische Materialien ein, wie etwa Holz aus heimischen Wäldern oder Naturstein aus deutschen Gebirgen und dem Alpenraum. Das gewährleistet kurze Lieferwege, sichert die Einhaltung europäischer Umwelt und Sozialstandards und stärkt gleichzeitig die lokale Wertschöpfung. Anders als große Möbelkonzerne, denen von Umweltorganisationen wie Greenpeace im Zusammenhang mit geschützten Wäldern in
Rumänien wiederholt Raubbau vorgeworfen wird, entsteht bei der Verwendung heimischer Hölzer kein Druck auf schützenswerte Naturräume. Unser Holz stammt zudem nicht aus Monokulturen oder Plantagenwirtschaft, sondern aus bewirtschafteten heimischen Wäldern mit gewachsener, artenreicher Struktur. Auch vorgefertigte Küchenmöbelelemente werden ausschließlich in Deutschland und Österreich hergestellt, nicht in Ländern mit niedrigeren Umweltauflagen oder langen Transportwegen. Unsere Partnerbetriebe fertigen unter anderem in Nordrhein-Westfalen sowie an österreichischen Standorten in Oberösterreich, jeweils mit kurzen Wegen zwischen Werkstatt und werkhaus Küchen.
Hinzu kommt der Betrieb selbst: Ausstellung und Büro werden mit erneuerbarer Energie beheizt und klimatisiert, sodass auch der laufende Geschäftsbetrieb einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck hinterlässt.
Schließlich denkt werkhaus Küchen Nachhaltigkeit auch über den eigentlichen Verkaufsprozess hinaus: Ausstellungsküchen, die durch neue Modelle ersetzt werden, werden nicht entsorgt, sondern im Rahmen eines Abverkaufs weiterverwendet. Das spart Ressourcen, die sonst für Produktion, Transport und Verpackung neuer Küchen nötig wären, und verlängert die Lebensdauer bereits gefertigter Produkte.
In der Summe ergibt sich damit ein Nachhaltigkeitsverständnis, das nicht auf einzelne Gütesiegel oder Marketingbegriffe setzt, sondern sich durch das gesamte Unternehmen zieht: von der Auftragsfertigung über die Materialwahl und die regionale Wertschöpfungskette bis hin zum Energieverbrauch im eigenen Haus und der Weiterverwendung von Ausstellungsstücken.
Sie sprechen von der Bedeutung von Material, Handwerk und Haltung. Welche Rolle spielen diese Faktoren dabei, Ressourcen zu schonen und langlebige Produkte zu schaffen?
Beim Material arbeiten wir mit ausgewählten Partnern: Arbeitsplatten kommen klassischerweise vom Steinmetz, Fronten werden je nach Ausführung beim Schreiner angefertigt oder über unsere Partner Eggersmann oder ewe (Österreich) bezogen, wo ebenfalls das Prinzip der Auftragsfertigung gilt und im Werk erst auf Bestellung produziert wird, nicht ab Lager. So bleibt der Grundgedanke „keine Massenproduktion, keine Lagerhaltung" auch entlang der Zulieferkette erhalten. Zudem setzen wir auf Werkstoffe wie Massivholz, Naturstein oder Metall, die mit der Zeit Patina statt Verschleiß zeigen und anstatt zu altern, an Charakter gewinnen. Beim Handwerk bedeutet Maßfertigung weniger Verschnitt und Ausschuss als in der Serienproduktion. Zudem lassen sich einzelne Elemente reparieren oder austauschen, statt die ganze Küche zu ersetzen.
Die Haltung hält beides zusammen: Wir entwerfen keine kurzlebigen Trendküchen, sondern zeitlose, individuelle Lösungen. Diese emotionale Langlebigkeit ist genauso wichtig wie die physische, denn die nachhaltigste Küche ist die, die man nicht austauschen will. Material, Handwerk und Haltung greifen damit ineinander: Das Material macht Langlebigkeit möglich, das Handwerk setzt sie um, die Haltung sorgt dafür, dass ein Produkt auch gestalterisch Bestand hat.
Viele Konsument*innen wünschen sich heute mehr Transparenz. Wie unterstützt werkhaus Küchen Kundinnen und Kunden dabei, die Qualität und Nachhaltigkeit einer Küche nachvollziehen zu können?
Transparenz beginnt bei werkhaus Küchen schon in der Planungsphase: Der Kunde ist von der ersten Beratung bis zur Detailplanung, inklusive obligatorischem Maßnehmen vor Ort, im engen Austausch mit seinem Planer und trifft die Material- und Komponentenauswahl. Termine direkt beim Steinmetz oder in der Schreinerei können bei Entscheidungen helfen.
Auch über den Kaufprozess hinaus bleibt Nachvollziehbarkeit zentral: Im Angebot und in der Rechnung wird jeder Posten einzeln aufgeschlüsselt, so dass klar ist wofür man bezahlt. Nach Fertigstellung übernimmt ein eigenes Montageteam den fachgerechten Einbau, gefolgt von einer gemeinsamen Abnahme mit dem Küchenplaner. Kunden erhalten zudem Pflegehinweise sowie die Möglichkeit, einen jährlichen Service zum Pauschalpreis zu nutzen.
WERKHAUS KÜCHEN setzt bewusst auf Langlebigkeit statt auf kurzlebige Trends. Warum ist dieser Ansatz aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht besonders relevant?
werkhaus Küchen kommt ursprünglich aus dem Handwerk, aus einer Zeit, in der eine Küche eine Investition fürs Leben war, nicht für eine Trendphase. Diese Haltung hat heute sowohl eine ökologische als auch eine wirtschaftliche Dimension.
Ökologisch bedeutet eine langlebige Küche schlicht weniger Verbrauch: Wird ein Produkt über Jahrzehnte statt über wenige Jahre genutzt, müssen auch weniger neue Materialien verarbeitet, transportiert und alte Küchen entsorgt werden. Jede Anschaffung, die nicht durch eine kurzlebige Trendlösung ersetzt werden muss, spart Ressourcen und vermeidet Müll, das ist der direkteste ökologische Effekt von Langlebigkeit.
Wirtschaftlich rechnet sich das gleich doppelt: Für den Kunden ist eine einmalige, hochwertige Anschaffung über die gesamte Nutzungsdauer günstiger als mehrere kurzlebige Käufe, auch wenn der Anschaffungspreis zunächst höher liegt. Für werkhaus Küchen bedeutet es, dass sich die Preisgestaltung nach dem Wert des Auftrages richtet und nicht nach Stückzahl oder Menge, ein Geschäftsmodell, das auf Qualität statt auf Umsatz durch schnellen Austausch setzt. Gutes Handwerk und ehrliche Materialien haben ihren Preis, aber sie zahlen sich für Kunde, Umwelt und Unternehmen gleichermaßen langfristig aus.
Welche Verantwortung tragen Hersteller Ihrer Meinung nach, wenn es darum geht, nachhaltigen Konsum zu fördern, und welchen Beitrag möchte WERKHAUS KÜCHEN hierzu leisten?
Hersteller tragen aus unserer Sicht Verantwortung auf mehreren Ebenen: Sie sollten in Europa fertigen und damit soziale wie ökologische Standards einhalten, Produkte entwickeln, die nicht auf schnellen Austausch angelegt sind, und handwerkliches Können durch Ausbildung erhalten.
Eine Küche, wie wir sie fertigen, können sich allerdings nicht alle leisten, das ist eine ehrliche Grenze unserer Philosophie. Betrachtet man jedoch die gesamte Nutzungsdauer, ist Handwerk dieser Qualität durchaus konkurrenzfähig. Unseren Beitrag sehen wir deshalb auch darin, Orientierung zu geben: Wir zeigen, wie eine Küche fürs Leben aussehen und sich anfühlen kann, unser Gegenentwurf zur Wegwerfmentalität.

Bild: WERKHAUS KÜCHEN
Fazit: Mehr als eine Küche
WERKHAUS KÜCHEN versteht Nachhaltigkeit nicht als Einzelmaßnahme, sondern als durchgängiges Unternehmensprinzip. Individuelle Auftragsfertigung, regionale Partnerschaften, hochwertige Naturmaterialien und zeitloses Design bilden die Grundlage für Küchen, die über viele Jahre hinweg Bestand haben. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der schnelle Austausch, sondern die Überzeugung, Produkte zu schaffen, die Menschen langfristig begleiten. So verbindet WERKHAUS KÜCHEN traditionelles Handwerk mit zeitgemäßen Ansprüchen an Qualität, Verantwortung und Ressourcenschonung – und setzt damit ein bewusstes Zeichen gegen die Wegwerfmentalität.
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